Kind oder Leben? - Interview With An AbortionistInterview mit einer Abtreiberin

Eine viertel Stunde zu früh treffe ich zu unserer Verabredung im Münchner Trachtenvogel ein, aber Maria ist schon da. Ich begrüße sie und nehme ihr gegenüber Platz. Maria ist 21,…
Kind oder Leben?

Interview With An AbortionistInterview mit einer Abtreiberin

Eine viertel Stunde zu früh treffe ich zu unserer Verabredung im Münchner Trachtenvogel ein, aber Maria ist schon da. Ich begrüße sie und nehme ihr gegenüber Platz. Maria ist 21, hat die blonden Haare zu einem ordentlichen Zopf geflochten, trägt einen blauen Pullover und nur einen Hauch Make Up. Sie ist ein wenig zu dünn, ihre Schultern hat sie hochgezogen, trotzdem verknalle ich mich auf Anhieb ein wenig in sie. Sie entspricht optisch genau dem Schülersprecherinnenklischee. Das nette Mädchen von nebenan. Abinote 1,3. Zwei Meerschweinchen. Erst Flöte, später Geige. Ich werde heute mit Maria über Abtreibung sprechen.

Maria, du hast abgetrieben….

Wow, du fällst gleich mit der Tür ins Haus. Ja ich habe abgetrieben, vor vier Monaten. Ich war zwanzig, so wie du jetzt. Was würdest du in meiner Situation machen?

(Ihre Frage ist nicht patzig, es interessiert sie wirklich. Ich bin verunsichert, damit habe ich nicht gerechnet, schließlich stelle ich hier die Fragen.) Ich weiß es nicht.

Ich weiß es nicht. So ging es mir auch. Ich hatte und habe keine konkrete Meinung zum Thema Abtreibung. In meiner Situation war es einfach die einzige Lösung, die in Frage kam. Ich dachte nicht über die Ethik hinter dem Thema nach, ob ich in die Hölle komme oder was passiert, wenn wir tot sind. Mein Schwangerschaftstest was positiv und für mich stand fest: Ich will dieses Kind auf gar keinen Fall.

Wie kam es zu der ungewollten Schwangerschaft?

Also, es gibt da die Bienchen und die Blümchen… Nein Sorry – berechtigte Frage. Ich habe schlicht und ergreifend die Pille vergessen, das ist alles. Ich sagte dem Kerl nichts davon, wir hatten weiterhin Sex und ich habe mir überhaupt keine weiteren Gedanken gemacht. Ich bekam meine Tage – allerdings nur sehr schwach und unter ziemlichen Schmerzen. Da erinnerte ich mich an die vergessene Pille und habe einen Test gemacht. Der dann positiv war. Clever kombiniert Frau Kommissar.

Wie ging es weiter?

Ich war total am Ende, bin im Badezimmer zusammengebrochen und habe erst einmal eine Stunde nur geheult. Dann bin ich aufgestanden und habe die ganze Sache für zwei Tage komplett verdrängt. Am Ende bin ich doch zum Frauenarzt gegangen, wo man mir das Ergebnis bestätigt hat. Ich habe mir diesen Wisch bei Pro Familia geholt, auf dem dir bestätigt wird, dass du ein Beratungsgespräch geführt hast, und bin in die nächste Klinik damit.

Wie verlief das Gespräch bei Pro Familia?

Gut. Wenn man das so sagen kann. Ich fühlte mich aufgehoben, die ganze Geschichte platzte aus mir heraus, ich erzählte einfach alles was mir durch den Kopf ging. Sie fragten mich, ob ich Schuldgefühle hätte. Ich hatte keine. Danach machte ich einen Termin in der Klinik aus. Ich wurde über alles aufgeklärt und entschied mich für die medikamentöse Abtreibung.

Medikamentöse Abtreibung? Wie läuft die ab? (Maria nimmt einen großen Schluck von ihrer heißen Schokolade und atmet tief durch. Sie schaut für einige Sekunden aus dem Fenster, fängt sich und erzählt kühl, fast emotionslos weiter).

