Deutsche Neidgesellschaft - Society Of EnviousnessKritik, Kultur und Kommentare

Wilhelm Busch, eines der wichtigsten deutschen Dichter und Denker, behauptet „Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.“ Der Philosoph Arthur Schopenhauer hingegen wird in seiner Beobachtung schon differenzierter und…
Deutsche Neidgesellschaft

Society Of EnviousnessKritik, Kultur und Kommentare

Wilhelm Busch, eines der wichtigsten deutschen Dichter und Denker, behauptet „Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.“ Der Philosoph Arthur Schopenhauer hingegen wird in seiner Beobachtung schon differenzierter und entzieht dem Gefühl einen kulturellen Zusammenhang. „In Deutschland ist die höchste Form der Anerkennung der Neid.“ Wenn sich diese Aussage nicht heute noch bestätigt. Seien wir ehrlich: die deutsche Gesellschaft ist die Neidgesellschaft schlechthin.

Anerkennung mag die beste Form der Kritik sein, welche der eigenen Arbeit entgegengebracht werden kann, aber ob es diese noch mit der Paarung von Neid ist, sei erst einmal dahingestellt. Für den, der beneidet wird, kann diese Art der Reaktion seiner Mitmenschen der Sieg sein. Doch gibt es immer zwei Seiten, die durchleuchtet werden müssen. Und das kann leider auch verheerend unglücklich enden.

Das ach so harmlose und erstrebenswerte Gefühl war eines der Ursachen der Verschwörungstheorien, welche die Propaganda des Nationalsozialismus nur bestärkten. Die Wirtschaftskrise von 1923, die viele Deutsche in den finanziellen Ruin stürzen ließ, sei eine Machenschaft und Manipulation der Juden. Wie entstehen derartige menschenverachtende Vorwürfe, um es milde auszudrücken? Ganz genau: Durch Neid. Untere Schichten hegten dieses Gefühl gegenüber den gutpositionierten Juden.

Niemand gibt sich mit dem zufrieden, was er hat. Es ist nicht nur so, dass häufig diejenigen, die es geschafft haben, Missgunst und Neid entgegengebracht bekommen, nein, die Arbeit wird ignoriert. Noch schlimmer. Sie wird verachtet und schlecht geredet. Kritik ist gut, sehr gut sogar, wenn nicht die beste erfolgversprechende Reaktion auf unser Tun. Denn nur so können wir an uns wirken und besser werden. Doch die Kritik aus unserem Umfeld ist oftmals keineswegs konstruktiv.

Es ist spürbar, dass sie das Ziel verfolgt, zu entblößen und zu erniedrigen, aus Selbstgefallen. Mit negativen Äußerungen wird versucht, Menschen an sich selbst zweifeln zu lassen, nur weil sie genau das sich selbst antun. Bewusst und aus Absicht. Weil diese Sorte von Menschen alles will, aber rein gar nichts dafür tut. Das hat dann auch nichts mehr mit dem sogenannten „positiven Neid“ zu tun, wie es manche Philosophen nennen, und der sich durch das Ungerechtigkeitsgefühl rechtfertigen lässt.

Dazu macht es die Demokratie des Internets nun auch noch jedem einzelnen möglich, sich zu äußern. Oft sind dann Kommentare voller Hass zu lesen. Während man im echten Leben noch besser damit umgehen kann, da man die Gewissheit hat, wer was sagt, sind es im Internet anonyme Menschen, die ohne ihre Identität zu verraten, die eigene Unzufriedenheit tarnend alles schlecht reden und sich über Personen äußern, die sie nicht kennen. Dagegen kann man leider nichts machen. Denn die Netiquette besteht weder in Blogs noch im echten Leben.

Doch es bringt nichts, von der Geschichte zu erzählen, wenn wir davon nichts lernen können. Das Problem muss da behoben werden, wo es entsteht. Im Menschen, denn man kann Neid nicht damit abtun, und es gutreden, indem man sagt „deine Anerkennung ist mein Sieg“. Wie kann man dieses Hauptcharakteristikum des Menschen überwinden, wovon uns die griechische Mythologie so oft erzählt?

