Nach dem Selbstmord von Roberto Müller - Death And All His FriendsDer Tod und all seine Freunde

Während wir uns gestern noch den Lebenssaft aus dem Körper tanzten, gegenseitig in den nassen Weiher vor der Stadt warfen und uns an Orten liebten, die niemals dafür geschaffen wurden,…
Nach dem Selbstmord von Roberto Müller

Death And All His FriendsDer Tod und all seine Freunde

Während wir uns gestern noch den Lebenssaft aus dem Körper tanzten, gegenseitig in den nassen Weiher vor der Stadt warfen und uns an Orten liebten, die niemals dafür geschaffen wurden, kann all das am nächsten Tag bereits vorbei sein. Für immer. Das Funkeln, das Glühen, der Widerstand. Gevatter Tod kommt ruhig in diesen Tagen, ist schnell wie ein ungestümer Moment, oder schleichend mahnend wie die Genugtuung eines Teuflischen. Das Dasein, meine lieben Freunde, ist nur von kurzer Dauer und das wird uns allen nur viel zu selten bewusst.

Nach dem Selbstmord von Roberto Müller und seinem abgeklärten, irgendwie freimütig wirkenden, Abschiedsbrief, stellen sich in unseren Köpfen plötzlich so viele Fragen. Über das Hier und Jetzt, unsere digitalen Identitäten und wie es wohl so ist. Das Sterben. Hannah und ich sprachen gestern Abend noch lange über Robertos Ableben und die Art, wie er es vollbracht hatte. Was uns danach wohl erwartet, was im Augenblick des Fortgehens tief in uns drin passiert und ob wir danach wirklich an einem besseren, freieren Ort sind. Zu einer wirklich Übereinstimmung, oder gar Antwort, kamen wir aber nicht.

Obwohl unzählig viele Wesen das Stadium der Verabschiedung bereits hinter sich gebracht haben, bleibt der Tod für uns alle doch ein Wunder voller Schrecken, Trauer und Unsicherheiten. Was glaubt ihr denn, welche Bilder euch nach eurem letzten Atemzug erwarten und wie es wohl so sein wird, das Sterben? Womöglich voller Schmerzen oder doch irgendwie ganz in Ordnung. Würdet ihr jemals den Schritt des Freitods wählen oder gibt es wirklich immer einen anderen Ausweg? Und könnt ihr Robertos Entscheidung, in dieser Form aus dem Leben zu treten, vollends verstehen? Denn eins ist uns bei der Diskussion um den Tod und all seine Freunde bewusst geworden: Wenn wir vor einer Sache Respekt haben, dann vor dem letzten Weg, der noch vor uns allen liegen mag.

While we danced the hours of life out of our bodies, threw each others into the lakes in front of the town made love at places which were never created for all these, it all can be over quite on the next day. Forever. The sparkle, the glow, the resistance. Grim Reaper is quiet these days, is as quick as an impetuous moment or gradually as the satisfaction of a diabolical. The existence, my dear friends, is of short duration and we don’t realize this quite that often.

After the suicide of Roberto Müller and his mellow, sort of acting freely, farewell letter are so many questions, suddenly in our heads. About the here and now, our digital identities, and how it will be. Dying. Hannah and I talked long after Roberto’s death and the way he had done it last night. What we tare going to expect afterwards, which of feeling will happen deep in our bodies at the moment of traveling apart and if we really will be in a better, freer place. We couldn’t answer those questions.

Although innumerable creatures have already gone already, the death is still a miracle full of terror, grief and uncertainty for all of us. What do you think, which images do you expect after your last breath and how will it probably, dying? Probably full of pain, but somehow all right. Would you ever choose the step of suicide, or is there really always another way out? And can you share Roberto’s decision to end his life how he did it? One thing we have become aware of the discussion about death and all his friends: If we have respect any kind of the things life offers us, then it’s the last walk.

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19 Kommentare

  • Eine so traurige Geschichte und es ist Wahnsinn was für Bahnen sie gerade im Internet zieht. Unglaublich wie vernetzt wir alle doch sind und wie wenig man leider voneinander weiß.

