Jonathan Ames - Bored To Death

Jonathan Ames, ein New Yorker Autor („The Alcoholic“, „I Love You More Than You Know“), Amateurboxer und jetzt auch Screenplay-Writer, hat sich selbst im Serienformat für HBO verfilmt. Oder vielleicht…
Jonathan Ames

Bored To Death

Jonathan Ames, ein New Yorker Autor („The Alcoholic“, „I Love You More Than You Know“), Amateurboxer und jetzt auch Screenplay-Writer, hat sich selbst im Serienformat für HBO verfilmt. Oder vielleicht nicht sich selbst, sondern eine krude Selbstdarstellung des (halbgescheiterten) Künstlerdaseins. Diese Serie nennt sich „Bored To Death“, und nie hat ein Name besser für eine Serie gepasst.

Mit HBO geht schon lange ein gewisser Trend in Richtung Subtilität und abgeschwollenem Humor. Die Hintergrundlacher aus den Comedy-Neunzigern sind schon lange heraus, und auch die keuchenden Lach­anfälle, die man bei Serien wie „Entourage“ oder „Weeds“ noch verspürt (die damals schon weniger aus den vorgetragenen Zeilen der Figuren als eher aus den Charakteristiken der Figuren selbst heraus entstanden sind), scheinen mit Serien wie „Hung“ und jetzt auch „Bored To Death“ völlig verschwunden zu sein.

Es wirkt bereits so, als müsste bewusster, geplanter Humor aus der Rechnung herausgenommen werden, um eine originelle Komik zu beweisen, die einen dann doch noch lachen lässt. Sozusagen die Elite der Absurdität, eine Satire auf den Humor… Oder es hat etwas damit zu tun, dass in der Serie ständig nur gekifft wird.

Jonathan Ames – der Protagonist in der Serie, gestrickt nach seinem Erfinder – ist ein jüdischer Schriftsteller in New York, der in der ersten Folge seine Freundin aufgrund seines sporadischen Alkoholismus verliert und sie verzweifelt anfleht, doch zu bleiben. Ohne sie ist er ein Tier, er hat kein Klopapier, kein Essen. Und damit fassen wir auch seine unkomplexe Persönlichkeit zusammen.

Er ist ein weinerlicher Pothead, der einem so unfassbar auf die Nerven gehen kann. Er ist naiv, er sieht aus wie ein Kind mit einer schlechten Frisur, er hat eine hohe, gehirnstrapazierende Stimme und benimmt sich femininer als eine Dragqueen. Er trinkt Weißwein und kifft mit seinem Boss, George, gespielt von dem großartigen Ted Danson, und seinem besten Freund Ray, gespielt von dem noch viel großartigeren Zach Galifianakis. Jede dieser Figuren ist, und mir fällt kein anderes Wort ein, einfach lächerlich überskizziert und man kommt nicht umher, sie für ihre Unfähigkeit (und dieses ständige Kiffen!) zu bemitleiden (und für das ständige Kiffen zu beneiden). Sie kriegen nichts auf die Reihe.

Aus Langweile und aufgrund einer Schreibblockade setzt Jonathan eine Anzeige als Privatdetektiv aus. Eine Sache, die man macht, wenn man nichts zu tun hat. In etwa so, wie ich mich selbst manchmal bei irgendwelchen Online Dating Services mit falschen Bildern anmelde, um zu schauen, was da so passiert. Das ist der Plot der Serie: Jonathan setzt eine Anzeige ins Internet und wird fortan ein nächtlicher (größtenteils hilfloser) Privatdetektiv.

Seine charakteristische Umwandlung im Verlauf der ersten Staffel, wenn er sich seinen Trenchcoat anzieht, hat etwas, das von Comics inspiriert wurde: er wird auf einmal selbstbewusster, seine Stimme verändert sich. Das ist aber mindestens genauso absurd wie der träge und schleppende Jonathan, der aus dem Off seine Geschichte begleitet, weil er keine heroischen Akte vollbringt und auch überhaupt nicht wie ein Held aus den üblichen Comics wird. Alleine die cineastische Darstellung und das fantastische Set ergeben einen Kontrast.

Oder anders ausgedrückt: Ich kann nicht in Worte fassen, wie langweilig „Bored To Death“ sein will. Die Episoden sind niemals lustig, die Dialoge ohne Inhalt, ja das ganze Projekt eher eine Satire auf alles, was es jemals in Serien zu sehen gab. Und es ist wundervoll, und ich liebe es, und ich kann nicht genug davon kriegen. Ein Tipp: Wer kiffen kann ist klar im Vorteil. Wer schon mal gekifft hat, oder das Klischee eines Kiffers vor Augen hat (es geht in der Serie keineswegs nur darum), der weiß, wieso diese Serie fantastisch ist. Weil sie keinen Sinn macht. Weil sich jede Folge so anfühlt, als säße man in einem Raum mit Men­schen, die einfach nur high sind und in ewige Diskussionen über Dinge verfallen, die keinen interessieren.

