Die Aussicht ist trostlos - Losing Our Structural IdentityWir verlieren strukturelle Integrität

Du hast den intrakonstitutionellen Ausnahmezustand ausgerufen. Es herrscht Kriegsrecht. Aber der einzige, der kämpft, bin ich. Dein Herz zu erobern war ein Pyrrhussieg. Ich nahm es nie ein, es nahm…
Die Aussicht ist trostlos

Losing Our Structural IdentityWir verlieren strukturelle Integrität

Du hast den intrakonstitutionellen Ausnahmezustand ausgerufen. Es herrscht Kriegsrecht. Aber der einzige, der kämpft, bin ich. Dein Herz zu erobern war ein Pyrrhussieg. Ich nahm es nie ein, es nahm mich gefangen. Wir haben uns nichts versprochen. Ich habe mich nicht daran gehalten. Und jetzt ist dein Bett eine Wand, an die ich mich lehne, um nicht umzufallen. Wir liegen im Sterben.

Ich ritze mich mit dir. Es tut schon viel zu lange weh, aber ich ziehe den Schmerz der Leere vor. Wir liegen hier, nackt wie wir uns einst schufen, und du reißt mir den letzten Strohhalm, der mich am Atmen hielt, aus meinem Hals. Es tut dir leid, sagst du, und ich weiß, dass es stimmt. Es geht einfach nicht mehr. Es ist nie gut, wenn man zu viel nachdenken muss, ob es richtig ist, sagst du. Wenn es richtig ist, fühlt es sich so an, aber wenn man im Kopf Pro-und-Kontra-Listen erstellen…, drei Punkte, die für einen Halbsatz stehen, den du nicht aussprechen willst und ich nicht hören will.

Du sagst, dass du nicht mehr so fühlst. Du sagst, dass es anders geworden ist, dass du es lange verdrängt hast, aber nicht mehr verdrängen kannst. Dass du dich eingeengt und schuldig fühltest, weil du immer mehr spürtest, dass ich mehr fühle als du, mehr gebe, mehr zu geben bereit bin. Du kannst es nicht mehr. Meine Hand greift nach deiner, und viel zu zögerlich, jede einzelne Sekunde ein Nadelstich, greifst du zurück, deine Gesten die eindringliche Inszenierung deiner Worte. Mein Herz will eine Erklärung, mein Kopf weiß es besser. „Manchmal ist das einfach so“ ist kein Grund, aber ein Hindernis. Ich habe kein Recht, irgendetwas zu erwarten, aber ich kralle mich an der Hoffnung fest wie ein Bettler am Klimperbecher in der Fußgängerzone, der monoton wie vergeblich sein Mantra betet. Unsere Augen sind größer als der Mund, wir haben nichts zu sagen, was einen Unterschied machte.

Ich werde in absehbarer Zeit wissen, dass ich jetzt traurig bin, weil mir bewusst wird, dass ich das, was ich gern gehabt hätte aber nie hatte, niemals haben werde. Und während ich die eine verbliebene Fassade mit aller Kraft zu stützen versuche, hast du in den Trümmern bereits gefunden, was du zum Weiterleben brauchst. Unsere Finger gehen ein letztes Mal auf Entdeckungsreise, meine Haut spricht in Blindenschrift zu dir, während meine Hände wie ein Placebo jeden Millimeter ertasten auf der Suche nach Schuldigen. Aber hier gibt es nur Opfer. Wir sind Kollateralschäden unserer selbst. Ich will eine Chance, du willst mich nicht verletzen. Ich möchte verletzt werden. Immer und immer wieder, ich will es spüren, alles andere ist allemal besser als allein sein. Besser als zu hören, dass irgendjemand einen nicht verdient hat. Dass es eben nicht geklappt hat. Dass es nicht funktioniert.

Ich mochte es nie, wenn wir beim Essen einander gegenüber saßen, ich mochte es schon nicht, den gedeckten Tisch sehen zu müssen, diesen viel zu großen Tisch, viel zu groß für zwei Menschen, die sich gern haben und nebeneinander sitzen sollten, ein Tisch, der gedeckt war, als ginge es darum, die versaute Geometrie-Arbeit aus der Sekundarstufe II vergessen zu machen, die Platzsets wie Flöße auf einem Meer, das uns trennt, die See ruhig, die Luft rau, Teller, die warm hielten und Kälte spendeten, die Messer aufeinander gerichtet wie ’62 die Raketen. Und dann diese Momente, wenn ich genau deshalb diesen Blick hatte, und du „Was?“ fragtest, und ich „Nichts“ sagte. An diesem viel zu großen Tisch, an dem wir saßen, wollte ich dir nahe sein, wie durch ein Fernglas, bis ich viel zu spät merkte, dass ich es falsch herum hielt.

