Skandal im Netz - Mobbed-Up BlogsDie gekauften Blogger

Als das Führen eines digitalen Tagebuchs vor einigen Jahren langsam zur Mode wurde und selbst die verschiedensten Charaktere der deutschen Gesellschaft über Haustiere, Computer und Eheprobleme zu schreiben begannen, wurde…
Skandal im Netz

Mobbed-Up BlogsDie gekauften Blogger

Als das Führen eines digitalen Tagebuchs vor einigen Jahren langsam zur Mode wurde und selbst die verschiedensten Charaktere der deutschen Gesellschaft über Haustiere, Computer und Eheprobleme zu schreiben begannen, wurde vielen Akteuren der Netzrevolution nach kurzer Zeit bewusst, dass sich mit der Sache sicherlich auch etwas Kohle machen ließe. Die ersten Blogs mit Werbebannern wurden verpönt, verstoßen, so etwas Privates dürfe man doch nicht monetarisieren.

Heute ist Werbung von Firmen und Produkten auf Blogs Gang und Gebe. Viele verdienen sich durch deren Schaltung ein gutes Taschengeld nebenher dazu, einige wenige können davon sogar quasi allein leben. Reklame ist akzeptiert, solange man sie als solche kennzeichnet, doch wenn es nach Profischreiber Sascha Pallenberg geht, steuert die Blogger-Szene auf einen handfesten Werbeskandal zu.

So sollen über hundert deutsche Blogs systematisch Schleichwerbung betrieben haben. Bezahlte Links, versteckte Werbung, gekaufte Meinungen, nur um ihre Besucher bewusst hinters Licht zu führen. “Es handelt sich in erster Linie um Blogs mit 500 bis 2.000 Besuchern pro Tag”, erklärt Pallenberg. “Sie sollten Beiträge schreiben, beispielsweise über Teneriffa-Reisen oder Hotels in Paris, und darin auf die entsprechenden Seiten von bekannten Reiseanbietern oder Hotelsuchmaschinen verlinken.”

Die Blogger haben hierfür rund 30 bis 70 Euro pro eingebundenen Link erhalten. Von einer deutschen Firma, die sich genau auf dieses dubiose Geschäft spezialisiert hat. “Dafür mussten sie einen Knebelvertrag unterschreiben, während die Firma selbst vermutlich das Drei- bis Vierfache kassiert hat.” Die oberste Regel des Vertrags sei: nicht über die Kooperation sprechen. Wer das Abkommen breche, müsse rund 5.000 Euro Strafe zahlen. Alles diene nur dazu, den Google PageRank für Käufer in die Höhe zu treiben.

Pallenberg liegt sowohl der Knebelvertrag, als auch eine Liste der gekauften Blogs vor, die er in den nächsten Wochen auswerten und zensiert veröffentlichen möchte. “Das war so, als würde man eine Schweizer Steuer-CD veröffentlichen”, schreibt er. “Wir bekamen unzählige Mails von Bloggern, die sich selbst anzeigten und es bedauerten, bei der Aktion mitgemacht zu haben.”

Es ist zwar verständlich, dass Blogger für ihre Mühen entlohnt werden möchten und diverse Arten der Monetarisierung ausprobieren, aber versteckte Werbung führt die Leser an der Nase herum und stiehlt der Blogosphäre an sich die Glaubwürdigkeit und Meinungsfreiheit. Auch wir bei AMY&PINK bekamen gestern Mails, in denen wir gefragt wurden, ob wir ebenfalls an dieser obskuren Aktion beteiligt waren.

Die Frage können wir erstens mit gutem Gewissen zurückweisen und zweitens klarstellen, dass wir jeden Banner und jeden Artikel, für dessen Veröffentlichung wir von einer Firma bezahlt werden, auch als solchen kenntlich machen. Und gekaufte Links gibt es bei uns schon gar nicht.

