Wo bleibt mein besseres Leben? - Neujahrsvorsätze

Unser geliebtes 2011 wächst und gedeiht und gehört mit seinen nun bereits 41 Tagen auf dem Buckel auch nicht mehr zu den Jüngsten. Anders sollte es werden, besser, wichtiger als…
Wo bleibt mein besseres Leben?

Neujahrsvorsätze

Unser geliebtes 2011 wächst und gedeiht und gehört mit seinen nun bereits 41 Tagen auf dem Buckel auch nicht mehr zu den Jüngsten. Anders sollte es werden, besser, wichtiger als alle Jahre zuvor. Denn egal ob Karriere oder Liebe oder Körper: Wir hatten uns am Neujahrstag viel vorgenommen. Die Liste an guten Vorsätzen auf Papier wurde allerdings rasch zerknüllt, die im Kopf wich dem Alltagsstress. Zeit, kurz Revue passieren zu lassen, ob wir noch dran sind an unserem besseren Leben – oder ob wir bereits jetzt schon wieder alles ins nächste Jahr verschoben haben. Mental und so.

Also stelle ich mich nackt vor den Spiegel und gehe tief in mich. Sinnbildlich gesprochen. Punkt 1: Karriere. In den letzten eineinhalb Monaten hätte man sich den Arsch aufreißen können, um die Pforten für jede Menge Asche zu öffnen. Rundreisen zu irgendwelchen total wichtigen Design- und Web-Konferenzen zum Beispiel. Oder sich schleimend vor potentielle Kunden werfen, um ihnen zu zeigen, wie großartig man selbst und seine amateurhaften Fähigkeiten doch ist. Photoshop und Social Media und Apple-Produkt­palette auswendig aufsagen. Oder wenigstens ein Portfolio hochziehen. Aber nö.

Okay: Karriere schon mal im Arsch. Punkt 2: Die Liebe. Um diese Frage zu beantworten, muss ich nur die Hochzeitsfotos von mir und meiner haarigen rechten Hand im Regal betrachten. Aber da kann ich ja mal gar nichts dafür. Wo bleibt denn meine persönliche Mischung aus Emma Watson und Megan Fox mitsamt rotblondem Haar und Sommersprossen und C-Körbchen und Flachbauch und Blümchengeruch und Puffnippeln und Berlingöre und Künstlerin und Altbauwohnung im Kiez? Genwissenschaftler, anyone?

Ficken ist also auch nicht. Punkt 3: Körper. Bei dem Gedanken lacht sich meine Wampe selbst ins Fäust­chen, die tausend und eine Chipstüte aus aller Welt singen im Chor, Wiener Würstchen mit Curry­ketchup und Pommes mit Majo fliegen herum. Döner, Kekse, fette Sau. Der harte Wille mit Gemüse und Rohkost und gesunden Alternativen hat sich auf den Happy-Hippo-Biomüll geschmissen – Schwimmen und Laufen kannste knicken, mein Fahrrad ist eh kaputt und das Wetter, ach Leute: Sport bei dem Wetter? Ist nicht.

Also sitze ich hier in meiner Pseudo-Sozialwohnung im Wedding, anstatt meine kostbare Zeit in einem 200-Quadratmeter-Loft in einem beliebig beschissenen Szenebezirk zu verplempern, bin gezwungen weiterhin Vaseline und Gummimösen für mich selbst bei Amazon zu bestellen und muss erst über meinen eigenen dicken Bauch klettern, um überhaupt an das blöde Ding ranzukommen. Und jetzt sagt mir gefälligst, dass es euch selbst nicht besser mit euren Vorsätzen erging!

Our beloved 2011 is growing and flourishing, and with its now 41 days it belongs no longer to the youngest. It should be different, better, more important than all the years before. No matter whether career or love or body: We had planned a lot on New Year’s. The list of good intentions on paper, however, was crumpled up quickly, the one in the mind got killed by everyday stress. Time to make a little review, if there’s quite a chance for a better life – or if we already have moved everything into the next year. Mentally.

So I stand naked in front the mirror and go deep into me. Not literally. Point 1: Career. We could have done so much great stuff in the the past one and a half months. Round trips to some pseudo-important design and web conferencing for example. Or throw yourself on the ground in front of potential customers to show them how great you and your amateur skills are. Photoshop and social media and Apple’s product range to recite by heart. Or at least pull up a portfolio. But no.

Okay: Career is dead. Point 2: The love. To answer this question, I only have to take a look at the wedding photos of me and my hairy right hand on the shelf. But that’s absolutely not my fault! Where is my personal mix of Emma Watson and Megan Fox along with auburn hair and freckles, and C-cup and a flat belly and flower smell and puffy nipples and Berlin girl and artist and great flat? Evil scientist, anyone?

Okay no fucks for me. Point 3: The body. At this thought, my belly laughs itself in it’s sleeve, a thousand and one potato chip bags from all around the world sing in the choir, sausages with curry ketchup and French fries with mayonnaise fly around. Kebab, cookies, fat pig. The fierce determination with vegetables and raw foods and healthy alternatives has been thrown to the Happy-Hippo-biodegradable waste – swimming and running is not, my bike is broken and the weather, oh people: Doing sport in this weather? No.

So I’m sitting here in my pseudo-council flat in Wedding, instead of wasting my precious time in a 200-square-foot loft in an arbitrary shitty trendy area, am still forced to buy petroleum jelly and sex dolls at Amazon, and have to climb on my own big belly to even get at this stupid thing. And now tell me kindly that you don’t even fared better with your intentions!

Tally Weijl

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