  • torschtl

    Roberto, das ist offensichtlich, hat sich lange und eingehend mit diesem Schritt beschäftigt und ist für sich zu dem Entschluss gekommen, dass der Freitod “seine” Alternative ist. Es war keine Kurzschlussreaktion, es war keine Reaktion auf ein bestimmtes Ereignis. Er war unzufrieden mit der Gesamtsituation und sein Abschiedsbrief bestärkt mich in der Meinung, dass wir nicht traurig sein sollten. Es war sein freier Wille und der Weg, den er gehen wollte.

  • anika

    Ich finde Selbstmord feige und total daneben. Und weil jetzt plötzlich jemand Selbstmord beging, der eine gewisse Bekanntheit im Netz hatte, stoßen sich wieder alle Leute am Thema Tod, besonders die, die ihm bei Twitter gefolgt haben. Ja, es ist traurig, wenn jemand stirbt und Suizid ist an sich immer eine Sache, die wir Semi-Glücklichen mit großer Ehrfurcht betrachten. Aber wer sich dafür entscheidet, der soll’s hat machen und gut is. Ich finde es wesentlich trauriger, wenn ein junger Mensch den Kampf gegen Krebs und die vielen anderen Tausend Krankheiten, die man heutzutage kriegen kann, verliert. Ich würde sogar behaupten, dass es mich mehr zum Nachdenken angeregt hat, als mein Opa im Alter von 86 Jahren ganz allein um zwei Uhr nachts ganz kurz vor Weihnachten im Krankenhaus an Hautkrebs gestorben ist.
    Selbstmord hat immer etwas von Eitelkeit. Da brauch man sich nur die Twitterbeiträge von Roberto ansehen, die er kurz vor seinem Tod verfasst hat und auf die ihm Nachhinein alle mit “ohh” und “ahh” reagieren. Und ganz abgesehen davon ist es so ziemlich das egoistischste, was man machen kann, irgendwen wird es immer geben, der sich danach deswegen die Augen ausheult und dem man ein Stück Leben damit versaut hat. Und dass die Welt scheiße und ungerecht ist, wie schon ewig bekannt ist, und dass man eine Scheißkindheit hatte, das sind alles Schicksalslose, die einfach nicht den Tod rechtfertigen. Es mag vielleicht ein ausgelutschtes Beispiel sein, aber es stimmt dennoch: wie vielen Menschen in Entwicklungsländern geht es denn schlechter als uns? Vermutlich fast allen. Ich kann nicht verstehen, warum Selbstmörder immer wieder derartige Aufmerksamkeit genießen.

  • FALSCH ANIKA, DU BIST SEHR TRAURIG!

    x

  • Ich finde es traurig, dass schon ein so junger Mensch sein Leben beenden will. Oder es auch tut, das tut nichts mehr zur Sache.

    Ich kann mir seine geschilderten (sonst natürlich keine) Situationen vorstellen, ist bei mir genauso. Kaum gehts bergauf, gehts wieder mit rasenden Schritten bergab. Ich bin aber noch da.

    Klar, ein Selbstmörder ist ein kleines Stück egoistisch. Aber das darf man sein. Ich finde, Selbstmord muss überlegt sein. Und das ist es in seinem Falle. Er hat sich damit beschäftigt, was es bedeutet – für ihn und die Umwelt. Dadurch hat er seine Entscheidung getroffen.

    Selbstmord aus einer “Laune” heraus, finde ich auch falsch. Man reagiert da meist über.

    Aber es ist die Entscheidung eines jeden Einzelnen von uns. Und die muss man auch akzeptieren. Und seinen Freunden, Verwandten & Bekannten wünsche ich viel Kraft und Verständniss & vorallem kein schlechtes Gewissen. Erinnert euch an die schönen Dinge…

  • anika

    @Alexander: wie genau meinst du das?

