American Apparel - A Nude Girl And Her JeansDas nackte Mädchen und die Jeans

Entblößte Haut ist nicht erst seit gestern Bestandteil eines Outfits. Das weiß auch American Apparel. Und zwar längst. Das amerikanische Textilunternehmen versteht es, mit provokanten Werbekampagnen für Aufruhr zu sorgen.…
American Apparel

A Nude Girl And Her JeansDas nackte Mädchen und die Jeans

Entblößte Haut ist nicht erst seit gestern Bestandteil eines Outfits. Das weiß auch American Apparel. Und zwar längst. Das amerikanische Textilunternehmen versteht es, mit provokanten Werbekampagnen für Aufruhr zu sorgen. Ob sie eine Pornodarstellerin wie Sasha Gray posieren lassen oder gezeichnete Models zum Leben erwecken – Kreativität ist nicht das Problem. Nur finanziell steht der einst bei modeaffinen Hipstern und trendigen Städtern beliebte Konzern in letzter Zeit alles andere als gut da.

Um das zu ändern schickt das Label aus der Stadt der Engel nun eine neue Jeans-Kollektion auf den Markt. Und trotz der medienwirksamen Sex-Skandale um den Gründer Dov Charney, bleibt die Helvetica-Marke ihrem Image treu. Allegorisch inszeniert American Apparel gekonnt eine Anspielung und legt den Fokus nicht nur auf eine Hose, die sexy verdeckt. Sondern ganz woanders hin.

Mit fettigem Haar hat es sich das blonde Model Candice in einer gebleichten Röhrenjeans halbnackt auf dem Ledersofa bequem gemacht und räkelt sich auch gerne mal auf dem Kelim. Während andere Labels darauf bedacht sind, ihre Kollektionen stets mit anderen Kleidungsstücken aus dem eigenen Hause zu kombinieren, verzichtet man hier absichtlich auf genau diese Maßnahmen. Zu sehen gibt es nackte Haut. Und eine Hose. Also Sex sells. Typisch. Das soll zum Kaufen anregen und suggeriert gleichzeitig Treue. Zu sich selbst. Und dem Kunden.

Dabei stellt sich allerdings die Frage, wieso ein Label, das modebewussten Kunden sweatshop-freie Kleidung anbietet, nicht versucht, daraus zu profitieren. Die Preise sind im Durchschnitt zwar etwas höher als bei H&M oder Zara, doch im Gegensatz zu diesen Ketten, beschäftigt American Apparel seine Arbeiter unter humanen Bedingungen. Für $12 die Stunde lässt das Unternehmen in der Innenstadt von Los Angeles Kleidung nähen. Und erteilt seinen Angestellten sogar bezahlte Time-offs.

Welches Mode-Label engagiert sich dazu noch für die Rechte von Immigranten? Englisch als Fremdsprache wird unterrichtet und darüber hinaus gibt es Telefone, mit denen Angestellte kostenlose Ferngespräche führen können. Und dennoch macht American Apparel diese vorbildhafte Tatsache nicht zum Motiv und Thema seiner Kampagne.

Denn American Apparel ist mit dieser Firmenphilosophie eine Rarität in der Mode-Industrie, die es versteht, Verantwortung zu übernehmen. Die Sex-Skandale müssen vom Herstellungsprinzip – soweit möglich- getrennt werden. Während andere Modefirmen auf eine heuchlerische Art und Weise aus ihren Produkten und darin gezwängte Superstars eine AIDS-Kampagne nach der anderen zaubern und ihre Produkte parallel dazu für verwerfliche € 4,95 verkaufen, wirbt Dov Charneys Unternehmen hingegen weiterhin mit nackter Haut.

