Blumen, Pralinen und Doppeldildos - Valentinstag

Der Valentinstag ist die grausame Geißel der Menschheit. Ein perfekt ausbalancierter Höhepunkt einer zivilisierten Arschkriecherei, der glücklichen Pärchen das sauer verdiente Geld aus der Tasche zieht. Für bezaubernd gut duftende…
Blumen, Pralinen und Doppeldildos

Valentinstag

Der Valentinstag ist die grausame Geißel der Menschheit. Ein perfekt ausbalancierter Höhepunkt einer zivilisierten Arschkriecherei, der glücklichen Pärchen das sauer verdiente Geld aus der Tasche zieht. Für bezaubernd gut duftende Blumen. Und scheiß leckere Pralinen. Und grüne Doppeldildos. Der glücklichen Singles das sauer verdiente Geld aus der Tasche zieht. Weil sie vor lauter Frust und auf Wolke 7 schwebenden Temporärfickern nicht mehr klar denken können und sich gleich die doppelte Portion Vanilleeis mit Schokosplittern kaufen. Oder ein Haustier. Oder ‘ne Uzi.

Denn natürlich wünschen wir einsamen Alleinlebenden uns ebenfalls nichts mehr, als endlich wieder in einer intakten Beziehung zu stecken. Mit Vertrauen. Und Liebe. Und regelmäßigem Sex. Eine laufende Muschi, mit der das Leben plötzlich wieder einen Sinn macht. Weil man, egal wie viel Scheiße man auch baut, immer weiß: Ey, ich habe hier gerade ein halbes Volk plus Flora und Fauna ausgerottet, aber da drüben, da wartet meine Olle und die hat mich ganz doll lieb. Und das trotz Fettleber und Minipenis.

Gemeinsam durch den Park spazieren, kleine Hunde in den See kicken, die Sonne anbrüllen. Die potentiellen Schwiegereltern kennen lernen, ihnen mit Tomatenröte im Gesicht erklären, was man denn bitte beruflich macht (irgendwas im Internet) und ihnen aus Dankbarkeit über die peinlichsten fünfzehn Minuten eines ganzen Lebens gleich mal auf die Klobrille kacken.

Wir würden das Leben ignorieren und jahrelang nur im Bett verbringen. Natasha Khan und Amy Winehouse wären unsere stillen Zeugen, wie wir all die Schweinereien ausprobieren, die wir durch Expartner und Flash-Filme im Internet so gelernt haben. Die Nachbarn klopfen, die Klingel rotiert, das Kissen zerplatzt. Einwöchiges bei McDonald’s, ein­monatiges in Harrys Weinkeller, einjähriges über den Dächern Berlins.

Mit blutigen Lippen und durchnässten Hosen torkeln wir dann durch die Stadt und können unser Glück kaum fassen. Dass wir uns trotz all dieser Menschen in die Arme gelaufen sind. Und lieben gelernt haben. Liebe. Ich schaue ihr tief in die ozeanblauen Augen und könnte ihr ins Gesicht kotzen vor Glück. Lass mich ein bisschen Stan sein. Wir gehören zusammen, Baby. Für immer. Sie nickt lächelnd.

Natürlich betrügt mich die dumme Schlampe ein paar Wochen später mit ihrem Sportlehrer und flieht mit ihm in einer Nacht-und-Nebelaktion nach Belgien, aber hey: Passiert. Dafür durfte ich an ihren leckeren Zehen lutschen, während sie Hausaufgaben machte. Und ihr meine Aufnahmen von selbst gedrehten Heuschreckenpornos zeigen. Womöglich war das einer glücklichen Zukunft nicht gerade zuträglich.

Darum sitze ich hier und hasse den Valentinstag, weil mir keine dumme Kuh eine eigens gebastelte Grußkarte inklusive Liebesschwüre und Nacktfotos schickt. Weil andere glücklich und verliebt und gefickt sind. Und weil es da draußen wohl noch wahre Herzlichkeit zu geben scheint. Also feiert ruhig den ekligsten Feiertag von allen und pumpt euch mit Blumen, Pralinen und Doppeldildos zu: Ich gehe jetzt zu einer Partner­vermittlung. Und zünde anschließend ein paar Hipsterkinder an.

Topman

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