Aber dennoch würde uns eure Meinung zu diesem brisanten Thema sehr interessieren: Wie schlimm findet ihr es wirklich, wenn Werbung auf Blogs nicht als solche gekennzeichnet wird? Artikel zu tollen Produkten, Schnäppchen, Webseiten. Oder ist euch das ziemlich egal? Und an die Blogger da draußen: Erwähnt ihr wirklich immer, wenn gewisse Posts durch Firmen entlohnt werden?

Update: Wie sich herausstellte, ist Onlinekosten.de, Betreiber des bekannten Blogs Basic Thinking, der Auftraggeber hinter den Knebelverträgen. Die sind sich allerdings keiner Schuld bewusst.

When having a blog became fashion a few years ago and even diverse characters of the German society started writing about pets, computers, and marital problems, many of them knew, that you can make money with this whole thing. The first blogs with banner ads were dissed. You can’t turn privacy into money.

Today, advertising of companies and products on blogs is commonplace. Many earn a good pocket money and some can make a living out of blogging. Advertising is accepted as soon as you denote it. But when it comes to professional writer Sascha Pallenberg, the blogger scene rides into a full-scale advertising scandal.

A hundred German blogs have managed systematically surreptitious advertising. Paid links, hidden advertising, purchased opinion. “Primarily blogs with 500 to 2,000 visitors per day have made this”, says Pallenberg. “You should write posts for Tenerife travel and hotels in Paris, and link the article to the relevant pages of well-known tour operators or hotel search engines.”

The bloggers earned around 30 to 70 euros per received integrated link. By a German company that is specialized in this dubious business. “They had to sign a adhesion contract, while the company itself probably got three-to fourfold of the money. ” The main rule of the treaty is: do not talk about the cooperation. Those who break the agreement had to pay 5,000 euro fine. Just to raise Google PageRank for the buyers.

Pallenberg has both the adhesion contract, and a list of purchased blogs, which he’s going to analyze in the next few weeks and would like to publish censored. “It was as if you publish a Swiss tax-CD,” he writes. “We received numerous emails from bloggers, which indicated themselves and regretted having participated in the action.”

It’s understandable that bloggers want to be rewarded for their efforts and try out various types of monetization, but hidden advertising is bad for the reader and steals the credibility and freedom of expression from the blogosphere. We at AMY&PINK got some mails yesterday in which we were asked if we were also involved in this obscure action.

First we can reject the question in good conscience, and secondly want to make it clear that we identify each banner and each article, for whose release we are paid by a company, as such a thing. And there are no purchased links on our site.

But we are very interested in your opinion about this sensitive topic. How do you see hidden ads on blogs? Is that bad? Articles for great products, bargains and websites. Or don’t you really care? And to the bloggers out there: Do you always mention when certain posts are paid by companies?

Tally Weijl

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60 Kommentare

  • Miss Harrcore

    1. Ich glaube da steht 5001 Euro in dem Artikel :D

    2. Irgendwie war das alles klar. Und irgendwie ist das auch sehr sehr traurig. Ich hatte immer gehofft, dass es IRGENDWAS in diesem fucking Leben gibt, das außerhalb dieses Geldprinzipes liegt. Dem scheint aber nicht so zu sein. Auch Schriftsteller werden bezahlt, um ihre Charaktere Cola und nicht Pepsi trinken zu lassen. Scheiß Leben, finden wir uns damit ab.

  • (.)(.)

    Irgendwie ironisch, dass ein Artikel über gekaufte Blogger gerade hier auftaucht… ;)

  • Franz

    Ehrlich gesagt sehe ich nicht wirklich das Problem – ich mein das liegt ja auf der Hand das viele Leute nach Einnahmequellen suchen um Ihren Blog und sich selbst finanzieren zu können. Der Vergleich mit der Steuer CD hinkt gewaltig…

  • Miss Harrcore

    @Franz
    Die ursprüngliche Idee hinter einem Blog liegt aber nicht darin sich zu finanzieren! Dann können sie auch ein Magazin aufmachen.

