Wie uns die Regierung zerfleischt - Youth Protection Hates UsDer Kampf gegen den Jugendschutz

In der Blogosphäre herrscht seit einigen Tagen Untergangsstimmung. Durch die neuen Regelungen im Jugendschutzmedienvertrag, der ab nächstem Jahr gelten soll, werden allen Anbietern von Informationen im Netz unsinnige Fesseln angelegt…
Wie uns die Regierung zerfleischt

Youth Protection Hates UsDer Kampf gegen den Jugendschutz

In der Blogosphäre herrscht seit einigen Tagen Untergangsstimmung. Durch die neuen Regelungen im Jugendschutzmedienvertrag, der ab nächstem Jahr gelten soll, werden allen Anbietern von Informationen im Netz unsinnige Fesseln angelegt und Richtlinien auferlegt, die allem Anschein nach nur ein einziges Ziel verfolgen: Die kulturelle Vielfältigkeit und Entwicklung im Internet zu bombardieren. Weil sie von Menschen bestimmt werden, die keine Ahnung haben, wie das Netz funktioniert. Weil sie überaus schwammige Formulierungen enthalten, die nichts anderes als kostenverursachende Fallen sind. Weil sie den Sinn, die Jugend vor beeinträchtigenden Inhalten zu schützen, nicht nur verfehlen, sondern auch untergraben.

Während einige unserer Mitstreiter bereits die Segel streichen, beschäftigt auch uns bei AMY&PINK momentan kein Thema so sehr wie der Umgang mit den neuen Gesetzen. Durch dieses undurchsichtige “Minenfeld” sehen wir nämlich unsere Zukunft auf dem freien Markt mehr als gefährdet. Denn natürlich wäre es einfach unsere gesamte Seite ab 18 zu klassifizieren, da der Großteil unserer Leser sowieso bereits volljährig ist, allerdings ist diese Option untragbar.

Jeder, der vom Internet auch nur die geringste Ahnung hat, weiß, dass Vorschaltseiten, egal welcher Art, katastrophale Auswirkungen auf Eindruck, Leserschaft und Besucherzahlen haben. Potentielle wie auch langwierige Werbekunden werden wohl kaum auf einer scheinbaren “Pornoseite” inserieren wollen. Und von dem Angriff auf Image und Ansehen wollen wir gar nicht erst anfangen.

Besonders übel stößt dabei natürlich auf, dass sich Portale wie Spiegel Online oder Bild keineswegs den neuen Gesetzen unterordnen müssen, da diese von “allgemeinem Interesse” sind. Was immer das auch bedeuten mag. Sie dürfen weiterhin froh gelaunt alles veröffentlichen, was ihnen in den Sinn kommt, während wir als Online-Magazin jeden Artikel, jedes Bild und jeden Kommentar im Nachhinein auf die Ansprüche des Jugendschutzes hin überprüfen müssen. Was sowohl wirtschaftlich untragbar als auch rechtlich mehr als unsicher ist.

Ehrlich gesagt sind wir etwas ratlos, wie wir uns hier verhalten sollen, wenn dumme Menschen dieses dumme Gesetz wirklich auf den Weg bringen – und das ist wohl mehr als gewiss. Möchten wir unser gesamtes Angebot pauschal als jugendgefährdet einstufen, nur von 22 – 6 Uhr erreichbar sein oder schlichtweg alles löschen, was nur irgendwie anrüchig sein dürfte? Wir können den Laden auch schließen oder auswandern oder im Lotto gewinnen, um einfach jede auf uns zukommende Strafe, egal in welcher Höhe, begleichen zu können.

Die deutsche Regierung beweist mit dem neuen Jugendschutzmedienvertrag erneut, dass sie keine Ahnung von den neuen Medien hat. Und wäre es nicht so unglaublich traurig, könnte man fast ein wenig mitlachen. Leider ist das der größte Eingriff in die digitale Kultur in der Geschichte der Bundesrepublik und wir können nichts weiter machen, als uns lautstark darüber zu beschweren und mutig in die Zukunft zu sehen. Denn auch wenn der Weg steinig und hart wird, wir werden ihn überstehen. Selbst wenn wir dazu womöglich unserem Heimatland den Rücken kehren müssen.

In the blogosphere doom is near. The new regulations of the Youth media protection treaty, which will apply from next year, give all providers of information on the web unreasonable restraints and created imposed policies that appear to follow a single objective: To bombard the cultural diversity and development on the Internet. Because they are made by people who have no idea how the Internet works. Because they contain very vague formulations that are nothing more than cost-incurring traps. Because they fail the sense, to protect youth from debilitating content.

While some of our fellow already strike their colors, here at AMY&PINK are the new laws the only topic. Because of this opaque “minefield” we see our future threatened. Of course, it would be simple to classify our entire site to 18, since the majority of our readers anyway is of age already, but this option is unacceptable.

Anyone with even the slightest clue about the Internet knows that index pages of any kind have catastrophic effects on impression, readership and visitor numbers. Potential advertisers are hardly apparent to bring their ads on a “porn site”. And we don’t even think about the attack of image and reputation.

We are especially pissed off, that Spiegel Online or Bild.de have no need to consider these new laws, as they are of “general interest”. What ever that may mean. They may continue to publish everything that comes to their mind them while we as an online magazine have to verify every article, every picture and every comment afterwards for youth protection. What is both economically unsustainable and in law more than uncertain.

Honestly we are somewhat perplexed on how we should conduct ourselves here, if stupid people get this stupid law really through – and this is probably more than certain. Should we classify our entire site as youth risk, open only from 22 to 6 o’clock or simply delete everything that just might be somehow offensive? We can even close this shit or emigrate or win the lottery so we are able to pay every stupid penalty.

The German government has once again demonstrated with the new youth media protection contract that they have no idea of the new media. And wouldn’t it be so incredibly sad, you could almost laugh a little. Unfortunately, this is the biggest intervention in the digital culture in the history of the Federal Republic and we can do nothing else than complain loudly about it and look brave into the future. Even if the road is rocky and hard, we will overcome it. Even if we may need to change our country.

Topman

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