- Krieg in Kreuzberg

Als wir die Treppe hinauf liefen und ich mich nach links drehte, zerplatzte in Sarahs Gesicht eine Bierflasche. Von überall her schrieen schwarz Vermummte linke Parolen, es sollte schon dunkel…

Krieg in Kreuzberg

Krieg in Kreuzberg

Als wir die Treppe hinauf liefen und ich mich nach links drehte, zerplatzte in Sarahs Gesicht eine Bierflasche. Von überall her schrieen schwarz Vermummte linke Parolen, es sollte schon dunkel sein, aber die brennenden Mollis, das Blitzlicht der Kameras und das ständig rotierende Blau hielten den Himmel über dem Kotti am unnatürlichen Leben. Sarah sank an der gekachelten Wand zusammen, ihre blonden Haare hingen blutverschmiert ins Gesicht. Sie heulte, schluchzte. Wir waren mitten in eine Falle getappt. Die U-Bahn-Station war eine einzige Festung geworden. Der Boden war rot gesprenkelt, es roch nach Kotze, Alkohol und Schweiß. Armeen von grüngepanzerten Polizisten hatten uns umringt, am Himmel kreisten laut Helikopter. Die Verteidiger unserer Burg warfen mit Flaschen nach den ausharrenden Angreifern, das Tor hatten sie aus eigener Kraft verschlossen. “Kommste raus und bekommste erst ma’ eine auf die Fresse.” jammerte ein alter Mann und verschwand wieder in den Tiefen der U-Bahn.

Es war schwer für die Sanis sich den Weg zu uns durchzuschlagen. Das große grüne Stahltor wurde geöffnet und sie begannen sofort Sarah notdürftig zu behandeln. Ich hielt ihre Hand, doch plötzlich hörten wir ohrenbetäubende Schreie und Getrampel hinter uns. Die Bullen hatten nur auf diese Chance gewartet und stürmten wie in einer grünen, mit Schlagstöcken prügelnden Welle auf uns zu. Die Sanitäter warfen sich schützend und auf die Angreifer fluchend über Sarah. Wir hoben die Arme und riefen aus aller Kraft “Stopp” und “Verletzte”, aber es half nichts. Die grüne Welle überkam uns mit einem dumpfen Schlag, meine Lippe platzte auf. In Zeitlupe prallten die Leute gegen die Wand und fielen die Treppe hinunter – in meinem Ohr erklang “Nothing To Worry About” von Peter Bjorn and John. Ich warf einen letzten, verzweifelten Blick auf die blutige Stelle an der Wand, doch einer der Polizisten zog uns heraus und schleuderte mich gegen einen Trupp von Pressefritzen, von deren Seite das Blitzlichtgewitter kein Ende nahm.

Krieg in Kreuzberg

“Haste ma’ Feuer?” zog mich ein alter Alki wieder nach oben und verschwand wankend hinter der Wand aus Schaulustigen mit ihren Handys und Digicams. Zwei Mädels tanzten die Tetris-Melodie trällernd um den Einsatztrupp herum, Ampeln und Schilder wurden zu Fall gebracht und einer lies die Hose runter und kackte vor den Grünen auf den Boden. Die Menge tobte, lachte und jubelte. Dann wieder laute Schreie und trampelnde Schritte. Dieses Mal waren sie nicht mehr grün, sondern schwarz. Sie schienen stärker gepanzert und rannten mit Pfefferspray sprühend auf uns zu. Vielleicht hätte ich nicht unbedingt ganz in Schwarz und mit übergezogenem Kapuzenpuli auf diesem absurden Kriegsschauplatz auftauchen sollen, aber wieder wurde ich gepackt und mit der Wucht eines Bullen in die am Straßenrand stehende Menge gedrückt. Nach Atem ringend konnte ich mich auf eine Verkehrsinsel retten. Der ganze Boden war voller Glassplitter und herausgebrochener Pflastersteine. Wir waren umzingelt.

Um uns herum brannte es, die Menge war aufgeheizt und warf mit allem was sie auf dem Boden fand nach den Beamten, die sich um uns herum positionierten. Ein Krankenwagen fuhr vom U-Bahnhof, der danach sofort gesperrt wurde, weg und ich hoffte, dass Sarah darin in Sicherheit war und die Verletzung nur schlimmer aussah, als sie es in Wirklichkeit war. Mein Kopf brummte und zum ersten Mal konnte ich mir ein Bild von der Lage machen, die von Gewalt und bierausschenkenden Dönerbuden dominiert wurde. Aber es dauerte nicht lange bis du den Dreh raus hattest, wann du wo in verhältnismäßiger Sicherheit stehen konntest und wie du auf die Rufe, “Gas”-Warnungen und laute Schritte reagieren musstest, ohne ständig von unseren kreuzenden Freunden in die Mangel genommen zu werden. Viel schlimmer waren die Wurfgeschosse, die kreuz und quer auf den Kotti einprasselten und nicht vor Polizist oder Demonstrant, Zuschauer oder Passant unterschieden. Ständig sackten Leute um mich herum schreiend und die Hände schützend vors Gesicht haltend auf den Boden, wieder tropfte Blut auf den Asphalt und wieder überfuhren uns die Bullen, ohne auch nur einmal auf Verletzte, Sanitäter oder Passanten zu achten.

Es war ein bizarres Schauspiel voller losgelöster Wut, Gewalt und amüsanter Volksfestatmosphäre und als ich mich Nachts dann total fertig in die U-Bahn ein paar Stationen weiter retten konnte war ich plötzlich wieder in der normalen Welt. In dem kleinen Mikrokosmos herrschte Krieg, der Ausnahmezustand, eine gewaltige Mixtur aus Feuer, Steinen, Glas und Blut, doch hier war alles so friedlich, so ruhig, so normal, dass man sich der Realität des gerade Erlebten gar nicht mehr so sicher war. Und mit diesem Gedanken pennte ich schließlich ein, während mir wieder warmes Blut aus der Lippe lief.

