Persönlichkeitskopie - Parasite LoveLiebe deinen Nächsten

Mein eigenes Leben teile ich nicht in Altersabschnitte ein. Oder Schulklassen. Oder Jahreszahlen. Das bisherige Dasein des Marcel Winatschek ist geprägt und parzelliert von den Mädchen, denen ich hinterher gelaufen…
Persönlichkeitskopie

Parasite LoveLiebe deinen Nächsten

Mein eigenes Leben teile ich nicht in Altersabschnitte ein. Oder Schulklassen. Oder Jahreszahlen. Das bisherige Dasein des Marcel Winatschek ist geprägt und parzelliert von den Mädchen, denen ich hinterher gelaufen bin. Die mich begeistert haben. Oder verletzt. Weibliche Geschöpfe, Lebens­abschnitts­gefährt­innen, mit denen ich Monate und Jahre verbracht habe, bis sie mir das Herz herausgerissen haben. Oder umgekehrt. Und egal wie heilig oder schlampig diese Miststücke auch waren, sie haben mir doch eine Sache bewiesen: Dass ich immer ein Mädchen an meiner Seite brauche, das mich irgendwie inspiriert oder mir in den Arsch tritt – vollkommen egal, ob wir nun zusammen sind oder nicht.

Ich komme mir manchmal wie ein beschissenes Glückbärchi vor, dessen bunte Glücksstrahlen niemals mehr versiegen und deshalb auf den Nächstbesten gerichtet werden müssen, damit sie nicht ganz umsonst verschossen werden. Liebe deinen Nächsten. Und habe ich erst einmal ein Vaginawesen getroffen, an dessen Kreativität ich mich parasitieren kann, dann lutsche und sauge ich, bis kein Fitzelchen Muse mehr übrig ist. Welche Musik hörst du? Was für Sneaker trägst du? Welche Serien guckst du? Ach ja die? Geil.

Manchmal bin ich mir schon gar nicht mehr im Klaren darüber, wie viel meiner verkorksten Persönlichkeit nun wirklich noch ich bin und welche meiner Angewohnheiten, Hobbys und Vorlieben in ihrer früheren Existenz einer meiner zahlreichen Gespielinnen zuteil waren. Schließlich verbinde ich ich mit dem Großteil von Bands, Filmen und Büchern gleich ein Mädchen, deren Gesichter direkt vor mir erscheinen.

Die Schmalztruppe von Muse höre ich nur wegen Ana, keine Frage. Adidas Superstars? Die hat doch auch Chrissy immer getragen. Und diese Eigenart Kassierer grundlos mit verbalen Fäkalien zu bewerfen? Ganz klar Jennys Handschrift. Wie ein roter Faden ziehen sich die Charakteristiken der verflossenen Liebschaften durch meine Vita und lassen mich wohl nie wieder ziehen.

Aber womöglich reagiere ich mit meiner Angst um eine verfälschte Persönlichkeit und dem Drang Mädchen kreativ auszunutzen auch nur über. Schließlich kommt jeder von uns zwar als Original auf die Welt, stirbt aber als Kopie tausend anderer. Und ist es da nicht viel besser, die inspirierendsten Eigenschaften hübscher Mädchen in sich selbst aufzunehmen und fortzuführen, als sie sich von unpersönlichen Amazon-Listen, falschen Freunden und lieblosen Verwandten vorschlagen lassen zu müssen? Ich sage ja und bin schon auf die nächste Olle gespannt, an deren Lebensinhalte ich mich Stück für Stück erfreuen kann.

My own life I do not divide into age sections. Or school classes. Or years. The previous existence of Marcel Winatschek is shaped and divided into lots of the girls that I used to run after. Or delighted me. Or injured. Female creatures, cohabitants, with whom I have spent months and years, until they ripped my heart out. Or vice versa. And no matter how sacred or sloppy these bitches were, they proved me one thing: That I always need a girl by my side, which somehow inspire or hits me in the ass – not matter whether we are together or not.

I feel sometimes like a fucking Care Bear, which colorful rays of happiness have to hit someone. Love your neighbor. And when I meet a vagina being, on whose creativity I can parasitize, then I suck until no bit of muse is left. What music do you listen to? Which sneakers do you wear? Which tv show do you watch? Oh that one? Love it!

Sometimes I’m certainly not aware of how much of my messed up personality is really left and which hobbies and preferences belongs to a girl I met. I connect the majority of bands, films and books with girls, whose faces appear right in front of me.

I listen to that soap band of Muse only because Ana, no question. Adidas Superstars? Chrissy has always worn them. And this peculiarity reason to throw verbal feces onto cashiers? Clearly Jenny’s handwriting. Like a red thread, the characteristics of past love affairs go with my CV.