Ich musste Tabletten schlucken und durfte danach nach Hause gehen. Am nächsten Tag musste ich noch eine Tablette nehmen. Das war alles. Dann war ich allein. Nach einigen Stunden fragte ich mich, ob es überhaupt funktioniert hatte. Dann bekam ich plötzlich die schlimmsten Schmerzen, die du dir vorstellen kannst. Alles in mir zog sich irgendwie zusammen, ich fing an zu bluten und brach zusammen. Ich schluckte insgesamt sieben Schmerztabletten aber das half nicht. Eigentlich hätte ich ins Krankenhaus gehen müssen, aber ich wollte nicht, dass irgendwer davon erfährt. Also habe ich’s gelassen. Über den Rest möchte ich nicht so gerne sprechen. Es ging zumindest alles gut. Es kam heraus, sah nicht aus wie ein Baby, dann war alles vorbei.

Kannst du das Gefühl danach beschreiben? Trauer? Schuld?

Kein Gefühl. Nur Leere. Alle fragen mich nach den Schuldgefühlen. Aber ich habe nur Schuldgefühle, weil ich keine Schuldgefühle deswegen habe. Ich bereue es auch nicht. Ich war noch nicht bereit für ein Kind. Welches Leben hätte es denn bei mir gehabt? Ich hätte nicht studieren können, habe kein Geld, keinen Freund, gar nichts.

Weiß der Vater von dem Abbruch?

Nein, ich habe den Kontakt sofort beendet. Wir waren ja nie zusammen. Er hatte keine Schuld an der Sache, ich habe mich selbst in die Scheiße geritten.

Und jetzt? Monate später? Würdest du sagen, du hast dich verändert?

Nein. Ich bin immer noch die gleiche wie vorher. Es hat mich weder stärker noch schwächer gemacht. Vielleicht sensibler für das Thema Verhütung. Aber ich habe immer noch Sex, gehe aus, fühle mich nicht viel anders als sonst. Manchmal ist da immer noch diese Leere. Aber traurig war ich nie so richtig.

Warum war es dir wichtig, mir deine Geschichte zu erzählen?

Ich weiß nicht genau. Vielleicht weil ich es niemandem in meinem näheren Umfeld sagen kann. Vielleicht auch einfach, damit andere Mädchen sich ein wenig verstanden fühlen. Es wollte einfach irgendwie raus.

Danke Maria. Ja dir auch.

Wir bleiben noch eine Weile sitzen, bestellen noch etwas zu trinken und reden über dies und das. Ich bin durcheinander, weiß nicht, was ich von Marias Emotionslosigkeit halten soll. Sie ist so gefasst, irgendwie kalt. Ich bekomme Gänsehaut. Es macht mich wütend, dass es tatsächlich Mädchen gibt, die ihr Kind mit ein paar Tabletten ganz allein daheim abtreiben. Es macht mich wütend, wie Maria versucht die ganze Sache herunterzuspielen. Und es macht mich wütend, wie verantwortungslos sie mit sich umgegangen ist. Hinter diesen hellen Augen gibt es eine ganze Reihe Gedanken und die Gefühle, die sie fein säuberlich unter Verschluss hält. Vielleicht auch vor sich selbst. Ich fühle mich hilflos.

Wir verabschieden uns an der U-Bahn-Station Frauenhoferstrasse und ich nehme die kleine blonde Gestalt fest in den Arm. Ich frage mich einen Moment, ob das überhaupt okay für sie ist, wir kennen uns ja kaum. Aber da drückt sie auch schon ihren Kopf an meine Schulter und erwidert die Umarmung. So bleiben wir eine ganze Weile stehen. Bis sie ihren Schutzwall aus hochgezogenen Schultern und unergründlichem Blick wieder aufgebaut hat. Alles Gute Maria.

A quarter-hour too early to our appointment I met in Munich’s “bird costume”, but Maria is already there. I welcome it and take it over the place. Maria is 21, has blond hair braided into a neat braid, wearing a blue sweater and just a hint of makeup. She is a little too thin, her shoulders has lifted it, but I bring all of me at first a little into it. It corresponds exactly to the students visually spokeswomen cliché. The nice girl next door. Great in school. Two guinea pigs. First flute, later violin. I’m going to talk to Maria about abortion.

Maria, you have had an abortion…

Wow, you go like a bull at a gate. Yes I have had an abortion, four months ago. I was twenty, like you are now. What would you do in my situation?