[audio:kreuzberg.mp3]

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52 Kommentare

  • Krasse Geschichte O_O Wow!

  • Krass. Ist wohl leider ein typischer Fall von “zur falschen Zeit am falschen Ort”. Ich war auch in Kreuzberg und sogar auf einem Punk-Konzert. Meine blauen Flecke kommen aber vom Pogen und nicht vom Krieg!

    Respekt! Toller Bericht!

  • Sonja

    ein weiterer grund, warum meiner meinung nach sämtliche aktionen um den 1. mai rum verboten werden sollten!
    maifest : ist mittlerweile größtenteils nur noch eine propagandameile für die linken
    demonstration: hat kaum noch politische hintergründe, der größte teil der “demonstranten” sind kanacken, die einfach nur randale machen wollen

  • leute die keinen respekt vor dem eigentum anderer leute haben und gewaltsuchend auftreten, sollten mit voller härte der beamten getroffen werden. beamten dürfen nicht mit steine oder mollis werfen und sind dadurch imho einer größeren gefahr ausgesetzt, da sie unter anderem aus einer größeren entfernung als z.b. ein schlagstock genutzt werden können.

    ich denke, das sonja recht hat und sämtliche veranstaltungen rund um den 1. mai verboten werden sollten. vielleicht würde es ja schon reichen, wenn man erstmal nur die “revolutionäre” 1. mai demo verbietet. von dort gehen ja die abendliche krawalle i.d.r. aus…

  • Matthias

    echt heftig, aber dann ist man selbst schuld, gerade an dem tag dort aufzutauchen!

  • Hannes

    ein verbot bringt doch gar nix, was willste da verbieten? dann treffen sie sich halt woanders oder machen da trotzdem krawalle, die scheiß nazis dürfen ja auch demonstrieren warum also nich die linken

  • Also wenn damit nicht “das alte Niveau” wieder aufgebaut ist, weiß ich es auch nicht.

  • jap, wer an diesem tag, in diesen gegenden auf die straße geht, ist wirklich selbst schuld.

  • hannah

    ja marcel mensch was haste denn da auch gemacht……………………. musst doch auf dich aufpassen alta….

  • alex

    geiler bericht.
    aber echt mal, schwarz & kapuze am 1.mai am kotti rumhängen? du bist mutig.

    wir waren zufällig zur walpurgisnacht am frankfurter tor, da war die stimmung schon aggressiv. aber extrem unübersichtlich, und das ist das problem. du hast normalos, die einfach feiern wollten, dann stresser und ne menge mediengesocks, die halt geile fotos/videos machen wollten. aber die bullen. alter, vor denen kann man schiss bekommen. ich weiß genau was du mit grüner wand aus schlagstöcken meinst. furchterregend. dann haste diesen schwarzen panzer auf zwei beinen.

    dieses gefühl, man läuft in 3 minuten von einem kriegsgebiet in gewohnte kneipenidylle, schon krass.

  • Steve

    Heftig. Wie gehts Sarah?

  • dummheit

    @marcel

    mal ganz im ernst, was für ein armseliges würstchen bist du, dass du so einen anspruchslosen latent heroischen und gleichzeitig mitleidsuchenden scheiß hier postest.
    allein dein aufenthalt an diesem ort zu dieser zeit und die damit verbundene sesationsgeilheit deiner person ist ein armutszeugnis für dich und deine seite!

  • Jo, echt ne gute Idee am 1. Mai in schwarz am Kotti rumzuhängen. Das muss ja total überraschend gewesen sein, wo da doch die letzten Jahrzehnte noch nie was passiert is!
    Ich steh da voll auf der Seite der Grünen. Ich hätte auch keinen Bock, an nem Tag wo der Großteil der Rest der Bevölkerung frei hat, mir den ganzen Tag Shit gegen den Kopf werfen zu lassen von Leuten die nich aus politischen Gründen sondern einfach nur Spaß an der Freude durch die gegen assozialisieren. Is doch klar, dass Grünen bei so nem Chaos nich genau unterscheiden können ob du jetzt grad der bist, der den Stein geworfen hast oder eben nich.

  • Marcel

    @kl3tte: pogen ist sowieso mein lieblingssport ;)

    @Sonja: ach meine lieblings-mitte-rechte :D

    @Christian: ich glaube nicht, dass verbote viel nützen, sondern dass tatsächlich das konzept der ausgestreckten hand und die friedlichen feiern drumherum das beste mittel gegen diese art der eskalationen sind.

    @Hannes: so seh ich das auch.

    @Lennart: da gehen die meinungen auseinander. die einen sagen es war schlimm, die anderen können nur müde lächeln, während sie an die krawalle vor einigen jahren zurück erinnern. aber ich glaube heute nacht war das maß die individuelle erfahrung.

    @Felix: das mag sein.

    @hannah: mach ich schatzi.

    @alex: ja der mix aus diesen verschiedenen gruppierungen lässt die ganze sache noch perplexer erscheinen.

    @Steve: der geht’s wieder besser – es sah tatsächlich schlimmer aus als es war. sie hat halt ‘ne fette platzwunde am kopf.

    @dummheit (?): wenn du selbst da warst ist das deiner komischen logik nach zufolge ein armutszeugnis für dich selbst, wenn du nicht selbst da warst hast du keine ahnung, und wer keine ahnung hat sollte einfach mal die fresse halten.

