Unser Lifestyle - Risk And Fear DropRisiko und Angstverlust

Von nichts kommt nichts, das haben wir ganz früh gelernt. Im Endeffekt ging es mir als Kind immer gut, aber meine Eltern konnten mir als Jugendliche keinen finanziellen Rückhalt geben…
Unser Lifestyle

Risk And Fear DropRisiko und Angstverlust

Von nichts kommt nichts, das haben wir ganz früh gelernt. Im Endeffekt ging es mir als Kind immer gut, aber meine Eltern konnten mir als Jugendliche keinen finanziellen Rückhalt geben – weder mir noch meinen Brüdern. So kommt eins zum anderen, und plötzlich ist es selbstverständlich, dass man für sein Taschengeld arbeiten muss. Auch neben der Schule.

Es ist ganz klar, dass man sich irgendwie durchhustlen muss, ohne sich zu beschweren. Bei wem auch? Die Eltern hätten gerne mehr gemacht, als sie konnten, und Gott hat schon viel schwerere Schicksal auf Menschen herabregnen lassen. Wieso also mosern? Dann sich lieber die Beine in der Videothek taub stehen und versuchen, dabei Mathe zu lernen. Kurz vor dem Abi noch mal richtig viel Nachhilfe geben, damit man selber Nachhilfe nehmen kann.

Natürlich war es nicht leicht, aber es war nunmal so, und es war okay. Ich bin nie zu kurz gekommen, habe geholfen, wo ich konnte. Habe gute Noten geschrieben, weil ich Glück hatte. Und mir dann gesagt: trotzdem will ich meinen Kindern zumindest etwas bieten können, wenn sie nicht so viel Glück haben wie ich. Und da fängt die Spirale in das unweigerlich brutale System des Lebens schon an.

Gehe ich direkt studieren, arbeite nebenbei hart, um mich über Wasser zu halten. Danach weiter ins Praktikum, dann einsteigen mit Hungerlohn, vielleicht nebenbei eine Familie gründen, Hauptsache das Spiel gewinnen und nicht daran verzweifeln. Aber Verzweiflung war es, und die Sicherheit habe ich mit einem Studium oder einer Ausbildung nicht gespürt.

Also habe ich geschmissen und auf Risiko gesetzt, während mich alle dumm angeglotzt haben und fragten, ob ich noch ganz dicht sei. Meine Eltern dachten, ich würde nun auf ewig Hartz 4 beziehen. Aber das Risiko war okay. Man springt durch, man rastet aus, man geht arbeiten und plötzlich verdient man mehr, als alle Menschen um einen herum zusammen. Das Risiko hat sich ausgezahlt, bis es erschöpfend wurde: Ich will wieder zurück drehen. Aber erst mal Lorbeeren.

So war es dann, dass ich sechs Monate verreiste. Aber das Verrückteste war nicht, dass ich mich entgegen meiner Schulfreunde für einen anderen Weg entschieden hatte. Das Verrückteste war mit Abstand der Freundeskreis, der sich um diesen Lebensstil entwickelt hat. Diesen Monat alleine reisen meine engsten Freunde nach NYC, Warschau, London, Nigeria, Russland, China, Indonesien, Brasilien, cruisen durch die Ostsee auf einem Segeltörn und dann werden wir meistens auch noch dafür bezahlt.

Es ist zur Natürlichkeit geworden: Vernetzung, Internet, und dann kam all das, weil wir uns irgendwann entschieden haben, uns der Welt mitzuteilen und einen Blog zu starten. So haben wir uns gefunden, in die richtigen Richtungen gepusht, Jobs angenommen, von denen andere nur träumen.

Es ist kein Geheimnis, wir sind nicht die Créme de la Créme. Alles, was wir gemacht haben, war sagen: „Nein Mama, ich gehe nicht studieren, noch nicht. Aber ich weiß, dass es hier noch andere Möglichkeiten gibt, hier in Berlin begraben, neben meinen Freunden schlafend, da wird es sich finden.“ Und es ist wahr geworden, so wahr, dass es uns beschämt, außerhalb dieses Kreises zu erzählen, was wir den ganzen Tag eigentlich machen. Moment, wie alt bist du? 22? Und du machst das, was du liebst, und verdienst damit auch noch Geld, und darfst dabei die Welt sehen? Ich verstehe das alles nicht mehr.

Vielleicht hält diese Strähne, wo Dinge und glückliche Zufälle aufeinander prasseln, nicht für immer an. Aber das Schöne, das Zuversichtliche daran ist, dass wir uns jung entschieden haben, gegen den Strom zu schwimmen. Wenn wir verlieren, können wir uns immer noch hinten eingliedern und nicht die Letzten sein. Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass wir in einem Staat leben, der Rückhalt geben (kann), wenn man es richtig macht. Und dass es manchmal einfach länger dauert, bis sich die Puzzleteile korrekt anordnen und man diese Angst verlieren kann.

Nothing comes from nothing we have learned quite early. In the end I felt as a child well, but could my parents give me any financial support as young people – neither I nor my brothers. One thing leads to another, and suddenly it goes without saying that you have to work for his pocket money. Also next to the school.

