- Bedeutungslosigkeit der Sternstunden

Heute habe ich mir tatsächlich ein Buch gekauft. Rocko Schamoni. Sternstunden der Bedeutungslosigkeit. Gegen die Quarterlife Crisis, oder für – je nachdem. Empfohlen vom Pausmann, obwohl der dafür noch zu…

Bedeutungslosigkeit der Sternstunden

Bedeutungslosigkeit der Sternstunden

Heute habe ich mir tatsächlich ein Buch gekauft. Rocko Schamoni. Sternstunden der Bedeutungslosigkeit. Gegen die Quarterlife Crisis, oder für – je nachdem. Empfohlen vom Pausmann, obwohl der dafür noch zu jung ist. Das war kurz nachdem ich Gülcan tief in die Augen gesehen habe, während ihr ein Stück Metall durchs Ohr gejagt wurde, und nachdem ich meiner Exfreundin bei der Abgabe unserer Mediengestalter-Zwischenprüfung beim Aussteigen aus dem Fahrstuhl beinahe wie blöd in die Arme gelaufen wäre. Ein kurzes Lächeln zu ihrer besten Freundin, dann war auch dieser Schreckensmoment vorbei. Aber sieht gut aus. Das Piercing. Es glitzert so schön.

Und als ich die ersten Seiten des Schamoni-Romans in der U-Bahn durchblättere und ein Reinickendorfer Proll meine Chucks kritisiert, da finde ich zwar Gefallen an dem chaotischen und doch nicht erwähnenswerten Lebens des Michael Sonntag und seiner Freunde und doch kann ich mich auf solche Geschichten seit längerer Zeit nicht mehr richtig einlassen, weil sich während des Lesens ständig ein Gefühl der Enttäuschung in mir breit macht, wieso sich so viele gute Autoren hinter identitätsnahen Pseudo-Charakteren verstecken müssen.

Rocko schreibt weder so poetisch leicht wie Haruki Murakami, noch in dieser visionär inspirierenden Art und Weise wie Mian Mian, sondern er schreibt einfach. Im Jetzt und ehrlich, so wie man’s spricht eben. Und doch: Wieso gibt es diesen Sonntag überhaupt? Warum kann Rocko Schamoni nicht gleich ein Buch schreiben, in dem er zugibt, dass er auf seine Nachbarin steht? Dass er nur schwer über seine verlorene Liebe hinweg kam? Und dass er fürchterlichen Mundgeruch hat?

Das selbe gilt für alle Charlotte Roches und Rebecca Martins da draußen. Gebt doch zu, dass ihr auf Analsex und Avril Lavigne steht. Dass ihr gerne mit Typen ins Bett hüpft, die euch später nicht einmal mehr mit dem Arsch angucken. Oder umgekehrt. Und dass ihr in der Nase popelt und ab und zu gerne mit Mädchen rummacht. Na los, gebt es doch zu! Okay, ich mache gerne den Anfang, wenn ihr euch nicht traut. Mein Name ist Marcel Winatschek. Ich stehe auf Avril Lavigne, stecke mir den Finger in die Nase und mache gern mit Mädels rum. Na war doch nicht so schwer oder? Und jetzt ihr. Nur wegen dem Analsex, da müssen wir dann doch noch mal drüber reden…

Puma

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