- Mein Leben nach dem Internet

Ich bin ein Junkie. Nicht nach Drogen, nicht nach Alkohol, nicht nach Zigaretten. ÃÅ“ber all die Dinge bin ich schon lange hinweg. Meine neue und alte Sucht ist das Internet.…

Mein Leben nach dem Internet

Ich bin ein Junkie. Nicht nach Drogen, nicht nach Alkohol, nicht nach Zigaretten. ÃÅ“ber all die Dinge bin ich schon lange hinweg. Meine neue und alte Sucht ist das Internet. Die Tonnen von Inspiration, Information und Independenz hat mich abhängiger gemacht als alle Joints, Uschis und “World of Warcraft”-Roots zusammen, lassen mich glücklich grinsend mit meinem MacBook im Arm einschlafen und verschaffen mir eine tiefe, innere Befriedigung. Weil mir die ganze Schei&szlige Spa&szlig macht, ich in die Gehirne von Menschen eindringen kann und damit auch noch Geld verdiene.

Aber natürlich wissen wir alle, dass unser Surfurlaub nicht für ewig ist. Spätestens wenn die Welt von den Chinesen überrannt, der Dritte Weltkrieg ausgefochten und die letzte Webseite aufgerufen ist, ist es vorbei mit Google, Twitter & Co. Dann müssen sich die Nerds wieder an die Tagessonne gewöhnen, Hipster mit ihrem iPhone Nüsse knacken und Blogger ihre unwichtigen und vor Egoismus getragenen Gedanken von einem nahegelegenen Berg aus verkünden.

Und auch für mich wird es anfangs schwer sein, mich an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen, aber ich kann mir sicher sein, dass meine dauerhafte ÃÅ“berdosierung des Netzes erheblich zu meiner Rehabilitierung beitragen wird, bin ich doch aus der Erfahrung heraus ziemlich schnell von Dingen gelangweilt. Beim Internet zieht sich dieser Prozess aufgrund der weitläufigen Variationen und Mutationen nur etwas hinaus. Irgendwann ist es auch damit vorbei.

Also werde ich nach dem gro&szligen Zusammenbruch des World Wide Web als Einsiedler auf eine einsame Insel ziehen, mir dort hoch oben in den Gebirgen und mit einem sagenhaften Ausblick auf das Meer meine ausgedruckten Pornoseiten durchblättern und mich bei einem köstlichen Kokosnuss-Coktail darüber amüsieren wie wichtig wir diese vernetzte neue Welt doch nahmen, die dann nur noch eine zu verblassen drohende Erinnerung sein wird. Auf Wiedersehen du einst so rebellisches Medium. Es war schön mit dir.

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