It is quite clear that one must somehow durchhustlen without complaining. and Where? The parents would like more done than they could, and God has much heavier rain down on human destiny. So why Mosern? Then prefer the legs are numb from the video store and trying to learn this math. Just before the Abi give again a whole lot of tuition, so you can take yourself tutoring.

Of course it was not easy, but it was nunmal so, and it was okay. I’ve never been too short, I helped where I could. Have good grades written because I was lucky. And then I said, I still want my children at least can offer something if they are not as lucky as me. And as the spiral begins in the inevitably brutal system of life to have.

I’m going to study directly, the way work hard to keep myself above water. Will proceed to the internship, then step with pittance, perhaps starting a family by the way, winning the main game and not despair. But it was desperation, and the security I have not felt with a study or training.

So I’ve thrown and at the risk set, while all stared at me stupidly and asked if I was still quite tight. My parents thought I was going to belong to eternal Hartz 4th But the risk was okay. Man by jumping from one engaged to work to go and suddenly you earn more than all the people around you together. The risk paid off, until it was exhaustive, I will turn back again. But first laurels.

It was then that I went on a journey of six months. But the weirdest was not that I had decided, contrary to my school friends for a different way. This was by far the craziest friends that has developed around this lifestyle. This month alone, my closest friends traveling to NYC, Warsaw, London, Nigeria, Russia, China, Indonesia, Brazil, cruise through the Baltic Sea on a sailing trip and then we are usually getting paid for it.

It has become natural: Networking, Internet, and then came all this because we eventually decided to give us the world and to start a blog. So we found us, pushed in the right direction, Jobs believed that others only dream of.

It’s no secret we are not the crème de la crème. All we did say was, “No Mom, I’m not studying, not yet. But I know that there are other possibilities, buried in Berlin, sleeping next to my friends as it will be found. ” And it has come true, so true that we are ashamed to tell outside of this circle, what we do all day really. Moment, how old are you? 22 And you do what you love and earn money from it yet, and you must see it the world? I understand that things are not.

Maybe stick to this streak, where things and happy coincidences bombarded each other, not forever. But the beautiful, the Confident of it is that we have chosen young to swim against the current. If we lose, we can always integrate the back and still not be the last. It took a long time before I understood that we live in a State, type of support (can) if you do it right. And that it sometimes takes just longer to arrange the pieces correctly and you can lose that fear.

Superdry

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10 Kommentare

  • Ich bin 25 ! Habe mich auch gegen das studieren entschieden ! Und mir geht’s gut :)

  • Tornado

    ich bin da mehr deutsch – ich meide das risiko, spiele lotto und neide den reichtum anderer.

    • sara

      Hehehe.. So geht das natürlich auch. Und glaube mir, ich kenne das Gefühl des Deutsch-Seins sehr gut. Aber egal, wie man sich entscheidet zu Leben: man wird immer auf Straßensperren stoßen, die man dann umgehen muss. Thats the rule.

  • Isabelle Pohl

    dieser beitrag kriegt ein: WÖRT.

  • Monsieur Croche

    Als Schweizer ergreift einem schon ein wenig den Neid ab solchen Geschichten :) Bei uns steckt dieses ganze Internet-Dings irgendwie immer noch in den Kindesschuhen und vom Blogschreiben leben zu können bleibt ein ferner Traum!

  • Stefan

    Nach dem Abi dachte ich ebenso. Hatte aber nicht die Mittel dazu gegen den Strom zu schwimmen. Irgendwann kommt die Weltreise und dann bleibe ich dort stecken, wo es mir gefällt.
    Wirklich schöner Beitrag!

  • Jenny

    wundervoll! nur was genau ist jetzt dein job? :)

  • Hm, ich habe das Studium geschmissen, aber im Moment nagt es an meinem Selbstbewusstsein, dass dem so ist. Studentenviertel bedrücken mich, weil ich mich dort wohlfühle und es wohl nie meine Welt sein wird (Der Ort in dem ich studierte und noch lebe ist auch keine typische Studentenstadt). Aber das Leben geht weiter.
    Wobei ich dazu sagen muss, ich habe nicht mal Abi.

  • ben bemillia

    Servus,
    sauguter Text, ich hab nächsten Freitag meine erste Prüfung und nächsten Monat hab ich dann hoffentlich mein Abi in der Tasche.
    So dieses nullachtfünfzehn Leben zu genießen kann ich mir einfach ums verrecken auch nicht einbilden.
    Irgendwo hab ich gerade Hoffnung gekriegt, dass das wohl auch nicht zwingend ist.

  • Eléna

    So etwas will ich auch. Etwas finden, mit dem man in eine andere Richtung schwimmt und glücklich ist und natürlich auch Kohle damit macht.

    Bis dahin studiere ich allerdings weiter. Das hat aber nich nur mit dem Gefühl zu tun, dass es “falsch” wäre, abzubrechen. Das muss jeder selbst entscheiden. Doch, ich arbeite nebenbei in einer Online-Redaktion. Die Arbeit dort ist nicht schlecht. Dennoch macht sie mir Tag für Tag klar: I love Uni.

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