    @max: ich habe nicht behauptet, dass wir da aus heiterem himmel reingeraten sind, sondern wir wollten uns von der veranstaltung selbst ein bild machen, denn nur wer da war kann sich darüber eine eigene, nähere, echtere meinung bilden. und wie so oft kann ich die beweggründe beider gruppen nachvollziehen.

  • moritz

    Das passiert eben, wenn sensible Web 2.0 Artists mit Muschi-Rock im Ohrstöpsel auf gewaltbereite Massen stoßen, um ein paar künstlerische Fotos mit langer Belichtungszeit zu schießen.

    “Stay online dude” … und meide “the real world” ;)

  • Marcel

    @moritz: während ich von der polizei verprügelt werde kann ich hören was ich will.

  • Ich war schön mit dem Kanu unterwegs. War auch toll!

  • moritz

    Wenn du das nächste Mal am 1. Mai für die Gleichberechtigung von Grafik- und Modedesignern demonstrierst, beachte:

    “Kluge Menschen suchen sich die Erfahrungen selbst aus, die sie zu machen wünschen.”

    Die einzigen Erfahrungen die ich beim Überfliegen des Blogs bisher von dir erhaschen konnte waren: “Saufen bis der Arzt kommt”… “Coole Musikvideos ansehen u. danach uploaden”…. und “Den 1.Mai unterschätzen”

    — ich hoffe du verzeihst mit meine überspitzten Kommentare :)

  • josis

    mensch, hier werden aber auch die ein oder anderen virtuellen steine geworfen!

  • Lieber Marcel vom Amy&Pink-Blog,

    Ich schäme mich als Berliner für den 1. Mai beziehungsweise für die Ausschreitungen und Krawalle, die am Boxhagener Platz/Boxhagener Straße zur Walpurgisnacht und einen Tag später am Kottbusser Tor stattgefunden haben. Ich habe mir dieses irreale Spektakel selber jahrelang angesehen.

    Diejenigen, die an den Krawallen teilgenommen haben, und dazu zählen für mich auch Schaulustige und Hobbyfotografen, haben sich in diesen beiden Nächten in einer anderen Welt bewegt. Das hast du in deiner wirklich aufwühlenden Story auch bemerkenswert auf den Punkt gebracht. Mir ist in den letzten fünf Jahren aufgefallen, wie heftig diese Krawalle zu einer Art Erlebnisauszeichnung mutiert sind. Die Menschen gehen dahin um dabei gewesen zu sein. So lange es diese Krawalle gibt, muss jeder Mal mitgemacht haben, so scheint es.

    Vor zwei Jahren wurde ein guter Freund von mir in der Walpurgisnacht so schwer von Autonomen verletzt, aus Versehen, dass er eine Woche lang im Krankenhaus lag. R war zum ersten Mal in Berlin und wusste nicht wirklich was ihn dort erwartet. Er ist seitdem nie wieder nach Berlin gefahren.

    Der 1. Mai ist eine Schande für Berlin geworden und ich werde mehr und mehr zornig, wenn ich sehe, dass Krawalltourismus, dazu zähle ich – wie bereits erwähnt – auch Schaulustige und Hobbygrafen hinzu, ein neuer Trend geworden ist. Ich schätze, dass der Anteil der Berliner, die an den Krawallen teilgenommen haben, in den letzten Jahren erheblich gesunken ist. Viele kommen von außerhalb oder sind Frisch-Berliner. Und kein Schwein weiß um den Sinn des 1. Mais oder der Walpurgisnacht Bescheid. Das ist wirklich sehr tragisch, denn das hat dazu geführt, dass dieser Tag völlig zweckentfremdet wurde.

    Solltest du dort hingegangen sein, aus Versehen, dann ist das nicht schlimm. Hast du es absichtlich getan, dann haben an diesem Tag auch für dich keine Gesetze oder Gerechtigkeit gegolten, denn jeder, der dort ist, im grünen oder schwarzen Kapuzenpullover, hat es herausgefordert. Und jeder, der daraus eine packende Story macht, die deine wirklich war, hat es aus Schaulust getan und ist seiner Neugier erlegen. Es ist dein Blog, es ist dein Leben, aber ich kann nur sagen, niemand darf jammern oder sich als Enthüller von Unmenschlichkeit ins Licht stellen, wenn er selber ein Statist in diesem grotesken Theaterstück „1. Mai in Berlin” war. Ich schäme mich nicht für dich, aber ich schäme mich für deine Story, die dem ganzen eine emotionale Seite gegeben hat. Vielleicht ist das auch das besondere an deiner Geschichte. Sie war echt und hat aufgewühlt.

    Allerdings ist dieser Tag in Berlin etwas Unwirkliches und bedarf keiner Erklärung, das erledigen die Nachrichten für uns. Ich hätte es viel schöner gefunden, wenn du, lieber Marcel, über die Straßenfeste geschrieben hättest, die die Berliner organisieren um dieses Scheißesandwich aus verzweifelter und adrenalisierter Polizei, verkackten Autonomen, die für dieses abscheuliche Absurdum verantwortlich sind, Blut, Steinen, Bierflaschen, Kotze und Scheiße, zu verhindern.

    Was dort an Polizei aufläuft ist vor allem den zu erwartenden Ausschreitungen geschuldet. Und auch wenn nicht jeder Polizist eine weiße Weste – um es Mal stark untertrieben zu formulieren – hat, so ist auch eben jeder Polizist so extrem unter Stress, denn der Unterschied zwischen Polizist und Krawallmachern ist der, dass die Autonomen diesen Kampf wollen. Und jedes Jahr werden es mehr werden, während die halbe Nation abends gespannt vor dem Fernseher sitzt und Feuer erwartet/fürchtet. Was man dort an Stolz und Neugierde hinträgt, verlässt den Bildschirm mit Scham, mit Respektlosigkeit vor einer Stadt, in die man aus Liebe, wie du schon oft geschrieben hast, bezogen hat. Und je mehr Kameras knipsen, von euch Touristen, desto mehr wird der 1. Mai ein Schandfleck für Berlin werden.