Womöglich fällt die Entscheidung zugunsten von Sex und gegen detaillierte Hintergründe zu den Arbeitsbedingungen immer wieder aufs Neue. Weil Firmen genau wissen, dass Modemenschen nur scheinheilig daran interessiert sind, unter welchen Umständen ihre Kleidung hergestellt wird und sich letzten Endes doch nur von heißen Models, großen Namen und nackter Haut in den Umsatz reißen lassen. Damit scheint bewiesen, dass wir bei American Apparel nicht einkaufen, um unmoralisches Handeln zu boykottieren und Fair-Trade zu unterstützen., sondern um weiterhin den gierigen Auswüchsen des Kapitalismus alle Ehre zu machen. Schade.

Bare skin is a part of every outfit. Also American Apparel knows that. For a long time. The American textile company knows how to make with provocative advertising campaigns for turmoil. Whether they are posing as a porn actress Sasha Gray can raise or models drawn to life – not creativity is the problem. Just as the once financially for hipsters and trendy fashion-conscious urbanites popular group lately as well as everything else.

To change the label sent from the City of Angels now have a new denim collection to the market. And despite the media-sex-scandals, the founder Dov Charney, Helvetica is the brand true to its image. Allegorically American Apparel skillfully staged a play and focuses not only on a pair of pants, the sexy covers. But even elsewhere.

With greasy hair, it has the blonde model Candice half naked in a bleached skinny jeans made on the leather sofa and comfortably lolling also like the kilim. While other labels are keen to combine their collections at all times with other garments from the same company, you dispense here purposely to exactly those measures. To be seen naked skin. And a pair of pants. So, sex sells. Typical. This is to encourage people to buy and simultaneously suggests loyalty. To himself And the customer.

It is not certain, however, why a label that fashion-conscious customers offering sweatshop-free clothing, not trying to profit from it. The prices are on average slightly higher than at H & M or Zara, but in contrast to these chains, American Apparel employed his workers under humane conditions. For $ 12 an hour, the company can be in downtown Los Angeles sew clothes. And even given his employees paid time-off.

Which fashion labels are committed to or for the rights of immigrants? English as a foreign language is taught and there are also phones, which can lead employees free long distance. Yet American Apparel makes these exemplary fact not to the subject and theme of his campaign. Unfortunately.

For American Apparel with this philosophy, is a rarity in the fashion industry that knows how to take responsibility. The sex scandals have on the manufacturing principle – be separated as far as possible. While other fashion houses conjure up a hypocritical way from their products and is forced superstars an AIDS campaign after another and sell their products in parallel for reprehensible € 4.95, Dov Charney’s company advertises on the other hand continue to bare skin.

Perhaps the decision is in favor of sex and against detailed backgrounds on the working conditions and over again. Because companies know that fashion people are interested only hypocritical, is manufactured under what circumstances their clothes and leave the last analysis, only models of hot, big names and bare skin tear in sales. This seems to prove that we buy from American Apparel is not to boycott unethical behavior and to support fair trade. But to continue the greedy excesses of capitalism to make all the glory. Too bad.

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15 Kommentare

  • Sebastian

    Die Kombination aus unaufgeregt cooler Kommunikation und sozialer Verantwortung hat American Apparel echt zu einer der sympathischsten Marken überhaupt gemacht.

  • Irina

    toller artikel

  • schnellie

    Heuchlerische Aids-Kampagne hin oder her – 25% gehen an die Aidsstiftung! Und größtenteils sind die Klamotten auch nicht so schlecht … und zu dem 4,95 Shirt von H&M, dazu sollte man sich vielleicht den Spiegel-Artikel durchlesen, auch hier sollte man differenzieren!

    Das Problem bei AA ist auch eher, dass sie sich der wachsenden Konkurrenz nicht im klaren waren, und auch die Trends ein wenig verpennt haben. Wo sind heute noch Highlights bei AA zu finden? Nirgends. Und die Kampagnen sehen genau so aus, für was AA heute steht – langweile und Oldschool-chic! …

    Die sollten sich langsam mal was neues einfallen lassen, weil diese Sex Sells-Geschichten ziehen im Jahr 2011 nun mal nicht mehr!