  • Liesi

    Anika, schon mal Depressionen/ernsthafte Selbstmordgedanken gehabt? Ich finde deine Aussage wirklich unmöglich und dein Vergleich mit den Menschen in Entwicklungsländern macht mich etwas sprachlos.

  • @anika: Vielleicht magst du recht haben. Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich schlecht, Entwicklungsländer und uns zu vergleichen. Natürlich idis auch schlimm. Aber darauf möächte ich nicht eingehen. Hat du eine Ahnung, was die Vergangenheit aus einem Menschen macht? Wie man geprägt wird? Was die Faktoren sind? Vielleicht bist du in einer gesunde Familie aufgewachsen. Das freut mich wirklich für dich. Denn die Familie ist der wichtigste Bezugspunkt in deinem Leben. Roberto hatte so eine heile Welt nicht. Ich kannte ihn persönlich, er war einer meiner besten Freunde. Ich geniese derzeit eine sozialpädagogische Ausbildung und merke Stück für Stück, wie wenig wir Menschen noch zusammenhalten. Wie Menschen teilweise verkommen an dem, was andere ihnen angetan haben. Wenn jeder an den anderen Denken würde, dann, so bin ich der Meinung, würde Roberto noch leben.

  • anika

    Ich kenne Roberto nicht persönlich und ich mag mir daher auch kein Urteil über seine Beweggründe erlauben, das wäre respektlos.
    Mir geht es auch nicht um diesen spezifischen Fall. Ich habe nur dieses Beispiel aufgegriffen, um meine Meinung zum Thema Selbstmord und in erster Linie zur Reaktion anderer Menschen darauf zu äußern. Und einige Beiträge hier bestätigen mich nur in meiner Auffassung. Und da ja vom Verfasser die Fragen “Würdet ihr jemals den Schritt des Freitods wählen oder gibt es wirklich immer einen anderen Ausweg? Und könnt ihr Robertos Entscheidung, in dieser Form aus dem Leben zu treten, vollends verstehen?” gestellt wurden, kann man mir auch nicht verwehren, zu sagen, was ich davon halte.
    Ferner bin ich mir sehr wohl darüber im Klaren, welchen Einfluss Vergangenheit, speziell schwere Schicksalsschläge, aus einem Menschen machen können. Ich bin ja nicht blöd. Und vielleicht habe ich gerade deshalb so eine radikale Einstellung zum Thema Selbstmord, weil ich nicht nur eine Seite der Medaille kenne.
    Ich finde es unangebracht, meine Meinung als “unmöglich” zu bezeichnen. Und ich verstehe nicht, was an meinem Vergleich so furchtbar sein soll. Glaubt ihr nicht, dass Menschen, die ärmer dran sind als wir, gerade besonders schwere Schicksalsschläge hinter sich haben? Aber gut, auf diesem Vergleich will ich nicht herumreiten, da er ja allseits auf Ablehnung stößt. Schließlich bin ich ja gegen Selbstmord, was ich auch ganz gut finde.
    Ich habe nicht das Leben irgendeines Selbstmörders verurteilt. Ich verurteile nur die Entscheidung zum Freitod, das vielleicht aufgrund empirischer Werte.
    Selbstmord, ausgelöst durch ein beschissenes Leben, kann aber für andere Menschen ein beschissenes Leben zur Folge haben. Beispiel: der Vater einer guten Freundin von mir beging einen ebenfalls lange im Voraus geplanten Selbstmord, als sie 8 Jahre jung war. Er war ihre einzige Bezugsperson. Das hat ihr nicht minder zugesetzt und sie ist heute erwachsen. Gehe ich soweit zu sagen, dass sie durch dieses traumatische Ereignis selbst eine Depression entwickelt hat, würde das ja beinahe legitimieren, wenn auch sie Selbstmord begehen würde. Und alle anderen ihr nahe stehenden Menschen, die ihren Verlust nicht verkraften würden.
    Ich bin deshalb gegen Selbstmord, weil er egoistisch ist und – Achtung, stark subjektive Auffassung – ich der Meinung bin, dass man eine gewisse, ich nenne es mal Verantwortung, trägt, wenn man Beziehungen zu anderen Menschen eingeht. Ich denke auch nicht, dass Menschen, die sich selbst töten, prinzipiell sterben wollen, sondern nur nicht auf die Art und Weise leben wollen, wie es der Fall ist. Und das kann man ändern. Natürlich scheint es in manchen Fällen schier aussichtslos. Aber es geht. Wenn nicht allein, dann auf jeden Fall mit Hilfe. Und gerade als Sozialpädagoge sollte man wissen, dass Depressionen per Definition eine heilbare Krankheit sind. Freitod wäre nur dann zu rechtfertigen, wenn jedes Individuum unabhängig von anderen Individuen leben würde. Doch da unser soziales Leben ein komplexes System mit Ursache-Wirkung-Mechanismen ist, können mir die Hinterbliebenen, solange ich Gefühle und Erfahrungswerte besitze, nur Leid tun, nicht aber der Verursacher. Und wenn unsere Welt ach so schlecht ist, dann sind Selbstmörder eben nicht nur ein Produkt dessen, sondern tragen auch noch einen Teil dazu bei.
    Und wenn hier einige großkotzig behaupten, sie wüssten so gut, wie schlecht es Roberto ging und dass sie ja Sozialpädagogen sind und auch noch wissen, wie man Robertos Tod hätte verhindern können, dann Prost Mahlzeit.