(Her question is not snotty, she is really interested. I’m confused, so I did not expect, after all I ask the questions here.) I do not know!

I do not know. So it was me. I had and have no concrete opinion on abortion. In my situation it was simply the only solution that could be considered. I did not think about the ethics behind the subject, if I go to hell or what happens when we die. My pregnancy test was positive and stable for me, I will definitely not this kid.

What led to the unwanted pregnancy?

So, there are the birds and the flowers … No Sorry – legitimate question. I’ve forgotten quite simply, the pill, that’s all. I told the guy anything about it, we continued to have sex and I have ever made any further thoughts. I got my period – but only very weak and almost pain. Then I remembered the missed pill and did a test. He was then positively. A clever combination Mrs. Commissioner.

What happened next?

I was totally in the end I collapsed in the bathroom and had only one hour just cried. Then I got up and I pushed the whole thing completely for two days. In the end I’m gone to the gynecologist, where one has confirmed to me the result. I’ve brought this to Pro Familia wiper on which you confirm that you have conducted a consultation, and am in the next clinic with it.

How did the conversation went at Pro Familia?

Good. If you can say that. I felt lifted, the whole thing burst out of me, I told everything what was going through my head. They asked me if I would feel guilty. I had none. Then I made an appointment at the clinic. I was aware of everything and decided on the medical abortion.

Medical abortion? How does that work? (Maria takes a long sip of her hot chocolate and takes a deep breath. She looks for a few seconds out of the window begins to cool and tells almost emotionless on.)

I had to swallow tablets and could then go home. The next day I had to take a pill. That was all. Then I was alone. After a few hours, I wondered if it had ever worked. Then I suddenly got the worst pain you can imagine. Everything in me pulled together somehow, I started to bleed and collapsed. I swallowed a total of seven pain pills but that did not help. Actually, I should have gone to the hospital, but I did not want anyone knowing about it. So I left’s. About the rest I would not talk so much. It was at least all is well. It came out, did not look like a baby, then it was over.

Can you describe the feeling afterwards? Grief? Guilt?

No feelings. Only emptiness. All I ask for the guilt. But I only feel guilty because I did not feel guilty about it. I do not regret it. I was not ready for a child. What life would have been with me for? I could not study and got no money, no friends, nothing.

DO you know the father of the abortion?

No, I have the contact immediately. We were never together. He had no fault in the matter, I’ve even ridden in the shit.

And now? Months later? Would you say you’ve changed?

No. I’m still the same as before. It has made me stronger not weaker. Perhaps sensitive to the issue of prevention. But I still have sex, go out, do not feel much different than usual Sometimes there is still that void. But sadly I was never so right.

Why was it important for you to tell me your story?

I’m not sure. Maybe because I can tell anyone in my immediate environment. Maybe just so that other girls feel understood a little. It just wanted to somehow get out.

Thank you, Maria. Yes you too.

We remain seated for a while, order something to drink and talk about this and that I’m confused, do not know what to make of Maria’s emotion. She is so cool, kind of cold. I get goose bumps. It makes me angry that there are actually girls that their child with some pills at home all alone abortion. It makes me angry, like Mary tries to play down the whole thing. And it makes me angry how irresponsible she has dealt with it. Behind those bright eyes, there are a number of thoughts and feelings she keeps neatly under wraps. Maybe even from himself I feel helpless.

We say goodbye to the subway station Fraunhoferstrasse and I take out the small blonde figure in the arm. I wonder for a moment whether it is ever okay for them, we hardly know. But as they pressed even her head on my shoulder and returned the embrace. So we want to stay a while. Until it has built its protective wall of raised shoulders and unfathomable eyes again. All the best Maria.

Guess

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37 Kommentare

  • Anna

    Sehr schöner Text!
    Ich frag mich ob Mama sich genauso gefühlt hat.
    Schließlich hat sie ein Jahr nach ihrer ersten Abtreibung ein weiteres Kind abgetrieben.
    Und ich hätte jetzt zwei ältere Brüder

  • Ngai

    Wer einem Kind nichts bieten kann, solls lassen, ums Leid zu ersparen.

  • @Ngai: Im Grunde stimme ich dir da zu. Meine Meinung zum Thema bleibt aber geteilt. Ich finde es schwierig mich da auch eine Seite zu stellen.

