Zwischenbilanz - A Good MonthEin guter Monat

Es ist irgendwann um kurz nach vier. Nachts. Ich bin die einzige atmende und lebendige Person in diesem verworrenen Bürokomplex. Abgesehen von dem schwarzen Schatten, der ab und an über…
Zwischenbilanz

A Good MonthEin guter Monat

Es ist irgendwann um kurz nach vier. Nachts. Ich bin die einzige atmende und lebendige Person in diesem verworrenen Bürokomplex. Abgesehen von dem schwarzen Schatten, der ab und an über die kahlen Wände wandert und mich an meinem Verstand zweifeln lässt. Um mich herum liegen leere Red-Bull-Dosen. Fast-Food-Reste. Und Zeitschriften. Doch mein Blick ist auf den Monitor gerichtet. Schließlich habe ich noch zu tun – heute fahre ich nicht mehr nach Hause.

Vor gut über einem Monat sind wir mit AMY&PINK ins Betahaus gezogen und haben unser einstiges Hobby damit endgültig zum Beruf gemacht. Mit festen Arbeitszeiten und Meetings und Brainstormings. Oder wie es bei uns eher der Fall ist: Mit Restdrogen im Blut nachmittags lautstark durch die Tür stolpern und Kaffeeschlachten im Hof und langwieriges Anstarren, bis Büropflanze Billy zum Wurfgeschoss mutiert. Aber ob ihr’s glaubt oder nicht: Diese paar Wochen bedeuten für Wenke, mich und das restliche Team so unglaublich viel, dass ich mit der mentalen Verarbeitung eben dieser kaum mehr hinterher komme.

Nur wenige unserer neuen Leser wissen überhaupt noch, wer eigentlich hinter diesem Magazin steckt. Unsere Gesichter, Erlebnisse, Vergangenheiten. Was manchmal schade, meist aber irgendwie verständlich ist. Weil es nur noch selten um unsere persönlichen Intimitäten geht. Wer uns doch noch kennt, der weiß, dass wir quasi das Chaos in Person sind. Und die Aufmerksamkeitsspanne einer verarschten Eintagsfliege besitzen. Weswegen jede Form von Professionalität unsererseits fast schon an ein Wunder grenzt.

Doch wir machen unseren Job überraschend gut. Führen Kalender und Tabellen, verknüpfen uns mit mehr oder weniger wichtigen Menschen und schreiben uns munter durch die bunte Themenwelt. Mit Rubriken. Und Mischgarantie. Und Ideen, die wir von den Nachbartischen in der Mittagspause stehlen. Beim Asiaten. Oder Sudanesen.

Natürlich läuft nicht immer alles nach Plan. Dann betrinken wir uns halt mal die ganze Nacht mit Wein und Bier, futtern uns durch vegane Delikatesswelten und schauen schlechte australische Filme über zu pralle Frauen. An einem Mittwoch. Nur um am nächsten Nachmittag mit fetter Birne zu dritt in einem riesigen Bett im Wrangelkiez aufzuwachen und anschließend wegen einer vergessenen Fliegerbombe evakuiert zu werden. An Arbeit ist da natürlich nicht mehr zu denken. Eher an Kaffee. Und Sonne. Und Kopfschmerztabletten. Aber es wird.

Es ist schließlich immer ein Risiko, seine Leidenschaft zu missbrauchen, um damit die Miete bezahlen zu können. Im finanziellen wie auch seelischen Sinn. Denn wir glauben auch nur, dass wir das hinbekommen, weil wir lieben was wir tun. Und uns kennen. Freunde sind. Mit Streit und Vertrauen und ganz viel dummem Gelaber.

Und eines haben wir in dem Monat gelernt: Wie schnell alles gehen kann. Dass unsere Idee nie still steht und wir ständig etwas dazu lernen. Wenn wir nicht gerade damit beschäftigt sind, uns gegenseitig mit Kaugummi zu bewerfen. Oder Popel. Es ist wie ein riesiges Rollenspiel, nur im echten Leben. Mit Chancen und Fallen, Entscheidungen und Weisheiten.