    In der anonymen Masse umher zu springen zeugt von keiner Vernunft, aber um die geht es an diesem Tag ja offenbar ja nicht. Wenn ich dir jetzt also die Frage stelle, Marcel, wieso du dort mit einer Freundin warst, was kannst du darauf schon antworten, außer: Es war cool, natürlich irreal erschütternd, aber nur ein weiterer Eintrag in meinem Blog und meiner Erfahrungsbox.

    Rumspringende Fotografen, die jammern, dass sie einen Knüppel, Scherben oder Tränengas abbekommen haben, aber eigentlich unterschwellig (und latent) stolz auf die Teilnahme sind (denn darüber emotional zu berichten, live and direct, zeugt davon), gehören meiner Meinung, Entschuldigung, einer sensationsausgehungerten Landeiermentalität an. Ich hoffe, dass es deiner Freundin wieder gut geht und keine bleibenden Schäden davon tragen wird, physisch wie psychisch, und das sage ich völlig ironiefrei und emotionslos. Selber Schuld, ganz ehrlich.

    Wo war bitte die Verurteilung in deiner Story? Die Verurteilung dieser schändlichen Krawalle, die durch jeden Teilnehmer zu einer ekelhaften Summe addiert wird?

    Der Mensch unterliegt seiner Vernunft immer dann, wenn, egal wie subtil, niedere Instinkte wie Neugier und Sensationslust zutage kommen.

    Wir brauchen keine emotionsaufgeladene Dokumentationen über Ungerechtigkeit. Mir tut an diesem Tag keiner Leid, den Neugier in der Walpurgisnacht zum Boxhagenerplatz oder einen Tag später zum Kottbusser Tor getrieben hat. Keiner. Außer die Anwohner, die um ihr Hab und Gut bangen müssen. Oder die Feuerwehr. Oder die Sanitäter.

    Wenn ihr schon über so eine Scheiße „berichten” müsst, warum wart ihr dann nicht in Köpenick, als viele Anwohner (und die Antifa) das verfickte Nazifest verhindert haben und großartige Arbeit am S-Bahnhof verrichtet haben. Die haben sich dort hingesetzt und den Bahnhof versperrt. Das war nachzuvollziehen. Aber das ist nicht brutal genug, oder? Nicht festhaltungswürdig, was?

    Ich verabscheue diese Sensationsgeilheit so sehr, das macht mich fast so wütend wie die Krawalle an sich.

    Verzeih mir diese unfreundlichen Worte, Marcel, sie sind nicht nur an dich gerichtet, sondern an jeden, der ganz aufgeregt und gespielt lässig darüber berichtet, bloggen oder twittern muss. Ich schaue sehr gerne bei dir und Amy&Pink vorbei, auch in Zukunft, deswegen ordne dieses Kommentar von mir blogfrei ein.

    Ja, man ist jung und ja, zum Kotti zu fahren kostet höchstens ein paar Euro, ist schon billig. Und ja, man muss nicht alles so verbissen sehen, aber wir sprechen hier vom 1. Mai, den soviele Berliner hassen oder auch cool finden, wer weiß. Ich unterscheide nicht mehr zwischen Verstand und Dummheit, wenn es um diesen Tag geht. Aber eines sei dir und allen, die einfach nur „da” waren gesagt: Ihr habt an einer Schande teilgenommen und Berlin, aus einem gewissen Standpunkt, in die Fresse gepisst. Ich beglückwünsche euch zu dieser „geilen, coolen und interessanten” Erfahrung und den Gedanken, die ihr später im Bett noch hattet, beim Einschlafen. War ein netter “Krieg in Kreuzberg”, den du da beobachtet haben willst.

    Ihr habt Berlin alle im Kollektiv einmal mehr die Liebe genommen.

    Ich schäme mich. Und an diesem Tag, schäme ich mich ganz heimlich für mich allein, sogar – und das schreibe ich mit Emotion – ein Berliner zu sein.

    bastih

  • eric

    Was war noch gleich der Grund aus dem du dort warst? Politisch motiviert? Zum Bratwurst essen? Oder vielleicht doch weil du wusstest was passieren würde und du es einfach sehen wolltest?

    Als ich damals noch in Rostock gewohnt habe und die Demonstrationen zum G8 Gipfel waren, haben sich genau diese Szenen in der Innenstadt abgespielt. Brennende Autos, fliegende Steine. Allerdings wussten schon Wochen vorher alle was passieren würde. Der Anteil politisch motivierter Demonstranten war damals, wie jetzt bei dir in Berlin, verschwindend gering. Hauptsächlich waren es Chaoten in schwarzen Pullis, angereist aus ganz Deutschland und teilweise von weiter her, die ihrer sinnlosen Aggression freien Lauf lassen wollten. Ich habe an diesen Tagen die Innenstadt gemieden. Freunden von mir die da waren, habe ich das gleiche gesagt was ich jetzt auch dir sage. Selbst Schuld. Das ist der Preis den man für Sensationsgeilheit zahlen muss.

    Und dazu, dass die Polizei brutal vorgeht. Die Jungs riskieren ihre Gesundheit um dafür zu sorgen, dass Schäden bei Stadt und Zivilbevölkerung möglichst gering bleiben. Und wer als Schaulustiger (und dazu noch provokant gekleidet) unbedingt mitten drin sein möchte, darf sich hinterher nicht beschweren…

  • mann, hier gibts ja ordentlich aufs maul… (hab mir gerade mal die comments durchgelesen) :)… aber es war zu erwarten…

  • josis

    griechische hooligans :D (siehe beitrag oben links) … verrückt. da kommen die von so weit her zum steine werfen. idioten.

