Travel Guide - Beginner’s Backpacking

Ich wollte eine Rucksackreise machen. Backpacken. Für mich bedeutete das, so billig und umwelt­freundlich wie nur irgendwie möglich (also ohne zu viele Flüge) in fremden Gefilden zu reisen, flexibel zu…
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Beginner’s Backpacking

Ich wollte eine Rucksackreise machen. Backpacken. Für mich bedeutete das, so billig und umwelt­freundlich wie nur irgendwie möglich (also ohne zu viele Flüge) in fremden Gefilden zu reisen, flexibel zu sein und keinen Plan davon zu haben, was ich machen werde. Allerdings scheint es zu diesem Thema weltweit mehrere Meinungen zu geben.

Manche Leute gehen lediglich mit Badehose und Jutesack auf eine Reise, von der sie nie wieder zurück kommen. Andere beschweren sich, dass Backpacken heutzutage nichts mehr mit Wandern oder Sport zu tun hat und das schleunigst wieder repariert werden sollte. Wiederrum andere haben das Prinzip wohl nicht ganz richtig begriffen und zerren ihren Trolley durch südostasiatischen Schlamm.

Ich persönlich habe mich der Schubladentheorie der Vorurteilswissenschaften bedient und für zukünftige Konflikte schon mal einsortiert, wie die anderen Reisenden so ticken könnten. Ihr könnt mir später danken.

Langzeitausteiger:

Die Langzeitaussteiger sieht man relativ selten in weißen, westlichen Ländern, großen Städten oder in der Nähe von Autobahnen. Langzeitaussteiger chillen monatelang auf einsamen Inseln im Pazifik (Mikronesien, beispielsweise) und haben vergessen, wo sie überhaupt herkommen.

Sie sind behaart und primitiv, aber harmlos und finden generell alles scheisse, was aus der zivilisierten Welt gekommen ist, sind aber distanziert genug, um niemanden von ihrer Einstellung überzeugen zu müs­sen. Meist arbeiten sie auf Feldern für Einheimische und verdienen jahrelang nur so viel, um zur nächsten einsamen, abgelegenen Insel zu gelangen. Wer es so weit geschafft hat, wird selten wieder gesehen.

Goa Hippies

Die Goa-Hippies sind sehr einfach an Hanfhosen, Batik-Shirts und unglaublich hässlich abrasierten Dreads zu erkennen. Das ist auch sehr gut so, denn mit Goa Hippies möchte man nichts zu tun haben. Sie sind die Zeugen Jehovas unter den Backpackern und beschweren sich über alles und jede Situation, in der keine Psy-Trance-Mukke läuft. Oft schauen sie andere abschätzig an, weil man tatsächlich Sneaker, und keine von armen indischen Händen gedrehte Textilschlappen, an hat.

Diese Reisenden erzählen den ganzen Tag von den politischen und sozialen Konflikten der Welt, stinken üblicherweise, weil sie kein Geld für eine Dusche haben, und in ihrem Rucksack finden sich Filzläuse und Bettwanzen. Goa Hippies sind überhebliche Schwänze. Der Name impliziert nicht zwanghaft, dass sie auch tatsächlich in Goa waren, es reicht eine unausstehliche „Ich-habe-das-Reisen-erfunden“-Attitüde und ein wirklich mieser Musikgeschmack.

Flashpacker

Flashpacker haben das mit den Rucksackreisen aus der Hipster-1×1-Bibel gelernt. Sie buchen Helikopterflüge anstatt Tuktuk-Fahrten, geben ihr Geld für Apple-Produkte aus, besitzen Wander-Ausrüstungen, die sie niemals brauchen werden, und essen in armen Ländern lieber in den französischen Restaurants, als mit den Einheimischen.

Die Tatsache, dass sie einen Rucksack aufhaben, sollte nicht davon hinweg täuschen, dass sie letztes Jahr wahrscheinlich noch an der Côte d’Azur Koks von den perfekten Oberkörpern williger Blondinen gerotzt haben. Flashpacker sind nützlich, weil sie dank ihrer GPS-Geräte den Weg kennen und wenn man mit ihnen befreundet ist gerne mal einen springen lassen.

Working Holiday Makers (Australien)

Work & Travel ist die Seuche, die Australien befällt. Der Working Holiday Maker ist des Planeten widerlichster Backpacker, da er sich komplett vom Reiseleben entfernt hat, um sich auf Zigaretten, Alkohol und seichtes, finanzielles Überleben zu reduzieren.