Dass die perfekten Ehen unserer Elterngeneration eine viel zu große Hypothek für unser Liebesleben seien, sagst du und streichelst mein Gesicht, dass es weh tut, und ich frage mich, ob das der Satz ist, an den ich mich erinnern will, wenn ich mich an dich erinnere. Und wenn meine Mutter morgen hilflos trösten wird, dass in jedem Ende ein neuer Anfang steckt, werde ich geschrien haben, dass in jedem Ende vor allem ein ENDE steckt. Ich bin einer, der sitzenbleibt, während die Credits über die Leinwand laufen, und während du schon längst aufgestanden und bereit zu gehen bist, schaue ich mir jede einzelne Zeile an, jede Sekunde aufsaugend und vereinnahmend, bevor das Saallicht angeht und das verstreute Popcorn zusammengekehrt wird mit allem, was wir zurückgelassen haben.

Die Aussicht ist trostlos. In zehn Jahren ist heute Nacht – diese Nacht, die Blaupause aller Nächte – nur eine von vielen, die wir um den Preis überlebten, mit jeder weiteren vergessen zu haben, für wie viele Verflossene wir genau das fühlten. Wir werden Klonkriege fechten, ich werde viel zu oft du sein, jeder Schmerz wird nur eine Kopie des ersten sein, und wer wird noch sagen können, was Original und wer Fälschung ist. Nichts ist so pervers austauschbar und doch so einzigartig wie das was wir Liebe nennen und Sehnsucht ist. Ich werde mir morgen früh versprochen haben, mich in zehn Jahren an diesen Moment zu erinnern, an genau diesen Moment, an jede Faser, jeden Satz, jede Träne. Nicht vergessen. Nicht bereuen. Nicht dran denken wollen.

Ich denke daran, dass ich nie wieder die knarzende Treppe zu dir hochgehen und dein Gesicht, das am Ende wartet, sehen werde. Ich denke dran, wie dir die Sonne eine Tiara ins Haar bastelte, wenn wir im Park lagen. Ich denke an die Musik, die wir hörten, die Songs, die wir liebten und die Zeilen, die blieben und in den Momenten Worte spendeten, in denen uns die Wörter kläglich im Stich ließen. Ich denke daran, dass wir nach Schweden wollten, und ich jetzt noch nicht mal mehr zu hoffen wage, dass du nach Canossa gehst. Ich denke daran, dass man immer zwei Menschen verliert, wenn man einen gehen lässt.

Ich werde die Augenblicke vermissen, in denen wir uns küssten, und auch die, in denen wir schwiegen, und es OK war. Ich werde vermissen, mich auf den Weg zu dir zu machen. Ich werde deine Haare in meinem Mund vermissen, und ich werde die Angst vermissen, dass du sie abschneidest. Ich werde deine seid-seit-Schwäche vermissen, und alles, was mich in den Wahnsinn trieb. Ich vermisse es jetzt schon, mit dir zu schlafen. Ich hasse es, niemals wissen zu werden, wie es hätte ausgehen können. Ich hasse diesen Moment. Weil mir bewusst wird, dass es nie so war, wie ich mich ums Verrecken gern dran erinnern möchte. Ich sollte daran denken, wie wir so oft schwiegen und es nicht schön war. Ich sollte daran denken, dass ich dich in letzter Zeit so selten hatte lächeln sehen. Aber ich will es nicht.

Ich atme tief ein und rieche deine Haut, schaue mir jedes Muttermal an, rede mir ein, zu jedem eine Geschichte zu haben, es ist das letzte Mal, dass ich dich so sehe, und das wird mir bewusst und ich hasse mich dafür, denn ich weiß jetzt schon, dass es mein Fehler gewesen sein wird. Und als wolltest du mich von meinem Leid erlösen, ziehst du urplötzlich verschämt die Decke bis unters Kinn, als bemerktest du jetzt den neuen Fremden in deinem Bett, du schließt diesen Vorhang für immer und lässt mich allein zurück. Ob ich mich anziehen könne, sagst du nur, und sagst so viel mehr. Wenn wir uns das nächste Mal sehen, kannten wir uns mal.

Ich atme wie durch ein Kissen, das mir ins Gesicht gedrückt wird. Das ich mir selber ins Gesicht drücke. Jedes einzelne Gefühl hat mit Vernunft nichts mehr zu tun, und ich werde es begriffen haben, in einigen Wochen, gefühlten Jahren, gelebten Dekaden. Aber für jetzt ist mein Selbstmitleid das einzige, was mich daran hindert, mit Würde das Schlachtfeld zu verlassen. Du hast nichts falsch gemacht. Ich alles. Warum jetzt anfangen, es besser zu machen. Ich liebe dich, sage ich, ein letztes, vorletztes, vorvorletztes Mal. Es kommt nichts zurück, ich höre nichts, vielleicht war da nie was. Um uns die Stille. In uns der Krieg. In luftleeren Räumen gibt es kein Echo.

„Und es ist schade / dass wir uns nicht mehr berühren können / und nach Worten suchen müssen / damit es nicht so still wird / in den Momenten, in denen wir uns früher küssten.“ (Die Regierung, Zur Erinnerung oder so)

You have declared a state of intra constitutional state of emergency. There is martial law. But the only one who fights, I am. to conquer your heart was a Pyrrhic victory. I never took one, it took me prisoner. We have promised nothing. I have not kept it. And now is your bed, a wall on which I lean to keep from falling. We are dying.

