- Weltuntergang

Jennys Kolumne: Ich könnte es den Weltuntergang nennen. Für mich ist es eine Sache, die nicht sein muss. Die nur Zeit kostet. Die unnötiger nicht sein kann. Ich spreche von…

Weltuntergang

Jennys Kolumne: Ich könnte es den Weltuntergang nennen. Für mich ist es eine Sache, die nicht sein muss. Die nur Zeit kostet. Die unnötiger nicht sein kann. Ich spreche von der einzigen Sache, die so wichtig ist, wie essen, trinken und Sexâⓚ¬Â¦ der Supermarkt. Besser gesagt, wenn der Supermarkt umgeräumt wird. Was ist das für ein Unding, was sich die Geschäftsführer da ausdenken? Alle Vierteljahre räumen die bei Kaiser’s um. Man findet absolut nichts mehr. Und die Verkäufer, die da rum laufen, natürlich auch nicht. Oder die wollen es einem nicht verraten, weil die selber zu faul sind. Gerade hat man sich daran gewöhnt wo die Eier und wo die 5-Minuten-Terrine stehen, da räumen die an diese Stellen Getränke und Babyprodukte. Man sucht und sucht und kommt dann drei Stunden später mit der Hälfte raus, weil man nichts gefunden hat. Wo ist der Sinn, Leute?

jennifer s.

Ich brauch mich jetzt nicht mal an was Neues gewöhnen, in ein paar Wochen sieht’s da ja sowieso wieder anders aus. Ich glaube ich habe ein allgemeines Problem mit dem Einkaufen. Ich bin auch nie zufrieden wenn ich etwas einkaufe, egal wo. Kaufe ich Klamotten so bin ich traurig Geld ausgegeben zu haben, kaufe ich Lebensmittel bin ich genervt weil es wieder so lange gedauert hat. Immer dasselbe. Ich kenne keinen Laden, in dem ich mich wohl fühle. Fühle mich beobachtet in solchen Läden wie Pimkie. Klein und eng. Also nicht ich. Sondern der Laden ist klein und eng.

Das Beste kommt dann, wenn man endlich gefunden hat wonach man sucht und es dann nicht in der passenden Größe da ist. Das passiert mir zum Beispiel regelmäßig bei H&M. Und kein Laden denkt an die Leute, die keinem Trend folgen wollen. Die Sachen werden immer flippiger, immer bunter und immer etwas tuffiger. Schuhe, das ist auch so ein Thema für sich. Folgendes Szenario: Geht man nun in diesen besagten Schuhladen rein, geben wir ihm den fiktiven Namen Teichmann, sehen wir erst einmal stapelweise Schuhe, auf denen uns Tokyo Hotel oder die Pussycat Dolls entgegen lächeln. Gehen wir also einige Gänge weiter, da gibt es dann doch noch die vom Verkäufer ernst gemeinten Modelle. “Gefunden!!” schreit unser Herz. Pustekuchen sagt der Verkäufer. “Die haben wir leider nicht mehr im Lager in ihrer Größe.” Natürlich zieht man einen Fluntsch und weil man früher einmal Glück gehabt hatte, dass es in einer Zweigfiliale doch noch das erwünschte Paar gegeben hat, fragt man liebevoll: “Könnten Sie vielleicht bei dem Teichmann um die Ecke anrufen, ob die diesen Schuh in meiner Größe haben?” Der nette Verkäufer macht dies natürlich. Mal ehrlichâⓚ¬Â¦ glaubt ihr denen, dass die da wirklich anrufen. Ich nicht mehr. Denn ich höre immer denselben Satz: “Es tut uns leid, aber dieser Schuh ist völlig ausverkauft und wird auch nicht mehr geliefert.”

Einerseits denkt man dann: gut, wenn den jeder hat, dann will ich mal nicht meine Individualität aufs Spiel setzen und so wie die anderen im Einheitsbrei herumschwimmen, andererseitsâⓚ¬Â¦ man will diesen Schuh. Genau den. Er macht doch eine so tolle Form und so lange Beine und… merkt man, das ich eines Frau bin? Kommen wir zum Wesentlichen zurück. Ich gehe also mal schnell um die Ecke, um mich zu vergewissern, dass dieses Telefonat wirklich stattgefunden hat, da trifft mich der Schlag.

