- Meine Wilmersdorfer

Noch etwas angegeilt von Frau Roches Intimrasurfantasien verlasse ich den S-Bahnhof Charlottenburg und drehe mich nach rechts in Richtung Wilmersdorfer Straße. Die Sonne scheint mir auf den Nacken. In meinem…

Meine Wilmersdorfer

Noch etwas angegeilt von Frau Roches Intimrasurfantasien verlasse ich den S-Bahnhof Charlottenburg und drehe mich nach rechts in Richtung Wilmersdorfer Straße. Die Sonne scheint mir auf den Nacken. In meinem Kopf hängen noch einige Gedanken aus der Schule nach. Dass ich zum Beispiel mit der einen blöden Flasche Lipton Eistee, die ich dort heute getrunken habe, 120% meines täglichen Bedarfs an Zucker gedeckt habe. Dass ich noch eine Unterschriftenliste erstellen muss. Die uns Englisch statt Sport bringen soll. Weil ich ja Klassensprecher bin. Und dass ich heute den Unterricht viel geiler fand als sonst, was wohl daran lag, dass einige Chaoten um mich herum nicht da waren. Vielleicht sollte ich mich im nächsten Semester nach vorne setzen.

Ein paar kleene Emotussen sitzen vor dem Media Markt und grinsen mich dumm an. Das reißt mich aus meinen Gedanken. Ich grinse dumm zurück und als ich schon fast an ihnen vorbei bin ruft die Blonde von ihnen: “Guckt mal, der hat’n Pierciiiiiing!”. Das höre ich sogar trotz iPod-Kopfhörern im Ohr. “Halllloooo, Piiieeerccciiiing!!”, schreit sie ganz laut. Ich hebe den rechten Arm und forme daraus das Lock ‘n’ Loll-Zeichen. Sie lachen, ich grinse. Und renne beinahe gegen einen Bus.

Nachdem ich beim Hugendubel ein neues Moleskine und die aktuelle Blond gekauft habe, zieht’s mich zum Lidl. Ich steige die kaltwirkenden Stufen hinab, ein kleines Kind verstopft das Drehrad. Ich war schon lange nicht mehr hier. Weil der Kaiser’s viel näher bei mir ist. Ich faule Sau. Ich will zu den Getränken; eine schwedische wasserstoffblonde Familie stellt sich mir in den Weg und dackelt durch die Gänge. Ich hinterher. Eigentlich hatte ich vor mir Mineralwasser zu holen. Weil ich ja schon so viel Zucker intus hatte. Ich zitterte schon die ganze Zeit. Immer wenn ich das mache, habe ich Schiss, die gleiche Krankheit wie Michael J. Fox zu bekommen. Oder dieser Boxer. Ich entscheide mich trotzdem für die Apfelschorle von Punica. Wenigstens ist sie ohne Pfand.

Ich stehe an der Kasse und gerade als ich meine Apfelschorle und die Mikrowellencurrywurst bezahlen will, ruft der junge Kassierer den schwarzen Wachmann zu sich. Er flüstert ihm was ins Ohr und der Ordnungsmensch flitzt los, kommt aber gleich darauf wieder. “Welchen meinst du jetzt?” “Den kleinen Blonden” und zeigt so richtig schön unauffällig auf die schwedische Wasserstofffamilie. Als ich meine Sachen in den Rucksack packe, überlege ich mir, ob ich noch kurz auf die Schreie des kleinen Jungen warten soll, wenn sich der 200-Kilomann auf ihn stürzt. Ich gehe lieber.

Wieder an der Oberfläche angekommen steht plötzlich eine dicke Polizistin vor mir, die einem Typen eine Taucherbrille aufgesetzt und zwei volle Bierkrüge in die Hand gedrückt hat. Dabei macht sie ihn zur Sau. Den Wortlaut verstehe ich nicht, aber ich sehe eine auffällig verdeckte Kamera auf dem Pfosten vor mir installiert. Scheint so etwas wie Comedy Street in fett zu sein. Cool, jetzt bin ich im Fernsehen drin. Soll ich stehen bleiben und in der Nase popeln? Ne, ich gehe weiter. Die Emomädels kommen mir grinsend entgegen und die Blonde von ihnen zwinkert mir zu. Da setzt sich ein glückliches Lächeln auf meine Lippen und ein kleiner Gedanke macht sich in mir breit: Ich mag meinen Kiez. Hier ist es schön…

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