Praktikantin Wenke stellt sich vor - Ich komm’ aus Kreuzberg, du Muschi!

Wenn einem die Sonne mal wieder ins Gesicht scheint und natürlich wie immer auch aus dem Arsch, ist es an der Zeit lauthals “Hallelujah” zu schreien, dem Nachbarn einen ansatzlosen…
Praktikantin Wenke stellt sich vor

Ich komm’ aus Kreuzberg, du Muschi!

Wenn einem die Sonne mal wieder ins Gesicht scheint und natürlich wie immer auch aus dem Arsch, ist es an der Zeit lauthals “Hallelujah” zu schreien, dem Nachbarn einen ansatzlosen Freudentanz hinzuknallen und in endloser Selbstfeierei durch die Wohnung zu tanzen. Ja manchmal fühlt sich das Leben überraschend gut an. Ok, wird Zeit mich vorzustellen. Schauplatz des inoffiziell 8. Weltwunders ist Görlitz im Jahre 1986. Ein kleines ungeduldiges Etwas schoß buchstäblich durchs Loch und katapultierte sich in Sekundenschnelle in die Freiheit. Minuten später identifizierten hochgradig professionell geschulte Ärzte das kleine haarige Etwas als Mädchen. Die natürlich nur so vor Kreativität strotzenden Eltern gaben auf den letzten Metern der Namenswahl noch einmal alles und tauften die kleine Boxernase Wenke.

18 Jahre später hat es sich dann endlich ausgegörlitzt und es hieß Tschüßi Mutti und Tschüßi Vati und verdammt noch mal Willkommen du geiles Leben. Mein neuer Freund hieß Dresden Neustadt und seine Freundin Party. Drei Jahre vergingen wie im Flug, wunderbare Menschen, intensive Momente, stressige Schultage, lange Nächte und permanente “Oh Gott das schaffe ich nie”-Panikattacken pflasterten mein Weg ins Erwachsenendasein und ließen mich (un)freiwillig die Luft der Freiheit und Unabhängigkeit inhalieren.

Gewappnet wie Reinholdina Messner mit megagroßem Rucksack auf dem Rücken (ich glaube ich habe mich noch nie so überschätzt) voll mit Klamotten, einem mehr oder weniger nichtstaugenden GTA-Abschluss und einer fünf Liter schweren Tüte Erinnerungen namens unverkäufliches Soapdrehbuch, machte ich mich im Oktober 2008 auf den Weg nach Berlin. Die Tatsache, dass ich kein Geld, keine Wohnung, keinen Job, keine Perspektive aber Bock auf die Haupstadt hatte, machten es zu den perfekten Vorraussetzungen, meinem endlosen Motivationspotenzial endlich die Stirn zu bieten.

Kurze Zeit und unzählige “Der Scheiß wird mir zuviel”-Momente später hieß es Hallo Ghetto-Haus und Hallo Ghetto-Job. Mit der neuen Situation natürlich überraschend gut angefreundet vergingen die Tage und Nächte wie in einem Schnellmodus, als wär man auf dem Gaspedal hängengeblieben. Den taffen Schulterkick und rasanten Slalomsprint am Morgen hatte ich nach kurzer Zeit schon voll drauf. Pöbeln in der U-Bahn sowieso und – ja gut – an meinem Repertoire an türkischen Kraftausdrücken feile ich noch. Das Unterbewusstsein hatte mehr zu tun, als eine Kindergärtnerin mit 35 Kindern auf einmal. Quantitativ toppten meine Träume selbst “Stirb langsam 1 – 4” und das in einer Nacht.

Nach monatelangem Jobben, Jobben, Jobben, meldete sich mein Idealismus mal wieder zu Wort und diesmal erschreckend aggressiv. Er löschte alle nach Vernunft aussehenden Gedanken und ließ mein Herz endlich wieder sprechen. Was will ich eigentlich wirklich? Scheiß auf das Geld! Zeit kann man nich kaufen! Verdammt, tue etwas, was du liebst! Drei unvergessliche und eindrucksvolle Monate Praktikum bei Style and the Family Tunes folgten und schenkten mir neue Energie, Musik, Glücksmomente und am wichtigsten eine für mich bahnbrechende Erkenntnis. Ich muss schreiben. Verbinde doch einfach zwei Dinge die du liebst, Musik und Worte. Bäm – Gleichung des Lebens gelöst. Tja wenn es doch so einfach wäre, aber auf dem richtigen Pfad bewege ich mich immerhin schon mal. In diesem Sinne Herzlich Willkommen AMY&PINK, schön ein Teil von euch zu sein.

s.Oliver

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