Eine Hommage - I Love My NeighborsIch liebe meine Nachbarn

Der Wedding in Berlin ist ein pulsierender Kulturenkessel voller Spaß, guter Laune und interessanter Menschen. Es riecht ständig nach einer Mischung aus Hundescheiße und Döner, die Penner sind netter als…
Eine Hommage

I Love My NeighborsIch liebe meine Nachbarn

Der Wedding in Berlin ist ein pulsierender Kulturenkessel voller Spaß, guter Laune und interessanter Menschen. Es riecht ständig nach einer Mischung aus Hundescheiße und Döner, die Penner sind netter als anderswo und Handyläden und Wettbüros geben sich die Klinke in die Hand. Ich wohne mittendrin. Im 2. Stock eines Mehrfamilien-Pseudo-Altbauhaus nahe des Ghettozentrums.

Und wer dachte, dass mir nach dem Wegzug von Sara und Paul aus diesem urbanen Paradies langweilig werden würde, der irrt. Denn dank illustrer Hausgenossen, denen mein Wohlbefinden und Seelenfrieden mehr als am Herzen liegt, habe ich immer eine tolle Zeit. Die Herausragendsten von ihnen möchte ich euch heute einmal vorstellen. Eine Hommage an meine liebevollen Nachbarn.

Über mir: Hulk & Hulkia

In den späten 80ern wurde das Bauarbeiter-Pärchen Ulrike und Ferdinand Kastrowski Opfer eines schrecklichen Gamma-Bomben-Unfalls irgendwo auf der A3 zwischen Oberhausen und Aschaffenburg. Seitdem fristen sie ihr liebloses Dasein in der Wohnung über mir als riesige grüne Monster.

Durch zu viele “Twilight”-Poster an der Wand fühlen sie sich nicht im Stande, vor Sonnenuntergang aufzuwachen und beginnen meist um kurz nach Mitternacht damit, Möbel, Ambosse und Flugzeugwracks auf das billige Laminat zu werfen, während sie in Eisenschuhen und mit stählernen Ritterrüstungen den Tanz ihrer tschechischen Urahnen so lange aufführen, bis die Sonne ihre ersten Strahlen gen Mitteleuropa schießt und ich dank Schlaftabletten und einer Familienpackung Oropax endlich eingeschlafen bin.

Neben mir: Familie Prtzuioplsxvbmd

Kurz nach seiner Frühschicht im Tierverbrennungszentrum Weißensee kommt der gebürtige Ausländer Herr Prtzuioplsxvbmd nach Hause, um seine Familie und die Katze in Grund und Boden zu brüllen und sie anschließend einzeln im heimischen Wohnzimmer lautstark zu verprügeln.

Seine durchschnittliche Schreizeit (ohne einmal Luft zu holen) beträgt um die 4 1/2 Stunden und in der Millisekunde, in dem ihm keine menschenunwürdige Ausdrücke mehr einfallen, nutzt Frau Prtzuioplsxvbmd die Chance, um ihrem Liebsten mit Bratpfanne und Kreischorgan die Leviten zu lesen, während Tochter, Sohnemann und Haustier über ihn herfallen. Meist endet das Massaker eine halbe Stunde bevor Hulk und Hulkia aufwachen und wiederholt sich so lange, bis Herr Prtzuioplsxvbmd irgendwann einmal gefeuert wird oder es keine Tiere mehr zu verbrennen gibt.

Unter mir: Die Diddl-Nazis

Chantal ist eigentlich ‘ne ganz Liebe. Ziemlich fett und klein und hässlich, aber sie mag Diddl-Mäuse und schaut den ganzen Tag RTL-Real-Life-Soaps, weil sie die Schule im Alter von 15 Jahren abgebrochen hat und seitdem weder Arbeit noch Ausbildung findet. Oder finden will.

Die Dicke macht keinen Mucks, bis ihr Nazistecher Rolf und seine Nazikumpels mitsamt 94000-Watt-Anlage nach Hause kommen und die rosane Bude von Montag bis Sonntag in einen Underground-Ballermann-Party-Dom verwandeln, in dem abwechselnd rassistischer Rockshit oder die “20 Zentimeter”-Technoversion läuft. Aber immer mit so einem krassen Bass, dass ich mich jedes Mal am Fensterrahmen festhalten muss, um nicht aus dem 2. Stock katapultiert zu werden. Ab und zu brüllt bei Chantal ein Baby.

