Die Revolution der Freiheit - A New StartEin neuer Anfang

Es ist ein kühler, neuer Tag. Die Sonne strahlt auf niedrigster Hitzestufe durch die trüben Autoscheiben. Ich halte meine Hand aus dem Fenster, lasse den Wind mit seiner rauen Zunge…
Die Revolution der Freiheit

A New StartEin neuer Anfang

Es ist ein kühler, neuer Tag. Die Sonne strahlt auf niedrigster Hitzestufe durch die trüben Autoscheiben. Ich halte meine Hand aus dem Fenster, lasse den Wind mit seiner rauen Zunge über meine Finger lecken. Gänsehaut macht sich breit. Ich drehe die Musik auf. Die epischen Klänge von Arcade Fires „Keep The Car Running“ entfalten in einer auditiven Geschmacksexplosion ihre komplexe Wirksamkeit. Ich spüre die Bewegung des Autos, der Erde, des Sonnensystems. Schließe die Augen und schaue dem Kino meiner Fantasien zu.

Alles, was mich bis zu diesem Punkt hin geformt hatte – meine Eltern, meine Erziehung, mein Heimatort, meine Freunde, alle Menschen, die ich getroffen hatte, jede Lüge, jeder Streit, jeder Song, jeder Film – all das summierte sich zu einer Person, nämlich mich. Und dieses Ich wollte das alles nun verlassen, um etwas Neues zu finden. Eine neue Identität, ergossen aus den Idealvorstellungen meiner verkopften Gedankenwelt.

Mir war auch damals die Bedeutsamkeit dieses Momentes bewusst. Ich wusste, dass ich jetzt ruhig sein sollte, die Stille einnehmen musste, der leeren Straße am Morgen und auch der leeren, unbeschriebenen Zukunft an meinem persönlichen Horizont entgegenblicken wollte und voll in diesem unbeschreiblich dramatischen Gefühl aufzugehen hatte. Es war eine monumenatale, göttererschlagende Romantik.

Und dann kam ich an und seitdem verblasst dieser Augenblick in der Kartei „nostalgische Anekdote“. Wer kann so viel jugendlichen Geist in seinem Leben ertragen, wenn drei Jahre ins Land gehen? Wenn Steuererklärungen und Erwachsensein und Jobsuche und Dramen im Freundeskreis an erster Stelle stehen, muss ein fünfstündiger Roadtrip ins neue Leben zum Opfer der Tragödie des Alterns werden.

Aber das ist in Ordnung so, sagte ich mir oft. Ich werde meinen Kindern und Kindeskindern davon erzählen, wie es einmal war, alles hinter sich zu lassen und mit zwei Kartons voller Nippes und Unwichtigkeiten aufzubrechen, um ein neues Leben, eine neue Liebe, ein neues Ziel und neue Menschen und Orte zu finden. Ich hatte diese wenigen Stunden auf der Straße so intensiv gelebt, dass ich von der Erinnerung noch bis in den Tod zehren konnte. Vielleicht könnte ich davon auch meinen Fetus ernähren, sollte ich eines Tages schwanger werden.

Aber es ist abgelegt, zu Ende, sagte ich mir oft. Ich kam nach Berlin, ich lebte, ich ging ins Ausland und landete schließlich – wohnungslos, arbeitssuchend – wieder da, wo ich einst in derselben Position gestartet war. Nur ohne diesen Kickstart in eine bizarre post-pubertäre Traumwelt, die eher in einer „Garden State“-esquen Quarter-Life-Krise endete.

Nun bin ich wieder umgezogen. In eine eigene Wohnung. Endlich. Die erste eigene Wohnung. Keine WG, keine Kompromisse. Sie ist teuer und etwas zu klein, aber sie reicht. Sie riecht gut. Sie ist erst seit wenigen Stunden mein zu Hause. Liebevoll richte ich sie ein. Das heisst, so liebevoll, wie man etwas mit 300 Euro Soll im Dispo einrichten kann. Ich putze und räume auf und versuche den Staub des Umzuges in die Ritzen meines Gehirns zu pressen. Der ganze Stress, die Kopfschmerzen und die Plages der Wohnungssuche fällt schlagartig von mir ab.

