- Engel

2003. Mir war arschkalt, als ich im Zug nach Hause saß. Die innere Hitze des Alkohols vom Vorabend war schon seit Stunden einer leeren Kälte gewichen. Die Heizung war auf…

Engel

2003. Mir war arschkalt, als ich im Zug nach Hause saß. Die innere Hitze des Alkohols vom Vorabend war schon seit Stunden einer leeren Kälte gewichen. Die Heizung war auf die oberste Stufe gedreht. Durch die verdreckte Scheibe erkannte ich nur Umrisse der vorbeiziehenden Bäume und Dörfer. An vereinzelten Stellen, hier und dort, lag Schnee, den der herannahende Frühling noch nicht wegschmelzen konnte. In meinem Abteil saß nur ein alter Mann, der nachdenklich auf seinen Hut starrte, den er in seinen Händen hielt. Ich schloss die Augen und hielt meine Finger an die Nase. Sie rochen immer noch nach Vanessa.

Ich war nicht lange auf dieser langweiligen Bauernparty gewesen, die in irgendeinem Bauwagen am Rande irgendeines Kaffs gefeiert wurde. Mein Kumpel Eniz und zwei Mädels aus seiner Klasse hatten mich dorthin mitgeschleift. Es war kalt und nass, kurz zuvor hatte es heftig geregnet. Ich konnte dumpfe Rockmusik hören, einige Male lief allerdings auch Britney Spears oder so ‘ne Scheiße. Fast alle der besoffenen Figuren, die in der Dunkelheit um den beleuchteten Bauwagen herum taumelten und vor sich hin grölten, waren männlicher Natur. Und dazu zähle ich auch einige der fetten Bauernmädchen, die nicht minder an den Wodkaflaschen hingen. Einige lagen schon auf dem Boden, so besoffen waren sie, obwohl es gerade mal kurz nach 23 Uhr war. Ich sah nach oben und erkannte den Mond, der teilweise von den dunklen vorbeiziehenden Wolken verdeckt wurde.

Mir war fast keiner der hier so fröhlichen Menschen bekannt. Ich sah zu Eniz, der sich bereits eine der vielen Pullen geschnappt hatte und fröhlich mit den Bauern in einer ganz grässlichen Sprache um die Wette schrie. Kathi und Sani, die beiden Mädels mit denen ich her gekommen war, saßen mit einigen anderen Weibern auf übereinander gestapelten Baumstämmen. Dabei war auch Julia, von Beruf Schlampe, mit der auch ich bereits so manche einsame Stunde wegvögelte. Seit dem letzten Mal waren allerdings schon einige Monate vergangen und wir beachteten uns seitdem nicht mehr wirklich.

Es war kurz nach Mitternacht. Eine Stunde hatte ich nun Zeit gehabt, Alkohol in meinen Rachen zu schütten, tat es auch reichlich, aber irgendwie gab es der Party weiterhin keinen Kick. Bis sie auftauchte. Ich weiß nicht mehr genau, wann ich ihren sexy Po zum ersten Mal herumschwenken sah, aber ihr hammerhartes Gesicht werde ich nicht vergessen. Irgendwoher kannte ich sie. Ihre Haare waren blond, nicht schlampenblond, aber trotzdem sehr hell. Sie waren nicht aufwendig gestylt, nicht künstlich hervorgehoben, und genau diese Natürlichkeit, diese wunderschöne Natürlichkeit war es, was ihr gesamtes Bild auszumachen schien. Es würde mir keinerlei Probleme bereiten, stunden-, ja tagelang Vanessa zu beschreiben.

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Ich lehnte an dem schmutzigen Bauwagen und leerte gerade den letzten Schluck einer Smirnoff-Flasche als ihr Blick mich traf und sie sofort auf mich zusteuerte. „Hast du mal ne Zigarette für ‘ne blonde einsame Frau?“, fragte sie, noch bevor sie mich ganz erreicht hatte. Aus der Nähe betrachtet konnte ich erstmals ihre Klamotten sehen, die ich ihr wohl später ziemlich schnell herunterreißen würde. Es war ein weißes Top und ein für die Jahreszeit etwas zu kurzer Rock. Ich blickte kurz zu Julia hinüber. Denn im Gegensatz zu ihr sah Vanessa in diesem Aufzug keinesfalls billig aus, sondern strahlte etwas sinnlich edles aus. Ich war begeistert.

„Sorry, Nichtraucher.“, entgegnete ich ihr kurz und knapp. Und das war nicht nur eine wirklich gute Taktik, nein, es war auch noch die Wahrheit. „Schade, schade. Kannst mir vielleicht was anderes bieten?“ Ich deutete auf die leere Flasche in meiner Hand. „Wärst du ‘ne Minute früher zu mir hergekommen, hätte ich diesen leckeren Smirnoff Ice mit dir teilen können. Tja, Pech.“ Sie machte einen angedeuteten Schmollmund und holte eine Flasche Bier hinter ihrem Rücken hervor. „Ach Schatzi, ich bin versorgt.“ Sie lächelte mich an, drehte sich um und ging zurück zu ihren Freunden, ohne zu vergessen, ihren geilen Arsch gekonnt in Szene zu setzen. Was für ein Abgang.