  • Kikai

    Kann den Unglaube ebenso nachvollziehen, wie den abbruch.
    Eigentlich muss mann Kindern nur Liebe(Geduld, Verständniss etc.) und Zeit bieten können, leider ist Zeit heutzutage durch Geld begrenzt. Selbst mit Studium kann man Kindern kaum mehr Zeit widmen. Wenn dann noch der Rückhalt in der Famillie fehlt… Dennoch ist es immer besser es nicht so weit kommen zu lassen.
    @Ngai: Das Leid ensteht nicht durch den Mangel an Gütern, sondern wie man mit dem was man hat umgeht. Wenn meine Kinder werden wie einige der Nachwuchsreichen, würde ich wohl das Gefühl haben völlig gescheitert zu sein.

  • Ninia

    Das ist wahrscheinlich das beste Interview, das ich jemals zu dem Thema gelesen habe. Dein Stil, zwischendurch zu beschreiben, wie du dich fühlst, finde ich richtig gut.
    Zum Thema: Ich glaube, das muss jede Frau in der jeweiligen Situation für sich entscheiden. Man kann sich gar nicht auf eine Seite schlagen. Es kommt auf so viele Faktoren an: Wer ist der Vater? Wie ist meine derzeitige Lebenssituation usw.
    Vielleicht ist Maria nach vier Monaten noch viel zu nah an der Geschichte und reagiert deshalb so kühl… wie auch immer, ich finde es toll, dass sie zu dem Interview bereit war.

  • Ich kriege das Kotzen, wenn ich solche Aussagen lesen muss. Es sah nicht aus wie ein Baby, ich empfinde keine Schuldgefühle.
    Ich kann nicht nachvollziehen, wie kalt und emotionslos sie darüber spricht. Kinder sind doch wunderbar und selbst, wenn sie es nicht hätte behalten können / wollen, gibt es da andere Möglichkeiten.
    Natürlich verurteile ich sie nicht, weil ich selbst Gott sei Dank noch niemals in der Situation war. Allerdings bin ich absoluter Gegner von Abtreibung.

  • huch. hätte nicht gedacht, dass es so sein würde. ich dachte, du würdest auf jmd treffen, der damit nicht leben kann o.ä.
    hm, ich hatte auch mal was mit jmd mit dem ch nicht zusammen war und hätte wahrscheinlch mich auch gegen das kind entschieden. glaub ich zumindestens.
    ich kenne allerdings ein mädchen, das ein kind hat, dem vater nichts gesagt hat, nun ist das kind fast 3 und der vater weiß nichts davon. das finde ich irgendwie schlimmer als abtreiben..

  • Lairosiel

    besonders interessant, wenn man selber genau die gegenteilige version der geschichte erlebt hat..

  • Woodleader

    Ich glaube aber man muss das selber erleben. Selber die Entscheidung fällen um darüber wirklich urteilen zu können. Und letztendlich gibt es dabei ja auch kein richtig oder falsch. Nur die Entscheidung.
    Aber trotzdem ein toller Artikel… Mal was ohne Strumpfhosen und Nerdstuff ;-)

  • Wow das ist so krass. Ich hab das ganze vor ein paar Monaten auch miterleben müssen! Meine beste Freundin war auch Schwanger .. sie hat nicht die Pille vergessen, sie war einfach nur Dumm! Es war ihr erstes mal! Naja egal..
    Als ich das erfahren habe, sie hat es mir nicht selber erzählt, ich habe alles nach und nach durch zusammen setzen von Puzzle teilen selber gecheckt ( das war wirklich so ).
    Sie ist auch nicht wirklich Traurig und bereuen tut sie es nicht wirklich.

  • phil

    Respekt an euch beide. Ich wüsste nicht, wie ich an deiner Stelle so ein Gespräch anfangen sollte. Mir würden schlicht und einfach die Worte fehlen. Man läuft ja immer diesen schmalen Grat. Ich hatte vor kurzem auch die Situation der vergessenen Pille. Das blöde ist halt, dass man als Mann halt nichts machen kann (jetzt mal abgesehen vom emotionalen / physischen Beistand)und man denkt auch nie wirklich nach über diese Mechanismen der Abtreibung usw.

