Die digitale Lehrstunde - How To Destroy A Blog

Das Internet beweist mir immer wieder auf’s neue, dass umso hässlicher eine Webseite gestaltet, unintuitiver die Navigation gesetzt und willkürlicher die Farben gewählt sind, umso erfolgreicher diese sind. MySpace vor…
Die digitale Lehrstunde

How To Destroy A Blog

Das Internet beweist mir immer wieder auf’s neue, dass umso hässlicher eine Webseite gestaltet, unintuitiver die Navigation gesetzt und willkürlicher die Farben gewählt sind, umso erfolgreicher diese sind. MySpace vor ihrem tödlichen Relaunch zum Beispiel. Facebook vor.. ne immer noch. LastNightsParty, Wikipedia, YouTube, Google… Google ist wirklich grässlich. Vom Design her. Vielleicht liegt das daran, dass sich die Besucher erst einmal durch die Abgründe dieser digitalen Seelenfresser schlagen müssen und dabei mehr Zeit investieren und persönliche Gefühle mit ins Spiel bringen. Weil diese abstoßenden Vierecke sind wie sie selbst, ob innerlich oder äußerlich: Richtig hässlich.

Der absolut unansehnlichste Blog, aber gleichzeitig einer der am meisten kommentierten, ist Hipster Runoff, den ein Typ namens Carles betreibt. In grellen Farben und Bildern schreibt er dort über schlechte Musik, gepeinigte Jugendliche und vorbei fahrende Möpse und ist damit eines meiner großen Webvorbilder, eine Koryphäe des qualitativ hochwertigen Schreibens und eine direkte Ausgeburt meiner Vorstellung von großartig recherchiertem Shit und der Gabe Menschen zum mentalen Ausrasten zu bringen. Und all das hatte er vor kurzem in den Sand gesetzt.

Hipster Runoff

Eine Lehrstunde an alle Corporate Blogger, Social-Media-Experten und Cashmacher da draußen im Schnelldurchlauf. Carles hatte nach jahrelangem Herumgeschreibe einfach keine Lust mehr und wollte sich eher seiner “Fashionmarke” (die so ziemlich nur aus einem T-Shirt besteht) widmen, setzte darauf hin eine fette Truller und ein paar Spacken an die Tastatur und ritt in den abendlichen Sonnenuntergang. Das hätte womöglich sogar funktioniert, wenn gewisse Leute nicht ausgerastet wären: Die Leser. Eine geschlagene Woche lang fluchten, stänkerten und beleidigten sie die neuen Autoren was das Zeug hält, wünschten Hipster Runoff den antianalogen Untergang und fühlten sich ausgenutzt, verraten und verarscht.

Aufgrund dieser schlammigen Revolte kam Carles nun zwar vor einigen Tagen als Ritter in strahlender Rüstung zurück und setzte Becca und ihre Trullerfreunde wieder vor die Tür, aber dennoch hat er sich und dem Blog damit keinen Gefallen getan. Die einen haben als Leser längst das Weite gesucht, die anderen glauben, dass das eine reine PR-Aktion war und ein paar Druffis wollen Carles jetzt schon gar nicht mehr haben und die Klöße zurück. Tja, scheiße gelaufen.

Und was lernen wir daraus? Ein Blog ist nur so gut wie seine Autoren. Das Label, das Logo, der Style sind Nebensache und können nicht einfach plötzlich von anderen Idioten übernommen werden. Das funktioniert nicht. Apropos, unter welche Brücke schläft jetzt eigentlich Robert Basic? Wer ihn sieht soll dem armen Kerl doch einen kostenloses WordPress-Account einrichten, damit er weg vom Branntwein kommt und wieder ein bisschen was in die Tasten hauen darf. Und wenn’s nur über den Verbleib seiner 15 Minuten Ruhm ist.

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Strellson