Eine halbe Stunde später fielen wir knutschend auf ihr mit einem rosa Leintuch bespanntes Bett. Ihre Lippen schmeckten nach ekelhaft zuckrigem Erdbeerlipgloss und sie hatte eine süße kleine Zunge, die immer wieder versuchen zu schien, mit der meinen zu kämpfen. Vanessa zog ihren Kopf weg und flüsterte mir ins Ohr: „Wir müssen leise sein, sonst wecken wir meine Eltern noch auf.“ Ich nickte nur dumm und stumpf und wollte weiter an ihren Lippen saugen, da drückte sie sanft meinen Kopf weg, stieg vom Bett und verschwand mit einem süßen Lächeln aus der Zimmertür. „Muss mal ganz schnell für kleine Mädchen.“ Ja toll, doch nicht jetzt!

Ich lies mich in ihre weichen Kissen fallen und sah mich um. Ihre Eltern schienen nicht gerade arm zu sein. Ja, eigentlich schon fast Bonzen. Vanessa lebte in einem scheißgroßen, luxuriösen Haus und hatte ein riesiges helles Zimmer, das an manchen Stellen mit Postern von Boybands und den Olsen-Zwillingen beklebt war. Auf ihrem Bett lagen einige Kuscheltiere und daneben ein rosa Schlafanzug mit kleinen weißen Häschen drauf. Gott, war die schon alt genug zum Ficken?

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Vanessa kam zurück, schloss die Tür hinter sich und fiel mir wieder sofort um den Hals. Ihr Atem roch nach Minze. „Wie alt bist du eigentlich, wenn ich mal fragen darf?“, kam über meine Lippen, obwohl ich mit mir selbst kämpfen musste, ihr nicht gleich an ihren wackeligen Vorbau zu grapschen. „17, wieso?“ Und das sollte ich ihr glauben?! Naja, mein Kopf hatte sowieso schon seit Stunden Sendepause, also was sollte ich machen. So schob ich meine Hand an ihren Busen und gleich darauf unter ihr Top. Ich spielte einige Minuten an ihren starren Nippeln, sie stöhnte pornofilmreif.

Der Mond warf einen blauen erhellenden Streifen durch die großen Fenster ihres Zimmers und ließ ihr süßes Gesicht in einem elfenhaften Schein erstrahlen. Mein Blick fiel auf ihren Nachttisch, auf dem ein Foto mit ihr und einem älteren Mann stand. Sie lachten fröhlich und ihr Vater umarmte sein kleines Mädchen, das nur einen schwarzen Bikini anhatte. Süß. Aber jetzt war sein Ein und Alles gerade verzweifelt damit beschäftigt, meinen Gürtel zu öffnen, was ihr partout nicht gelingen wollte. Ich rollte mit den Augen, seufzte tief, und warf sie aufs Bett. Manchmal kam ich mir vor wie der Typ bei “Scrubs”.

Nach zwei Minuten lag sie vollkommen nackt vor mir. Vanessa war ein blonder Engel, der nur noch seine weißen Socken anhatte. Ich fing oben an und arbeitete mich mit meinem trockenen Mund nach unten vor. An ihrem flachen Bauch vorbei zu ihrer Kahlheit. Ich holte tief Luft und drückte meinen Kopf zwischen ihre Beine. Wie ein Tiefseetaucher. Oder Kanalarbeiter? Ich musste an die intelligenten Storys bei billigen Pornofilmen denken. Vanessas Muschi schmeckte eigentlich ganz gut; erinnerte mich ein bisschen an dieses Ed von Schleck vom Freibadkiosk.

Nach einer wirklich herausragenden halben Stunde war es vorbei. Ich war vorbei. Und der große dunkelrote Fleck auf ihrem rosa Leintuch bestätigte meine Vorahnung von vorhin. Auch ihr blauer Stoffpudel hatte etwas abbekommen. Ich spürte wie das schlechte Gewissen in mir empor kroch. Aber das wurde von meinen abstürzenden Gedanken im nächsten Moment sowieso schon wieder fort gerissen. Ich sah meine letzte Eroberung an. Sie schaute erschöpft und keuchte, versuchte aber ein Lächeln über die Wangen zu bekommen. Sie küsste mich kurz auf meine jetzt scheißrauen Lippen, stand auf und humpelte aus dem Zimmer. Ich hörte laut die Badezimmertür zuknallen. Was war gleich noch mal mit den Eltern?

Auch ich stand auf, sah mich im Zimmer um und versuchte ein Foto von ihr zu finden, das ich mitgehen lassen konnte. Jeder hatte schließlich seine schlechten Angewohnheiten. Gern hätte ich das auf ihrem Schreibtisch genommen, weil sie in dem Bikini was richtig sexy Verbotenes an sich hatte, aber dessen Fehlen würde mehr als auffallen und außerdem wollte ich nicht ständig ihren Vater vor meinen Augen haben, dessen kleinem Liebling ich gerade seine Kindheit geraubt hatte. Auf ihrem Schreibtisch lagen einige Buntstifte und ein Harry-Potter-Buch. Ich nahm es in die Hand und blätterte darin herum. Ihrem Lesezeichen nach war sie gerade auf Seite 136. Oder 137. Vielleicht sollte ich auch mal eins davon lesen, dachte ich mir.

