Berlin - City Of HookersDie Stadt der Nutten

Ich war noch nie bei einer Prostituierten. Entweder fand ich es moralisch schon immer verwerflich Frauen dafür zu bezahlen mit mir zu schlafen oder ich hatte einfach nicht genügend Kohle.…
Berlin

City Of HookersDie Stadt der Nutten

Ich war noch nie bei einer Prostituierten. Entweder fand ich es moralisch schon immer verwerflich Frauen dafür zu bezahlen mit mir zu schlafen oder ich hatte einfach nicht genügend Kohle. Klar, für Kinobesuche, Alkohol und Geschenke war immer etwas übrig, aber so direkt, so ohne Umwege für den Geschlechts­verkehr an sich auf mein Bankkonto zurück zu greifen, das hat es in meinem Leben bislang nicht gegeben. Keine Pimps, kein Rotlicht, keine Stundenhotels. Nicht sehr Rockstar-like.

Trotzdem hatte ich mich irgendwann an den Anblick der Prostituierten in der Oranienburger Straße gewöhnt und ich wunderte mich eigentlich nur noch über ihre hübschen Gesichter. Vor einigen Tagen schlenderte ich nun mit einer guten Freundin und ihrer kleinen Schwester nach einem Pizzeria-Besuch den dortigen Gehsteig entlang, während uns von allen Seiten die müden Augen von Frauen entgegen starrten, die sich in einer Nacht mehr Schwänze hinein stecken ließen, als eine normal gewachsene Mitteleuropäerin in einem Jahr. Kurze und lange, krumme und gerade, dicke und dünne.

Die kleine Schwester heißt Alina und ist acht Jahre alt. Nachdem sie die Frage stellte, was die vielen hübschen Mädchen in den weißen Stiefeln dort machten und ob ihnen nicht kalt war, beantwortete ich diese in Kindersprache. Das seien Nutten und ja sie froren. “Was sind Nutten?” Ihr minimales Organ war ziemlich laut, die Bordsteinschwalben grinsten, eine guckte mich böse an. “Die lieben Männer für Geld.”

Dieser Satz schwirrt nun seit einigen Tagen durch meinen Kopf und kommt da auch nicht mehr raus. “Die lieben Männer für Geld.” Wie unglaublich traurig dieser Gedanke doch ist. Für beide Seiten. Für die Nutten und ihre Freier. Wie Mädchen in diese ausweglose Situation rutschen und ihre Genitalien gegen Bares zur limitierten Verfügung stellen. Und wie beschissen das Leben dieser Typen sein muss, die Monatsgehälter dafür draufgehen lassen, dass sie mal zum Stich kommen. Oder ist jeder von ihnen ein Charlie Harper und alles in ihrer bunten Welt ist Friede, Freude, Eierkuchen?

Niemand kann mir erzählen, dass der Beruf diesen Blechfotzen mit Sprungdeckel Freude macht oder sie bereits beim Girls’ Day in der Schule vom Vögeln auf dem Straßenstrich mit irgendwelchen 60-jährigen Fetteumeln mit Gertrude zu Hause und Ausschlag an der Eichel geträumt haben. Oder hat das älteste Gewerbe der Welt etwa doch mehr Stolz und Elan als ich es mir vorstellen kann?

I’ve never been to a prostitute. Either I found it always morally reprehensible to pay women to sleep with me or I simply did not have enough money. Sure there used to be always something left for admissions, alcohol and gifts, but this clear, this direct to access my bank account for having sex – my life hasn’t seen something like that. Ever. No pimps, no red light, no love hotels. Not very rock star-like.

Nevertheless, I had some time to get used to the sight of prostitutes at Oranienburger Straße in Berlin actually only wondered about their pretty faces. A few days ago I strolled with a good friend of mine and her little sister after a visit to a pizzeria along the sidewalk while from all sides the tired eyes of women stared at us, who put more cocks in one night into them, than a normal grown mid European in one year. Short and long, curved and straight, thick and thin.

The name of the little sister is Alina and she’s eight years old. After she put the question what those many pretty girls do there in their white boots and whether it’s not cold for them standing outside, I answered her in children’s language. Those were hookers and yeah, it’s cold outside. “What’s a hooker?” Her minimal voice was quite noisy, the hookers looked some kind of bugged. “They love men for money.”

This sentence is now buzzing through my head for several days and doesn’t come out anymore. “They love men for money.” How incredibly sad this thought is. For both sides. For the hookers and their customers. How do girls slip in this hopeless situation to make their genitals limited available for cash. And how fucked has the life of those guys has to be, when they spend their monthly income for sex. Or are all of them Charlie Harpers and everything in their colorful world is just love, peace and harmony?

No one can tell me that their job is fun or that they wanted to be a prostitute when they were children. Fucking on the streets with some 60-year fatties with Paula at home and rash at their balls. Or has the oldest profession more pride than I can imagine?

