- Gibt’s das auch in hässlich?

Es ist weitläufig bekannt, dass Kleider nun einmal Leute und Leute wiederum Kleider machen, aber liebe Modewelt, ihr Designer, Fashion-Blogger und Vintage-Victims zusammen, seien wir doch nur einen Moment lang…

Gibt’s das auch in hässlich?

Es ist weitläufig bekannt, dass Kleider nun einmal Leute und Leute wiederum Kleider machen, aber liebe Modewelt, ihr Designer, Fashion-Blogger und Vintage-Victims zusammen, seien wir doch nur einen Moment lang ehrlich, schweben wir kurz über dem milliardenschweren Modezirkus und setzen uns auf der Wolke der Selbsterkundung zusammen. Denn wenn wir nur in diesem Augenblick die Hand aufs Herz legen, dann ist die Mode an sich doch nur hei&szlige Luft, Marketing, Verkaufsargument, der Motor einer riesigen Industrie. Und mehr nicht.

Schaue ich mir die kommenden Kampagnen von Schneiderhäusern wie 47Street, Via Snella oder Butterflysoulfire so durch, dann entdecke ich da zwar jede Menge geiler, dürrer Mädels fotografiert in märchenhaften oder stilistischen Szenarien von den besten Knipsern des Planeten, aber die Kleidung an sich, die ist doch Nebensache, versinkt unter den Blickfängern und verblasst hinter der aufgesetzten Traumwelt. Präsentation ist alles. Und so war es schon immer.

Natürlich kann eine magersüchtige 16-jährige mit langen Beinen, sü&szligem Gesicht und blonden, samtigen Haaren ein Turtles-T-Shirt mit Nerd-Brille, zerrissener Jeans und knallgrünen Chucks anziehen und dabei jung, anziehend und sexy wirken. Karl Lagerfeld persönlich kann sie in eine Aldi-Tüte oder ein diamantenbesetztes Abendkleid einnähen: Eine Lisa Olsson, Filippa Smeds oder Felice Fawn wird darin immer gut aussehen. Aber trifft das wohl nur auf rund zwei Prozent der auf der Erde lebenden Personen zu.

Hatten wir also letztens noch die Frage, wann man alt genug für Mode ist, frage ich mich heute gar, ob Fashion an sich nicht nur eine einzige Farce ist, Geldmacherei, ein unfreiwilliger Zwang, um sich von seinen Mitmenschen abzusetzen oder sich ihnen anzugleichen. Beweisen, ob die Mode an sich schön ist und nicht der perfekt inszenierte Mix aus Aufmachung, Models und Fotografie dürfte wohl nur eine direkt vergleichende Fotostrecke sein, die die beiden Extreme der menschlichen Existenz aufzeigt.

So soll sich doch einmal bitte ein Fotograf oder gar ein Modelabel wie Levi’s, American Apparel oder H&M einen der herumliegenden Saison-Kataloge schnappen und zwei identische Versionen davon ablichten lassen – einmal mit sexy, schlanken, galanten Vorzeige-Models und einmal mit unattraktiven, pickeligen, übergewichtigen Herberts von der Stra&szlige. Dann können wir wenigstens mal sehen, ob wirklich die Mode so toll ist – oder doch nur das Image, das einem in den Medien verkauft wird.

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Topman

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