Schoko statt Ketchup - My Life Without RedMein Leben ohne Rot

Tach, hier bin ich wieder! Und auch wenn sich manch einer etwas anderes erwünscht hätte, muss ich ihn leider an dieser Stelle enttäuschen. So schnell bin ich nicht klein zu…
Schoko statt Ketchup

My Life Without RedMein Leben ohne Rot

Tach, hier bin ich wieder! Und auch wenn sich manch einer etwas anderes erwünscht hätte, muss ich ihn leider an dieser Stelle enttäuschen. So schnell bin ich nicht klein zu kriegen. Allerdings muss ich mir ehrlich eingestehen, dass die Lust ein paar Zeilen zu tippen kaum bis überhaupt nicht vorhanden war. Irgendwie hat nichts mehr so wirklich Sinn gemacht. Zu viel Diplom, zu wenig Freude am Leben und schon sitzt man in einem Loch voll mieser Laune und wird zusätzlich noch Tag für Tag mit immer größer werdenden Stressbomben zugeballert.

Und was machen so “richtige” weibliche Wesen, wenn sie an so einem Punkt im Leben angekommen sind?! Jep, korrekt. Es muss ‘ne andere Haarfarbe her. Nachdem ich also Marcels persönlichen Welttrauertag eingeläutet und mir von Hannah das OK abgeholt hatte, machte ich mich vor einigen Wochen mit Herzflattern und schwitzigen Händen auf den Weg zu einer Freundin, besser bekannt als Kiwi, die Lieblingsfrizzeöse. Und ich war mir bis zu dem Zeitpunkt, als die bereits zweite Ladung braune Kacke ähnliche Masse namens “Schokolade” (also ernsthaft) fast bis zu meinem Gehirn durchdrang, immer noch nicht sicher, ob das die richtige Entscheidung war. Allerdings kann etwas, was so lecker heißt ja nicht allzu schlecht sein. Zumindest habe ich mir das während der vielen Minuten Wartezeit kontinuierlich eingeredet. Ziemlich schnell hatte ich mich mit meinem neuen Kopf dann auch angefreundet. Es dauerte etwa 1,8 Sekunden. Darf ich vorstellen: Kopf – Caro, Caro – Kopf.

An dieser Stelle war mir allerdings noch nicht bewusst, wie mein soziales Umfeld auf mein neues NICHT-Rot reagieren würde bzw. wie anders man plötzlich auf seine Umwelt wirkt. Angefangen damit, dass mein Bruder mir fast den Zutritt in unser Zuhause verwehrt hätte, zuckte mein Papa morgens in der Küche leicht zusammen, meine Freunde liefen ohne mit der Wimper zu zucken an mir vorbei und ich musste schließlich bei jeder den Tagen darauf folgenden Konversation darum kämpfen, dass man mir mehr als 3 Sekunden zuhörte, bevor mein Gegenüber auf meinen Kopf starrend, sagte: “Was hast du gesagt? Ich konnte dir gerade nicht zuhören… also das Braun… weil das Rot war schon…”. Hm. Hinzu kam, dass ich plötzlich als total vernünftig und brav abgestempelt werde. Und soo erwachsen. Was ich hingegen aller vorherigen Gerüchte auch bin, man einer Rothaarigen allerdings niiie abnehmen würde. Jetzt schon. Haha. (Ich kann es somit also schaffen, das ganze Universum allein durch mein Äußeres zu täuschen, um die Weltherrschaft an mich zu reißen – nur so am Rande erwähnt). Aber ich will gar nicht von der eigentlichen Sache ablenken.

Nachdem ich selbst Tage später nach dem Aufwachen noch leicht konfus vor dem Badspiegel stand, kam auch einer meiner Dozenten nach Tagen aus dem Staunen nicht mehr heraus und suchte, anstatt mir wichtige Fragen zu beantworten viel mehr nach Worten wie ich jetzt auf ihn wirke. Hätte ich gewusst, dass ich Menschen allein mit einer anderen Haarfarbe so aus dem Konzept werfe, hätte ich mir das genauer überlegt. Was aber schon auf irgendeine Weise positiv zu bewerten ist, also zumindest aus meiner Sicht: Ich kann durch die Stadt gehen ohne direkt von jedem Zweiten angestarrt zu werden. Ohne, dass kleine Kinder mit großen Augen und offenem Mund vor mir stehen bleiben und an Mamas Rockzipfel ziehend immer wieder viel zu laut durch den ganzen Supermarkt rufen: “Mama, Mama, die Frau hat rooote Haaaaaare!!! Ich will auch rote Haare!!”. Und nicht etwa, dass ich Mütter nur im Supermarkt zur Verzweiflung gebracht hätte. Nein, solche Situationen kamen an den verschiedensten Orten zustande. Ich bin nicht mehr sofort der Sündenbock für alles, was irgendwie mit der dunklen Seite der Macht zu tun hat und die Gesprächsthemen beim Kennenlernen werden auch nicht sofort auf meine Haarfarbe reduziert. Sehr gut.