    Wie du auch mit der ganzen Sache umgehst und es umschreibst. Schreibstil ist irgendwo sicher Geschmackssache, aber das gefällt und weiß zu gefallen.

    Mal sehen, was in der amy&pink Leseliste (ihr habt zu viel output:>) sich noch versteckt.

    Danke für diesen Eindruck, Ines.

  • Wow, hatte nicht gerechnet einen so ernsthaften Artikel bei Amy&Pink zu lesen. Ihr mausert euch immer weiter zu einem Teen-Mag. Finde ich super!

    Kleiner Fehler entdeckt: “Mein Schwangerschaftstest was positiv und…” heißt wohl WAR. ;)

  • Wow, ich hab Gänsehaut. Ein starker Text und ein schwieriges Thema. Plötzlich schwanger. 2005 musste ich mich entscheiden. Ich hab nicht abgetrieben, wollte das Kind. Ich bereuen es nicht, studiere dennoch. Dich die Möglichkeit entscheiden zu können ist wichtig!

  • Sindy

    wenn man ficken nur aus prinzip bevorzugt,und auf die sicherheit verzichtet,ist is es pure dummheit und verdient kein mitleid.
    zum glück wird dummheit auch bestraft, wie man sieht.
    kligt etwas hart ist aber so.

  • Dank dir für dieses Interview. Sie handelt frei nach dem Gesetz. Man kann sie verurteilen aber ihre Meinung auch wertfrei akzeptieren..

    Für Menschen die sich mal richtig gute Musik zu dem Thema anhören wollen hört euch mal Tua – Ohne Titel an.. Eins der besten Lieder zu dem Thema.

  • Maurizio

    ist ja n´ ganz schöner brocken.. aber die meinungen sind un werden geteilt bleiben zu diesem sensiblen thema

  • Mia

    Hartes Thema. Gute geschrieben. Schön das ihr auch solche Themen aufgreift.

  • olli

    nachdem ich das gelesen habe, bin ich geschockt. wirklich. ich habe gerade ne menge gefühle im bauch, etwas verwirrt. dabei bin ich nicht mal ne frau. weiß nicht was sie oder jemand anderes wirklich durchgemacht hat oder machen wird. mir fehlen gerade echt die worte… musste das jetzt einfach schreiben…

    meinung? wie Ines. Ich kann mich gerade nicht für eine “Seite” entscheiden. sowas muss jeder selbst für sich entscheiden.

  • Hm was ich davon halten soll weiß ich nicht…

    Es gibt aber eine Sache die mich gewaltig stört. Sie hat die Pille vergessen und nicht zusätzlich verhütet. Das sie dann schwanger wird ist sehr wahrscheinlich! Das ist für mich unverantwortlich!

  • Abtreibung ist ein schwieriges Thema. Und ich persönlich finde es gut, dass es Frauen gewährt wird zu entscheiden ob sie ein Kind behalten möchte oder nicht. Nur auf die Pille zu vertrauen finde ich aber auch dämlich. Vor allem wenn wie es mir aus den Text hervor geht nur eine lockere “Fickbeziehung” hat.

    Ich hoffe nur, dass Männer die sich zu diesen Thema äußerten oder äußern werden und sagen: Selber Schuld und Abtreibung ist böse, das eben jene Männer auch immer eine Lümmeltüte dabei haben, wenn sie ihren Piepmatz in die dunkle feuchte Höhle einer Frau lassen.

  • Starker Text.
    Und das Foto ist der Wahnsinn. Super!

  • ariane

    ich bin weder ein befürworter noch ein gegner. ich denke, es ist sehr wichtig, dass wir eine wahl haben, dass wir uns entscheiden können, dass wir die möglichkeit haben uns zu überlegen ob wir bereit sind oder nicht.

    ihre reaktion finde ich absolut verständlich – die art und weise wie das thema tabuisiert wird, obwohl jeder ja ach so offen ist, lässt ja gar nichts anderes zu, als sich sowohl innerlich als auch äußerlich nicht auf das thema einzulassen.