But perhaps I react with my fear for a fake personality and the creative urge girls to take advantage even over. Finally, each of us is as though the original in the world is dying, but a copy of a thousand other. And there is not much better, the most inspiring features pretty girls take in themselves and continue as they have to have them suggest the age of impersonal lists, false friends and unloving relatives? I say yes and I’m already looking forward to the next girls, on whose website I can enjoy life piece by piece.

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11 Kommentare

  • Robby

    Hahahaha, partiell kenne ich das. Mit dem Unterschied, dass sich seit fünf Jahren “the one” durch mein Leben bewegt und ich seitdem eigentlich kein anderes Mädchen mehr brauche. Zwischendurch allerdings – aus verschiedenen Gründen – welche hatte. (Die Story ist so oder so arg kompliziert und kommt irgendwann als Buch und/oder Film raus. Wenn ich groß bin. Und ist besser als jede gottverdammt existierende Liebesgeschichte. Goddamn it, yeah!)

    Kurzum: Finde die Eine. Liebe, leide. Erobere sie, liebe sie immer noch, erlebe perfekte Synchronität in absoluter Reinform, sei glücklich, halte sie, lass dich halten, lebt glücklich und zufrieden.

    Wobei ich glaube/befürchte, dass das ganz so unkompliziert dann doch nicht läuft. Wohl oder übel. Aber zu wissen/glauben/hoffen, dass es “am Ende” auf diese Eine hinaus läuft… awesome. True story.

  • Wir sind was wir sind. Und Menschen, die wir schätzen, sind irgendwie ein Teil davon.

    Kenne ich.

  • Mich hat das Thema auch mal gepackt udn ich habe das sogar in lyrische Ausstechförmchen gegossen.
    Es ist löblich nicht stehen zu bleiben und sich immer wieder inspirieren zu lassen. Alles andere wäre ekelhaft. Gerade bei der Musik passiert das ganz schnell durch interessante Menschen des anderen Geschlechts. Man kann da ruhig ein bisschen rumtentakeln und etwas von einschließen.

    Niemand geht ganz aus deinem Leben und wenn es nur die Art ist wie du dir das Orangenschälen von jemandem übernommen hast und es dich für immer daran erinnert oder das Geheimrezept für Kartoffeln mit Quark.
    Ich hoffe nur, du bist nicht so langweilig und lässt andere auch mal parasitös rumsaugen.

  • Hi Daniel

    Genau so schauts aus.

  • Schönes Thema, geht mir auf jeden Fall mit Exliebschaften genauso, oder auch besten Freunden, deren Angewohnheiten/ Eigenarten/Slang man einfach wie selbstverständlich aufnimmt und gebraucht.

  • Mit den Liebschaften ist das wie mit den Freundschaften – sie färben auf uns ab.

    Und jetzt, wo ich diese Worte lese, krame ich in meinem Gedächtnis herum und suche nach den Parallelen. Und mit Erschrecken stellt man fest, dass es nicht wenige sind. Manche Musik würde ich so heute vermutlich nicht hören.

  • “I am other people” is die Phrase, die mir dazu einfällt. Ich kenne auch einige Menschen, die nach jeder Verbindung versuchen Grundreinigung von Innen und Außen zu betreiben und danach den nächsten frischen Start zu haben. Aber ein Teil vieler Summen zu sein ist ebenfalls ungemein reizvoll.

  • Über das Thema habe ich erst kürzlich in der Uni referiert. Schon interessant eigentlich.

  • bernd

    das ist doch eine schöne Beobachtung, dAss wir unsere eigene Persönlichkeit gar nicht klar von unseren Partnern abgrenzen können. Was führ mich allerdings die Frage aufwirft, wie sich in dem Zusammenhang Egoismus definiert.

  • Sarah

    Hm. Komisch. Ich kann mich mit keinem von früher identifizieren.
    Ich fand mal das interessant. Dies und das. Aber nichts davon
    habe ich bis ins Jetzt von ihnen mitgenommen. Bei Freunden ist
    es sogar so, dass einige mich nachäffen und auf all das stehen
    auf das ich stehe. Sie haben ein Teil von mir geklaut und das finde
    ich verdammt ätzend. Sei es, dass sie auf einmal die gleichen Hobbys
    hatten, den gleichen Schreibstil oder oder oder… Das sind nicht SIE
    sondern ICH. Oder einiges war ich, weil ichs mir mit Absicht abgewöhnt
    habe, damit ich wieder anders sein kann als die.

    Nur eine Person fasziniert mich seit meinem 15. Lebenjahr und mit ihm
    bin ich endlich glücklich vereint. Und er ist meine Inspiration. Total
    seltsam. Kein Plan.

s.Oliver