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Ich legte den Roman zurück und nahm ihren Taschenkalender zur Hand. Er war schön mit aus Zeitschriften ausgeschnittenen Figuren und männlichen Stars verziert und auf jeder Seite stand etwas, was sie an einem Tag gemacht hatte. Auf der letzten Seite war ein kleiner Briefumschlag angeklebt, auf dem mit lila Filzstift „Fotos“ geschrieben wurde. Ich öffnete ihn und zog ein kleines Bündel mit Fotos von Mädchen heraus. Wohl ihre Freundinnen. Manche waren ganz hübsch und ich überlegte schon, ein paar von ihnen mitzunehmen, aber mein Blick fiel auf ein Bild, auf dem Vanessa in ihrem Zimmer stand und ein umwerfendes Lächeln in die Kamera schmiss. Wow, das musste ich haben. Allein schon wegen den Pussycat Dolls im Hintergrund. Ich steckte es in meinen Geldbeutel, den ich aus meiner auf dem Boden liegenden Hose herausholte und steckte die Fotos behutsam zurück in den Kalender.

Noch während ich ihn zurück auf den Tisch legte, kam Vanessa zurück. Sie hatte sich einen anderen Tanga angezogen und setzte sich aufs Bett. „Wie spät ist es?“, fragte ich sie, um sie ja davon abzuhalten, zu fragen, wieso ich um Gottes Willen in ihren privaten Sachen wühlte. „Kurz nach zwei“, antwortete sie mir knapp. War sie sauer? Also beschweren konnte sie sich wirklich nicht, es gab schlimmere Typen fürs erste Mal. Wirklich. Als hätte sie meine Gedanken gehört, setzte sie kurz darauf wieder ein Lächeln auf. Ich wusste nicht, ob es echt war oder nur aufgesetzt, aber das war mir jetzt eigentlich sowieso egal. Ich hatte meine Arbeit hier vollbracht und wollte nur noch nach Hause. Gedanklich gab ich mir eine Kopfnuss. Nützte aber auch nichts mehr.

„Ich geh dann jetzt mal.“, murmelte ich ihr zu, während ich versuchte, meine Hose wieder anzuziehen. Vor dem Sex war ich nie so tollpatschig. War auch besser so. „Okay.“, sagte sie und ich wäre sauer bei dieser recht kurzen Antwort geworden, hätte sie mir nicht einen sagenhaften Gute-Nacht-Kuss gegeben. Daraufhin legte sie sich in ihr Bett, zog die Bettdecke über sich und schloss ihre strahlend blauen Augen. Eine ihrer Brüste war zur Hälfte draußen. Ich hätte sie gleich noch mal nehmen sollen. Stattdessen zog ich jetzt meine Jacke an und verließ das Haus.

Nachdem ich eine halbe Stunde gebraucht hatte, den beschissenen Bauwagen wieder zu finden, in der Hoffnung die lustigen Gesellen wären noch da, musste ich enttäuscht feststellen, dass leider keiner mehr da war. Weder Eniz, noch Kathi, noch Sani. Sogar die Alkoholleichen, die vor ein paar Stunden noch so aussahen, als würden sie nie wieder irgendwo hingehen, wurden irgendwie weggeschafft. Der Preis für die ziemlich nötige Zweisamkeit war es jetzt also über drei Stunden am Bahnhof zu warten. In einer scheiß Kälte. Wäre ich doch bei Vanessa geblieben.

„Junger Herr, den Fahrausweis bitte.“ Ich öffnete meine Augen und erblickte neben mir eine kleine untersetzte Schaffnerin, die müde unter ihrer blauen Mütze hervorlugte. „Es tut mir leid, ich hab meine Rückfahrkarte verloren und konnte mir keine neue leisten.“ Ihre Augen öffneten sich ein wenig und ich konnte nicht recht deuten, ob sie das jetzt tat, weil sie sich freute, ein Opfer für ihre 40 Euro-Predigt gefunden zu haben oder weil ich so nett war. Zu meinem Glück war diesmal letzteres der Fall.

Zu Hause angekommen, holte ich erst einmal das Foto von Vanessa aus meinem Geldbeutel, öffnete die Schublade meines Schreibtisches und kramte eine kleine Schachtel mit Fotos von all den Mädchen heraus, mit denen ich schon mal was hatte. Einige waren schwarzweiß, andere vom Computer ausgedruckt. Und jetzt war der blonde kleine Engel auch noch dabei. Ich sah meine Sammlung an, stellte zufrieden fest, dass ich gar keinen so schlechten Geschmack hatte und fiel dann auf mein Bett. Endlich. Jetzt hätte ich von mir aus auch sterben können.

Superdry

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