  • inschka

    Für mich unverständlich. Ich bin keine Abtreibungsgegnerin und ich verurteile mit Sicherheit kein Mädchen und keine Frau dafür, wenn sie sich dazu entscheidet ein Kind nicht austragen zu wollen.
    Aber ihre Begründung ist Quatsch. Weil es nicht darum geht, welches Leben das Kind gehabt hätte, sondern welches Leben SIE gehabt hätte mit Kind. Man kann durchaus mit Kind studieren und man kann mit Kind leben, auch mit 20, aber man muss eben bereit sein Kompromisse einzugehen.
    Wenn man das nicht kann oder möchte ist das in Ordnung. Aber so zu tun, als hätte man es “dem Kind” zuliebe getan, finde ich schon wirklich schwach.

  • Um die Situation nach einem durchaus menschlichen Zwischenfall, wie der vergessenen Pilleneinnahme, nicht einfach auszusitzen, in der Hoffnung, dass schon nichts passieren wird, ist das hier als risikominderndes Vorgehen durchaus wissenswert: http://notfall-verhuetung.info/info/notfallverhuetung.htm
    Zumindest für diejenigen, die einen Arztbesuch – zweifelsohne die beste Variante – zwecks Pille danach scheuen. Dass es diese gibt und als Notbehelf immer noch besser ist als eine Abtreibung, scheint hin und wieder unterzugehen.

    @inschka “Man kann durchaus mit Kind studieren und man kann mit Kind leben, auch mit 20, aber man muss eben bereit sein Kompromisse einzugehen.” Das mag bei vielen funktionieren, aber längst nicht bei allen, sonst käme es nicht zu solchen Statistiken: http://is.gd/g3o2U

  • inschka

    @n3rdig: Die in der Statistik angegebenen Zahlen basieren ja nicht nur auf 20-jährigen Müttern, die sich durch ihr Kind das Leben versaut haben und keine Zukunftsperspektive mehr haben, weil sie der Doppelbelastung nicht standhalten können.
    Man bekommt in Deutschland, sofern man sich darum kümmert (vor allem in so jungen Jahren) genügend Unterstützung. Sowohl finanziell, als auch bei der Erziehung/Betreuung, bei der eigenen beruflichen/schulischen Weiterbildung. Das ist alles nicht leicht und kommt einem nicht zugeflogen, es ist teilweise nervenaufreibend und frustrierend sich mit 3 verschiedenen Ämtern rumschlagen zu müssen, aber es ist möglich, sogar wenn man ganz alleine ist.
    Dass man das nicht möchte oder auch nicht kann ist ja auch in Ordnung. Wie oben geschrieben, ich verstehe absolut, wenn man nicht bereit ist das zu tun, aber das hat dann was mit einem selber zu tun und nicht damit, dass es unmöglich ist so was zu schaffen.

  • Kind oder Leben? « Feronia

    […] entschlossen hat. Ich habe es heut auf Amy&Pink gelesen, und wer das noch nicht getan hat, der sollte das HIER tun. Maria beschreibt sehr kühl und distanziert von ihrer ungewollten Schwangerschaft nach einer […]

  • Miss Harrcore

    Ich finde sie nicht emotionslos. Sie reagiert genau richtig. Es ist ihr Körper und ihr Leben.

  • Ist es Mord? | dreiundfuenfzig.net

    […] Auf Amy&Pink wurde ein Beitrag veröffentlich, in den Ines ein Interview mit einer jungen Frau führt, die einige Monate davor abgetrieben hatte. Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich, wie das halt bei diesen Thema ist. Ich habe dazu es nicht gewagt, meine komplette Meinung Preis zu geben, da ich dann die volle Breitseite bekommen hätte. Aber hier auf meinen Blog, kann ich die Kommentare moderieren und löschen. Solltest du also nun kommentieren und dabei persönlich dich im Ton vergreifen, behalte ich es mir vor, dein Kommentar wortlos zu löschen. […]

  • Amelie

    Schwieriges Thema, aber toller Text!