Der Anti-Amerikanismus sollte sich bemildern, und gleichzeitig muss sich die deutsche Gesellschaft von ihr manches erklären lassen. Denn die Amerikaner bewundern jeden, der es schafft vom Tellerwäscher zum Millionär, den American Dream zu leben. Diese Menschen werden bejubelt, man nimmt sie sich als Vorbild und sagt aufblickend: “Hey, das möchte ich auch schaffen”. Es wird sicher oft in die Höhe gelobt. In Deutschland hingegen wird jedoch alles schlecht- und kleingeredet. Ein Schriftsteller erklärte mir mal dazu, wenn man die Wahl zwischen groß- und kleinreden hat, dann entscheidet man sich natürlich für das erste.

Da ich zwischen zwei Kulturen aufgewachsen bin, habe ich das Glück zwei Gesellschaften genauestens miteinander vergleichen zu können. In der Türkei trägt jedes Baby Monate, manchmal jahrelang die Nazar-Perle, die vor bösen Blicken schützen soll. Aus Tradition und natürlich auch aus Angst vor neidischen Menschen. Die gibt es nämlich auch in der Türkei, schließlich ist es nun einmal ein Grundcharakteristikum des Menschen. Doch unternimmt man unbewusst andere Maßnahmen, um es nicht auszuleben.

Doch dort sagt man jedem Kind, egal ob besonders oder nicht, “Mashallah, bist du schön” oder “Gott, beschütze dich”. Es ist nett gemeint, sicher auch ein Ausdruck der Gewohnheit, wenn auch nicht immer unbedingt das ehrlichste. Doch seit wann sollte man Kinder schon intensiv kritisieren. Menschen aus anderen Kulturen schaffen es dieses „Gefühlsgebilde“ nicht erst entstehen zu lassen.

Wie so häufig hat der wohl weiseste Mensch, den Österreich zu bieten hat, die Lösung parat. Nicht Ressentiment, sondern Bewunderung ist das Schlagwort. Freud sagt Neid kann mit dem Gefühl der Bewunderung überwunden werden. Aufrichtig und tief kann eine Freundschaft nur werden, wenn man den Menschen, die man liebt vom Herzen alles gönnt. Die Formel ist die Umwandlung in ein Gefühl der Bewunderung.

Und für Goethe ist das universellste Glück die Lösung für alles. „Gegen große Vorzüge eines andern gibt es kein Rettungsmittel als die Liebe.“ Aber damit man nicht nur weniger neidisch sein muss, sondern auch weniger unzufrieden mit sich selbst, und letzteres sind wir ja alle mal, müssen wir uns selbst erinnern und erinnert werden. Wer wir sind und vor allem, was wir damit alles geschafft haben, statt sich ständig vorzuführen, was andere alles haben und können, was man selbst nicht hat, und nicht kann.

Man sollte sich der eigenen Fähigkeiten bewusst werden und nicht der Unfähigkeiten. Die Konzentration und Fokussierung auf das eigene Leben, die eigenen Leidenschaften muss man selbst endlich durchführen und erleben, nur so kann man sich selbst verwirklichen. Und ganz einfach: Durch Lob von Familie und Freunden, aber auch durch Fremde. Wenn man etwas Positives über jemanden denkt, dann kann man das auch ruhig mal sagen. Denn schließlich macht uns das alle glücklich und unserem Tag zu einem schöneren. Immer. Ohne Ausnahme.

Wilhelm Busch, one of the most important German poets and thinkers claimed, “Envy is the sincerest form of recognition.” The philosopher Arthur Schopenhauer, however, is already differentiated into its monitoring and removes the feeling of a cultural context. “In Germany, the highest form of recognition of envy.” If this statement is still not confirmed. Let’s face it: the German company the envy of society is absolutely.

Recognition may be the best form of criticism that their own work can be met with, but whether this is still the envy of pairing remains to be seen only once. For the person who is envied, it can be kind of reaction from his fellow men the victory. But there are always two sides that need to be screened. And it can unfortunately also the devastating unhappy.

The oh-so-harmless and desirable feeling was one of the causes of the conspiracy, which strengthened the propaganda of National Socialism only. The economic crisis of 1923, which left many German plunge into financial ruin is a machination and manipulation of the Jews. How do such inhumane accusations, to say the least? That’s right: by envy. Lower layers harbored this feeling towards the Jews gutpositionierten.