  • Ich hatte zumindest mal eine Anfrage, ob ich nicht Geld für Artikel haben möchte und habe allein deswegen schon abgelehnt, da ich mich mit den zu bewerbenden Dingen nicht identifizieren konnte. Grundsätzlich ist es schon wünschenswert, dass solche Dinge gekennzeichnet sind, einfach aus Neugier an der Person. Schreibt sie, weil sie das Produkt oder die Band oder whatever interessiert oder schreibt sie, weil sie der Kontostand interessiert.

  • Mir gehen schon die Amazon Affiliate Links auf’n Zeiger.

  • Wenn man ein offizielles Testexemplar von irgendeinem Produkt o.ä. testet und darüber auf seinem Blog schreibt – ok.
    Das kann der Leser deutlich erkennen und der Blogger schreibt ja auch nicht immer nur positiv darüber.
    Er probiert das Teil halt aus und macht seine Erfahrung damit.

    Aber versteckte Werbung (am besten noch mit vorgegebenem Text oder Bausteinen) finde ich schon recht arm.

    Aber so wirklich überraschend finde ich es nicht, immerhin gibt es schon seit Jahren Firmen, die solche “Dienstleistungen” anbieten.

    Bin ja mal gespannt, welche großen Blogs da mit gemacht haben.

    • Marcel

      Ja da bin ich auch mal gespannt… aber ob das jemals namentlich rauskommt?

      • Namen werden vielleicht nicht direkt genannt.
        Aber wenn jemand schreibt “und auch das größte und bekannteste Blog zum Thema XY baute Schleichwerbung gegen Geld ein…” kann man sich ja ungefähr denken, wer gemeint ist. ;)

        Witzig:
        Vorhin in meinem Mail-Fach gelandet:

        Eine Mail mit der Anfrage, ob ich nicht für drei Shopping-Portale in Form von Reviews werben möchte.

        Dabei hab ich nur so ein unbekanntes Pissls-Blog… ;)

        Möchte nicht wissen, wie oft große, bekannte Blogs mit solchen Anfragen bombardiert werden.

  • Uiii, spannendes Thema.
    Ich denke jeder Blogger muss das für sich entscheiden und keiner merkt so schnell wie wir, wenn die Leser sich verarscht fühlen und dann keinen Bock mehr darauf haben. Da muss man sich auch ein bisschen selber schulen und auf Links achten.
    Wenn ich Reiselinks mittendrin finden würde, wäre das für mich auch irritierend, aber es regt sich ja auch kaum jemand auf, wenn fashionblogger ihren Zalando-Affiliatelink in hoher Frequenz irgendwo posten und so ist die Werbung auch relativ angenehm in meinen Augen.
    Wenn man den Inhalt und die Werbung zusammenbringt zu einem großen Ganzen. Erinnert mich auch ein bisschen an Facebooks-Strategie gerade. Die bauen auch Ads in deinen USer-generated Content, wenn du zb irgendeine Location etc angibst.
    Das ist intelligent. Ob da jeder drauf steht ist die andere Frage, doch wenn Werbung dann gerne so.

    Ich selbst weise bei Produkten sofort hin, wenn ich sie umsonst zugeschickt bekommen habe. Ein Sticker mit “Sponsored Post” finde ich ebenso angenehm. Textlinks habe ich auch schon geschaltet, aber nur Dinge, die ich auch vereinbaren konnte. “Andrea Berg” und ähnliches habe ich dann doch abgelehnt umzusetzen.

    Ebenso skandalös ist aber auch teilweise das Ausnutzen der Agenturen, die eben guten Blogs verrückt neidrige Preise bezahlen für Links, die viel mehr wert sind und mit denen sie sehr gutes Geld bei ihren Kunden verdienen.

    Nur vertretbare Seiten verlinken. Posts kennzeichnen. Nihct über den Tisch ziehen lassen.