I carve myself to you. It does hurt a lot too long, but I prefer the pain of emptiness. We lie here naked as we once created, and you tear me the last straw that kept me from breathing, from my neck. It does you sorry, you say, and I know it’s true. It is no longer simple. It’s never good when you need to think too much, whether it is right, you say? If it is true, it feels like, but if you create the head pro and cons list …, three points that stand for a phrase, you do not want to pronounce and hear I will not.

You say that you no longer feel. You say that it has changed, that you have it long repressed, but can not displace. That you are concentrated and would feel guilty because you felt more and more that I feel more than you, give more, give more’m ready. You no longer can. My hand reaches for yours, and far too slow, every single second fret a needlestick, back you, your gestures, the striking production of your words. My heart wants an explanation, my head knows better. “Sometimes it’s just so” is not a reason, but one obstacle. I have no right to expect anything, but I hope to claw me tight, like a beggar at the cup in the pedestrian zone, the monotonous as his mantra prays in vain. Our eyes are bigger than the mouth, we have nothing to say, that made a difference.

I’ll know in due time that I’m sad because I realize that I have what I would have liked but never had, never will. And while I try to base the one remaining facade with all the strength you have already found in the rubble of what you need to live on. Our fingers go one last time to discover, my skin speaks to you in Braille, while my hands like a placebo every millimeter grope to find the culprit. But there are only victims. We are collateral damage of our own I want a chance you will not hurt me. I want to be hurt. Over and over again, I feel it will, everything else is always better than being alone. Better than to hear that someone has not earned one. That has not exactly worked out. That it does not work.

I never liked it when we sat opposite each other at dinner, I did not have to have to see the table, those too large table, much too big for two people who have willingly and should sit side by side, a table , covered as if it were about to make you forget the nasty geometry work from the secondary level, the quiet place mats like rafts on a sea that separates us, the sea, the rough air, plates, which were warm and cold donated, addressed the knife each other like the ’62 missiles. And then these moments when I had that look exactly why, and you “What?” asked him questions, and I, “said nothing”. On this much too large table where we sat, I wanted to be near, as if through binoculars, until I realized too late that I did it the wrong way.

The fact that the perfect marriage of our parents’ generation a lot were too large mortgage for our love life, you say, stroking my face, it hurts, and I wonder if this is the phrase that I will remember, when I think of remember. And if my mother is helpless to console tomorrow, that is in every end a new beginning, I would have screamed that in every end is a particularly END. I am one who sitzenbleibt, while the credits run across the screen, and while you have long since gotten up and ready to go are, I look at every single line, each second absorbent and collect before the hall light goes on and scattered popcorn swept together is with what we have left behind.

The prospect is bleak. Ten years from now is night – this night, the blueprint of all nights – only one of many that we survived at the cost to have forgotten with each other, for how many Elapsed we felt exactly that. We will fight Clone Wars, I’ll be much too often, you, all pain will be only one copy of the first, and who will be able to say what is original and who is fake. Nothing is as perverse interchangeable, and yet so unique as what we call love and longing. I would have promised me tomorrow morning, to remember in ten years at this moment, at precisely this moment when every fiber, every sentence, every tear. Do not forget. Do not regret it. Do not want to think about it.

I remember that I never go up again the creaking stairs to you and see your face, waiting at the end will. I think of you as the sun for a tiara in her hair rigged when we were in the park. I think of the music that we heard the songs we loved and the lines that were donated and words in the moments where the words are pathetic in the lurch. I think that we wanted to Sweden, and I still would not even dare to hope that you go to Canossa. I think that you lose two more people if we can go one.

I’ll miss the moments when we kissed, and even those in which we were silent, and it was OK. I will miss, make me the way to you. I will miss your hair in my mouth, and I will miss the fear that you cut it. I will miss your are-since-weakness, and all that drove me crazy. I miss it now, to sleep with you. I hate it, never will know how it could have turned out. I hate this moment. Because I realize that there never was, as I would like to remind professionals croak like to turn. I should think how we so often silent, and it was not beautiful. I should remember that I had you lately so rarely seen smiling. But I will not.

I breathe deeply and smell your skin, look at me every birthmark, talk to me to have at any one story, it’s the last time I see you so, and I realize and I hate myself for it because I already know that it will have been my fault. And when you wanted to deliver me from my sorrow, all of a sudden you pull the blanket up under his chin coyly, as you noticed now the new stranger in your bed, you close that curtain forever and leave me alone. If I could get dressed, you say only, and say so much more. If we see the next time we knew each time.

As I breathe through a pillow that will hold me in the face. I hit myself in the face. Each have feeling has to do with common sense any more, and I will understand it, in a few weeks, felt years ago, lived decades. But for now my self-pity is the only thing that prevents me from leaving with dignity the battlefield. You’ve done nothing wrong. I am everything. Why start now to make it better. I love you, I say, a final, penultimate, antepenultimate time it returns nothing, hear nothing, perhaps there never was. To us the stillness. In us the war. In airless rooms, there is no echo.

“And it is a pity / that we can not touch us / and have to search for words / so that it is not so quiet / in the moments when we kissed in the past.” (Die Regierung, Zur Erinnerung oder so)

s.Oliver

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