Interview - The Ting Tings

Die britische Band The Ting Tings gehört mit ihren knalligen Sounds und bunten Performances zu den sympathischsten Pop-Sensationen der vergangenen Jahre. Letzte Woche kehrten Katie und Jules für die LOUD-Kampagne…
Interview

The Ting Tings

Die britische Band The Ting Tings gehört mit ihren knalligen Sounds und bunten Performances zu den sympathischsten Pop-Sensationen der vergangenen Jahre. Letzte Woche kehrten Katie und Jules für die LOUD-Kampagne von Tommy Hilfiger in ihre alte Wahlheimat Berlin zurück und kurz vor ihrem feucht­fröhlichen Auftritt im E-Werk hatten wir die Gelegenheit dazu, uns mit ihnen im Soho House zu treffen, um über billige Sonnenbrillen, gruselige Mädchen und kleine Penisse zu plaudern.

Nachdem ihr ein Jahr lang an eurem neuen Album gearbeitet habt, steht ihr endlich wieder auf den Bühnen dieser Welt. Wie wichtig sind euch Konzerte und Live-Gigs?

Katie: Für uns sind sie das Wichtigste überhaupt. Es macht uns großen Spaß live aufzutreten und das Gefühl auf der Bühne zu stehen, gehört zu einem der aufregendsten, das man haben kann. Wir sind keine Band, die einfach nur viel Geld verdienen und ansonsten in Ruhe gelassen werden möchte. Wir lieben Auftritte.

Ihr wart als Teenager Mitglied einer Punk-Band namens TKO. Allerdings hattet ihr weder einen Plattenvertrag, noch Erfolg. Habt ihr noch Kontakt zu euren alten Bandmitgliedern und glaubt ihr, dass die anderen neidisch auf euren Erfolg sind?

Katie: Nein, wir haben uns leider aus den Augen verloren und keinen wirklichen Kontakt mehr zueinander. Aber ich glaube nicht, dass sie allzu neidisch oder gar eifersüchtig sind. Schließlich arbeiten sie an ihren eigenen Projekten, haben Familien gegründet und führen ein ganz anderes Leben als ich.

Seit eurem Debutalbum “We Started Nothing” im Jahr 2008 werdet ihr weltweit von Fans nur so angehimmelt und bei Auftritten belagert. Was sind denn die krassesten Dinge, die euch jemals mit Fans passiert sind?

Katie: Auf einem unserer Konzerte rannte auf einmal dieser Typ auf die Bühne, drückte sich zwischen den Bodyguards hindurch und stolperte mit weit aufgerissenen Armen auf mich zu. Mir blieb fast das Herz stehen, doch im letzten Augenblick konnte sich einer der Sicherheitskräfte auf ihn werfen und ihn zu Boden drücken. Danach stand ich erst einmal etwas unter Schock.

Jules: Bei mir war es dieses Mädchen. Es war vielleicht erst 15 Jahre alt, reiste uns aber von Gig zu Gig hinterher und stand oft in klirrender Kälte ganz allein unter Brücken oder am Zaun. Als wir sie abends allein hinter einer Fabrik stehen sahen, sagten wir zu ihr, dass es doch gefährlich sei, im Winter allein hier zu sein. Sie sah mich an, drückte mir eine Schachtel mit jeder Menge Sonnenbrillen in die Hand und lief weg, als ich sagte, dass ich das doch nicht annehmen könne. Als ich mir die Brillen dann genauer ansah, stellte ich fest, dass sie alle zerbrochen und kaputt waren. Das fand ich schon ziemlich gruselig.

Jules, weil du gerade von deinem Faible für Sonnenbrillen sprichst, du hast wirklich eine ganze Sammlung an ihnen. Wo bekommst du die denn alle her?

Jules: Ja das stimmt, ich besitze wirklich eine Menge. Am liebsten kaufe ich sie in einem kleinen Laden in New York, aber am meisten mag ich die billigen. Die teuren verschwinden immer plötzlich, gehen kaputt oder werden geklaut. Du musst sie nur einmal kurz am Tisch in einem Restaurant liegen lassen, schon ist sie weg. Mit günstigen Exemplaren passiert dir das nicht.

Auf was steht ihr denn modisch sonst so, außer Sonnenbrillen?