  • Laura

    Ich finde es sehr schade, dass der Boom um die Bloggersphäre uns an diesen Punkt geschickt hat. Aber irgendwie ist es doch nur ein logisches Resultat, wenn man den Entwicklungsverlauf einmal genauer betrachtet. Eigentlich sollte ein Blog ja in erster Linie die persönliche Einstellung zu den Dingen widerspiegeln. Sofern sich Werbeanfragen mit dem eigenen Geschmack decken, sehe ich kein Problem, diese anzunehmen. Doch wie ihr auch schon geschrieben habt, in diesem Fall sollte dennoch der Verweis eingebunden werden, dass es sich trotz allem um Werbung handelt.
    Besonders bitter wird es allerdings, wenn man beim Lesen, dieses “Häh”-Gefühl entwickelt, weil das Angepriesene in keinster Weise dem sonstigen Geschmack und Stil des jeweiligen Blogs entspricht. Leider habe ich dieses Gefühl in den letzten Monaten immer wieder bei einigen Blogs gehabt – leider auch bei jenen, aus meiner eigenen Blogroll. Inzwischen sind die meisten bei mir rausgeflogen, einfach aus dem Grund, dass ich zum einen enttäuscht bin und mich zum anderen von diesem Umgang mit Werbung, etc. distanzieren möchte.
    Sollte man sich aus der Möglichkeit des Zusatzverdiensts wirklich soweit treiben lassen, dass man sich selbst verkauft, für Dinge hinter denen man nicht einmal steht? Vielleicht bin ich naiv oder idealistisch, aber da bleibe ich lieber einer der unbekannteren Blogger, die sich nicht aus dem Bloggen heraus finanzieren können, aber immerhin kann ich mein Hobby mit guten Gewissen mir selbst gegenüber betreiben!

  • in filmen wir starbucks kaffee getrunken, auf dem sartorialist blog hält eine schöne frau einen apple computer, in der vogue tragen die models in den editorials nur klamotten der anzeigenkunden und in china fällt ein reissack um. schleichwerbung ist alltag, ich find das normal.

    ich finds gut dass blogger die möglichkeit haben mit bloggen geld zu verdienen, besser als bei H&M arbeiten, oder?

    • Miss Harrcore

      Naja, eigentlich war mal Bloggen als eine Alternative zur schleichwerbungerfüllten Welt gedacht!

    • sirdorian

      @katja

      word. das kann man dir nur vollkommen zustimmen. weis noch wie schwer alles war 2007 wo man noch belächelt wurde bei den agenturen und inhouse marketing stellen. 3 jahre später ist das alles anders und dagegen ist nix einzuwenden.

      erinnert jedenfalls stark an die milchmädchen diskussion vor ein paar monaten.

  • markus

    Das liebe Geld. Viele Leute sind einfach zu schwach. Ich glaube niemand ist darauf angewiesen. Und warum führt man überhaupt nochmal ein Blog? Es ist zwar schön ein paar Euros damit zu verdienen, aber bei weitem nicht so.

    Wenn ich nur einmal Werbung in Posts sehe fliegen die entsprechenden Seiten sofort. Keine Gnade für so ein Blödsinn. Wer das allein schon mit seinem Konzept vereinbaren kann – unverständlich.

    • @Markus: Kannst du mir den Grund für deine Radikalität erklären? Ist eine Werbefläche für dich ein Grund ein Blog zu kicken, obwohl es dir ansonsten gefällt? Ich versteh’ diese Einstellung leider nicht ganz…

      • markus

        Eine Werbefläche auf einem Blog ist okay. Als Banner, etc.. Aber in Posts? Was soll das? Das ist arm. Journalisten lassen sich doch auch nicht kaufen (sollten es zumindest nicht).

        Super wenn man so schon halb im Verkaufsgespräch drinnen hängt obwohl man noch nichts davon weiss. Man kann solche Leute auch nicht ernst nehmen.

        Um auf das “ansonsten gefällt” zu kommen: Leider überwiegt die Werbungsbelästigung enorm. Ist ja wie Spam. Grobe Worte, aber warum nicht?

        Gib mal auf deiner Seite in der Suche Trigami ein. Oh ja. Zwar hat das nicht genau mit dem Thema im obigen Artikel zu tun, aber mit Werbung.

