Nachtgedanken - The End Of The WorldDas Ende der Welt

Eigentlich hattest du dich ja schon längst damit abgefunden, dass du seit Monaten weder richtig lachen noch weinen konntest. Zu einem gefühlsleeren Phantom in dieser ewig selben Berliner Welt verkamst,…
Nachtgedanken

The End Of The WorldDas Ende der Welt

Eigentlich hattest du dich ja schon längst damit abgefunden, dass du seit Monaten weder richtig lachen noch weinen konntest. Zu einem gefühlsleeren Phantom in dieser ewig selben Berliner Welt verkamst, das von Party zu Party, von Mensch zu Mensch geisterte und dennoch nicht mehr richtig teilnahm. Am Leben. Alles war zu einem immer gleichen alltäglichen Brei verkommen. Egal wie angestrengt du auch suchtest.

Und dann sitzt du da und in einem einzigen Augenblick ändert sich alles. Du siehst es nicht. Keine Explosion, kein Schrei, kein Ende. Nichts. Nur du und dein Kopf und irgendein Schalter, der sich darin umlegte. Plötzlich. Und der dich dazu zwingt heraus zu stürmen aus der verkommenen Normalität.

Dann taumelst du mit Tränen in den Augen durch die Stadt. Nicht wegen der Liebe. Oder dem Tod. Oder Verlust. Oder verletztem Stolz. Sondern einfach, weil von einer auf die andere Sekunde irgendwas in dir brannte, was du längst unter “Verloren” abgelegt hattest. Und du nicht mehr klarkommst, nicht ver­stehst, du mit aller Gewalt an dem festhalten wolltest, was dich kaputt machte. Und das nun nicht mehr da war.

Betrunken und verwirrt rufst du deine Freunde an, verlangst nach einer Ordnung, einer Devise, irgendeiner Art von Vernunft. Aber die kann dir natürlich niemand geben. Weil keiner das Problem erkennt, weder du noch sie noch irgendwer. Was ist eigentlich dein Problem? Also schreibst du um 5 Uhr morgens irgendwelche pseudodepressiven Texte, die du am nächsten Tag mitsamt dem Rechner, auf dem sie erstellt wurden, in einen nahegelegenen Container werfen und in Ekstase zerfetzen möchtest.

Keine Playlist der Welt kann dich zu dieser vergessenen Zeit beruhigen und so bleibt dir nichts anderes mehr übrig als abzuwarten. Ob du dir das womöglich nicht alles nur einbildest. Auf Drama machst. Zu viel Bier. Oder zu viel Mensch. Oder zu viel Dunkelheit, die dich fragend anblickt und schulterzuckend auf den nächsten Sonnenaufgang verweist. Der wird schließlich schon wissen, was zu tun ist.

Wie ein trauriger Irrer verweilst du nun in deinem Bett, leicht vor und zurück wippend. Mit dieser Farblosigkeit im Blick. Wartend auf die Dinge, die da kommen mögen. Ein Satz, eine Information, die dich in einen wütenden Feuerball verwandelt. Damit du wenigstens noch mitmachen kannst. An der Zerstörung deines kleinen Universums. Denn in einem einzigen Augenblick ändert sich alles.

Actually, you resigned to the fact that you couldn’t laugh or cry for months. Degenerated into an empty phantom without feelings in this always same Berlin world, haunting from party to party, from man to man and yet not properly attended. At life. Everything was turned into an everyday same old pap. No matter how hard you looked for it.

And then you sit there and suddenly everything changes. You can’t see it. No explosion, no cry, no end. Nothing. Only you and your head and some switch that flips in it. Suddenly. Which forces you to escape out of this normality.

Then you stagger with tears in your eyes through the city. Not because of love. Nor death. Nor loss. Nor wounded pride. But simply because of one other on the second something was burning inside you, what you had already filed under “Lost”. And you can’t get it, can’t understand, you wanted to hold on what destroys you with might and main. And which is now no longer there.

Drunk and confused, you call your friends asking for an order of a currency, any kind of reason. But of course no one can give you that. Because no one recognizes the problem, neither you nor them nor anyone. What exactly is your problem? So you write some pseudo-depressive texts at 5am in the morning which you want to burn on the next day inclusive the computer on which you wrote them.

No playlist in the world can calm you down at this forgotten time and so you have no choice but to wait. Perhaps everything’s just your imagination. Some head drama. Too much beer. Or too much people. Or too much darkness that looks at you quizzically and shrug to the next sunrise. It will finally know what to do.

As a sad lunatic you remain in your bed now, rocking back and forward. With this lack of color in your eyes. Waiting for the things that may come there. A sentence, an information that turns you into a raging fireball. So at least you can still join. The destruction of your little universe. Because suddenly everything changes.

ONLY

Abonniert unseren Newsletter!

Drückt hier, um weitere aktuelle Neuigkeiten über das Leben zu lesen und drückt hier, um eigene Artikel und Fotos einzureichen. Oder folgt uns auf Facebook, Twitter, Instagram, Tumblr und Pinterest, um auf dem Laufenden zu bleiben.

NA-KD

Was ist deine Meinung?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Füge deinem Kommentar ein Bild hinzu:

9 Kommentare

Puma