Not, Gewalt und Dürre - Hunger am Horn von Afrika

Die muslimische Welt befindet sich momentan im Ramadan, um am eigenen Leib zu erfahren, wie es ist, arm zu sein. US-Amerikaner und Europäer werden dank Fertigfraß immer fetter. Und in…
Not, Gewalt und Dürre

Hunger am Horn von Afrika

Die muslimische Welt befindet sich momentan im Ramadan, um am eigenen Leib zu erfahren, wie es ist, arm zu sein. US-Amerikaner und Europäer werden dank Fertigfraß immer fetter. Und in Afrika verhungern Kinder und Erwachsene. Nach mehr als 20 Jahren ist vor wenigen Wochen am Horn von Afrika die Hungersnot ausgerufen worden. Betroffen sind die Länder Somalia, Djibouti, Kenia, Eritrea, der Sudan und Äthiopien. Es liegt natürlich auf der Hand, dass die jahrelang anhaltende Dürre dafür verantwortlich ist, die die Ackerböden unfruchtbar macht.

Das eigentliche Problem aber sind die Regierungen der eben genannten Staaten. Am schlimmsten hat es Somalia getroffen, das sich seit Jahren im Bürgerkrieg befindet und von Rebellen regiert wird. Diese lassen ihre Bevölkerung bewusst verhungern und verkaufen fruchtbares Land an westliche und asiatische Staaten.

Was mich besonders wütend macht, sind die künstlich aufgeblasenen Lebensmittelpreise, die es für die Menschen dort unmöglich macht, sich einen Sack mit 20 Kilogramm Mehl zu kaufen, um ihre Familien ernähren zu können. Weil es schlicht und einfach nicht bezahlbar ist. Die Diaspora dieser Länder muss einspringen, um ihrer Verwandtschaft das Nötigste wie Getreide, Hirse, Butter und Fleisch zu bezahlen.

Ich höre dann ständig Geschichten, dass einige 40 Kilogramm an Übergepäck beim alljährlichen Besuch in der Heimat mitnehmen. Darunter befinden sich dann neben H&M-Klamotten auch kanisterweise Butter oder auch Kaffee. Jawohl. Äthiopischen Kaffee. Das hört sich zwar total bescheuert an, aber hier in Deutschland ist dieser vergleichsweise günstiger. Und auch „besser“.

Und jetzt ist es wieder zu einer niederschmetternden Katastrophe gekommen, die man hätte verhindern können. Fast alle erwähnten Länder sind als diktatorische Staaten bekannt, die nur nach Macht gieren und mit ihren Armeen zeigen wollen, wer den Größten hat. Die Bevölkerungen leiden darunter, leben nicht in Freiheit, werden für das Andersdenkende bestraft und flüchten anschließend. Um irgendwo ein besseres Leben zu haben. Und müssen nun in ihrem Elend verhungern und verdursten.

Die Lage verschlimmert sich Tag für Tag, da Milizen in Somalia verhindern, dass das Volk von den Hilfsorganisationen versorgt wird. Ich finde, dass die G8-Nationen und auch Organisationen, wie die UNO und die NATO, generell zu wenig in die Geschehnisse eingreifen. Man hat es schon am Anfang des Jahres gesehen. Bei den großen Revolutionen im Norden des Kontinents.

Leider wird sich die Situation in nächster Zukunft sicherlich nicht ändern, da sich Staaten wie die USA, China oder auch Deutschland doch nicht die Geschäfte mit Kenia, Äthiopien und anderen Ländern vermasseln wollen. Schämen sollte man sich für dieses kapitalistische Denken und Handeln. Das Einzige, was wir tun können, ist für diese Menschen, meine Landsleute, zu beten und zu spenden.

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8 Kommentare

  • men**h

    was das eingreifen bewirkt, sehen wir ja zb an afghanistan, irak etc. – stehe dem sehr skeptisch gegenüber.
    nachhaltige programme müsste es geben.

    ehrlich gesagt frage mich aber auch, wie haben die afrikaner die letzten 2000 jahre (über)gelebt? schaffen die es nicht in 2000 jahren sich eine annähernd vernünftige demokratie zu schaffen?

    und ganz ehrlich: ich bezweifle, dass zb militärisches eingreifen (was bei milizen als einziges hilft) wirklich sinnvoll ist. in den nordafrikanischen ländern hat es zumeist nur die situation verschlechtert.

    ich würde ja gerne spenden, aber ich hab grad echt selber das problem über die runden zu kommen. ausserdem haben wir hier aber auch echte probleme.

    meine devise: first think local, then worldwide. man muss erst die eigenen zustände um sich herum klären, und erst dann in die große welt gehen, um dort den frieden herzustellen, aber das ist alles leichter gesagt als getan in einem land, in dem man noch gesetzlich versichert ist (eines der ganz wenigen auf dieser welt).

  • count_the_numberz

    Huh… der Artikel zeugt von einer allgemeinen Mainstream-Meinung, die weit entfernt von der Realität ist. Dabei fing es gut an. Was das Horn von Afrika betrifft, sind in erster Linie regionale Probleme verantwortlich (die von Staat zu Staat unterschiedlich sind – also vorsicht beim pauschalisieren) und in zweiter Instanz eben jenes Internationale Eingreifen, das am Ende des Artikels gefordert wird.

    Vom ‘Anti-Mainstream-Magazin’ (kurz auch amy&pink ^^) hätte ich dann doch mehr erwartet… :-P

  • Ach Gott, wieder so nen pseudo-politischer Artikel?
    Vor nen paar Wochen… ok, aber jetzt?

    Was die Meinung angeht: Klar greifen wir mehr ein! Mit Ernährungsprogrammen! Achne die machen die Wirtschaft da unten ja kaputt und die Rebellen finden das bestimmt auch nicht so geil. Dann mit Militär und so! Achne, kostet ja noch mehr Geld und wenn wir dann bei uns sparen heulen die Leute hier rum und dann ist da noch die Frage des souveränen Staates, auch doof. Na dann lassen wir das die NGOs machen, die Leute spenden doch eh wie blöde, ahja, die sind ja korrupt und mit den Rebellen… son toter Helfer ist echt doof in den Medien, dann sind wir doch am Ende schuld.

    Ach dann ignorieren wir es einfach, 2 Wochen ists eh aus den Medien.

    Auf jede verlogene Haltung einer Regierung kommen 10 noch verlogenere Forderungen wie sie es hätte besser machen können!

  • john

    @men**h

    schonmal sowas wie Kolonialgeschichte gehört? arschloch!

  • Nils

    Menschen sterben in Afrika.. öfter mal was neues…

Forever 21