  • An Annika: Du hast Recht, dass Depressionen heilbar sind. Wenn du aber selbst welche gehabt hast/hättest, weißt du oder würdest du wissen, dass es für Betroffene absolut “unmöglich” erscheint, sich helfen zu lassen. Wer will denn schon, wenn es einem eh schon sauschlecht geht, noch als “psychisch krank” gelten? Und dann vielleicht noch alle Freunde verlieren, die man hat? Depression ist ein Tabuthema, es wird weggeschwiegen. Und Leute, die zu Seelenklempnern gehen, werden fast automatisch zu “Psychos” gemacht. Du könntest sagen, dann sollte man sich eine andere Bezugsperson suchen. Mit Depressionen sieht man wahrscheinlich keinen Ausweg mehr, man hat vielleicht sogar die Meinung, keiner könne einem helfen – was auch oft so ist. Denn Leben kann man nicht einfach so ändern, wie du es behauptest. Es gibt Faktoren, die kann man einfach nicht ändern. Sei’s nur die Vergangenheit – die bei Depressionen oft eine Riesenrolle spielt. Oder auch die Geldsituation, kann man auch nicht einfach so ändern. Arbeitsumwelt – kann man auch nicht einfach so alles hinschmeissen, in diesen Zeiten ist ein Job wertvoll.
    Einzig und allein was man ändern kann ist, dass man anders denken versucht oder man kann versuchen den Freundeskreis zu wechseln, falls dort irgendetwas nicht passt. Man läuft aber große Gefahr allein zu sein und das ist sicherlich nicht gut für Depressive.

    Wie du schon schreibst – fast aussichtslos.

    Ich muss dazu sagen, ich habe damit Erfahrung. Selbst erlebt und oft nur knapp an der entgültigen Entscheidung vorbeigeschrammt.
    Aber die Entscheidung basierte sicher nicht auf der “Verantwortung”, die du meinst. Es war der Wille, für die einzelnen Personen leben zu wollen, was keine gute Entscheidung ist – man soll für sich selbst leben, denn wenn diese Person weg ist, dann schlittert man erst in Suizidgefahr.

    Noch dazu zur Verantwortung – wenn jeder Mensch die Verantwortung übernehmen würde, die er übernehmen müsste, dann würde es wahrscheinlich keine Selbstmorde geben. Denn Selbstmord geschieht meist, weil einer die Verantwortung NICHT übernommen hat – egal für was.

