Das Ende von "Skins" - Goodbye My Effy

Wäre die Welt ein Tokio-Hotel-Konzert, dann hätte gestern Abend wohl ein riesiger, mit Mistgabeln und Fackeln bewaffneter Mob aus Pickelgesichtern, Hipstern und Mc-Donald’s-Angestellten die Bühne gestürmt, die Namen der schlechtesten…
Das Ende von "Skins"

Goodbye My Effy

Wäre die Welt ein Tokio-Hotel-Konzert, dann hätte gestern Abend wohl ein riesiger, mit Mistgabeln und Fackeln bewaffneter Mob aus Pickelgesichtern, Hipstern und Mc-Donald’s-Angestellten die Bühne gestürmt, die Namen der schlechtesten Drehbuchautoren der Welt geschrien und sie dort oben bei lebendigem Leib gehäutet. Und das alles weil der britische Fernsehsender E4 mit dem gestrigen Finale von “Skins” wohl so ziemlich alles falsch gemacht hat, was man falsch machen kann und das wohl auch noch genossen hat.

Dabei fing doch alles so vielversprechend an. Die neue Generation um die psychisch labile, aber unglaublich bezaubernde Effy und ihre am Leben hängen gebliebene Freundin Pandora brachte frischen Wind in die von Tod, Stalkern und Schwangerschaften dominierte Welt und kiffte, trank und poppte sich schnell in die Herzen der Zuschauer. Sie versprühte die selbe Art von Energie und Magie wie einst die legendären Tonys, Sids und Cassies der Stadt Bristol und konnten durch depressive Traumwelten, zum Brüllen komische Einlagen und lesbische Beziehungen bis kurz vor Schluss überzeugen. Und dann kam das.

Die ansonsten außerordentlich auf Epik, Unsterblichkeit und Fantasie ausgerichteten Autoren hatten die einmalige Chance Cook, JJ und Naomi mit einem geschickten in sich schlüssigem, aber doch nicht alles verratendem Ende zur absoluten Legende zu machen, über die man auch in Jahren noch sprechen würde. Als der gewagteste, intimste und doch erfrischend realitätsfernste Einblick in das Leben der Jugend von heute. Leider scheiterten sie qualvoll daran.

Das große Finale war dann wie schlechter Sex. Es dümpelte mit sinnlosen Szenen und Dialogen nur so vor sich hin, keine Frage wurde auch nur im Entferntesten geklärt und der plötzliche Schlussakkord gipfelte in einem Schatten von Höhepunkt, der so schnell vorbei war wie er gekommen ist und ließ die Fans des Planeten mit nur einem Satz zurück: “Das war’s jetzt?”

Die machen ihrem Ärger derweil auf der offiziellen Webseite von E4 und diversen Fanseiten Luft. “Ihr habt uns mit nichts außer purer Leere zurück gelassen.”, “Ich mache alle Autoren für dieses schreckliche Ende persönlich verantwortlich.” und “Jesus, was für eine wertlose Staffel!” sind da noch die harmloseren Beleidigungen, die meist direkt an “Skins”-Erfinder Jamie Brittain gerichtet sind.

Wir sind auch mehr als enttäuscht, hätten uns einen würdigen Schluss für all die großartigen Emotionen gewünscht, die die inspirierenden Charaktere in uns ausgelöst haben und können es kaum fassen, wie man so eine großartige Saga derart gegen die Wand fahren kann. Uns bleibt nichts mehr anderes zu sagen, außer: Shame on you, Mr. Brittain! Wehe du versemmelst es bei der nächste Generation genauso.

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