Die Sache mit den Drogen - When Uniqueness Becomes HabitAus Einmaligkeit wird Gewohnheit

In Berlin gibt es drei Sehenswürdigkeiten. Fernsehturm, Brandenburger Tor und Dealer. Wenn man erst einmal auch seelisch in der Stadt angekommen ist, dauert es nicht mehr sehr lange, bis man…
Die Sache mit den Drogen

When Uniqueness Becomes HabitAus Einmaligkeit wird Gewohnheit

In Berlin gibt es drei Sehenswürdigkeiten. Fernsehturm, Brandenburger Tor und Dealer. Wenn man erst einmal auch seelisch in der Stadt angekommen ist, dauert es nicht mehr sehr lange, bis man jemanden kennen lernt. Und der kennt jemanden, der jemanden kennt. Ehe man sich versieht, findet man sich mit zwei, drei Leuten bei einem Schwarzen um die Ecke wieder. Er lächelt freundlich. Wir plaudern ein wenig über das Leben und die Freundin und den Tod, er drückt uns ein paar Tütchen in die Hand und schwingt sich auf sein Rad. Bis zum nächsten Mal.

Im Jahr 2009 starben 1331 Menschen an dem Missbrauch von Drogen. Die Hauptstadt liegt im nationalen Vergleich jedes Jahr aufs Neue vorn. Natürlich hält das hier niemanden davon ab, sie trotzdem zu konsumieren. Die Partynächte in den Trendbezirken der einst geteilten Metropole sind anstrengend, laut, kräftezehrend. Ohne Speed, LSD oder Ecstasy hält das niemand lange aus. Illegalität hin oder her – man muss nur wissen wo man rankommt. Und auf welche Weise.

Keiner sieht sich als abhängig an. Pillen oder Pulver durch die diversen Körperöffnungen ziehen, das gehört schließlich dazu wie Red Bull Sugarfree in der Hand und Falafel im Magen. Mal zum Aufputschen, okay. Um gut drauf zu sein. Die Müdigkeit zu vertreiben. Im Herzen und im Kopf. Als zerstörter Junkie in der Ecke liegen, das passt nicht zur imaginären epischen Nacht. Dabei kennt jeder von uns ehemalige Freunde, die den Absprung nicht mehr geschafft haben und als seelenlose Opfer in den Fängen der bewusstseinserweiternden Substanzen hängen geblieben sind.

Drogen als Ganzes zu verteufeln und sie als Nischenprodukt für Abhängige und Verlierer abzustempeln, scheint einfach zu sein, wird aber der Realität nicht gerecht. Sie sind fest in jeglichen Schichten der Gesellschaft verankert und versuchen die Menschen seit Jahrtausenden in einem breiten Spektrum zu verführen. Egal ob als Bier, Zigaretten oder Heroin. Der Vorsatz ihnen keine Macht zu verleihen, scheint zwar gesetzlich gut gemeint, erweckt bei vielen aber nur ein müdes Lächeln.

Ein bisschen experimentieren ist ja in Ordnung. Wir leben schließlich nur einmal. Was soll schon groß passieren. Einmal dieses, einmal jenes. Das kann nicht schaden. Problematisch wird das erst, wenn aus dieser Einmaligkeit Gewohnheit wird. Regelmäßige Einmaligkeit. Wenn wir Dienstag Morgen zum Früchtemüsli schon ‘ne Line ziehen. Einfach um zu gucken, was so geht. Wenn wir lustige Smiley-Pillen als Aufraffhilfen missbrauchen, nur um endlich mal wieder den Arsch hoch zu bekommen. Oder wenn Kiffen mehr Zeit in Anspruch nimmt, als Kochen, Wäschewaschen und Onanieren zusammen.

Wie bei allen suchtpotenziellen Eigenarten dieses Daseins ist es wichtig die Balance zu halten. Zwischen ausprobieren und konsumieren. Zwischen spielen und brauchen. Zwischen leben und sterben. Denn wenn wir unsere Zukunft einer Macht anvertrauen, die unser Bewusstsein auf Dauer ficken kann, müssen wir nicht nur bereit sein, die Konsequenzen dafür zu tragen. Wir sind ebenso dazu verpflichtet, ständig die Balance zu halten. Zwischen Einmaligkeit und Gewohnheit. Und das nicht nur für uns selbst.

In Berlin are three places. TV Tower, Brandenburg Gate and the dealer. When you arrive mentally in the city, it won’t take long until you get to know someone. And he knows someone who knows someone. Before you get it, you find yourself with two or three people standing with a black man around the corner. He smiles kindly. We talk a little about life and girlfriends and death, he puts a few bags in our hand and jumps onto his bike. Until next time.

In 2009 1331 people died in Berlin because of the abuse of drugs. The capital is top of the nation year after year. Of course no one stops to consume them because of this report. The party nights in the trendy districts of the once divided city are demanding, loud, exhausting. Without speed, LSD or ecstasy you can’t hold on. Illegal or not – you just have to know where to get it. And how.

No one sees himself as dependent. To take pills or powder belongs to life such like Red Bull Sugar Free in the hand and falafel in the stomach. It’s okay to whip up. To be good on it. To get fatigue away. In the heart and head. It’s not in their heads to become a destroyed junkie in the corner. But everyone of us knows a friend who’s life is over because of drugs.

To demonize drugs as a whole and label them as a niche product for addicts and losers seems to be easy, but is not the reality. They are firmly rooted in all strata of society and try to addict the people for thousands of years in a wide range. Whether as beer, cigarettes or heroin. The intent to give them no power, seems to be meant legally raised, but is not reality for many people.

It’s okay for a little experiment. We live only once. What’s going to happen? Once this, now that. That can’t hurt. The problem is only when this uniqueness becomes habit. Regular uniqueness. If we take coke to our cornflakes in the morning. Just to look what’s up. If we abuse funny smiley pills, just to finally get our ass up. Or if grass takes more time together as cooking, washing clothes and masturbate.

As with all drugs, it’s important to keep the balance. Between consuming and trying. Between playing and needing. Between life and death. So if we entrust our future to a power that can fuck our consciousness over time, we must not only be prepared to bear the consequences. We are also committed to constantly keep the balance. Between uniqueness and habit. And not just for ourselves.

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