  • Christian Schnell

    Mit Kate Moss wäre schon wieder der Bringer gewesen, so ist es einfach nur ÖDE!

  • mia

    ..”doch im Gegensatz zu diesen Ketten, beschäf­tigt American Apparel seine Arbeiter unter humanen Bedingungen” – junge,junge,du hast wohl keine ahnung,dass das schon längst nicht mehr stimmt.. ich hab dort gearbeitet und bin so schnell wie möglich dort weg,weil sich einfach alles geändert hat.das saubere image ist schnee von gestern und die humane behandlung kann man sich auch abschminken! informier dich besser das nächste mal aus zuverlässogen quellen,und nimm nicht gleich das was auf der AA seite steht!

  • Max

    Erinnert mich dann aber doch stark an das cK Crave Motiv
    http://www.flickr.com/photos/luvsexy/3639131308/

  • Eléna

    Also das Saubermann-Image von AmApp ist mir neu, was ja nur unterstreicht, dass die ganze Charity tatsächlich ab vom Schuss stattfindet. Ich bin trotzdem AmApp-Fan – gerade wegen der Porno-Propaganda. Die gefällt mir halt, spricht etwas in mir an.

    Ich finde das Label allerdings mehr als nur “etwas” teurer als H&M – die Preise sind (zumindest für das durchschnittliche Studentenbudget) schon ganz schön happig. Ich habe mir vor ein, zwei Monaten mal ein 100pro-Polyester-Kleid für 60 Öcken da gegönnt. Und das reicht dann auch erst mal wieder. Für einen Basic-Wear Laden sind sie einfach zu teuer. Klar, sie erhalten sich damit ihr Prestige im höheren Fashion-Segment. Nur reicht das scheinbar nicht.

  • eva

    mein gott, schaffst du es, mal einen artikel zu schreiben, ohne dem leser direkte vorwürfe zu machen? und dann noch dieses unglaublich dämliche ende: “schade.”
    aber mal abgesehen vom inhalt: deine texte wirken – auf mich / subjektiv / meiner persönlichen meinung nach – immer so bemüht kosntruiert. als müsstest du regelrecht schuften, um sätze zusammenzubauen. und diese, wiederum, zeugen dann noch von schlechter recherche und gutgläubigkeit gegenüber eines doch recht ominösen unternehmens (dem ihr freilich eine menge werbegeld zu verdanken habt.) schade.

  • Friedrich

    Bitte, bitte, bitte lesen und Artikel nochmal überdenken. http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/503792

  • Möckern

    Hm, bei uns macht Trigema genau diese auf den Produktionsstandort fokussierte Werbung – aber so ein Mädel kommt irgendwie besser…

  • woolrich roma

    Ogni cuore canta una canzone, incomplete, finch茅 un altro sussurri del cuore di nuovo. Coloro che desiderano cantare sempre trovare una canzone. Al tocco di un amante, tutti diventano un poeta. Platone
    woolrich roma http://www.pakalo.eu/it/woolrich-roma.html

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    E poi c’猫 quel terzo motivo, quello che bisogna stare attenti a seconda del tipo di genitore che avete. A volte abbiamo tagliato fuori l’argomento perch茅 possiamo sentire escalation nella zona rossa. No, non sto parlando di incollaggio di frammenti di vetro per le mie mani e pugni i miei bambini come Jean Claude Van Damme in Kickboxer. Sto dicendo che per ogni genitore, c’猫 un livello di rabbia che 猫 pericoloso dirai qualcosa, o fare qualcosa, o mostrare qualcosa che non va bene per nessuno coinvolto. Quando il bambino arriva a essere una certa etè„¿, si pu貌 lavorare il contrario, troppo si pu貌 vedere che l’argomento sta avvolgendo il bambino fino a un livello in cui non sono in controllo di pi霉. Lei aveva nove anni.
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