Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. - Ins falsche Loch geschossen

Es ist wohl eine meiner schlechtesten Eigenschaften. Die meisten benutzen sie täglich, ohne sich dessen bewusst zu sein. Ich hingegen muss mich teilweise echt am Riemen reißen, um nicht als…
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Ins falsche Loch geschossen

Es ist wohl eine meiner schlechtesten Eigenschaften. Die meisten benutzen sie täglich, ohne sich dessen bewusst zu sein. Ich hingegen muss mich teilweise echt am Riemen reißen, um nicht als kompletter Vollhorst dazustehen. Es hat wohl kaum etwas mit meiner Intelligenz zu tun (wie ich mir sagen hab lassen), denn ich bin sprachgewandt, finde mich einigermaßen gut in der Welt zurecht (auch wenn dies bereits schon angezweifelt wurde), kann mich in meinem sozialen Umfeld angepasst benehmen und gut erzogen mit Messer und Gabel essen. Soweit so gut. Mit der Selbstpreisung.

Jedoch überkommen mich manchmal diese, naja, wie soll ich es nennen… Wortaneinanderreihungen, die korrekt angewandt als Sprichwörter oder Redewendungen bezeichnet werden. Im Normalfall zumindest. Bei mir würde Stiftung Warentest es wohl eher mit „kläglich versagt“ auszeichnen und mir zusätzlich noch drei Bonussterne aufkleben. Und da ist es dann meinerseits schon absolut nachvollziehbar, meine Intelligenz in Frage zu stellen. Doch zu meiner Verteidigung: es sprudelt meistens einfach so aus mir heraus. Unüberlegt. Aus der Situation heraus. Und ehrlich. Und trotz allem falsch. „Das heißt schon so, oder…? Nur anders eben“. Des Ã-fteren habe ich dann auch schon den Versuch gestartet, es so verdammt gut rüberzubringen, dass man meinen könnte es heißt wirklich so und Freunde kurzweilig selbst über Inhalt und Aussage nachdenken mussten. Im Endeffekt bestätigte sich aber doch immer mein Hang zum Sprichwörtermissbrauch.

Da lasse ich doch lieber mal die Kühe im Stall, anstatt die Kirche im Dorf. Oder die Katzen einfach mal im Sack anstatt sie raus zu lassen. Aber zumindest waren es die Katzen. Anders als die Kühe, die ich anstatt der Mäuse melken wollte (ja, mit Kühen hab ich’s irgendwie…). Da geht dann eben vielleicht mal was ins Klo und man greift sich in die Hose. Und nicht anders herum. Ja ich weiß, alles sehr verwirrend, wie auch manchmal in meinem Kopf. Deshalb fordere ich andere gerne auch auf, doch lieber mal in ihrem eigenen Garten zu gießen. Auch wenn sie korrekterweise wohl vor ihrer eigenen Tür fegen sollten. Und grundsätzlich ist ja nehmen sowieso seliger denn geben. Irgendwie…?! Nicht. Und ich könnte hier noch tausende Peinlichkeiten aus meiner sprachlichen Historie erwähnen, aber irgendwann ist dann auch wieder mal gut mit der Selbstironie.

Es ist ja nicht so, dass ich die Bedeutung nicht wüsste. Sehr wohl ist die mir bekannt. Allerdings gebrauche ich einfach andere Worte dafür. Meistens zumindest. Und wie würde es euch gehen, wenn man schon von Grund auf unter Druck steht die richtigen Buchstaben zusammen zu finden, weil die umherstehenden Gesichter nur darauf warten, dass ich mir mal wieder einen sprichwörtlichen Fauxpas leiste. Und die Genugtuung, dass ich’s mal wieder echt verkackt habe. In solchen Momenten wünschte ich mir immer ganz schnell eine Google-App in meinem Kopf. Oder einfach den Sprichwörter- Ratgeber, welchen ich netterweise (natürlich ohne jegliche Anspielung) vor einem Jahr geschenkt bekommen habe, griffbereit.

Das allerschlimmste jedoch, für manche wohl auch lustigste, zum Schluss. Auf die damalige Aussage meines Exfreundes, seine Mutter meine immer “Er solle sich eine Frau mit haushälterischen Qualitäten und ebenso guten Kochkünsten suchen“, entgegnete ich, unüberlegt, in meinem mittlerweile nicht mehr so jugendlichen Leichtsinn: „Da haste bei mir aber wohl ins falsche Loch geschossen!” Und weil ich nun mein Leben lang davon gezeichnet bin, werde ich auch nie mehr vergessen, dass es korrekterweise „Da hast du bei mir aber auf’s falsche Pferd gesetzt“ heißt. So einfach wäre es gewesen. Woher nun die Verbindung von Pferd zu Loch kommt?! Und überhaupt und sowieso…?! Lasst euerer Fantasie freien Lauf – ich bin mir selbst manchmal ein Rätsel… Aber wie langweilig wäre denn bitte das Leben, wenn man nicht auch mal kräftig über sich selbst lachen könnte. In diesem Sinne, man muss ja nicht immer gleich alles an die große Glocke hängen. (wäre in diesem Zusammenhang wohl die korrekte Wortwitz-Anwendung). Applaus.

Falls sich nun der ein oder andere in seiner sprachlichen Kompetenz angesprochen fühlt, darf er sich gerne per Mail bei mir melden. Ich leite dann jegliches Informationsmaterial hinsichtlich Selbsthilfegruppen und Therapiemöglichkeiten weiter. Ich werde mit euch fühlen. Weinen. Verzweifeln. Und verdammt nochmal lachen, Mann!

Mister Spex

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