Jules: Ich mag es eher schlicht. Momentan stehe ich auf Cordhosen und ganz normale T-Shirts. Kombiniert mit einer ausgewählten Sonnenbrille macht man damit immer einen sehr guten Eindruck.

Katie: Experimente sind toll. Ausprobieren, was einem steht und gefällt. Zur Zeit trage ich gerne Creepers (Katie streckt ihre Füße in die Luft). Mir ist es egal, ob sie in oder modern sind. Susie von Style Bubble hat mir diese hier von einer britischen Marke empfohlen. Außerdem habe ich mit Stop That Car! jetzt einen eigenen kleinen Modeblog ins Leben gerufen, auf dem ich mich austoben kann.

Und musikalisch? Was hört ihr momentan auf euren iPods?

Katie: Pet Shop Boys.

Jules: Französisch für Anfänger.

Erinnert ihr euch noch an den Augenblick, an dem ihr gemerkt habt, dass es plötzlich bergauf mich euch geht, der Erfolg sozusagen an die Tür klopft?

Katie: Wir waren auf dieser tollen Party und haben einem befreundeten DJ unser Demo-Tape in die Hand gedrückt. Anscheinend war er sehr davon angetan, denn als Jules und ich ein paar Tage später in der Küche das Geschirr abtrockneten, ertönte plötzlich unser Song “That’s Not My Name”. Wir ließen alles stehen und liegen und hüpften erst einmal quer durch die Wohnung. Das war ein Moment, der sich mir ins Gedächtnis gebrannt hat.

Wie seid ihr gerade auf den Namen “Ting Tings” gekommen?

Katie: Das habe ich einem Mädchen geklaut, mit dem ich früher in einem Klamotten-Geschäft gearbeitet habe. Ihr Name war Ting Ting und sie erzählte mir, dass sie auf Chinesisch so alte Parkbühnen nennen und es “Hören, hören” bedeutet. Wir haben außerdem herausgefunden, dass es den Klang von Innovation meint. Wir sind zu zweit und sehr rhythmuslastig, also passte das ganz gut.

Ihr seid durch euren Erfolg schon viel in der Welt herum gekommen. Japan, USA, Deutschland… Wo hat es euch denn am besten gefallen und warum?

Jules: Das ist wirklich eine schwierige Frage. Manchmal reisen wir am Tag durch drei verschiedene Städte und wissen oft gar nicht mehr so genau, wo wir uns gerade befinden oder haben einfach keine Zeit hinauszugehen, um den Ort kennen zu lernen. Ich erinnere mich zum Beispiel noch sehr gut an Jakarta. Man sagte uns, dass es dort sehr gefährlich sei. Ständig wurde unser Hotelzimmer inspiziert und wir durften nur mit Bodyguards in die Stadt gehen. Aber wenn man erst einmal mit den Menschen gesprochen hat und sich ein wenig mit Jakarta beschäftigt, merkt man, dass es dort eigentlich ganz nett ist.

Katie: Ja auf dem Markt stand ein Mann, der Kaninchen verkaufte. Er hielt mir einen kleinen und süßen Babyhasen vors Gesicht und ich verliebte mich sofort in das kleine Wollknäuel. Es brach mir fast das Herz, dass ich es nicht mitnehmen konnte. Aber ich erinnere mich zum Beispiel auch an Istanbul, weil dort jede Menge junger Menschen leben, die Tag und Nacht am Feiern zu sein scheinen. Eine großartige Stadt. Und natürlich Berlin, weil wir dort nun fast ein Jahr lang lebten.

Stimmt es, dass euer Bandname auf Japanisch “Kleiner Penis” bedeutet?

Jules: Ja das ist wahr… (beide lachen) Aber es heißt eigentlich “Süßer Penis” – das ist dann doch ein wenig besser.

Wir danken Katie und Jules für das nette Gespräch und warten ungeduldig auf ihre neues Album. Wer das aber nicht aushält, der kann hier exklusiv ihren neuen Song “We’re Not The Same” für die aktuelle Kampagne von Tommy Hilfiger kostenlos herunter laden und damit so richtig viel Spaß haben.

British band The Ting Tings is with its bright sounds and colorful performances one of the most likeable pop sensations of recent years. Last week Katie and Jules returned to their former adopted home Berlin for the LOUD Campaign by Tommy Hilfiger and just before their great performance at E-Werk, we had the opportunity to meet them at the Soho House to have a little talk about cheap sunglasses, creepy girls and small penises.