Deswegen befinden auch wir uns im steten Wandel. Probieren Neues aus, lassen Altes wieder aufleben. Sind mal hier, mal dort und werden nächsten Monat voraussichtlich auch eine neue Bleibe finden. In einer etwas durchgeknallten Künstlerkommune. Nur ein paar Ecken weiter. Denn Kreuzberg: Das muss schon sein.

Wir bedanken uns also für die ersten Wochen in der harten Welt des Alles-auf-eine-Karte-Setzens. Bei allen, die auch nur irgendwie an uns glauben und mit uns schmierige Geschäfte betreiben. Freuen uns immer auf eure Kritik und euer Lob und eure mal kleinen und mal großen Geschichten. Und sind weiterhin gespannt auf die Dinge, die da noch kommen mögen. Denn eines ist so sicher wie die miese Qualität des Shits im Görli nebenan: Die Weltherrschaft war noch nie so zum Greifen nah wie heute.

It’s shortly after four in the morning. Night. I am the only living and breathing person in this confused office complex. Apart from the black shadow that wanders off and on over the bare walls and makes me doubt my sanity. All around me are empty Red Bull cans. Fast-food leftovers. And magazines. But my gaze is fixed on the monitor. Finally, I am busy – now I no longer go home.

Well over a month ago we moved with the AMY&PINK into Betahaus and have our former hobby finally turned into a profession. Including fixed working hours and meetings and brainstorming sessions. Or, as is the case with us more: With the rest stumble drug in the blood afternoon loudly through the door and coffee lengthy battles in court and staring until Office Plant Billy mutates into a missile. But whether you believe it or not, these few weeks mean Wenke, me and the rest of the team much so incredible that I just with the mental processing of these hardly get behind.

Only a few of our new readers know at all who is behind this magazine. Our faces, experiences, pasts. What a shame sometimes, but usually is somewhat understandable. Because it rarely comes to our personal intimacy. Who still knows us, knows that we are virtually the chaos in person. And have the attention span of a fooled mayfly. That is why any form of professionalism on our part almost borders on a miracle.

But we do our job surprisingly well. Former calendars and tables, join with more or less important people and send us merrily through the colorful world issues. With headings. And mixing guarantee. And ideas that we steal from the neighbor table in the lunch break. At the Asian. Or Sudanese.

Of course not everything goes according to plan. Then we get drunk sometimes all night with wine and beer, we feed through vegan deli-spaces and look bad Australian films about fat women. On a Wednesday. Just for waking up third in a huge bed in Wrangelkiez the next afternoon with fatter bulb and then get evacuated for a bomb to be forgotten. At work there is of course not the question. More coffee. And Sun. And headache. But it will.

Finally, it is always a risk of abusing his passion to use it to pay the rent. In both financial and emotional sense. Because we also believe is that we get this done, because we love what we do. And know each other. Friends. Armed with confidence and a lot of stupid drivel.

And one thing we have learned in the month: How fast everything can go. That our idea does not stand still and we always learn something about it. If we are not busy, we throw each other with chewing gum. Or Popel. It’s like a giant role-playing, only in real life. With opportunities and pitfalls, decisions and wisdom.

Therefore, we are also constantly changing. Try new things and bring old stuff back to life. Are now here, now there and are next month likely to find a new home. In a somewhat crazy artist community. Only a few blocks away. For Kreuzberg: This one is hoping for.

Thank you so for the first few weeks in the harsh world of the all-in-a-card-translation. For those that also believe in us and just kind of sleazy businesses operate with us. Always look forward to your criticism and your praise and your little time and even bigger stories. And are still excited about the things that may come there. One thing is as certain as the bad quality of Shits in Görli next door: World domination has never been close enough to touch as it is today.

Strellson

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