In meinem Kopf: Schwedische Hipster-Mode-Models

Elin und Hanna sind zwei junge, schwedische, blonde Zwillingsschwestern, die irgendwo in meinem Kopf leben und ihr Geld mit Modeln und noch einmal Modeln verdienen. Wenn ihnen langweilig ist, rufen sie mich zu ihnen, backen Cookies und bespritzen sich dabei lachend mit Milch, bevor wir nackt Kissenschlachten führen und dabei Abba hören.

Wenn wir fertig sind, werfen sie ihre telepathischen Fähigkeiten an, lassen so die Köpfe der Kastrowskis, Prtzuioplsxvbmds und Diddl-Nazis explodieren und bringen die Hausverwaltung dank ihrer körperlichen Voraussetzungen dazu, die nun leerstehenden Wohnungen mit putzigen (und willigen) Modemädels zu füllen, die mich zu ihrem König auf Lebenszeit ernennen.

The neighborhood in Berlin called Wedding is a vibrant cultural melting pot full of fun, good humor and interesting people. It smells constantly of a blend of dog shit and kebabs, hobos are nicer than anywhere else and everywhere you can find mobile phone shops and bookmakers. I live in the middle. On the 2nd Floor of a multi-family pseudo-old house near the Ghetto center.

And who thought it’s getting boring for me here after the departure of Sara and Paul from this urban paradise is so damn wrong. Because thanks to my illustrious neighbors, who all care about my well-being and peace of mind, I’ve got a great time. Always. I want you to introduce you to the most outstanding of them. A tribute to my beloved neighbors.

Above me: Hulk & Hulkia

In the late 80s, the construction worker couple Ulrike and Ferdinand Kastrowski were victims in a terrible gamma-bomb accident somewhere on the A3 between Oberhausen and Aschaffenburg. Since then, they spend their loveless existence in the apartment above me as giant green monsters.

Because of too many “Twilight” poster on the wall they don’t feel to be able to wake up before sunset and usually start to throw furniture, anvils and aircraft wrecks on the cheap laminate shorty after midnight, while they dance in iron shoes and steel suits of armor to the music of their Czech ancestors until the sun shot its first beams to Central Europe and I am able to fall asleep thanks to sleep pills and a family box of Oropax.

Next to me: Family Prtzuioplsxvbmd

Shortly after his morning shift in the animal burn center Weißensee is over, foreign-born Mr. Prtzuioplsxvbmd comes home to beat his whole family in the living room and shout at them without any break.

His average shouting time (without even taking a breath) is around 4 1/2 hours and in the millisecond in which his brain can’t deliver any more swear words, Mrs. Prtzuioplsxvbmd takes the chance to get her loved one with frying pan and screaming organ to the bottom, while daughter, son and pet kick him in his fat ass. Usually the massacre ends half an hour before Hulk and Hulkia wake up and repeats itself until Mr. Prtzuioplsxvbmd will be fired or there are no animals to burn anymore.

Under me: The Diddl Nazis

Chantal’s actually a lovely one. Pretty fat, small and ugly, but she likes Diddl mice and watches RTL Real-life soap operas all day long, because she has been dropped out of school at the age of 15 years and since then neither found a work nor education. Or didn’t want to find.

Fatty doesn’t make a sound until her Nazi fucker Rolf and his Nazi pals come home with their 94.000-watt system and turn the light pink flat into an underground Ballermann-Party Dome from Monday to Sunday, where a constant mix of racist rock shit or “20 centimeter”-techno version is played. But always with such a strong bass, that I have to hold myself at the window frame, in order not to be propelled out of the window. Every now and then a baby screams at Chantal’s..

In my head: Swedish hipster fashion models

Elin and Anna are two young, Swedish, blonde twin sisters who live somewhere in my head and earn money with modeling and once again modeling. If they are bored, they call me to them, bake cookies and sprinkle each other with milk while laughing, before we start a nude pillow fight and listen to Abba.

When we are done, they start their telepathic abilities to let the heads of the Kastrowskis, Prtzuioplsxvbmds and Diddl-Nazis explode and bring the house manager because of their physical conditions to fill the now empty apartments with cute (and willing) fashion girls who appoint me as their king for life.

NA-KD

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