Mickeys üble Rache - Disney hat mein Leben zerstört

Disney ist wohl in vielerlei Hinsicht der mit Abstand böseste Konzern der Welt und lässt dabei dubiose Medizinmixer, über Leichen gehende Waffenhändler oder gar abmahnwütige Anwaltskanzleien weit hinter sich. Sie…
Mickeys üble Rache

Disney hat mein Leben zerstört

Disney ist wohl in vielerlei Hinsicht der mit Abstand böseste Konzern der Welt und lässt dabei dubiose Medizinmixer, über Leichen gehende Waffenhändler oder gar abmahnwütige Anwaltskanzleien weit hinter sich. Sie halten ihre unglücklichen Mitarbeiter mit Schweigeerklärungen an der kurzen Leine, werden immer wieder von machthungrigen Führern geleitet und verderben die Herzen unserer kommenden und vergangenen Geliebten mit unvorstellbar realisierbaren Ansprüchen an Liebe, Romantik und Mut. Kein Wunder, dass sich viele deprimierte Angestellte nicht anders aus ihrer Misere zu helfen wissen als Pornografie in die Filme einzuarbeiten.

Leider kommt man bei einem Mädchen nicht einmal bis vor die Haustür, wenn man nicht spätestens beim dritten Date eine vor dem Gesetz hieb- und stichfeste Erklärung unterschreibt, dass man das gesamte Disney-Universum und alles was darin herum keucht und fleucht bis zum Ende der Beziehung ganz dolle lieb hat, sich für mindestens zwei Abende in der Woche für einen “Disney Motion Pictures Presents”-Klassiker wie “Dornröschen” oder “Aschenputtel” ans Sofa fesseln lässt und am besten noch alle Musical-Einlagen per Untertitel-Mit-Mach-Texte in C-Dur mitgrölt.

Und wer schon einmal bei Mufasas Tod wie am Spie&szlig geheult oder wegen Aladdins deppertem Dschinni vor Lachen unter dem Tisch lag, dem haben sich wie von Geisterhand alle vorher mit Blut und Tränen gefassten Vorsätze die Filme doof zu finden, das Gesinge als total bescheuert abzustempeln und den Zeichenstil auf ewig und für immer zu verabscheuen ganz plötzlich in Luft aufgelöst. Wie bei Scientology.

Und mal ehrlich, wir sind alle mit dem weichgezeichneten Schmus gro&szlig geworden, haben uns als kleine Stengel schon früh morgens zu “Darkwing Duck” und “Käpt’n Balu” auf unsere vier Buchstaben gesetzt und uns von sprechenden Tieren und herum hüpfenden Tassen wichtige Werte wie Selbstvertrauen, Mut und Stolz in die schmalzigen Birnen hämmern lassen. Nicht so wie bei “Dragon Ball Z“, in denen ständig auf alles und jeden eingeprügelt wird. Böser Son-Goku. Aus.

Und deshalb möchte ich Disney danken. Danke dafür, dass ich den “ewigen Kreis des Lebens” immer noch aus dem Stand heraus auswendig durch die Gegend brüllen kann. Danke Pepper Ann, dass ich während deiner Serie meine Exfreundin mit dieser vollbusigen Blondine betrogen habe und trotzdem noch genau wei&szlig, worum es in der Episode ging. Nämlich um ihre ekligen Pickel.

Aber mein grö&szligter Dank geht an Walt Disney selbst. Dafür, dass er mir mit Mickey Mouse einen Charakter erschaffen hat, der meine gesamten Ansichten von Hass, Unrecht und Vergeltung in nur einer Figur bündelt und meinen allergrö&szligten Wunsch am fackeln hält: Diese blöde Maus aufgrund ihrer behinderten Lache, dieser riesigen, fetten Ohren und dem ständigen “Oh Junge” bei einem spontanen Treffen mal quer über den Atlantik zurück in die Studios der Hölle zurück zu prügeln. Gott bewahre, dass ich jemals die Pforten von Disney Land durchschreite. Dann ist das erste Nagetier, das ich erblicke, nämlich dran.

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