  • Darüber gabs schon mal ne ähnliche Welle: Milchmädchenblogger.
    Ich bin da zwiegespalten was die Sache angeht.

  • Miss Harrcore

    Mir fällt da auch nur ein Begriff ein: Meinungsprostitution.

  • Saba

    Ich finds schade, dass das Potenzial der Blogs ein anerkanntes journalistisches Medium zu werden, von vorne rein durch unsauberes Werben verschleudert wird. Ich halte es nach wie vor wichtig Journalismus und Werbung zu trennen. Was ist so schwer daran einen Blogbeitrag, der mit gekauften Links gespickt ist, als Advertorial zu kennzeichnen?

    Und selbst wenn die Intentionen vieler Blogger gar nicht darin liegen, journalistische Inhalte anzubieten: Liefert man mir Inhalte von denen ich glauben soll, es sei ihre Meinung und es stellt sich heraus es ist nichts als Werbung, komme ich mir verarscht vor.

  • Der Tsunami in der Bloggersphäre“¦ | it's a hoomygumb

    […] sehr reißerisch der Tweet von Sascha Pallenberg, auf den ich bei Amy&Pink aufmerksam wurde. Dass es Blogger gibt, die Artikel mit bezahlten Links veröffentlichen, weiß […]

  • Chris Irmbach-Lichterkett

    Kann schon verstehen, dass einige Blogger, ab 500 oder mehr Besuchern am Tag, ein wenig nach dem Geld schielen. Ich würd’s nicht tun, was bei meinen bescheidenen Besucherzahlen leicht gesagt ist. Irgendwie sind wir ja (fast) alle käuflich. Natürlich sollten Werbung und Affiliate-Links als solche gekennzeichnet werden.
    Ich würde vermutlich, höhere Besucherzahlen vorausgesetzt, auch schwach werden, käme da ein einigermaßen vertrauenswerter Affiliate-Hampel und verspräche mir eine “gewisse Summe an Geldes”.
    Viel schlimmer finde ich Blogs, die mehr oder weniger kostspielig ins Leben gerufen wurden und von vornherein auf Neben- bis Vollverdienst ausgelegt sind.

  • Skandal in Kleinbloggersdorf | admartinator.de

    […] ohne den schnöden Mammon nie gesetzt hätte. Ein Skandal ohne Gleichen, denn über 100 sollen käuflich gewesen sein. Wer macht sowas? Los Sascha, mach uns den Julian! Und Oli, du […]

  • Öhm, ist ne Beschreibung von euch wa. Wieso so melankolisch geschrieben? :D

  • Mir geht es so, dass ich oftmals der Meinung der Blogger vertraue, die über etwas schreiben. Sei es über eine neue CD oder ein Stück Technik. Deren Fazit/Urteil vertraue ich. Daher finde ich es extrem wichtig, zu wissen, ob ein Beitrag jetzt wirklich von ganzem Herzen kommt oder ob er von außen gesponsert wird.

    Aber: Auch wenn ein Produkt in einem gesponserten Artikel genau so gut wegkommen würde, wie in einem eigenen Artikel, würde ich trotzdem wollen, dass mir als Leser mitgeteilt wird, dass der Autor dafür Geld bekommt. Einfach aus Transparenzgründen.

    Wie ich im ersten Abschnitt schon geschrieben habe, für mich besteht da auch immer ein gewisses Vertrauensverhältnis zwischen Leser und Autor. Ich lese ein Blog, weil ich denke, dass der Autor hinter seinen Texten steht, dass ist es, was Blogs für mich ausmachen.

  • So ist das nun mal. Schleichwerbung ist tasächlich alltag. Product Placement klingt übrignes auch viel feiner.

    Diese ganze Disskusion erinnert stark an die “Milchmädchenblogger”-Frage.
    Da gings nicht um die tatsache, dass sie werben, sondern wieviel sie verlangen und 30 – 70 Euro für ne Erwähnung ist einfach zu wenig. Das drückt den Preis. Vielel Blogger könnten es sich leisten mehr zu verlangen und das Preisniveau der Schleichwerbung zu heben. Wenn Einnahmequelle, dann richtig!