Dort stehen sie. Zwei Berge voll, nur dieses eine Modell. Nicht mal verdeckt von der Bill-Fratze. Und jetzt kann der Verkäufer mir nicht erzählen, dass gerade vor fünf Minuten zwei Berge voll Frauen herein gerannt gekommen sind, um diese Schuhe umzutauschen. Denn eigentlich sind die ja aaaaaaaaaalleeee ausverkauft und werden niiiiiiieeee wieder geliefertâⓚ¬Â¦ Ich war selber mal Verkäufer. Und ich weiß was das für ein beschissener job is’. Ich meine für mich. Ich hab mich dafür auch nicht berufen gefühlt, aber man möchte doch, dass genau die Leute, die da arbeiten, das innere Verlangen haben, einem etwas Gutes ans Herz zu legen und einem dafür Geld abzunehmen. Langsam aber glaube ich, dass keiner eine innere Befriedigung dabei empfindet.

Ok, das war jetzt wohl eher eine Geschichte mit den Schuhen, die die Frauen unter uns gut verstehen können. Aber so ist es doch in jedem Laden. Die verarschen einen doch völlig. Wir müssen uns ein Buch für die Schule besorgen. Das Grundlagen-Lehrbuch der Print und Digitalmedien. Die Lehrer warnen uns schon mal vor. “Ihr müsst schnell sein, letztes Jahr war es nicht mehr lieferbar und sollte auch nie wieder gedruckt werden.” Hä? Hallo? Das ist ein Buch, das man für seinen Ausbildungsberuf braucht und das soll nicht mehr gedruckt werden? Gut. Ich in den ersten Laden gegangen. Ich hatte den Namen, den Verlag und die ISBN-Nummer angegeben. “Tut mir leid aber dieses Buch existiert gar nicht.” Aha. Ich glaub ja auch. Ich also in den nächsten Laden. “Tut mir leid, ich hab das Buch zwar gefunden aber es wird leider nicht mehr gedruckt.” Aha. Na wenigstens hat die das Teil gefunden.

Ich also in den übernächsten Laden. “Tut mir leid, ich hab das Buch zwar gefunden, aber es ist leider im Moment nicht lieferbar.” Aha. Es ist doch zum Haare ausreißen. Meine Beine tun zwar schon weh, ich bin halb verdurstet, aber ich schleppe mich noch n den überübernächsten Laden. “Ja, auf welchen Namen soll ich es denn bestellen, dann können sie es übermorgen abholen.” Aha. Ich gebe meinen Namen durch. Ich gehe aus dem Laden. Und fange erstmal herzlich an zu schreien und zu lachen. was zum Henker soll das denn? Gut, ich habe nun das Buch. Komischerweise sieht es aber nicht grade neu aus. Die Seiten sind zwar unbeschrieben, aber die Hülle sieht aus, als wäre mal ein Laster drüber gefahren und irgendwer hätte danach noch draufgepinkelt. das hat doch wohl keiner mal zurückgebracht? Vielleicht war’s grad günstig, da derjenige auch gleich seine Schuhe umgetauscht hatâⓚ¬Â¦

In unserer Welt ist ja alles möglich. Wenn man also, wie ich, schon keine Lust mehr zum Einkaufen hat, bestellt man es aus einem Katalog. Auch ‘ne tolle Sache. Man sitzt gemütlich zu Hause und blättert dann da so vor sich hin. Macht hier und da ein paar Eselsohren in die Blätter, nimmt das Telefon und gibt tausende von Codes, Wörtern und Zahlen durch. Es ist auch meist in der Größe da, die man braucht, aber die Heimtücken hören auch hier nicht auf. Da bekommt man es nicht sofort, sondern erst in 3 bis 4 Monaten. Wer also warten kann hat so echt Glück. Es kommt kostenlos und wird auch kostenlos wieder zurückgeschickt, wenn man von den bestellten Dingen etwas nicht haben will. Am Ende muss man dann aber doch noch mal selber losstiefeln, da es schon lange nicht mehr Winter ist und man die Winterjacke und die dicken Fliespullis nicht mehr braucht. Aber das ist doch immer so, oder? Im Winter werden die ersten Bikinis verkauft und im Hochsommer findet man kein vernünftiges Top mehr. Ende September werden die ersten Weihnachtäsmänner verkauft und dann im Januar gleich die Osterhasen hinterher geschmissen.

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