No one is content with what he has. It is not just that often those who have managed to get met with resentment and envy, no, the work is ignored. Worse still. She is despised and poorly spoken. Criticism is good, very good even if not the most promising response to our actions is the only way we can look at ourselves and get better. But the criticism of our environment is often not constructive.

It is noticeable that it is pursuing the goal of exposing and humiliating, from self-satisfaction. With negative comments is trying to make people doubt themselves, just because they are doing just that themselves. Aware of and intent. Because this kind of people want everything, but does absolutely nothing for it. That has nothing more then the so-called “positive envy” to do, as some philosophers call it, and can be justified by the sense of injustice.

This makes it the democracy of the Internet is now even possible to each individual to express themselves. Comments are then often filled with hate to read. While you can handle in real life even better with it because you can be certain who said what, there are anonymous people on the Internet, without betraying the identity of her to talk about their own dissatisfaction camouflaging everything bad and speak about people they do not know. Contrast can not be helped. Because Netiquette is not in blogs or in real life.

But there’s no telling of the story if we can learn nothing of it. The problem must be solved where it arises. In humans, for one can not dismiss it envy, and it gutreden by saying “Your recognition is my victory.” How can we overcome this main characteristic of man, which we so often told the Greek mythology?

The anti-Americanism should bemildern, and at the same time, the German company of her many can explain. For the Americans admire anyone who creates from rags to riches, the American Dream alive. These people are cheered, they will be looking up as a role model and says: “Hey, I want to get even.” It is certainly often praised in the air. In Germany, however, everything is bad and small talk. A writer once told me this, if you have the choice between large-and small talk is, then decides it is natural for the first.

Since I grew up between two cultures, I am lucky to compare two companies closely with each other. In Turkey, every baby carries months, sometimes years, the Nazar-pearl, which is intended to protect from the evil eye. Of tradition and of course for fear of envious people. The fact there is also in Turkey, after all, it happens to be a basic characteristic of man. But they unknowingly takes other steps to not live out there.

But there is said to every child, regardless of whether or not particular, “Mashallah, you are beautiful” or “God protect you.” It is meant nice, certainly an expression of habit, though not always necessarily the most honest. But since when should we criticize kids already intense. People from other cultures to create this “feeling entity,” not the first place.

As so often is probably the wisest man that Austria has to offer, the solution at hand. Not resentment, but admiration is the buzzword. Freud says jealousy can be overcome with a feeling of admiration. Sincere and deep friendship can be one only if you the people you love from the heart of everything begrudge. The formula is the conversion into a feeling of admiration.

And, for Goethe is the most universal solution for all the luck. “Against great advantages of another, there is no life saving equipment than love.” But this one not only needs to be less jealous, but also less satisfied with themselves, and the latter, we are all times, we must remind ourselves and be reminded. Who we are and especially what we’ve done everything so that, instead of constantly show off what other people have everything and can do what you have not, and can not.

You should be aware of their own abilities and not disabilities. The concentration and focus on their own lives, their own passions must be finite and even perform live, just so you can realize yourself. And quite simple: praise from family and friends, but also by strangers. If you think something positive about someone, then you can do it calmly say. After all, it makes us all happy, and our day to a nicer. Always. Without exception.

Topman

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13 Kommentare

  • Chris

    Viel mehr Absätze hätten man auch nicht mehr machen können.

  • elv

    Mir ist aufgefallen, dass man auch durch Facebook mit viel Zeug zugeballert wird, dass einen neidisch macht.
    “Ich in Haiti”, “XYZ hat sich im Hilton eingecheckt” oder leuter geniale Fotos von genialen Orten. Da denkt man immer man sei unzureichend unterwegs.
    Konzentration auf sich selbst ist da leider nicht so einfach, aber total wichtig. Wir dürfen uns alle nicht so irre machen.

  • Johannes Kunath

    Schön wie der erste Kommentar auf der Seite wieder (mäßig konstruktive…) Kritik ist :P

  • Tornado

    An dem Neid wird unser Land auch kaputt gehen. Alle sollen gleich sein – und die Politiker reiten auf der Welle mit. Jeden Tag gibt es neue Gesetzte die mich in meiner Freiheit einschränken und die Deutschen zum Einheitsbrei werden lassen.