Sei es durch Zufall oder auch nicht, werde ich auch neuerdings nicht mehr von 18-Jährigen angebaggert, stattdessen genau von dieser Altersgruppe nun gesiezt. Verwirrend. Im Gegenzug bekomme ich von Mitte 30-Jährigen Kärtchen zugesteckt und werde beim Einkaufen von Familienvätern mit Kind auf dem Arm angeflirtet. Tja, so schnell kann’s gehen. Um das bei der Gelegenheit nochmal zu betonen, für alle: Ich bin kein anderer Mensch geworden. Ich habe nur ‘ne andere Haarfarbe. Und auch wenn ich mich mittlerweile gut an diese teils andere Umgangsweise gewöhnt habe, komme ich bei manchen Kleinigkeiten im Alltag doch immer wieder ins Staunen, wie sehr man eigentlich von vielen Menschen allein durch das Äußere bewertet wird bzw. bislang in eine Schublade gesteckt wurde. Und so ein Schlusswort darf von einer Brünetten nun auch ganz AMY&PINK untypisch ernst genommen und überdacht werden. Also wirklich. Wirklich jetzt. (Und Marcel bricht währenddessen vor Lachen zusammen.)

Hey, here I go again. Although others may have wished things go different, I’m sorry to disappoint you at this point. I’m irrepressible. Indeed I have to confess to myself, that I ran out of steam writing some lines. Nothing made real sense anymore. Too much degree, too little joy of life and there you go. Sitting in a deep black hole full of filthy mood and getting shelled with growing stress bombs day by day. And what else can “real” girls do when they reach that point of life? Yes: Changing my hair color.

After I herald the start for Marcel’s personal world depression day and got the OK by Hannah to do this, I hit the road inclusive heart attacks and sweaty hands to my friend called Kiwi some weeks ago, my favorite hairdresser. And when those two liters of brown shit called “chocolate” (really) went into my brain, I still wasn’t sure that I’ve made the right decision. But something called so delicious can’t be too bad, I persuaded myself every minute of waiting and quickly made friends with my head when finished, it took quite 1,8 seconds. May I introduce: Head – Caro, Caro – head.

At this point I’ve been unaware how my milieu would react to my new NOT-red, respectively how different you affect to your environment. It started with the moment when my brother almost denied me the access to our home, my father winced in the kitchen because of me and my friends passed by without raising an eyebrow. I had to contest for attention at every following discussion, because everyone asked me about my new hair color after almost three seconds of talking with me. “What did you say? Yeah I wasn’t able to listen to you“¦ so the brown“¦ ’cause red was very“¦” Additionally I’ve been labelled as a totally rational and well-behaved woman – and soo adult. I used to be like this anyway, but people never believe that because of red hair. But they do now. (So Im able to fool my whole environment by changing my hair color and capture world domination that way, just mentioned.) But I don’t want to draw off attention.

After I woke up kinda confused and couldn’t quite believe what I see in the bathroom mirror, one of my lectures declined to answer my important questions, but rather told me how I affect him. If I only had known, that I’m able to put people off their stride with the help of another hair color, I would gave it some better thought. Personally I can rate the whole thing quite positive. I can walk around the city without being gazed by everyone. Little children don’t pass by without tearing up their eyes and mouths anymore and they also don’t call their mommies: “Mum, mum, that woman has got reeeeed haaaaiiirr!!! I also want reeeeed haaaaiiirr!!” And that doesn’t only affect mothers in supermarkets. Those situations took place at a huge variety of localities. I’m no longer the scapegoat for everything connected with the dark side of the Force and conversational topics are not reduced to my hair color anymore. Nice.

Let it be some kind of happenstance, 18 years old kids don’t try to get off with me anymore, instead they started to call me “Sie”. Kinda confusing. In reverse 30 years old guys give me their card now and when I go shopping fathers start to flirt with me while they carry a child in their arms. Happened kinda fast. But to reemphasize: I’m not another person. I just have another hair color. And although I’m familiarized with these changed circumstances, I still can’t believe, why other people pigeon-hole others, just because of their appearance. And although it’s not quite typical for AMY&PINK, you are allowed to reconsider your opinion and think about what I’ve just said. I’m serious, guys. (And Marcel cracks up with laughter in the meantime.)

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