Und hey, haltet mich für einen Suchtkrüppel, aber das ins amerikanische Fernsehen zu bekommen und dabei auch noch im so großartigen Understatement, dass nenne ich eine Glanzleistung. Ich befürchte allerdings, dass „Bored To Death“ der seltsame, verpickelte Außenseiter in der Klasse bleibt, den nur wenige Mädchen attraktiv finden. Mich würde es wundern, wenn die Serie über die 3. Staffel hinaus kommt.

Ach, und nur, falls das hier nicht so klar rübergekommen ist: Ich liebe „Bored To Death“. Guckt sie euch an, die meisten werden es hassen. Aber für diejenigen, die auf diesen Stil klarkommen: Ihr werdet es ebenfalls lieben. Solltet ihr fragen: George ist der beste. Und wenn ich es mir hätte aussuchen können, wäre sein neurotischer Charakter der Protagonist der Serie geworden. Vielleicht könnte das gleichzeitig aber auch der Grund für meine schnelle Sucht geworden sein: Man freut sich, ihn zu sehen.. Und so lange kann man dann auch Jason Schwartzman ertragen.

Jonathan Ames, a New York author (“The Alcoholic,” “I Love You More Than You Know”), amateur boxer and now screenplay writer, has filmed himself in a tv show format for HBO. Or maybe not himself, but a crude representation of the self (half failed) artists existence. This series is called “Bored To Death“, and never has a name fit better for a tv show.

HBO’s following a trend towards subtlety and detumesced humor for a long time now. The background laughter from the comedy-nineties, have been deleted, and the panting of laughter that you still feel in shows like “Entourage” and “Weeds” (which were already less from elements of the rows of the figures as more of the characteristics of the figures) seem to be completely disappeared associated with series such as “Hung” and now “Bored To Death”. It seems that planned humor is completely removed in order to prove an original comic, which lets you laugh after all. As it were the elite of absurdity, a satire on humor… Or it has something to do with the series constant smoke of weed.

Jonathan Ames – the protagonist in the series, knitted after its inventor – is a Jewish writer in New York, who loses his girlfriend in the first episode because of his sporadic alcoholism, and begs her desperately to stay. Without her, he’s an animal, he has no toilet paper, no food. And so we summarize his unkomplexe personality. He is a whiny pothead, who bugs you the whole time. He’s naive, he looks like a child with a bad haircut, he has a quite high voice and behave more feminine than a drag queen. He drinks white wine and smokes pot with his boss, George, played by the great Ted Danson, and his best friend Ray, played by the much grander Zach Galifianakis. Each of these figures is, and I can think of no other word, ridiculous oversketched and you can just pity them for their inability (and this constant smoking of pot!) They can’t hack anything.

Out of boredom and because a writer’s block Jonathan becomes a private investigator. One thing you do when you have nothing to do. In about the way I join online dating services with fake pictures to see what happens there. This is the plot of the series: Jonathan sets a display on the internet and becomes a (mostly helpless) private investigator over night. His characteristic conversion during the first season, when he draws his trench coat, has something that was inspired by comics: He is confident once all at, his voice changed. But this is at least as absurd as the slow and sluggish Jonathan, who accompanied from off his story because he’s doing no heroic acts and doesn’t even act like a hero from the usual comics. Just the cinematic image and a fantastic set produce a contrast.

In other words, I can not put into words how boring “Bored To Death” wants to be. The episodes are never funny, the dialogues without content, so the whole project more like a satire of every tv show. And it is wonderful, and I love it, and I can’t get enough of it. A tip: If you smoke pot that’s a clear advantage. Those who smoke weed before, or has the stereotype of a pothead in his mind (the show is not only about it), knows why this show is fantastic. Because it makes no sense. Because each episode feels like it’s like sitting in a room with people who are just high and fall into eternal discussions about things that no one wants to listen to. And hey, I about myself as a narcotic cripple, but to get into American television with that and also in this great kind of understatement, I call that a brilliant performance. However, I fear that “Bored to Death” is the strange, pimply misfit in the class, who can’t get much girls. I would be surprised if the series gets over the 3rd season.

Oh, and only if you didn’t get it: I love “Bored To Death”. Watch it, most of you will hate it. But for those who clearly like that style: You will love it, too. If you should ask: George is the best. And if I could have to choose, his neurotic character would have become the protagonist of the series. Perhaps that could be the reason for my rapid addiction: You are happy to see him… And while you wait for him you also tolerate Jason Schwartzman.

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