- Wie in einer anderen Welt

Als ich aus dem Zug ausstieg und den Boden von Buchloe betrat, war Berlin plötzlich wie weggeblasen, so als hätte es Charlottenburg, Partys, Arbeit, Schule, nie gegeben – als wäre…

Wie in einer anderen Welt

Als ich aus dem Zug ausstieg und den Boden von Buchloe betrat, war Berlin plötzlich wie weggeblasen, so als hätte es Charlottenburg, Partys, Arbeit, Schule, nie gegeben – als wäre ich nie fortgegangen. Aber ich hatte mich mental darauf vorbereitet, denn letztes Mal war es genauso. Wie in einer anderen Welt war es hier. Seit Weihnachten hatte ich keinen Fuß mehr in meine alte Heimatstadt gesetzt. Es war schon spät. Als ich die verlassene Bahnhofstraße entlang guckte, spürte ich, wie die Zeit hier vergangen und doch stehen geblieben war. Ich machte mich auf den Nachhauseweg.

Homeparty bei André, Batman im Kino anschauen, mit Ana in München shoppen gehen und mich von Oma mit bayerischem Schweinsbraten verwöhnen lassen – ich kostete das verlängerte Wochenende komplett aus, wollte irgendwie gar nicht mehr weg und wusste doch nach der ersten Sekunde, wieso ich Buchloe den Rücken gekehrt hatte. Vielleicht würde ich irgendwann wieder zurück kehren, aber noch war die Zeit nicht reif, meine Reise noch nicht vorbei.

Irgendwie war ich erleichtert, als ich den Fernsehturm nach einer elfstündigen Fahrt wieder sah. Massenhaft Zeitschriften, mein iPod und “Apples” von Richard Milward hatten mich davon abgehalten, vor Langeweile schreiend durchs Abteil zu rennen. Oft las ich die wunderschöne Karte durch, die meine Tante mir mitgegeben hatte. Dass sie mir zu meinem 1. abgeschlossenen Ausbildungsjahr gratulierte. Dass sie alle stolz auf mich waren. Und dass ich’s durchziehen soll, auch wenn manchmal harte Zeiten anbrechen. Vielleicht fühlte ich mich deshalb bei meiner Ankunft ein wenig einsam und verlassen. Ich packte meinen Rucksack und ging die Straße hinab zum Studentenwohnheim. Nicht mehr lange und ich würde wegziehen. Endlich. Meine Hose vibrierte, Ana hatte mir geschrieben. Ich lächelte. Fotos.

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10 Kommentare

  • Mensch… vibriert deinen Hose immer, wenn ein Määääääääääädchen dir schreibt? XD

  • Wo kommt dieses abscheuliche Bild von mir her O.o

  • Marcel

    Jep, ich hab da so nen sechsten Sinn :D

    Das hast du mir mal geschickt.

  • So ein verlängertes Wochenende ist doch recht schön.

    Ich hab leider viel zu viel Zeit momentan.
    Ich hoff das ändert sich demnächst wieder.
    Hoffe. Hmmm.

  • Hab ich dir das auch geschickt? :D
    Das Bild?
    Oder woher hast du das.
    Studivz? :P

  • Schön hier wieder mal was zu lesen. Das gleiche Gefühl hatte ich jedes Mal als ich in Berlin angekommen war, ich wollte aber nicht weg, sondern habe einfach Berlin vermisst und Köln kein Stück. Nun möchte ich sobald wie möglich Köln den Rücken zukehren und das ganze mal erleben wenn ich Köln ankomme.

  • Marcel

    @Anna: hehe, ja das hab ich dir von studi geklaut

    @Thilo: da ist die frage, ob man dieses gefühl so manipulieren kann..

  • @Marcel zurück: Ich hoffe es einfach mal für mich, denn irgendwie muss ich hier weg, wollen wir nicht mal für zwei Monate tauschen? Bin gerade selbst auch ins zweite Lehrjahr gekommen, doch in einer volkommen anderen Branche.

  • André

    Geiles Wochenende, hat mich sehr gefreut dich mal wieder zu sehen.
    BlackPowerBoykottiertdenHausmeisterNiceeee

  • Will gar nicht wissen, was für ein Bild bei mir erscheint. Aber das vom Pansen ist sehr genial. :D

    Und ungefähr so wie Dir geht’s mir auch immer, wenn ich nach Hause komme. Es ist schön, aber gleichzeitig weiß man auch, dass es gut war, mal wegzugehen.