    Der amerikanische Weg alles hochzujubeln ist auch nicht meiner, da verliert man irgendwann an Glaubwürdigkeit. Allerdings ist das Positive zu sehen schon eine Gabe, die ich in meinem Handeln auch gerne öfter erkennen würde.

    Meltem hau rein – danke für die wahren Worte.

  • Trendlovski

    We love NEID!! hahaha***

  • Monsieur Croche

    Als ich “weisester Österreicher” las, dachte ich, dass da jetzt Hitler kommen werde. Ich sollte nicht ständig im Ironiemodus sein. Hmm.

  • Mandu

    Ich dachte auch, dass jetzt der Adi kommt, als ich “weisester Oesterreicher” las ;D

    Schoener Artikel, durch diese Phase gehe ich gerade sogar. Dieses gluecklich mit sich selbst werden. Oder so.

  • peter pan

    “Ganz genau: Durch Neid. Untere Schichten hegten dieses Gefühl gegenüber den gutpositionierten Juden.”

    ernsthaft? du weißt schon, dass das historisch falsch ist.

    das problem an deinen artikeln ist, im gegensatz zu dem rest, den es auf amypink zu lesen (!) gibt, dass sie den anschein von bildung und intellekt erwecken wollen, faktisch aber deren vollständige abwesenheit bezeugen. alles, was du schreibst, wirkt bemüht, besteht aus allgemeinplätzen oder aus lächerlichen wikiquote zitaten, die man höchstens auf abreißkalendern oder in poesiealben findet. auch dort sollten sie uns beschämen.

  • peter pan

    ps: ist das jetzt auch neid? oder schon “Kritik” die “konstruktiv” ist, dich “wirken und besser werden” lässt? die unterstellung, kritik erwachse lediglich aus neid, ist die typische entlastungsstrategie von bloggern. wenn es euch zum trost gereicht, bitte sehr.

  • dasMiau

    @ elv: Stimme dir voll und ganz zu ^^ Kenne auch das Gefühl, dass man kurz neidisch wird, wenn man liest, dass der/die in Irland/Japan/Amerika ist, doch im zweiten Moment, weiß ich, wie glücklich ich mit meinem Leben bin und das es Schwachsinn ist und freue mich für diejenigen, die gerade reisen. Es ist halt nur anfangs ein kurzes “Fernweh”(Gefühl)

    Liebe Meltem Yesil
    Deine Artikel wecken bei mir wirklich immer großes Interesse. Ich finde, dass du sehr gut schreiben kannst und gute Thematiken auswählst, ABER (dieses verdammte Aber :P) ich muss ehrlich gestehen, dass ich bei diesem Artikel es nicht weiter geschafft habe als die ersten 3 Absätze zu lesen. Der Grund ist, dass mich einfach dieses Standardmuster nervt… Zitate hier, ein Beispiel aus der Nazizeit da.. = “gähn”. Ich würde mir wünschen, dass man mehr von deiner Art/Person in den Texten spürt und beim Lesen nicht das Gefühl hat einen sehr guten (recherchierten) Aufsatz zu lesen. Dein benutztes Schreibmuster haut mich einfach nicht vom Hocker und so verliere ich wieder das Interesse.

    Sorry, wenn ich nicht auf das Thema eingegangen bin, aber ich weiß, dass du viel auf dem Kasten hast und würde mir einfach wünschen, dass du meine Kritik nicht negativ auffasst und eventuell darüber nachdenkst. Ein ausgefallender Schreibstil würde einfach mehr Pepp in das Ganze hineinbringen und dich mehr hervorheben, wenn nicht sogar noch mehr überzeugen.

  • dasMiau

    Achso. Ich muss mich auch PeterPan anschließen… (hab mir gerade noch sein Kommentar durchgelesen).

    Dein Anfang hat mich auch gelangweilt, weil es alles Sachen waren, die ich schon längst kannte. Und ich musste auch an “Focus”, “Spiegel” und ein bisschen an “DieZeit” denken. Es wirkt wirklich bemüht ^^ Klar ist es einfach zu kritisieren, aber es ist nicht böse gemeint. Und wenn sowas so extrem auffällt, kann man gar nicht mehr richtig über das eigentliche Thema nachdenken ^^”””….

  • Malek Murad

    schön geschrieben, viel geredet, nichts gesagt.

    Nichts neues aus dem Westen :D

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