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31 Kommentare

  • Dennis

    Die müssen ja auch von irgendwas leben..:D Dass man aber nach Jahrhunderten immer noch darüber sprechen muss…

  • Chris

    “die nutten sing net dumm, die nehmen dat geld an fürs geficke” – vollassi toni

  • Hendrik

    kommt drauf an ob du models oder nutten meinst

  • Denise

    jedem das seine. würde ich behaupten ;)

  • Ich lese deine Artikel immer nur, weil ich irgendwie mag, wie du schreibst.

  • Guter Artikel. Wenn ich die Oranienburger nachts rauflaufe, frage ich mich auch jedes Mal, was wohl gerade in den Köpfen dieser Mädchen vorgeht. Wie sie sich selbst, das ganze Business und die Freier sehen. Irgendwie alles ein bisschen kaputt und traurig. Ich glaube, da müssen beide Seiten Tag und Nacht gut trennen können, um damit umzugehen.

  • Julia

    Mein Tipp für dich: “Lulu – Die Nuttenrepublik” in der Schaubühne. Da erfährt man einiges über die Sicht der Prostituierten auf das ganze Gewerbe.

  • fips

    irgendwie bin ich hier mal echt einer meinung mit dem autor (sonst hab ich immer n recht kritischen blick drauf :P)
    aber darüber hab ich mir auch schon end oft gedanken gemacht

    andererseits stimmt das halt…was willste möglicherweise sonst machen wenn man vllt. keinen schulabschluss hat und möglicherweise die mutter auch schon prostituierte war etc. etc.
    wer weiss schon was da für krasse einzelschicksale hinterstecken

    aber irgendwie ist das auch gut das es die gibt…sonst gäb es vielleicht mehr verbitterte vergewaltiger die sonst einfach nur mal n fuffi oder wat für irgend ne hinterletzte hängerin ausgeben

  • “Wie Mädchen in diese ausweglose Situation rutschen und ihre Genitalien gegen Bares zur limitierten Verfügung stellen.”

    Vielleicht wollen sie einfach nur schnelles Geld und sind moralisch flexibel? Leute werden ja auch Profikiller oder Schläger ohne in eine auswegslose Situation gerutscht zu sein.

    “Und wie beschissen das Leben dieser Typen sein muss, die Monatsgehälter dafür draufgehen lassen, dass sie mal zum Stich kommen”

    Monatsgehalt? Ich dachte der Straßenstrich fängt bei 30 € an?

  • laura

    mir wurde vor kurzem gesagt, dass ich sehr naiv sei, wenn ich noch davon ausgehen würde, dass es eine seltenheit wäre, wenn männer zu nutten gehen. anscheinend gehört das fast schon zum guten ton, man spricht nur eher selten darüber. ich find’s zwar ok, soll jeder doch reinlutzen wo er will und wenn er dafür geld bezahlen kann und will, dann bitte. mich törnt das trotzdem immens ab. vor allem wirft es auch meiner meinung nach einen schein der verzweiflung auf die freier. ich kann mir einfach nicht vorstellen, warum man in einer so großen stadt wie berlin, wo es doch ziemlich einfach sein muss zwanglosen sex zu bekommen, ohne dafür bezahlen zu müssen, zu nutten gehen muss.

  • GK

    ein interessantes Blog, dass die ganze Sache in nem anderen Licht erscheinen lässt:

    http://streetgirl.twoday.net/

  • Araber GangstaRapper

    ALLE FRAUEN sind NUTTEN und so wird es immer bleiben. Oder glaubst du kriegst als Arbeitsloser eine heisse Freundin? Scheiss egal wie gut du als Mann aussieht, Frauen intressiert nur das Geld und deine Macht. Wenn ich zu deiner Freundin komm, dann gehört sie klack schon mir, weil ich mehr cash habe du NARR.yuuhhh weist du nicht Frauen haben keine Seele ?

  • Mika_omg

    Also das ist ja mal Die größte scheise die hier mR. Araber whatever
    Geschrieben hat…
    Kann man nur hoffen das sowas nur ein Scherz ist …

  • Robby

    Nun ja, ich sehe es weniger als ein Problem der Moral oder des verfügbaren Geldes denn des Eigenanspruchs und der Selbstwertschätzung. Ich meine, sogesehen müssten die meisten Frauen eher mich bezahlen… *pfeif* *hust*

    Und mal ganz ehrlich: Mit selbstgewählter Prostitution hätte ich kein Problem. Spaß am Sex und Geld dafür (idealerweise Single): Go for it. Habe das selbst schon mal überlegt. Ich meine, ich würde nur mit Frauen ins Bett gehen, mit denen ich das auch so tun würde. Und dafür dann noch Geld bekommen/nehmen… das wäre wohl amoralisch *fg*
    Aber für so eine Nummer bin ich nicht nur zu – hmm – moralisch, sondern nicht zuletzt mangelt es an physischer Attraktivität (allen voran einem muskulösen Körperbau), der das zulässig machen würde. (Wenngleich es bei gutem, erfüllenden Sex darauf nicht mal unbedingt ankommt bzw. anzukommen scheint. Another story.)

  • Passend zu deinen Gedanken kann ich noch die britische Serie “Secret Diary Of A Call Girl” empfehlen. Habe bislang zwar nur drei Folgen gesehen, doch die haben mir sehr gut gefallen. Und wer hätte gedacht, dass Billie Piper auch schön und sexy sein kann.

