Netzsucht - Internet Makes (Un)happyDas Internet macht (un)glücklich

Es war wieder einer dieser typischen Tage, an denen man einfach nicht vom Computer wegkommt. Nach dem frühen Aufstehen gerade einmal einen Fertigkaffee von Starbucks aus dem Kühlschrank geholt, Klappe…
Netzsucht

Internet Makes (Un)happyDas Internet macht (un)glücklich

Es war wieder einer dieser typischen Tage, an denen man einfach nicht vom Computer wegkommt. Nach dem frühen Aufstehen gerade einmal einen Fertigkaffee von Starbucks aus dem Kühlschrank geholt, Klappe auf, Verbindung an. Der erste Artikel ist noch nicht fertig, ein Fehler im System bereitet mir Kopfzerbrechen, PR-Agenturen aus der ganzen Welt buhlen um meine Aufmerksamkeit. Hier ‘ne Mail, da ‘ne Übersetzung, Bildrecherche, Korrekturen, der nächste Artikel, Texte, Chats, Themensuche, Social-Media-Kram.

Dazwischen mal kurz beim Griechen etwas zu essen bestellen, wichsen, telefonieren. Und ehe man sich versieht, hat sich die Sonne auch schon wieder verkrochen und du hast nicht einmal das Tageslicht erblickt. Ich stehe da und schreie und kotze und denke mir: Ist es das? Ist das mein Leben? Habe ich mir das wirklich ausgesucht? Jede Minute an der frischen Luft darf in letzter Zeit als Goldschatz gewertet werden. Treffen mit Freunden, Sex mit Willigen, Konversationen mit Interessanten.

Das echte Leben wird zur Mangelware. Besonders, weil der Kreis von Leuten, mit denen man sich abgibt, langsam aber sicher auch nur noch aus überbeschäftigten Karrieretypen besteht, die entweder im Internet oder im Studium vermodern. Hund, Beziehung, Verreisen? Keine Zeit. Deadlines hier, Termine dort, alles am Laufen halten. Für mich als Intensivchaoten eine doppelte Bürde. Für was mache ich das eigentlich?

In einem kurzen Augenblick der Klarheit drehe ich mich um und sehe meinesgleichen. Überall. Menschen, die Tag und Nacht vor dem Screen sitzen, mit dem iPhone durch die Gegend jagen, immer online, keine Pausen, ständig beschäftigt. Denn Ruhephasen sind tot, jeden Moment kann ein neues Thema um die Ecke biegen. Fotostrecke, Video, Katastrophe. Am laufenden Band wird getwittert und gebloggt und gepostet und gechattet und gelesen, gelesen, gelesen. Facebook, Tumblr, Formspring, Google+, Blogs, Twitter, Skype, WhatsApp.

Manchmal komme ich mir vor, als hätte ich eine Quarter Life Crisis nach der anderen abonniert, möchte die Leute einfach nur packen und anschreien. Macht dich das wirklich glücklich? Umso mehr im Netz, umso froher das Gemüt? Wer minütlich, sekündlich seine Gedanken in die Welt hinaus tippt, dabei pro Tag noch zwei Staffeln am Stück schaut und trotzdem besser über das digitale Tagesgeschehen Bescheid weiß, als Spiegel Online, Reddit und Sascha Lobo zusammen – kann so jemand verdammt noch mal ein wirklich ausgeglichenes Leben führen?

Am schlimmsten sind die, die vollkommen mit ihrem Online-Image verschmolzen sind. Die sich über World-of-Warcraft-Spieler lustig machen, aber dann jedem abgesprungenen Follower hinterher trauern. Die TinyChat als Kuschelersatz missbrauchen und um 5 Uhr morgens klitschnass hochschrecken, weil sie geträumt haben, dass irgendwer seinen Fav zurück gezogen hat. Die Magazine nur noch auf dem iPad lesen und Löschanträge auf Wikipedia stellen und nachts in der Agentur sitzen und sich jeden Abend auf DailyBooth verewigen und Lebensmittel bei eBay ordern und SoundCloud auswendig kennen und englische Bücher auf den Kindle laden und für das aktuelle Wetter lieber auf eine beschissene App klicken, anstatt den fetten Kopf mit dem fetten Hals einfach mal aus dem fuckin’ Fenster zu halten.

Ich liebe AMY&PINK und ich liebe was ich tue und ich liebe die (meisten) Leute, die ich durch das ganze Online-Ding kennen gelernt habe. Aber manchmal würde ich das alles in einen Sack packen, bei einem dubiosen Straßenhändler gegen magische LSD-Drops eintauschen und mich mit ihnen dann getrost in eine andere Welt katapultieren. In der es weder Tim Berners-Lee noch Mark Zuckerberg noch Bill Gates gibt, sondern nur irgendwelche alten Dörfer aus diesen verwunschenen Astrid-Lindgren-Geschichten. Die Kinder aus Bullerbü schienen mir jedenfalls immer ziemlich glücklich zu sein. Oder Michel aus Lönneberga. Wenn er nicht gerade von seinem Vater verprügelt wurde…

Seit all den Jahren bin ich mir nicht sicher, wer dümmer ist. Diejenigen, die sich mit Haut und Haaren dem Netz verschrieben haben und deswegen auch kein schlechtes Gewissen mehr haben. Weil sie sich ja Digital Natives nennen und im Netz arbeiten (wenn mal wieder die Mutter anruft und fragt, was zum Teufel ihr verdorbener Spross da die ganze Zeit treibt). Oder Loser wie ich, die der ganzen Scheiße manchmal suspekt gegenüber stehen, aber dennoch nicht mehr wissen, wann sie zum letzten Mal den Computer herunter gefahren haben.