  • hannah

    so jetzt will ich auch mal was sagen.
    ich finds gut dass ihr so viel diskutiert wird und alle so ehrlich sind. dann hat es ja wohl doch was gutes dass marcel da war und seine erfahrungen hier in worte gefasst hat.

    dennoch ist es keine art ihn blöd anzumachen und fertigzumachen. wie jemand hier schon kommentiert hat: “hier fliegen virtuelle steine” und worte können einen manchmal auch ganz schön hart treffen. wenn jemand so argumentiert und sich seine gedanken macht wie bastih find ich das echt lobenswert, andere blöde kommentare hier wie vom moritz mit “muschirock” und “Wenn du das nächste Mal am 1. Mai für die Gleichberechtigung von Grafik- und Modedesignern demonstrierst, beachte:” sind völlig unangebracht weil es eben ein ernstes thema ist und wenn du dich ernst unterhalten möchtest, und auch meinst hier etwas zu dem thema beitragen zu müssen dann mach das doch bitte mit anstand ansonsten hast du hier nichts verloren wenn du nur stunk machst und das ganze hier ein bisschen aufheizen willst…..keine ahnung warum du das machst, geht mich auch nichts an.

    ich weiss nicht wie ich es finden soll dass marcel da war. auf der einen seite hat er recht, keiner kann mitreden wenn er es selber nicht mal gesehen hat und ich glaube marcel ist der letzte der irgendwo hinfährt um ne geile story zu bekommen und ein paar fotos für seinen blog zu machen. ganz ehrlich dass hat er nicht nötig sich so n schmu auszudenken und wir berichten hier lediglich über zeug was uns interessiert und sind keine scheiss medienschweine die alles und jeden ausnutzen um nur ne geile story zu bekommen und wer das denkt hat keine zwei seiten unseres blogs gelesen oder sich auch nur eine minute mit unseren texten befasst.

    und die polizisten gehen echt an dem abend oder generell in ihrem ganzen leben eine enorme gefahr ein in ihrem beruf, die sich sich aber auch ausgesucht haben. das soll jetzt nicht heißen dass es deswegen scheiss egal ist was mit ihnen passiert…..nicht dass ich gleich hier wieder angepisst werde von kommentarschreibern die nichts besseres zum tun haben als hier die menge aufzuwühlen.
    und ich gebe …..oh gott wer wars denn…hab völlig den überblick verloren…egal jemand hat hier gesagt dass sie das ja auch nicht wissen können wer jetzt da friedlich ist oder mit steinen wirft und deshalb müssen sie eben so vorgehen und deswegen war es auch nicht die schlauste idee da aufzutauchen um sich ein bild davon zu machen. damit muss man dann einfach rechnen wenn man da hinfährt.

    so und jetzt bin ich froh dass es sarah gut geht und marcel auch.
    und danach hat bis jetzt nur einer von euch gefragt! schon mal aufgefallen? und diese frage hat nichts mit mitleid zu tun sondern einfach nur mit menschlichkeit.

    so moritz jetzt würd ich mal echt gern wissen was du mir an den kopf zu schmeißen hast.
    ich freu mich drauf……

  • @bastih
    Respekt für insbesondere deinen Beitrag, der mir aus Herz und Seele spricht.

    Mein Respekt gilt aber auch dem Blogbetreiber, weil er offensichtlich auch andere Meinungen zu läßt, obwohl er vielleicht andere Erwartungen hatte.

  • hannah

    “Stay online dude” … und meide “the real world” ;)
    ^^^@moritz was bist du eigentlich für eine person. du machst mich sauer und das macht mich echt traurig. ich mag es nicht wenn menschen meinen jemanden in eine schublade stecken zu müssen und ganz ehrlich was du beruflich machst will ich garnicht wissen und immerhin bist du auch vorm pc gehockt, hast dir die texte hier durchgelesen und sogar fleißig kommentiert…würd mal gern wissen ob du in deiner “real world” auch so mit menschen umgehst und so mit deiner meinung um dich wirfst.
    echt….

  • eric

    Hannah hat recht. Unterhalb eines gewissen Niveaus sollte hier niemand über jemand anderen urteilen. Ich würde mir auch nie anmaßen über den Menschen Marcel zu urteilen, den ich ja überhaupt nicht persönlich kenne. Mir geht es nur um diese eine Aktion. Und ich finde es einfach nicht besonders clever sich selbst in Gefahr zu bringen nur um sich eine Schlägerei aus der Nähe anzusehen. Bleibt mir nur zu hoffen, dass es den beiden wieder gut geht und dass sie sich die 1. Mai Krawalle 2010 einfach im Fernsehen angucken…

  • Marcel

    man leute, hannah weckt mich am frühen sonntag morgen, weil hier anscheinend die post abgeht, kritik und unverständnis die runde machen. na dann mal los..

    ich schäme mich bestimmt nicht, dass wir dort waren. auch wenn oder gerade weil wir ungefähr einschätzen konnten, was uns da erwartet. ich fand es nur immer schon relativ heuchlerisch über etwas zu schreiben, zu reden oder zu krititisieren was man nicht mit eigenen augen gesehen und mit eigenen ohren gehört hat. und das gilt nicht nur für den 1. mai in berlin, sondern generell für so ziemlich alles.

    wenn ich etwas für amy&pink schreibe, dann weil es mich emotional berührt hat. und dieser abend hat das nun einmal getan – in negativem wie positivem sinne. und deshalb habe ich einen eintrag darüber verfasst. so einfach ist das. da steckt weder sensationsgeilheit oder kühl kalkuliertes event-blogging dahinter. und wie hannah schon sagte: wer uns länger, intensiv und mit offenem herz liest, der weiß das auch.

    ich respektiere eure kritik, eure meinung und eure gefühle rund um den 1. mai, aber wir wollten einfach nur an ort und stelle präsent sein, etwas für unser leben mitnehmen, dieses gefühl der ohnmacht, der verzweiflung und dass unsere schöne heile welt schneller zerbrechen kann, als wir denken. und das hat uns emotional reifer gemacht.

    und jetzt erhalten wir diesen abend nicht noch länger künstlich am leben, als es nötig ist, sondern gucken mit freude und neugier auf die dinge, die da kommen. danke.

