Schwuler Fußball - The Last TabooDas letzte Tabu

Während die Frauenfußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land am vergangenen Wochenende zu Ende gegangen ist und unsere deutschen Mädels früher als erwartet die Loser-Kurve kratzten, ist die Diskriminierung von Homosexuellen im Fußball…
Schwuler Fußball

The Last TabooDas letzte Tabu

Während die Frauenfußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land am vergangenen Wochenende zu Ende gegangen ist und unsere deutschen Mädels früher als erwartet die Loser-Kurve kratzten, ist die Diskriminierung von Homosexuellen im Fußball weiterhin ein Dauerthema. So schloss Nigerias Nationaltrainerin Ngozi Eucharia Uche ihre lesbischen Spielerinnen knallhart aus dem Team aus und verwehrte ihnen somit eine Teilnahme an dem internationalen Tournier.

Bei den Männern kommt es erst gar nicht zu solchen tragischen Situationen, denn während wir einen schwulen Außenminister und Berliner Bürgermeister haben, ist das Outen im männlichen Profifußball immer noch größte Tabu. Es ist ja kein offenes Geheimnis, das der ein oder andere Kicker sein eigenes Geschlecht bevorzugt, aber dem Hohn und Spott der Fans als Konsequenz nicht gewachsen ist.

Doch warum melden sich dann sogar Nationalspieler wie Mario Gomez zu Wort und ermutigen mit Sätzen wie: “Sie würden dann wie befreit aufspielen. Schwulsein ist doch längst kein Tabuthema mehr” ihre anonymen Kollegen genau das Gegenteil zu tun? In anderen Bereichen des Lebens wie Kunst, Kultur oder Politik klappt es doch auch. Warum also nicht in der Bundesliga?

Dass es sich bei der Sache um ein zweifellos heikles Thema handelt, findet auch Bremen Keeper Tim Wiese. Und der 29-jährige Bergisch Gladbacher schätzt das Outen schwuler Profis in seiner Branche eher kritisch ein: „Der würde von den Fans niedergemacht werden. Fußball ist trotz der vielen Frauen im Stadion ein Macho-Sport.“

Klar die Fans sind erbarmungslos, schwulen feindliche Sprüche, Buhrufe und Pfiffe bis hin zu Morddrohungen sind keine Seltenheit. Aber wie geht es dem Spieler, dem Menschen dahinter damit? Entscheidet er sich für das geheim halten seiner Sexualität lebt er ein unerfülltes und am Ende total unglückliches Doppelleben. Er verdient Millionen, wird für seine Ballkünste regelmäßig gefeiert, aber niemand ist wirklich an seinem potenziellen Glück interessiert. Wie bitter.

Diese überholte und durchaus kritische Situation im Profifußball zeigt einmal mehr, wie wertlos es doch ist, überdurchschnittlich viel Ansehen und Geld zu besitzen, aber kein Platz für das Ausleben der wahren Identität gewehrt zu bekommen. In einem Interview mit dem Spiegel äußerte vor ein paar Jahren ein schwuler Profifußballer, der lieber anonym bleiben wolle, dass er sich nur noch selten auf den Sport konzentrieren könnte und nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll. “Ich bin nur ein verdammter Schwuler. Ein Superstar aus Scheiße.”

Wer die traurige Geschichte des ehemaligen englischen Profifußballers Justin Fashanu kennt, der weiß, dass so ein Outing im Extremfall auch im Tod enden kann. Fashanu hielt dem öffentlichen Druck einfach nicht mehr Stand und erhängte sich acht Jahre nach seinem homosexuellen Bekenntnis in der eigenen Wohnung.

Für mich ist das alles extrem grotesk. Auf der einen Seite werden immer mehr Gesetze auf der ganzen Welt verabschiedet, die den homosexuellen Menschen entgegen kommen und ihnen ein genauso “normales” Leben wie ihren Mitmenschen ermöglichen, auf der anderen Seite müssen zig Profisportler ihre sexuelle Neigung verleugnen, um ja nicht das doch so heuchlerische männliche Idealbild des perfekten heterosexuellen Fußballspielers zu gefährden. Es ist eine verdammt verkehrte Welt, in der wir hier leben.