Für mich persönlich habe ich entdeckt, dass mich das Internet am glücklichsten macht, wenn ich nebenher noch so viel echtes Leben wie möglich hinein packe. Damit meine ich Bewegung. Und Sonne. Und ab und zu ficken. Das reicht. Ein fröhlicher Abend mit Freunden. Mal ‘ne Woche durch die Gegend gurken. Neues entdecken. Wir müssen einfach wissen, wann es genug mit der ganzen digitalen Kacke ist und lernen, den Laptop zuzuklappen und das iPhone abzustellen. Auf dass wir nicht zu absoluten Netzzombies verkommen, die irgendwann geschlossen in eine staatlich finanzierte Selbsthilfegruppe in einem Haus am See gesteckt werden und dort nur noch Begriffe wie Circles, Apple und Meme durch die Gegend sabbern. Weil die Tage, an denen man einfach nicht vom Computer wegkommt, schleichend zur Normalität geworden sind.

There was another one of those typical days when you just don’t get off the computer. Brought to the early rising, just finished a Starbucks coffee from the fridge, door on, connection. The first article is not yet ready, a fault in the system gives me a headache, PR agencies from around the world vying for my attention. Here’s a mail, because ‘ne translation, image research, corrections, the next articles, text, chat, subject search, social media stuff.

In between times when Greeks short order something to eat, jerk off phone calls. And before you know it, has retreated even the sun again and you have not even seen the light. I stand there and cry and vomit and think to myself: Is that it? Is this my life? I’ve really picked me? Every minute in the fresh air may be regarded lately as treasure. Meeting with friends, having sex with willing, conversations with interesting things.

Real life is a scarce commodity. Especially because the circle of people with whom you turn in, slowly but surely only from overworked career types is the rot either on the Internet or in the study. Dog, relationship, traveling? No time Deadlines here dates there to keep everything on track. For me as an intensive Chaoten a double burden.

In a brief moment of clarity, I turn around and see my peers. Everywhere. People who, day and night sitting in front of the screen, with the iPhone hunt through the area, always on, no breaks, constantly busy. For periods of rest are dead, at any moment can turn a new topic around the corner. Photo gallery, video, disaster. Churning is twittering and blogged and posted and chatted and read, read, read. Facebook, Tumblr, Formspring, + Google, blogs, Twitter, Skype, WhatsApp.

Sometimes I feel like I had a Quarter Life Crisis subscribe to the other, people just want to pack up and just yell. Makes you really happy? The more the network, the happier the mind? Who every minute, every second typing his thoughts into the world, while a day or two seasons in a row looks and still better than the digital current events will know whether as Spiegel Online, Reddit and Sascha Lobo together – can someone like that damn it a truly balanced life lead?

The worst are those who are completely fused with their online image. The making fun of World of Warcraft players, but then bailed mourn every follower behind. The Warm and Fuzzy TinyChat abuse and replacement by 5 clock in the morning soaking wet high-shrink, because they have dreamed that someone has pulled back his Fav. The magazines only read on the iPhone and deletion requests are on Wikipedia and at night sit in the agency and perpetuate themselves every night on DailyBooth and food ordered from eBay and know SoundCloud heart and invite English books on the Kindle and better for the current weather on a Click crappy app, instead of the fat head with the fat neck just to keep even the fuckin ‘window.

I love AMY&PINK and I love what I do and I love (most) people I’ve met through the whole thing online. But sometimes I’d trade it all packed into a sack, in a shady street vendors against Magic LSD drops, and then propel myself with them confidently into another world. In which there is neither Tim Berners-Lee or Bill Gates or Mark Zuckerberg, but only some of these old villages haunted Astrid Lindgren’s stories. The Children of Noisy Village seemed to me to be always at least pretty happy. Or Lönneberga. If he was not just beaten by his father …

For all these years I’m not sure who is dumber. Those who have dedicated themselves body and soul to the network and therefore also no longer feel guilty. Because they are so called digital natives and the Net work (when, once again calling the mother and asks what the hell are you spoiled scion there all the time). Or loser like me, who are sometimes suspicious of the whole shit about it, but do not yet know when they have gone for the last time your computer.

For me personally, I’ve discovered that the Internet makes me happiest when I incidentally still into real life as much as possible to grab. By that I mean movement. And Sun. And from time to fuck. That’s enough. A happy evening with friends. Time ‘for a week cucumber through the area. Discover new things. We just have to know when there is enough with all the digital crap and learn to collapse the laptop and turn off the iPhone. That we do not degenerate into absolute power zombies that are eventually put into a closed state-funded self-help group in a house on the lake, where only terms such as Circles, Apple and Meme drooling over the place. Since the days when you just do not comes off from the computer slowly became the norm.

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Tally Weijl

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