  • dummheit

    in bezug auf marcels letzten kommentar.

    “…wir wollten (…) etwas für unser leben mitnehmen (…)

    und das hat uns emotional reifer gemacht. ….sondern gucken wir mit freude und neugier auf die dinge die da kommmen.”

    wenigstens bleibst du dem undifferenzierten niveaulosen charakter deines berichts auch in deinen letzten sätzen treu.

    @bastih

    danke für diesen inhaltlich wertvollen beitrag. du sprichst mir aus der seele.

    danke

  • Marcel: Mit dem alten Niveau meinte ich, dass ich diesen Text gut fand. War also so gesehen ein Kompliment.

  • danke noch mal an marcel und hannah, die diese kleine hitzige debatte zugelassen haben – ich denke – auch mit harschem zähneknirschen muss das sein.

    beenden wir das thema. ich sehe die dinge völlig anders als du, marcel, aber das liegt vor allem daran, dass ich 1. einen viel intensiveren bezug zu berlin habe und 2. weil ich mich täglich mit dem thema gewalt auseinandersetze. objektiv kann ich da nich sein.

    dennoch können wir unsere meinungen hier in friedlicher koexistenz stehen und leben lassen und ich hoffe, dass dir die eindrücke vom 1.mai gereicht haben, sodass nächstes jahr ein marcel auf einer richtigen demo auftaucht. denn dann wäre schon mal ein mensch weniger bei den krawallen und das wäre toll.

    also danke an euch beiden, marcel und hannah…

  • @Marcel

    Grundsätzlich ist der Gedanke aus 1. Hand zu berichten sicherlich ein guter, dies gilt aber meiner Meinung nach nicht, wenn du bestimmte Aktionen durch deine pure Anwesenheit aufwertest. Im übrigen musst du doch auch selbst zugeben, dass deine Berichterstattung nicht gerade unparteiisch ausgefallen ist. Ob die Erfahrung, dass man Flaschen gegen den Kopf bekommen kann, wenn Flaschen geworfen werden und das Gefühl an einem kleinen Krieg teilgenommen zu haben für dich jetzt mehr wert ist als die Tatsache einer sinnlosen Krawallaktion beigewohnt zu haben, dann ist das dein Ding.

    Dass sich aus deinem Beitrag eine mehr oder weniger sinnvolle Diskussion entwickelt hat und bastih hier so einen fetten Text hingeschmettert hat ist am Ende doch nur gut, denn vielleicht hat sich jetzt hier der ein oder andere, der auch mal einer Minieskalation der Ordnung beiwohnen wollte, überlegt, den 1. Mai lieber doch nicht nach Anbruch der Dunkelheit in xBerg zu verbringe sondern irgendwo was anderes zu machen.

  • hah! zu spät… da war der bastih schneller ;)

  • moritz

    @ Hannah

    “Es gibt nichts Schwereres auf der Welt als offener Freimut und nichts Leichteres als Schmeichelei.”

    Was ich über dich denke… nun ja. Ich denke nicht unbedingt, dass du in deinem Metier etwas weltbewegendes erreichen wirst, da du mehr “Konsumentin” als “Macherin” bist.

    Du gehst mit offenen Augen durch die Welt, lässt dich von vielen Dingen inspirieren, sammelst Textzeilen, Design-Entwürfe und trendige Accessoires. Du lebst auf der „Bright sight of life“ [abgesehen von ein paar schmerzlichen Erfahrungen mit Ex-Freunden]. Zusätzlich darfst du eine gekaufte Ausbildung in München u. Tokio genießen. Die Beschwerden, welche du gegen deine „unfähigen Profs“ in München richtest, sind einfach nur lächerlich:

    1. Worauf kommt es deinem Modeschul-Direktor wohl an? Auf deine Werkmappe od. deine xxx ⓚ¬ monatliche Studiengebühr?

    2. Gerade deshalb solltest du mehr Einsatz zeigen… denn „pseudo-“ aufstrebende Künstler lassen sich gerne von anderen inspirieren, erbringen jedoch keine selbständige Leistung. Wenn dann keine kreative Leistung erbracht wird, sind eben die Profs schuld. An deiner Stelle würde ich die Sommerferien in einem rumänischen Dorf verbringen und die traditionellen Trachten als Inspiration für eine neue Modelinie benutzen. Metropolen wie Berlin, Tokio, London od. NYC sind nur Magnete für Möchtegern Grafiker/Designer/Medienschaffende. Meiner Meinung nach wirst du nie zum „urbanen Pennertum gehören“ [siehe Mercedes Bunz – Urbaner Penner], da irgendwer in deiner Familie dir den Jet-Set schon bezahlen wird.

    Aber im Gegensatz zu Marcel bist du doch etwas „kantiger“…. Er wirkt wie ein Musik-Video Scout ;)

    PS: Mein Umfeld lacht ziemlich oft über meine sarkastischen Äußerungen ;) Gerade WEIL ich aus der guten alten Medienbranche komme.