  • Jil

    ich find den text auch gut, sehr schön geschrieben.
    aber ich persönlich habe beschlossen, sollte ich in die situation kommen, nicht abzutreiben. ich habe gelesen wie das ungeborene das ganze miterlebt, dass der herzschlag hoch geht etc. und je nach abtreibungsmethode danach evtl noch ums leben ringend zappelt.
    ich könnte und möchte das nicht. zudem weiß ich, dass ich zumindest durch meine eltern unterstützt werden würde.
    ich hab mich mit dem thema auch schon vor dem 1. sex auseinandergesetzt und wusste auch, dass er die selbe position vertritt

    bei einer vergewaltigung weiß ich allerdings nicht wie ich handeln würde/könnte. evtl andere eltern für das kind finden

  • phil

    @inschka: Ich gebe dir vollkommen Recht. Allerdings ist das und diese betrachtungsweise für die Interviewpartnerin irrelevant.Der psychischen Druck, dem sie so oder so ausgesetzt ist oder sein wird, ist – denke ich – immens. Deswegen brauchen wir nicht Moralapostel für Entscheidungen zu Spielen. Es geht hier um eine Entscheidung die irreversibel ist. Keine deine Beteuerungen, nichts was irgendwer sagt, wird das Kind zurückholen. Das hat auch mit Ethik nichts weiter zu tun.

    Solche Entscheidungen will ich niemals im Leben treffen müssen.

  • Katinka

    Ohne diese Abtreibung verurteilen zu wollen, denn ich habe vor über zwei Jahren ebenfalls eine medikamentöse Abtreibung gemacht:
    Ich glaube, so eine unbeteiligte Emotionslosigkeit ist entweder ein Zeichen für eine grundlegende psychische Problematik, oder es wird aktuell verdrängt, oder Maria ist einfach ein extrem oberflächlicher Mensch.

    Ich selbst habe bereits zwei Kinder. Als ich dann erneut schwanger wurde, war die Beziehung zum Vater bereits mehr als zerrütet, wir trennten uns gerade.
    Obwohl die Umstände damals wirklich katastrophal waren und der Abbruch zu dem Zeitpunkt vielleicht sogar die richtige Entscheidung war, bereue ich diesen Schritt nach wie vor und werde alles tun, um nie wieder in solch eine Situation zu kommen. Ich muss heute noch weinen, wenn ich daran denke. Ich stelle mir heute noch oft vor, wie alt das Kind jetzt wäre, wie es aussähe, etc.

    Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass man solche Gefühle einfach nicht hat oder wegschieben kann.

    Katinka
    Es ist für mich völlig unbegreiflich

  • Julia

    Wunderschön geschriebenes Interview.
    Hat mir ein wenig die Augen geöffnet.
    Wie selbstverständlich die meisten die Verhütung doch sehen.

  • Tolles Interview. Ich finde es äußerst erfrischend, einmal die Geschichte einer Frau zu hören, die damit gefasst und halbwegs locker umgeht und sich nicht von Kirche, CDU und anderem moralisierenden Gesocks irgendwelche Schuldgefühle einreden lässt, die völlig fehl am Platz sind.
    Natürlich kann man über die Thematik geteilter Meinung sein, aber das lange erkämpfte Selbstbestimmungsrecht einer jeden Frau (selbst wenn sie einfach nur Spaß am Sex hatte – na, welch ein Frevel!) muss immer noch mehr gelten als nicht lebens- und empfindensfähige Zellenmaterie.

    Vorwürfe machen jetzt ohnehin keinen Sinn mehr – wenn nötig, braucht Maria seelische Unterstützung; wenn sie sie nicht braucht, umso besser.

  • mia

    katinka,
    ich denke nicht, dass ihre “gefühlskälte” gleich auf eine psychische störung oder übermäßige oberflächlichkeit schließen lässt, außerdem ergibt sich der zusammenhang von gefühlskälte und oberflächlichkeit nicht.
    ich fand das interview unglaublich nachvollziehbar, auch wenn ich vielleicht nicht bei jedem punkt übereinstimme.
    ich denke dich und deinen standpunkt zu verstehen, aber jede frau ist anders, nicht jede hat diesen mutterinstinkt, nicht jede kann mit einem kind was anfangen, manche frauen stürzt ein baby in die depression, nochdazu ist sie sehr jung.

  • Kerstin

    Es fühlt sich ein wenig markant an auf den gefällt-mir-facebookbutton zu klicken, aber das Interview hat mich sehr berührt. Die Art wie es geschrieben wurde gefällt mir und ich finde es klasse, dass Maria den Mut hatte über ihr Leben zu sprechen. Zudem ein Lob an Dich Ines, die Emotionen sind gut herübergekommen.

Guess