Ich setze mich auf meine Fensterbank und starre den Ausblick an. Mein hässlicher Hinterhof, in dem sich neben der Papiertonne die zwei unter mir lebenden Suffis streiten. Ein dicker Tropfen Regen explodiert auf meinem Gesicht, dann fängt das Gewitter des Jahrhunderts an. Ich ziehe im Trockenen an meiner Zigarette. In diesem Augenblick erdröhnt aus meinen Lautsprechen „Easy/Lucky/Free“ von Bright Eyes und mich erschüttert eine exorbitante Gefühlslawine. Es ist ein Neuanfang, projiziert auf meine Wohnung, aber auch auf den nächsten Lebensabschnitt.

Ich bin viel mehr als nur ein leeres Blatt Papier, doch trotz allen Fremdeinflüssen sortiere ich wieder aus. Ich bin wieder ich, in meinem Raum, in meinem zu Hause – mein symbolisches erstes eigenes Leben. Ich bin alleine hier, und das alles ist nur einem einzigen Wort, und einer einzigen Grundvorraussetzung zu verdanken: Freiheit.

It’s a cool, new day.“¬ “ªThe sun radiates heat to the lowest level through the muddy car windows.“¬ “ªI hold my hand out the window, let the wind with its rough tongue licking at my fingers.“¬ “ªGoosebumps all round.“¬ “ªI turn on the music.“¬ “ªThe epic sounds of Arcade Fire “Keep The Car Running” unfold in a complex auditory flavor explosion their effectiveness.“¬ “ªI feel the movement of the car, the earth, the solar system.“¬ “ªClose your eyes and watch the movies of my fantasies. “¬

“ªEverything that I had shaped up to this point – my parents, my upbringing, my hometown, my friends, all the people I had met, every lie, every argument, every song, every movie – all added up to a person, namely me.“¬ “ªAnd this I wanted to leave everything now to find something new.“¬ “ªA new identity, poured from the ideals of my tangled world of idea.

“ªI was not then aware of the significance of this moment.“¬ “ªI knew I should be quiet now, had to take the silence, would look towards the empty street in the morning and also the empty, blank future on my personal horizon and fully absorbed in this incredible sense of drama had.“¬ “ªIt was a monumenatale, göttererschlagende romance. “¬

“ªAnd then I arrived and since this moment fades in the file “nostalgic anecdote.”“¬ “ªWho can endure so much youthful spirit in his life, when three years go by?“¬ “ªIf tax returns and adulthood, and job search and dramas of friends come first, a five-hour road trip to her new life to the victims of the tragedy of aging. “¬

“ªBut that’s OK, I said to myself often.“¬ “ªI will tell my children and grandchildren of what it once was to leave everything behind and with two boxes full of knick-knacks and unimportance break to find a new life, new love, a new destination and new people and places.“¬ “ªI had spent those few hours on the road so intense that I could live off the memories even unto death.“¬ “ªPerhaps I could also feed them my fetus, I would one day pregnant. “¬

“ªBut it is saved to the end, I said to myself often.“¬ “ªI came to Berlin, I lived, I went abroad and ended up – homeless, looking for work – back to where I once was started in the same position.“¬ “ªOnly without that kick start into a bizarre post-pubescent dream world, which ended in a rather “Garden State”-esque Quarter-Life Crisis. “¬

“ªNow I am moved again.“¬ “ªIn her own apartment.“¬ “ªFinally…“¬ “ªThe first apartment.“¬ “ªNo rent, no compromises.“¬ “ªIt is expensive and a bit too small, but it’s enough.“¬ “ªIt smells good.“¬ “ªShe’s only been a few hours to my home.“¬ “ªLovingly I create them.“¬ “ªThis means can, so loving, how to set something up with € 300 in disposable.“¬ “ªI clean and clean up the dust and try the move in the crevices of my brain to push.“¬ “ªAll that stress, the headaches and the finding housing falls abruptly away from me. “¬

“ªI sit on my window sill and stare at the view.“¬ “ªMy ugly back yard, which are fighting alongside the two ton of paper under my living Suffis.“¬ “ªA fat drop of rain exploded on my face, then the storm of the century begins.“¬ “ªI pull on my cigarette in the dry.“¬ “ªAt this moment, roared out of my speakers’ Easy / Lucky / Free “by Bright Eyes and shakes me an exorbitant feeling avalanche.“¬ “ªThere is a new beginning, projected on my apartment, but also on the next phase of life. “¬

“ªI am much more than just a blank sheet of paper, but in spite of all foreign influences do I sort out again.“¬ “ªI’m back I, in my room in my home – my first own symbolic life.“¬ “ªI am alone here, and this is just a single word, and thanks to a single basic condition. Freedom.

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