  • menjano

    Welch süßer Bericht. Herzallerliebster Krawalltourismus mit herrlichstem Mitleidsgehasche trotzt Eigenschuld.
    Wenn du was erleben wolltest, ein bißchen Adrenalin: Okay, kein Thema. Verstehe ich.
    Wenn du zufällig in eine Demo gerätst und Steine abkriegst oder verprügelt wirst: Okay, tut mir leid für dich.
    Nur beides passt nicht zusammen: Du gehst auf eine Demo, willst was erleben und beschwerst dich im Nachhinein, dass du das getan hast. Und willst auch noch Mitleid dafür. Hmm. Hmm?

  • hannah

    für mich ist die diskussion mit dir beendet. das brauch ich mir einfach nicht geben.

  • hannah

    das war natürlich an moritz gerichtet.

  • Zu denen die meinten man solle Demonstrationen am 1. Mai verbieten:

    Das würde unserer Verfassung widersprechen.

    Außerdem nehme ich gerne Krawalle in Kauf, wenn es darum geht Nazi-Aufmärsche zu blockieren.
    Letztes Jahr hatte die Polizei bei uns in Hamburg das mehr oder weniger vereitelt und das obwohl zur selben Zeit die NPD Anhänger die verbotenen Zeilen der Hymne anstimmten.

    Klar, dass diese Krawalle größtenteils völliger Nonsens sind, aber sehts doch mal so: Deutschland ist in Sachen “Auf-die-Straße-gehen” Schlusslicht im Vergleich zu anderen Ländern, wie beispielsweise Frankreich, die jede Gelegenheit nutzen, um zu demonstrieren.
    Stellt euch mal vor, man würde am 1. Mai keine Demonstrationen veranstalten… Es wäre gefährlich ruhig auf Deutschlands Straßen…

  • @Marcel: Ich finde es lobenswert, dass Du sagst, dass Du da warst um es Dir anzuschauen. Umso mehr muss ich sagen, dass ich von Amy&Pink eigentlich keine Nachrichtenerstattung erwarte. Ich glaube Ihr habt selber auch nicht diesen Anspruch.

    Es freut mich, dass es allen gut geht. Die 270 verletzten Polizisten tun mir allerdings auch sehr leid. Bisher hat noch niemand die erwähnt.

    Ich fand den Bericht trotzdem gut!

  • Sebastian

    Sein Beitrag hat sicherlich nichts mit Berichtserstattung zu tun.
    An diesem Abend schrieb er mir, in einer kurzen aufgewühlten und angsterfüllten Sms , das er dort sei und kriegsähnliche Zustände herrschten. Diese Sms war emotional und keine mediengeile rechtfertigung.
    Wir wollten zusammen dort sein, doch was da ablief war nicht mit den letzten Jahren zu vergleichen.
    Ich bin froh, den Abend mit einer Frau verbracht zu haben, die keine Flasche an den Kopf bekam. Marcel wird auch mit Sicherheit seine Freizeitgestaltung, am kommenden 1. Mai, überdenken.

  • er weiß wenigsten noch, was er gemacht hat. ich nicht

  • dip

    @moritz, du scheinst Hannah ja äußerst gut zu kennen und hast dir eine sehr (sub)objektive Meinung über ihre Persönlichkeit gebildet, das alles anhand Ihrer Beiträge? Not bad, vielleicht bist du in der falschen Branche gelandet. Kennst du denn ihre Arbeit so gut, dass du beurteilen kannst wie kreativ sie ist?
    Mit so einem “sarkastischen” Sprühpups hier die leute anzupöbeln ist auch nicht gerade die feine Art und soviel du auch zu nörgeln hast scheinst du ja doch regelmäßig hier zu lesen.

    @bastih, deine Art mit Worten umzugehen gefällt (egal bei welchem Thema).

    zum Thema, schön wie Marcel es beschrieben hat, über Sinn und Unsinn wurde an dieser Stelle ja sehr freizügig diskutiert. Du machst dein Ding, weiter so.

  • hannah

    @ dip danke

  • @shala

    Dein Beitrag war, Entschuldigung, das verfehlteste Kommentar in dieser Diskussion, ehrlich.
    Ich gehe mit deiner Aussage mit, dass es der Verfassung widersprechen würde, sollte man die Demo am 1. Mai verbieten. Jedoch ist auch mal darüber nachzudenken, inwiefern die abendlichen Ausschreitungen noch Democharakter haben.

    2. Du nimmst Krawalle in Kauf, wenn es darum geht Nazi-Aufmärsche zu verhindern? Okay. Würde ich auch in Kauf nehmen, aber welcher Nazi-Aufmarsch wurde denn bitte am Boxhagener Platz oder am Kottbusser Tor verhindert? Da gab es keine. Die Nazis waren tagsüber in Köpenick. Und da gab nicht solche exzessiven und brutalen Auseinandersetzungen. Zwischen Demos in Hamburg und der 1. Mai Randale in Berlin liegen Welten. Die Anwohner, die Sanitäter nehmen diese unzivilisierten Krawalle nicht in Kauf. Und die anderen Idioten, die da mitmachen nehmen sie einfach nur so in Kauf, bzw. freuen sich darüber, denn deswegen sind sie ja alle angereist. Diese Scheinheiligkeit und Doppelmoral ist so zum Kotzen bei diesen Menschen dort an diesem Tag.

