Lauf, Baby, lauf! - Reflexkomplex

Ich frage mich manchmal Dinge, von denen ich die Antwort weiß. Eigentlich. Vielleicht meine ich sie auch nur zu wissen. Aber das spielt keine Rolle. Nicht für mich. Es geht…
Lauf, Baby, lauf!

Reflexkomplex

Ich frage mich manchmal Dinge, von denen ich die Antwort weiß. Eigentlich. Vielleicht meine ich sie auch nur zu wissen. Aber das spielt keine Rolle. Nicht für mich. Es geht über das bloße “reicht das Müsli noch für diese Woche aus?” hinaus. Und weshalb der Tag nicht 40 Stunden hat und heute schon wieder Freitag ist frag ich mich schon lange nicht mehr.

Es sind die Dinge, die dir den letzten Nerv rauben. Die dich um deinen Verstand bringen. Sie wollen dich zum Verzweifeln bringen. Zum Ausrasten. Sie tun es. Und du lässt es zu. Du bist selbst Schuld. Es sind diese Dinge, vor denen man davon läuft. Nicht etwa auf die Forrest Gump-Methode. Nein. Vielmehr werden sie in eine Schublade gepackt und dort verwahrt. Mit der Gewissheit: Ja. Sie ist da, die unumgängliche, aber verachtenswerte Antwort.

Aber die Gier nach Bewusstheit, die Wahrheit aufzusaugen und den miesen Beigeschmack auszuspucken, bleibt vorerst aus. Wieso? Keine Ahnung. Wieso verdrängt man? Wieso verdränge ich? Weshalb hält man sich vor manchen Tatsachen die Augen solange zu und wartet nur darauf, dass endlich jemand “Buhh” in dein Gesicht brüllt und dir das Dogma schmerzhaft in die Ohren bohrt?

Wohl ein natürlich menschlicher Reflex. Ich hasse diesen Reflex. Aber ich brauche ihn, wie die Luft zum Atmen. Obwohl ich manchmal lieber auf eine verdammt heiße Herdplatte fassen möchte, als immer wieder geistesgestört mit Gewalt an dieser Schublade zu rütteln. Das Ã-ffnen zerstört mich nicht. Es ist der Inhalt. Der akribisch mit Liebe misshandelt und mit Hass beschützt wird.

Aber was dich nicht umbringt, macht dich härter. Deshalb werde ich diese Schublade immer wieder auf ein Neues öffnen. Einen Blick wagen. Bis mich das Gefühl des Brechreizes wieder ausfüllt, ich in einem Meer voller Scheiße zu ertrinken scheine, die Fäkalien wieder von mir wasche und einen neuen Tag beginne…

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8 Kommentare

  • Und genau aus diesen Grund, weil ich auf diese Fragen die Antworten schon weiß bzw. mir langsam bewusst werde, habe ich vor kurzem beschlossen nicht mehr sooft zurück zu guggen… positiver zu denken…

    und ich sag dir: Das ist ganz schön schwer.

  • @caro
    ein reflex? oder eine dressur?

    @chrissy
    zurückschauen ist notwendig um überhaupt zu denken, glaube ich persönlich. wie kann man also positiv denken und nach vorne schauen OHNE sich umzudrehen?

    ernstgemeinte frage!

  • @ B: Ich denke auch, dass es nicht möglich ist, nach vorn zu schauen, ohne sich umzudrehen. Es ist sogar nötig, wie ich finde, dass man immer wieder zurückblickt, um sich seine eigenen gemachten Fehler einzugestehen, damit man sie in der Zukunft nicht wieder begeht.
    Aber man sollte aufhören, in der Vergangenheit zu LEBEN.
    Das muss ich mir auch mit jedem neuen Tag wieder klarmachen.

    Allgemein würde ich sagen, dass Verdrängung sehr nötig ist, damit man den Kopf für die wirklich wichtigen, akuten Dinge (des Tages) frei hat.
    Aber auch sie sollte nicht zur Gewohnheit werden.
    Sonst hat man irgendwann keinen Platz mehr für noch mehr Schränke und Schubladen…

  • @Lara
    Zurückblicken ist eben nur dann sinnvoll, wenn man sich nach vorne bewegt. auch mal innehalten dabei, macht die sache nur gesünder.

    verdrängen ist alles andere als notwendig. ich begreife nicht, wie so viele damit geimpft rumlaufen und das durchzeiehen können. gibt es einen einzigen, der das über einen längeren zeitraum gesund durchziehen konnte, das verdrängen?

    verdrängen, schon das wort allein ist doch absolut furchtbar. sich einfach machen, schnelle lösungen, nur weiter funktionieren… oh mann.

    und dann mit mitte zwanzig völlig am ende sein, emotional.

    die wirklich wichtigen dinge sind, dass man seine probleme löst, nicht sie zu ignorieren.

  • caro

    @ B: über einen längeren zeitraum dieses verdrängen durchzuziehen ist sicher’ n hartes ding- nicht unmöglich- aber man tut sich damit sicher nichts gutes. ich habe damit ja nie ausdrücken wollen, dass ich das “verdrängen” an sich für gut empfinde, allerdings lebt man (so denkt man zumindest während dieser verdrängungsphase) besser so, als das problem oder whatever am schopfe zu packen und es aus der welt zu schaffen…natürlich sieht man das im nachhinein anders…is ja bei vielem im leben so…

    @ lara: ich stimm dir da in der hinsicht schon zu, dass dieses “verdrängen” den aktuellen alltag sicherlich kurzzeitig einfacher macht, allerdings is es eben keine dauerlösung…aber dafür muss man eben erst ne ganze weile in der scheiße baden um das zu checken…

  • @ B: Ja, so wie Caro es eben sagt, ist es auch von mir aus gemeint.
    Ich bin sicher kein Fan vom “eisernen Durchziehen”, aber man muss manchmal erst die akuten Probleme in den Griff bekommen, womit man ja auch einen Schritt nach vorn geht, bevor man die Lösung der alten Probleme lösen kann.

  • Salomon Zotter

    …so schön die Fragestellung… und doch auch so armselig die Antwort.
    Zutreffend, daß Menschen durch GiftHass kaputt werden…
    …und nur begrenzt sich den “unangenehmen Entscheidungen” stellen können.
    Teilweise weil es zu hart – teilweise weil das Ego zu hochnäsig ist.
    Um sich selbst von GiftHass freizurubbeln – hilft http://www.AtemAnmut.de, denke ich… also wieder aus Verkrampftheit zu einem warmen Knuddel zu werden.
    Und um von der selbstVergötternden Egolatrie loszukommen und in der Außenwelt starke Unterstützung zu finden braucht es eine http://www.FriedensFamilie.de …wo man am besten aus einem Dutzend Familien den Mut bekommt, mehr als sexistisch mißbrauchtes und mißbrauchendes SaturiertheitsWesen zu sein – und dem eiskalten Technik-Gegenwind mit gemeinsamer WahrnehmungsWärme in lebendiger Liebe begegnen kann.
    :-) salomon (ps – das soll keine SchleichWerbung sein, sondern eher BegriffsErklärung für die Antwort auf nen super klar und wundervoll ehrlich geschriebenen BlogText von Dir, echt super schön authentisch.)

  • Salomon Zotter

    Ehrlich gesagt wünsche ich Dir, daß Du Deine http://www.LiebesLinie.de schreibst – was eigentlich für jeden sinnvoll wäre, was aber nur wenige so gut können, weil die meisten ihre poetische Persönlichkeit noch gar nicht genug entdeckt haben. Fröhliche SinnSeelen-Sonne, salomon

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