  • anika

    @Becci:Ich kann dir jetzt entgegensetzen, dass ich Menschen kenne, die Depressionen haben, Selbstmord begehen wollten und es geschafft haben, darüber hinauszuwachsen. Aber ebenso könntest du mir Beispiele von Menschen nennen, die dies nicht geschafft haben. Dieses “Ich kenne wen, der…”-Spiel bringt einen nicht weit. Fakt ist, dass Depressionen heilbar sind, Fakt ist auch, dass Depressive dies häufig nicht erkennen, Fakt ist, dass nicht alle Depressiven Suizid begehen wollen und Fakt ist, dass nicht alle Selbstmörder depressiv waren. Du jedoch scheinst mir eine recht nüchterne Auffassung zu der Thematik zu haben, dafür dass du dich selbst als depressiv und teilweise suizidal bezeichnest, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, das ist doch auf jeden Fall schon mal ein guter Ansatz. Ich weiß gerade nicht, wohin diese Diskussion noch führen wird, kann, sollte…ich möchte eigentlich nur sagen: Suizid ist scheiße. Macht’s nicht, solange ihr lebendig seid und ein Gewissen habt.

    Und was noch kommen musste, natürlich ein Zitat von Immanuel Kant:

    “Einer, der durch eine Reihe von Übeln, die bis zur Hoffnungslosigkeit angewachsen
    ist, einen Überdruss am Leben empfindet, ist noch soweit im Besitze seiner Vernunft, dass er
    sich selbst fragen kann, ob es nicht etwa der Pflicht gegen sich selbst zuwider sei, sich das
    Leben zu nehmen. Nun versucht er: ob die Maxime seiner Handlung wohl ein allgemeines
    Naturgesetz werden könne. Seine Maxime aber ist: ich mache es mir aus Selbstliebe zum
    Prinzip, wenn das Leben bei seiner längeren Frist mehr Übel droht, als es Annehmlichkeit
    verspricht, es mir abzukürzen.”

  • anika

    Oh und ein Buchtipp zu der Thematik: “A Long Way Down” von Nick Hornby.

  • “Dann war’s das.” – Der Abschied des Roberto Müller – Anyutik – der Textautomat

    […] seine Schlafstörungen, Fernsehabende, die Arbeitssuche. Er hatte “Follower“, “Friends” und Leser – und war doch so einsam, dass er diesen radikalen Schritt gegangen ist. In […]

  • @ anika:
    ach, geh weg mit dem mist.

  • @anika: Ja. Du kannst mir Beispiele nennen, und ich auch. Ich kann mich auch selbst als Beispiel nehmen, was ich auch vorher schon getan hab.

    Ja, es ist ein guter Ansatz, wenn man schon mal einsieht, dass man depressiv ist, oder auch suizidgefährdet. Aber weitergebracht hat mich diese Einsicht dennoch nicht. Und außer ein paar wichtigen Menschen im Leben weiß davon auch keiner, und wird es auch nie wissen. Und die, die es wissen raten mir meist von einer Behandlung ab – wenn auch nicht alle.

    Ich hasse nur Aussagen, die behaupten, dass man es einfach so ändern kann. Ein Mensch, dem sein Leben nicht gefällt, probiert selbstverständlich sein Leben zu ändern. Nur oft geht es einfach nicht, und mit der Situation leben erscheint oft unmöglich.

    Klar, sollte man an seine Freunde/Verwandte denken. Aber was bringt einem ein scheiss Leben hier, nur für die andren?! Hat keinen Sinn.

  • Pflichte Anika in absolut allen Punkten bei…

  • @Annika
    Ich schalte mich dann doch mal dazu. Ich kann nicht verstehen, wie du behaupten kannst man können sein Leben von heute auf morgen ändern. Du schreibst Du kennst Dich mit Depressionen aus. Und jetzt sag ich Dir was: Gar nichts weisst Du! Deine Kommentare klingen wie Erzählungen: “Ich kenne jemanden”
    Ich sage Dir aus eigener Erfahrung: Man kann seine Vergangenheit ohne Hilfe nicht hinter sich lassen. Ich habe es jahrelang versucht und scheitere bis heute daran. So schlimm die Erlebnisse auch gewesen sein mögen, die Erde dreht sich weiter. Aber Auslöser für tiefe Depressionen sind sie trotzdem.
    Das schlimme an einer Depression ist, dass der Betroffene sie am wenigsten erkennt. Man ist antriebslos, hat keine Lust auf gar nichts mehr, leidet an Schlaflosigkeit und Lustlosigkeit. Was man dagegen tut? Und auch geraten bekommt ist: Urlaub zu nehmen, weil das Umfeld nicht erkennen will was los ist, oder blind durch die Gegend läuft!