    Diese Aussage ist eine absolute Frechheit und Respektlosigkeit:

    “Klar, dass diese Krawalle größtenteils völliger Nonsens sind, aber sehts doch mal so: Deutschland ist in Sachen “Auf-die-Straße-gehen” Schlusslicht im Vergleich zu anderen Ländern, wie beispielsweise Frankreich, die jede Gelegenheit nutzen, um zu demonstrieren.
    Stellt euch mal vor, man würde am 1. Mai keine Demonstrationen veranstalten… Es wäre gefährlich ruhig auf Deutschlands Straßen…”

    Ich hab gerade einen Puls von 180, echt. Sie sind Nonsens, die Krawalle, und basta. Da sollte es kein “aber” geben. Was das Auf-die-Straße-Gehen und die Schlusslichtnummer angeht… hast du, Shala auch nur mal eine Minute darüber nachgedacht, dass der Zweck nicht immer die Mittel heiligt? Und hast du auch nur einmal darüber nachgedacht, dass Protest- und Demonstrationskultur in Deutschland eine völlig andere ist, als in Spanien oder Frankreich oder Griechenland, in denen die Umstände in gewissen Bezirken und Städten wirklich elendig sind und deswegen demonstrationswürdig? Echt, mir kommt die Kotze hoch. Du plädierst hier ungewollt für einen gewalttätigen Tumult, du sprichst diesem Zweck und Sinn zu, aber wo ist dieser Zweck.

    Was ist der verdammte Grund, der sinnlose Gewalt rechtfertigt. Gewalt ist am 1. Mai in Berlin ein Spaß- und Adrenalingarant. Mehr nicht. Vielleicht denkst du darüber einfach mal nach. Denn solche Entwicklungen, die immer exzessiver werden und vor die man scheinheilige Gründe vorspannt, sind noch viel gefährlicher, als friedliche Ruhe auf den Straßen Deutschlands.

    Und ich schätze, diese Meinung werden vor allem die teilen, die bei den Krawallen in Berlin Schaden genommen haben, egal welcher Art.

  • klugheit

    @dummheit:
    Hörst du dich selber eigentlich reden. Hinter einem Nicknamen (das kann jeder) irgendwas zu verstecken, ist für mich noch erbärmlicher und du machst es dir recht einfach damit.

    Diese unqualifizierten Kommentare von dir sind echt zum kotzen. Der Rest genauso, einer fängt an mit draufhauen und alle machen mit. Ist das nicht ungefähr das selbe wie am 1. Mai?!

  • Owney Hande

    Das richtige Thema und schon herrscht hier Kriegsstimmung. *krass … krass*
    Ich persönlich fand Deinen Bericht durchaus interessant. Eher erschreckend, aber interessant. Stelle fest … Deutschlandradio Kultur hatte wiedermal recht als sie meinten, dass die Polizei mit ihrer Strategie auf ganzer Linie versagt hat. Ich genieße den ersten Mai dann doch lieber daheim oder an einem lauschigen Plätzchen in der Natur. In diesem Sinne … geht mal wieder raus. ;O)

  • wow, also nach bastih’s beitrag – dem ich übrigens zu 100% beipflichte – traut man sich ja gar nix mehr schreiben. talk about eloquenz. trotzdem, auch wenn es schon zur genüge ausdiskutiert wurde. für mich spiegelt eigentlich ein einziger satz die gesammte diskrepanz zwischen dem anspruch ein objektiver erlebnisbericht sein zu wollen und dem ergebnis, einem durchgestylten hipster blogpost der stark subjektiv geprägt sich auch noch einen auf seine heroische opferrolle runterholt:

    “Vielleicht hätte ich nicht unbedingt ganz in Schwarz und mit übergezogenem Kapuzenpuli auf diesem absurden Kriegsschauplatz auftauchen sollen.”

    are you f*!@ing kidding me?! was soll denn diese scheinheilige naivität? das nimmt dir doch niemand ab – in DEM erkennungsoutfit des schwarzen blocks auftauchen und dann wundern dass es aufs maul gibt? du hast geradzu darum gebettelt. nächstes mal noch nen palästinenserschal vor den mund und du kannst vielleicht von deinem heldenhaften aufenthalt in u-haft berichten.

    ps. ich hoffe nichtsdestotrotz ehrlich, dass es deinem mädel wieder besser geht.

  • Marcel

    und das virtuelle feuer brennt weiter..

    1. lern mal den unterschied zwischen objektiv und subjektiv.

    2. ich darf in berlin rumrennen wann ich will, wo ich will und wie ich will und dafür muss ich mich auch vor niemandem rechtfertigen.

    3. ich hab mich nicht gewundert, “dass es aufs maul gibt”, ich habe geschrieben wie ich den abend erlebt habe, das ist alles. wenn andere darin mehr rein interpretieren, als da steht, dann ist das deren schuld.

  • @ basti
    Ich wollte hier in keinster Weise für Gewalttaten plädieren und das schon gar nicht, wenn Menschen ins Spiel kommen, die vollkommen unbeteiligt sind, vor allem weil auch mir sowas mal passiert ist.
    Außerdem bin ich ganz sicher nicht diejenige, die im Schwarzen Block in der ersten Reihe steht und mit Steinen schmeißt und wiederholen möchte ich mich jetzt auch nicht.
    Ich glaube der springende Punkt hier ist, dass du von Berlin sprichst und ich eigentlich nur vom Verhindern von Nazi-Aufmärschen. Und in dem Punkt sind wir uns einig. Und auch was Berlin angeht, stimme ich dir zu.

    also peace leute.

  • meistermochi

    […]gepostet habe… Idioten und Gewalt dieser Art haben in diesem Blog keine[…]

  • cr

    Ich finde es ja spannend, das dieser Beitrag und die Kontaktanzeige beinahe gleichviele Kommentare vorzuweisen haben. Krieg und die Liebe sind wohl immer noch up to date…

  • Marcel

    aber es scheint als würde die liebe langsam an der anzahl der kommentare gemessen die oberhand gewinnen und das ist doch was schönes. love ftw.