While last weekend the Women’s World Cup is left in their own country to end and our german girls scratched the loser-curve earlier than expected , the discrimination of homosexuals in football is still an ongoing issue. So ended, for example, Nigeria’s national coach Ngozi Uche Eucharia their lesbian players from the team tough, and they therefore refused to participate in the Women’s World Cup.

For men, it isn’t even on such a tragic situation, because while we have a gay foreign minister and mayor of Berlin, the outen in male professional soccer is still the biggest taboo. It’s not an open secret that the preferred one or the other kicker his own sex, but not the scorn of fans as a result has grown. But why then log even national players like Mario Gomez and encourage word with sentences like: “They would then play as exempt.But being gay is no longer a taboo topic, “her anonymous colleagues to do the exact opposite? In other areas of life such as art, culture or politics, but it works well. So why not in the league? A sensitive issue, as well as Bremen goalkeeper Tim Wiese takes. He sees the gay professionals more critical: “He would be slaughtered by the fans.Football is in spite of the many women in the stadium is a macho sport”

Sure, the fans are ruthless, anti-gay sayings and boos to death threats aren’t uncommon. But how are the players, the people behind it? If he chooses to keep his sexuality secret for living a totally unfulfilled and unhappy at the end of a double life. He made millions, is celebrated for his ball skills on a regular basis but no one is really interested in his potential happiness. “What?” These outdated and very critical situation in professional football once again shows how worthless it is to have above-average amount of money and prestige but struggled to get no place to live out the true identity. In an interview with Der Spiegel said a few years ago a gay professional football player who wanted to remain anonymous, he could only concentrate on the sport and rarely do not know how to move forward to. “I’m just a fucking fag.A superstar of shit. ”

Who knows, for example, can the sad story of the former English professional footballer Justin Fashanus that one knows so the outing even in death. Fashanus gave in to public pressure and no longer stand and kill hisself eight years after his outing in his own apartment. For me it’s all grotesque extreme. On the one hand, more and more laws around the world adopted come meet the homosexual people and make them one just “normal” life as their fellow human beings, on the other hand, have dozens of professional athletes deny their sexual orientation so as not this yet so hypocritical jeopardizing male ideal of the perfect heterosexual football player. Damn world turned upside down.

Tally Weijl

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3 Kommentare

  • Dannyville

    Schweini, özil und poldi! Genau wie Ralf Schuhmacher. Die sollen es endlich zugeben und ihre Scheinehen an den Nagel hängen! Wie erklärt sich sonst der Mythos um diese mysteriösen Begriff ,,Spielerfrauen”!

  • Elena

    genau das Thema habe ich letztens auch plötzlich in meinem Kopf gefunden und eine zeitlang gedreht und gewendet. Ich finde es genau so traurig und verzweiflungswürdig, dass diese Materie derart tabu ist.

    Aber, ohne jetzt zuuuu sehr auf Vorurteilen herumreiten zu wollen: Wenn man (wie ich) eine Weile Pendlerin war, und dementsprechen woch-wochenendlich mit dem gröhlenden, gorillagleichen Hardcorefan konfrontiert wurde, beantwortet sich die Frage nach dem “Warum?” von ganz von alleine.

    Die Fans sind die Herz und Nieren des Fußballs. Und, während ich durchaus viele sympathische, gemäßigte Fans des Ballsports kenne (und einen von Ihnen sogar “trotzdem” liebe;), so kommt die traurige Mehrheit genau dem homophoben Testosteronträger gleich, der es jedem Fußballer unmöglich macht, sich zu outen.

    Von den Sammelduschen sämtlicher Hobbyfußballer auf dieser Welt, die post-outing natürlich als unbetretbar gelten würden, mal ganz zu schweigen…