After you have worked on your new album for about a year, you can finally return to the stage. How important are concerts and live gigs for you?

Katie: For us, they are the most important thing. It makes us a lot of fun to play live and the feeling to be on stage, is one of the most exciting that you can have. We are not a band that just want to have a lot of money and be left alone otherwise. We love gigs.

When you were teenagers you used to be a member of a punk band called TKO. However, you had neither a contract nor success. Are you still in touch with your old band members and do you believe that they are envious of your success?

Katie: No, we have unfortunately lost sight and have no real contact anymore. But I do not think they are too envious or even jealous. Finally, they work on their own projects, have started families and live a different life than I do.

Since your debut album “We Started Nothing” in 2008 you are adored by fans worldwide. What are the most egregious things that you every experienced with fans?

Katie: On one of our shows that strange guy ran onto the stage, pressed himself between the bodyguards and stumbled in my direction with wide open arms. My heart nearly stopped beating, but at the last moment, one of the security forces could throw at him and push him to the ground. After that I had a little shock.

Jules: For me it was this girl. She was perhaps only 15 years old, but we traveled from gig to gig, and was often in the cold all alone under bridges or on the fence. When we saw her at the evening standing alone behind a factory, we told her that it would be dangerous to be alone in the winter here. She looked at me, gave me a box with lots of sunglasses in my hand and ran away when I said that I could not accept them. When I took a closer look at the glasses, I realized that they were all shattered and broken. I thought that was pretty scary.

Jules, just because you speak about your passion for sunglasses, you really have a whole collection of them. Where do you get them?

Jules: Yes that’s true, I have really a lot. I prefer to buy them in a small shop in New York, but mostly I like the cheap ones. The expensive disappearing suddenly, break or get stolen. You only need to forget them at the table in a restaurant, it is already gone. That doesn’t happen with cheap copies.

What’s modern fashion for you, except sunglasses?

Jules: I like it more simple. Right now I’m on corduroy pants and a normal tee. Combined with a selected sunglasses you look always great.

Katie: Experiments are great. Try what you like. Currently I like to wear Creepers (Katie stretches her legs in the air). I do not care whether they are modern. Susie of Style Bubble recommended me these from a British brand. I also opened my own little fashion blog called Stop That Car! There I can show what I wear and have a little bit of fun.

And musically? What are you listening to right now on your iPods?

Katie: Pet Shop Boys.

Jules: French for dummies.

Do you remember the moment where you have noticed that it suddenly goes uphill for you, so to speak, the success knocks on the door?

Katie: We were on this great party and gave our demo tape into the hands of a befriended DJ. Apparently he was very excited, because as Jules and I have been in our kitchen a few days later, we suddenly heard our song “That’s Not My Name”. We dropped everything and hopped once and across the flat. That was a moment that is still branded into my memory.

Why “Ting Tings“?

Katie: I stole it off a girl who I used to work with in a clothes shop. Her name was Ting Ting and she told me that in Chinese Mandarin it was an old bandstand in a park, and it meant “listen, listen.“ We also found that it meant the sound of innovation on an open mind. There are just two of us and we're very rhythm based, so it just felt right.

You come across to a lot of countries Japan, USA, Germany … What’s your favorite place?

Jules: This is really a difficult question. Sometimes we travel to three different cities in just one day, and often do not know exactly where we are or just haven’t got the time to go out to get to know the place. I remember Jakarta. We were told that it’s very dangerous there. Our hotel room was constantly inspected and we could only go with bodyguards to city. But when you spoke to the people and got a little busy with Jakarta, you realize that it’s quite nice actually.

Katie: Yes, there was this man who sold rabbits. He held a small and cute baby bunny into my face and I fell in love with the little ball of wool. It almost broke my heart that I couldn’t buy it. But I remember, for example, Istanbul, because there live a lot of young people who seems to make party all day long. A great city. And of course Berlin because we lived there for almost a year.

Is it true that your band name means “small penis” in Japanese?

Jules: Yes it’s true… (both laugh) But it actually means “sweet penis” – surely that is a little better.

We thank Katie and Jules for the nice conversation and wait impatiently for their new album. Also you can download their new song “We’re Not The Same” here for free.

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