Dieser Backpacker ist meist nicht älter als 19 Jahre, Englisch, Deutsch oder Französisch und reist ei­gent­lich nur, um ein Jahr lang konsequenzlos besoffen zu sein und die Chance zu erhöhen, flachgelegt zu werden. Im seltensten Fall wird zwischendurch noch gesurft, weil die Wellen in Australien ja so super sind.

Fazit

Ich denke, damit sind die gröbsten Vorurteile schon mal errichtet worden, den Rest muss jeder für sich selbst bestimmen. Für mich bleibt Backpacken ein günstiger Weg, die Welt zu sehen. Abseits von Materialismus und zwingendem Konsumverhalten. Es ist ein Weg, Geschichte zu erleben, anstatt darüber von weit weg zu lesen. Ein Weg, Menschen kennen zu lernen, die man dann genauso hassen kann, wie die Menschen, die bei einem zu Hause sind. Und ein Weg festzustellen, dass die Welt genauso langweilig ist, wie man sie sich ohne Nachrichten vorstellen würde – aber immerhin mit ‘nem Rucksack auf dem Rücken, einer Kamera um den Hals und einem ewig währendem Lächeln auf dem Gesicht.

I wanted to do a backpack trip. Backpacking. That mean for me to travel as cheap and environmentally-friendly as somehow possible (without too many flights). Travel to foreign climes, be flexible and have no plan of what I’m going to do. However, there seem to be more than only one opinion for that.

Some people just go with shorts and jute bags on a trip from which they never come back again. Others complain that backpacking isn’t hiking or doing sports anymore and that should be repaired quite quickly. Others in turn haven’t understood the principle and drag their trolley through Southeast Asian mud.

I personally used the drawer theory of prejudice and sciences and sorted them for future conflicts, how other travelers might think. You are allowed to thank me later.

Long-Term Dropout

The long-term dropout is seen relatively rarely in white, Western countries, large cities or near highways. Long-term dropouts chill for months on remote islands in the Pacific (Micronesia, for example) and forget where they came from at all.

They are hairy and primitive, but generally harmless and hate all shit that has come from the civilized world, but are distant enough to convince nobody. They usually work in fields for locals for years and earn just enough to go to the next lonely, isolated island. Who has done it so far, is rarely seen again.

Goa Hippies

Goa-hippies are very easy to recognize by looking at their hemp pants, tie-dyed shirts and incredibly ugly shaved dreadlocks. This is also very good because you don’t want to meet Goa hippies. They are the Jehovah’s Witnesses among backpackers and complain about everything and every situation in which no Psy-Trance music is played. They often look at you quite stupid because you wear sneaker, and no textile slippers made by poor Indian hands.

These travelers are talking the whole day about the political and social conflicts of the world, usually smelly quite bad because they have no money for a shower, and in their backpacks are pubic lice and bed bugs. Goa hippies are arrogant dicks. The name doesn’t compulsively imply that they actually were in Goa, they just need an insufferable “I have-traveling-invented” attitude and a really lousy taste in music.

Flash Packers

Flash packers have learned backpacking out of the 1×1 hipster bible. They book helicopter flights instead of tuk-tuk rides, spend their money on Apple products, have hiking equipment they actually never need, and prefer to eat in French restaurants in poor countries as with the locals.

The fact that they wear a backpack should not hide the fact that they used to be on the Cote d’Azur last year and snuffed coke from the perfect torsos of willing blondes. Flash packes are useful because they know the way thanks to their GPS devices and if they are your friends they are gonna pay every shit for you.

Working Holiday Makers (Australia)

Work & Travel is the disease that affects Australia. The working holiday maker is the planet’s most obnoxious backpacker. They completely removed them from everything in travel life in order to buy cigarettes and alcohol.

Those backpackers are usually not older than 19 years, English, German or French and travel just to be drunk for a year and increase the chance of being fucked. In the rarest case they learn to surf because the waves in Australia are so great.

Conclusion

I think that I made up the worst of prejudices, everybody has to think about the rest for himself. For me backpacking is an affordable way to see the world. Away from materialism and compulsive consumption behavior. It’s a way to experience history rather than reading about them from far away. A way to meet new people, which you are allowed to hate as much as your old friends at home. And a way to determine that the world is as boring as you would imagine it without the news – but at least with a backpack on your body, a camera around your neck and an eternal smile on your face.

Strellson

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23 Kommentare

  • Smikey

    Grandios. Ich glaube, du hast in sehr vielen Dingen Recht und ich habe mittlerweile Lust, auch zur ersten Gruppe zu gehören. Auf die einsame Insel :D

  • Eric

    Grandios. :) Aber das war Sara ja schon immer.