  • ruta

    der artikel ist so geschrieben,als ob es was neues wäre,dass blogger für den müll ,den sie schreiben,geld bekommen würden!

  • Julian

    In diesem Zusammenhang möchte ich kurz darauf hinweisen, dass sponsored Posts von A&P im RSS-Feed nicht als solche erkennbar gemacht sind. Ob Absicht oder nicht, sei mal dahingestellt – mich würde es freuen, wenn ihr das ändert.

  • Der erste Link im Text endet mit “.del” statt mit “.de” ;)
    Ich Kennzeichne auch alles wofür ich Geld bekomme. Fühl mich dabei selbst auch irgendwie besser. Dann sehen meine Besucher auch, was wirklich von mir kommt und was nicht.
    Allerdings hab es sowas bisher noch nicht in “Blogeintrag”-Form gemacht sondern nur mit Werbebannern. Wenn ich einen gesponserten Blogeintrag schreiben soll, dann wird das 10000% gekennzeichnet und ich würde das erst machen wenn ich auch genug dafür bekomme.

  • Also wenn ich für einen Link bezahlt werde, hinter dem ich selber stehe und es für gut empfinde, ist das ok. Wenn ich also in meinem Blog Über ein geiles Rapalbum schreibe und für einen Link auf die Künstlerpage nen Fuffi bekomme – cool!

    Wenn ich in meinem Blog (Musik, Fotografie, DJ) dann über den neusten Bosch-Kühlschrank schreibe und dafür Cash bekomme ist das nicht cool! So!

  • Ich wurde übrigens auch gefragt, lehnte aber ab. Fucking dubios und unseriös — vor allem wenn man bedenkt, welch vermeintlich seriöses Unternehmen dahinter steht (Jedenfalls in meinem Fall. Keine Ahnung, ob’s bei Pallenberg um den selben Initiator geht. Aber es klingt fast so.). Kchkch…

  • Gut ok, dieser Fall ist jetzt ein wenig krass. Aber sonst versteh ich das ganze Gedöns um “Linkhuren” und “Bezahlblogger” einfach nicht. Weil ich meine, wenn jemand viel Zeit in seinen Blog investiert und die Leser Freude an den Texten des Bloggers haben, dann sollte das doch auch in Ordnung gehen, wenn der den einen oder anderen Link verkauft oder irgendwo Bannerwerbung platziert.

    Ich mach das jedenfalls so. Und ja, ich bin eine Linkhure und ein Bezahlblogger. Diese Diskussion hängt mir mittlerweile bereits sonst wo raus…ich versteh’ die Leute einfach nicht, die sich über sowas ärgern können.

    • Marcel

      Es geht nicht darum, dass Blogger Kohle für Werbung bekommen (machen wir ja auch), sondern dass sie es nicht kennzeichnen und ihren Lesern als selbst verfassten und ausgesuchten Artikel oder Link verkaufen.

      • Ach so, ok…ich verstehe. Das muss dann wohl jeder mit sich selbst vereinbaren. Ich lass bei mir manchmal gezielte Links kaufen (die Typen fügen dann einen Satz in den Blogpost und einen Link ein), aber der Rest bleibt. Das kennzeichne ich nicht, weil die Links bzw. die Texte meist so nicht zum Text passen, dass ich davon ausgehe, dass das die Leser kapieren. Ich betrachte das einfach recht zynisch und gebe einen Fick drauf. Aber eben, das ist dann das höchste der Gefühle. Ganze Blogposts würde ich niemals “verkaufen” ohne sie als solche zu kennzeichnen.

  • Da es ja heute echt so ein riesen Thema wurde, will ich nochmal sagen, dass ich es echt leicht albern finde wie das aufgebauscht wird. Große Firmen geben seit Jahren tausende von Euros aus, damit Agenturen ihnen Linkplätze kaufen. Damit verdient ein ganzer Wirtschaftszweig Unsummen.