    Ein depressiver Mensch wird beherrscht von Gefühlen wie Leere, Niedergeschlagenheit, Hilflosigkeit, Trauer, Hoffnungslosigkeit, Verlust, Einsamkeit, Schuld, Angst und Feindseeligkeit.

    Viele Depressive schämen sich für Ereignisse, die anderen Menschen gar nicht aufgefallen sind. Dabei entwickeln sie häufig ein Gefühl der Wert- und Nutzlosigkeit. Sie sehen in ihrem Leben keinen Sinn mehr und oft ist der Wunsch da einfach nicht mehr zu existieren.

    Und ich sage Dir noch etwas: Wenn man das nicht selber erlebt hat, kann man sich vielleicht als Psychologe o.ä. da hinein denken, aber jemand der nicht in die Richtung ausgebildet ist, oder es eben selber erlebt hat, weiß, wie stark diese negativen Gefühle, die Gedanken an Suizid sein können.

    Glaube mir: Der Gedanke an die Hinterlassenen ist definitiv da! Aber nicht so, wie Du vielleicht denkst! Meine Erfahrung ist, dass man zwar ganz genau weiß, was man den Leuten antut, es aber an der Umsetzung im Kopf fehlt. Ein depressiver Mensch wertet sich dadurch, dass er darüber nachdenkt, was er anderen antut, nur noch weiter selber ab! (So war es zumindest bei mir!)

    Damit Du das auch weißt und um die Frage, die Du vielleicht hast zu beantworten: Ich habe zwei Selbstmordversuche hinter mir, und habe beide nur überlebt, weil ich sehr aufmerksame Freunde habe! Jetzt befinde ich mich seit 1 1/2 Jahren in Therapie und nehme Medikamente. Übrigens hab ich zu der Zeit als meine Therapie begonnen hat, als Teil der Therapie mit dem Bloggen begonnen, was ich mir heute nicht mehr wegdenken könnte! :-)

    So, wieder beruhigt. Achso eins noch.
    @Casi Schwache Leistung jemandem beizupflichten ohne die eigene Meinung zu vertreten.

  • Sorry aber da ist doch noch etwas: Annika Du schreibst:
    Ich bin deshalb gegen Selbstmord, weil er egoistisch ist.

    Hast Du Dir mir überlegt, dass jemand, der den Freitod wählt, vielleicht gerade darin einen Ausweg sieht. Aus Ausweg dafür denjenigen, denen man aufgrund der eigenen Nutz- und Wertlosigkeit zur Last zu fallen, eben diese Last zu nehmen? Dann hat der Freitod eine ganz andere Bedeutung. Nämlich, dass man eben niemandem mehr zur Last fällt.

    Und Korrektur: Und ich sage Dir noch etwas: Wenn man das nicht selber erlebt hat, kann man sich vielleicht als Psychologe o.ä. da hinein denken, aber jemand der nicht in die Richtung ausgebildet ist, oder es eben selber erlebt hat, weiß, wie stark diese negativen Gefühle, die Gedanken an Suizid sein können.

    Es muss natürlich “niemand” anstatt “jemand” heissen.

  • Mist, nicht mein Tag heute. An @Admin Könnt ihr / kannst Du vielleicht die Kommentare korrigieren? Bei meinem Deutsch heute Nacht, Spam ich euch sonst zu :-)
    Ich mag kein schlechtes Deutsch :-)

    Danke

s.Oliver