  • Wenn du einen Goa Hippie mal in der Heimat trifft wird er ausschließlich von seiner nächsten Reise nach Süd-Ost-Asien erzählen. Und weil er bereits größere Mengen an chemischen Drogen konsumiert hat, wird er es dir alle Minuten 5 erneut erzählen. Wenn du ihn darauf hinweist, wird er sich über die Ignoranz der Konsumgesellschaft beschweren.
    Nach ein paar weiteren Stunden mit weiteren chemischen Drogen läuft er auf allen vieren durch die Partyräumlichkeiten, da er glaubt er sei ein Hund. Oder eine Katze.

  • Traurig aber leider war, und ich hab bis auf die letzte Fraktion auch wirklich jeden getroffen… :(

    Vielleicht hab ich auch gerade deshalb beim lesen mehr genickt bzw mitm Kopf gewackelt als Metaller bei nem Heavy Metal Konzert ^^

  • Koffer? Rucksack? Das ist nicht lache. Ich nehm meine Kreditkarten mit und basta. Armes Gesochs!

  • Sara

    Ey. Man. Sag doch sowas nicht. Da werd ich rot.

  • Eric

    Dochdochdoch. Wenn ich an die Browniegeschichte denke, muss ich immernoch lachen :D

  • Jenny

    Wie wahr, wie wahr. ^^

  • GAHAHAHA, die Browniegeschichte! :D Epic, Mann.

    Awesome Typen-Zusammenfassung, vor allem der letzte Typ. Alter. Das ist mein Mitbewohner, nur in jünger. Freu mich auf mehr, Mylady, und Willkommen im A&P-Boot. Arzoom!

  • Willkommen zurück, schön das du es überlebt hast.

  • Nicht zu vergessen diejenigen, die ihren Pauschalurlaub nur eben mit Rucksack machen: In den ärmsten Vierteln in Vietnam in den besten Hotels hausen, sich von den lokalen Reisebüros zu überteuerten Preisen Kurztrips mit Elefantenreiten verkaufen lassen und sich ansonsten wie eine Mischung aus den letzten drei Stereotypen verhalten. Davon habe ich zumindest am meisten getroffen.

  • astrid unterhauser

    ganz schön nervig sind jene reisenden denen du in einem bus als einzige weisse begegnest und die das anscheinend als anlass sehen sofort deine reisefreunde zu werden und dich die ganze schöne fahrt lang zuquatschen

  • Hey, this post is fun, really. But it’s not even the best about it.
    It appears to be very meaningful. I’m quite like-minded, when it’s about travelling. I personally like to backpack on my own, with a camera in the pocket and the backpack is actually a regular “city-bag”, because my aim is to be seen as a local at a first glance. The map is hidden somewhere in the bag.
    This is goes together with the environnemental issue you just mentioned. Making the least footsteps as possible.
    The willing to be invisible would be the caricature you could write about the way I like to travel. But, I really believe we are quite like-minded. The only difference is that you are so deliciously full of hate!

  • Philipp

    Unheimlich komisch! Sehr cool ;)
    Hatte ich eigentlich schon eine weile vor! Nur binden mir hier immer noch ein paar Verbindlichkeiten von meinem Abenteuer..
    Starker Artikel

  • Alternative Tourism

    Who goes to Goa these days, I thought the place stopped being ‘cool’ 15 years ago. Eco-travelers can’t go that far anyway, they prefer to stay within europe, and move south. Greece, Turkey, Italy. Nice places to visit. Actually I’ve seen guys like the Goa guy, in Crete. They come for a week and they stay for years, selling hand made jewelry at beaches.

  • Gibt es auch eine sympatische Gruppierung von Backpackern? :D

  • Schade, heute würde ich das nicht mehr machen, weil zu alt:) aber “damals” wäre das eine schöne Sache gewesen. Ich würde dann jetzt doch ehr ein Hotel bevorzugen.

    Sehr schöner Artikel.

    Grüße Beate

  • Hm, ich frage mich, welche dieser Gruppen am ehesten zu Sara passt. ;)
    Momentan habe ich eh noch nicht die Eier fürs Backpacken, dafür müsste ich erstmal genügend Probleme hier lösen. Auch wenn ich nicht weiß, welcher Typ ich wäre – ich meine, hey, ich krieg es nicht mal hin, dass mich wer mitnimmt, wenn ich trampe ;)

  • Anja

    Hi there mate :) Awesome report. I spend 10 months in Australia backpacking…it rocked! Just a tip: watch out for bed bugs. Be very careful before you check in and best get urself an awesome anti bed bug sheet like bedbugs-free sheet from bedbugs-free.com. Bed bugs are a “hot travel topic” lately. Have fun! Cheers

Strellson