Digitales Schluss machen:

Digitales Schluss machen - Let’s Stay FriendsWir können ja Freunde bleiben

Es gab mal eine Zeit, da war Schluss machen noch relativ einfach. Entweder wir haben der Herzensflamme gebeichtet, dass die Gefühle tot, der Ferdinand besser im Bett oder die Ulrike…
Digitales Schluss machen

Let’s Stay FriendsWir können ja Freunde bleiben

Es gab mal eine Zeit, da war Schluss machen noch relativ einfach. Entweder wir haben der Herzensflamme gebeichtet, dass die Gefühle tot, der Ferdinand besser im Bett oder die Ulrike größere Hupen hat oder wir wurden nach dem hiesigen Sportunterricht dabei gesichtet, wie wir in der Dusche danach mehr an unsere behaarten Stellen gelassen haben, als nur Shampoo und Duschgel. Zum Beispiel den Vertretungslehrer. Bei beiden Optionen gab es danach Rosenkrieg, bösartige Telefonate und giftige Blicke auf der Straße, aber im Grunde war es danach vorbei. Heutzutage läuft die ganze Sache etwas anders ab.

Egal ob uns das Herz heraus gerissen oder wir endlich den Mut zusammen genommen haben, sich von der stinkenden besseren Hälfte zu trennen – danach wartet ein Berg an digitalen Entscheidungen auf uns. Schließlich vernetzten wir nicht nur unsere Genitalien miteinander, sondern in blinder Liebeswut auch gleich noch jede auf diesem Planeten existierende soziale Webseite. Facebook, Twitter, StudiVZ, Lokalisten, Last.fm, Skype, ICQ, MySpace, Flickr, Bebo, Netlog…. die Liste ist lang und grausam.

Das Beenden von digitalen Beziehungen bereitet uns Kopfzerbrechen, denn wenn wir verletzt worden sind, ist die logische Entscheidung das verfickte Gegenüber in Grund und Boden zu malträtieren. Und sei es nur im Internet. Da werden Freundschaften gelöscht, Menschen blockiert und Accounts entfolgt bis die Tastatur glüht. Mit dem einzigen Ziel, dem Expartner genüsslich eine hinein zu drücken und ihm zu zeigen: “Hey, du bist mir scheiß egal und ich brauche dich nicht – schon gar nicht im Netz. Und jetzt heul dir gefälligst die Augen aus, weil deine Timeline so grausam und einsam ohne mich ist.”

Wer ist der Verlierer in diesem Spiel? Derjenige, der die antianaloge Reißleine zieht und kappt und mauert wo es nur geht, oder gar die Gegenseite, die sich genüsslich mit ansieht, wie der eifersüchtige und verletzte Fratz sich selbst diffamiert und zur sozialen Bestie mutiert? Sollte man nach einer Trennung die Kontakte in sozialen Netzwerken ebenfalls beenden, um sich so vor neuen Informationen, aufgesetzten Partyfotos und der nächsten Beziehungs-Statusänderung zu schützen oder hat das alles eh keinen Sinn? Denn vollkommen unbedeutend wie viel sich im Zeitalter des Internets verändert hat, eine Sache wird wohl immer bleiben. Der Spruch: Wir können ja Freunde bleiben.

There was a time, when breaking up was really easy. Either we have confessed our darling the dead the feelings, that Freddy was better in bed or Laura had bigger boobs or we were spotted in the shower after the gym class when we let more than just shampoo and shower gel onto our hairy body parts. For example, the substitute teacher. Both options ended in the War of the Roses, malicious phone calls and poisonous views on the street, but basically it was over then. Today, the whole thing is slightly different.

No matter whether our hearts torn out or we have finally taken the courage to separate ourselves from the stinking better half – after that a mountain to digital decisions is waiting for us. Because we used not only to network with each others genitals, but in blind passion also with every social existing website on this planet. Facebook, Twitter, Flickr, Orkut, Last.fm, Skype, ICQ, MySpace, Bebo, Netlog… the list is long and cruel.

The termination of digital relationships is getting us a headache because if we were injured the logical decision is to hurt that fucking jerk as hard as we can. Also on the Internet. Friendships are cleared, people blocked and accounts unfollowed until the keyboard burns. With the sole aim to mentally fuck our ex-partner and to show him, “Hey, I don’t need you anymore. Especially on the Internet. And now please cry me a river because your timeline is so cruel and lonely without me.”

Who is the loser in this game? The one who pulls the anti-analog ripcord and cuts where he can or even the other one, who regards himself with pleasure, as the jealous brat defames himself and mutates into a social beast? If you quit after a separation the contacts in social networks, that’s also in order to protect against new information, shitty party photos and the next relationship status change, or is there no sense at all? Because although the Internet is huge today – one thing will stay forever. The saying: Let’s stay friends.

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14 Kommentare

  • Verlink mich wenigstens u_u

  • Marcel

    @Paulchen: Das wollte ich dir nicht antun – ist ja fast schon armselig ;)

  • sabrina

    Im Zweifelsfall hat man eh immer eine beste Freundin, Kumpel mit dessen Account man noch genüsslich die Bilder, Einträge und Ausschweifungen stalken kann, vor denen man sich eigentlich bewahren wollte. oO.
    Also weg damit, damit man nicht in Versuchung kommt – an emotions- und/oder alkoholgeschwängerten Sonntagnachmittagen oder Samstagnächten – auch noch eine peinliche Botschaft zu hinterlassen.

  • Angela

    Oh großes WTF. Ich lösch dich gleich!

  • HAMMERGEIL geschrieben.

    Es geht aber auch anders ;-)

  • Ach, nicht so tragisch. Die Zeit des Danachfreundschaftenlöschen ist bei mir schon vorbei. Stalken ist doch viel toller :D

  • Im Eifer des Gefechts kann ich nicht anders, da wird gelöscht, was das Zeug hält. Und hinterher ärgere ich mich dann, weil ich nicht mehr stalken und spionieren kann… Also immer schön Freunde bleiben, jaja!

  • alles scheiße. so oder so. ich würde wohl ständig auf seiner seite spionieren und es würde mir vielleicht das herz brechen.

  • Mystique

    Der Artikel ist richtig gut.
    Wie Lonesome Walker schon sagt hat.
    Es geht wirklich auch ander. :-D

  • Valeska

    Deswegen lehne ich dieses ganze “Wer ist mit Wem Zusammen” in Facebook und Co. ab. Selbst wenn man seinen Beziehungsstatus nur rausnimmt, folgt gleich ein Schar an Nachrichten von besorgten oder einfach nur neugierigen Freunden, die wissen wollen was los ist.
    Privatssphäre, Fragezeichen!!

  • eva

    Das ist das schöne an Facebook. Du kannst den Ex verbergen und für ihn Fotos oder Statusmeldungen unsichtbar machen. Du musst keine Freundschaten kündigen um sich nach 3 peinlichen Monaten Bedenkzeit wieder mit einer neuen Freundschaftsanfrage zu entschuldigen. Nach außen, unverletzt freundlich. Und wies innen aussieht, geht den ja nichts mehr an.

  • KarinN

    I constantly spent my half an hour to read this web site’s articles all the time along with a mug of coffee.|