    • tori

      secret diary of a callgirl (sowohl die serie als auch die bücher)geben wirklich einen guten aber vor allem auch sehr witzigen einblick…die bücher wurden von einem wirklichem callgirl geschrieben, also sind sie wohl ziemlich authentisch..auch wenn man es bei einigen passagen schier nicht glauben kann…

  • Zieh doch aufs Land. Da gibt es keine Nutten. ;-)

  • Sorry aber der Text ist das Beschissenste was ich hier je gelesen habe. Denk über so ein Thema doch mal etwas länger als 5 Minuten nach bevor du so etwas raushaust.

  • Phil

    “Nutte” ist ein übles Schimpfwort. Das sind Huren oder Prostituierte. Ich denke, soviel Respekt sollte man den Frauen schon entgegenbringen.

    Nebenbei bemerkt war so gut wie jeder Mann schon einmal bei einer Prostituierten. Da brauch man sich gar nichts vormachen.

  • Araber

    Kann sein das Frauen doch Seele haben, vielleicht nur manche oder alle, kenn mich da nicht aus, fragt euren Papst. Aber einst ist klar, du kannst einer Frau die Verantwortung Schuld an irgendetwas nur geben wenn sie eine Seele hat. Ansonsten ist mann dafür verantwortlich.

  • Scrash

    Ach Gott, was für eine altbackene Moral. Manche verkaufen ihren Körper, andere verkaufen ihre Privatheit, ihr Intimes – mit Worten und Bildern. Denke auch mal über dich nach.

    Um mal in die Details zu gehen: Die Mädels in der Oranienburger sind bekannt dafür, dass sie in der Regel nicht die Beine öffnen. Handjob und vielleicht Blowjobs. Nur am Rande, wenn du wieder über müde Blicke und Genitalien sprichst.

  • Ich finde deine Wortwahl mal wieder genial, deswegen lese ich Amy&Pink gerne (um erstmal ein Kompliment voran zu schicken)

    Ich glaube, das Problem mit der Prostitution (nicht nur in Deutschland und Europa) ist, dass viele Junge Menschen einfach »dumm« und ungebildet sind, somit wenig Chancen haben einen gut bezahlten Beruf zu erlernen und deswegen auf »das schnell und leicht verdiente Geld« reinfallen. Außerdem, man kennt das ja aus Filmen, haben die ja meist noch Zuhälter und kommen aus dem Milieu gar nicht mehr raus.

    Ich war in Amsterdam im Rotlichtviertel (mit meiner Lehrerin, die meinte wir müssen das mal gesehen haben) und wie es da zugeht ist echt widerlich – die Prostituierten betteln dich schon fast an, mit ihnen zu schlafen und lassen dabei noch mit sich handeln (ein Freund hat eine der Damen von 50€ auf 25€ für einen Blowjob runtergehandelt) und das schreit dann doch stark nach Verzweiflung.

    Prostituierte wären nichts für mich, zum einen finde ich es, wie du schon sagst, moralisch verwerflich und zum anderen gebe ich mein bisschen Geld lieber anderweitig aus (und außerdem bin ich 17 und dürfte gar nicht mit einer Prostituierten schlafen.)

    cheers

  • Deine moralischen Ansichten beeinflussen offensichtlich deine Meinung mehr als du denkst. Nicht jede Professionelle ist gleich ein “gefallenes Mädchen” und schlußendlich sind auch nicht alle Freier “arme Schweine die es nötig haben Monatsgehälter gegen Ego zu tauschen”.

    Aber was soll ich sagen… wenn du erst einmal verstanden hast das deine (zukünftige) Frau auch Geld kostet (“Haushaltsgeld” und so) und das du unter dem Strich dafür definitiv weniger Sex dafür bekommest, eröffnet sich dir höchst wahrscheinlich auch den Sinn und Zweck eines Gewerbes welches ganze Reiche und mehrere Jahrtausende besteht.

    Aber deine Unwissendheit durch Mangel an Erfahrung sei dir verziehen… liebe Grüße!

  • Mia May @ CHITCHISM!

    I am astonished that a super hip blog like AMY+PINK has such a narrowed view on prostitution. Sure, there is a lot of forced prostitution in Germany and sure not every gal strolling down the streets in corsets-worn-over-bomber-jackets does it out of joy. For lots of women it is something they somehow “got into” during times of financial struggle and now this has become their sole income provider to pay bills and support families. But there is also a whole other world of sex-workers: girls who deliberately chose to make a living with their sexuality – be it porn, stripping or prostitution. These are often highly intelligent (often academic), confident and strong women who chose to live a way, which I argue to be extremely feminist, self determined and independent, doing what they enjoy anyway, while turning an alleged “degradation” to being a sex object cleverly into their own benefit.
    (of course I am not talking about forced prostitution of any kind!)

  • Peter Panther

    du verhurst dich doch auch für wenig geld für diesen blog, der fast keinen traffic hat. wo ist das problem?

s.Oliver