    Das ist alles andere als neu und es gibt viel schlimmere Geschichten, die da ablaufen. Wenn ihr sowas seht, seid auf der Hut und versucht einfache Dinge wie Affiliatelinks zu enttarnen und verurteilt es nur, wenn es schlecht gemacht ist. Es gibt so viele fiktive Projekte, die sich mit ihren Texten und Fakeautoren eine goldene Nase verdienen (SEO). Da sollten Blogger für 2, 3 Links nicht verurteilt werden. Aber es ist wichtig, dass man als Leser über so etwas Bescheid weiß.

    Wenn ich offen für Werbung bin, dann doch wohl durch Empfehlungen von Leuten, denen ich folge, das sollten die nicht ausnutzen. Dann hasst doch lieber die “Sponsored Stories” auf Facebook ( :

  • Ja, okay. Wir Blogger brauchen Moral und Ethik. Blabla.
    Aber nicht mal den geringsten Ansatz von Anstand haben klassische Medien, die Länge mal Breite abkassieren, dafür nicht mal den “redaktionellen Beitrag” als Werbung kennzeichnen. Das ist in Österreich so. Ich weiß nicht wie es in der deutschen Medienlandschaft zugeht.
    Es sollte allgemeine Richtlinien geben woran sich ALLE halten sollten. Viele Blogger haben mit Medien und dem Verkauf davon keine Ahnung und gehen dann Agenturleuten auf den Leim.
    Übrigens finde ich den Verkauf von Links und Google Ranking so harmlos wie Bannerwerbung. Ich benutze dafür kein Glam Media, die sich laut Vertrag, den sie mir damals zugeschickt haben auch noch 50% verdienen. Herzlichen Dank. Ich muss Burda nicht auch noch unterstützen noch größer und einflussreicher zu werden.

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  • Henning Ohlsen

    Moin,

    das Unternehmen, das hinter dem “Schleichwerbesumpf” steckt, ist Onlinekosten.de, der Betreiber des Blogs Basic Thinking. Ganze Geschichte dazu gibts hier http://bit.ly/hMUYPF

  • Links (26. Januar 2011 – 27. Januar 2011) – Testspiel.de

    […] Skandal im Netz » Die gekauften Blogger » Nerdstuff » AMY&PINK […]

  • Das Update ist ja köstlich.

  • Mich will nie jemand bestechen. Und wenn ich Shirts zugeschickt bekomme, dann berichte ich darüber – schreibe aber auch offen darüber, woher die Teile stammen.

  • Paul

    Was hat euch Apple für das Foto oben bezahlt? ;) Geld regiert die Welt! Willkommen in der Realität!

  • vuduman

    ich sage nur: ART not ADS… die einzige Werbung ich mache ist für mein Blog
    http://therakicon75.tumblr.com
    Ich unterstütze das, was mir gefällt, totzdem habe ich auch nichts dagegen , wenn die Blogosphere sich in die Money Jungle bewegt.
    http://www.adfreeblog.org/

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  • Sabine

    Konnte mir das ganze Theater um die Fake Blogger schon denken. But this is the real life. Heutezutage ist sich jeder selbst der nächste, egal ob der Content stimmt oder nichts. Schade

  • Marf

    Dieser Artikel könnt doch genau so bezahlt sein – Jeder der den Artikel zu Ende gelesen hat, ist automatisch gewillt zu erfahren, welche fiese Fratze hinter den Knebelverträgen steckt und klickt den im Artikel enthaltenen Link!
    Ob negativ oder positiv – Auch das ist Werbung! Da zählt jeder Klick!

    Ps. Ich hab den Link nich geklickt, war aber kurz davor ;)

    Weitermachen!

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    Das Thema gibt es jahrzehnte :) Aber es ist doch das gute Recht der Blogger sich ein wenig Geld zu verdienen oder? Ich meine von Luft und Liebe alleine kann man ja nicht leben ;)

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