- Menschensushi à la U-Bahn

Hannahs Kolumne (nur damit ihr’s wisst, dieser Text wurde mir mit der Begrüßung “hey hase! na alles fiti titti??” geschickt): Da meine Wohnung ja jetzt sooo schön eingerichtet ist, muss…

Menschensushi à la U-Bahn

Hannahs Kolumne (nur damit ihr’s wisst, dieser Text wurde mir mit der Begrüßung “hey hase! na alles fiti titti??” geschickt): Da meine Wohnung ja jetzt sooo schön eingerichtet ist, muss natürlich mein allerallerallerallersupermegadupabester Kumpel mal ein Auge drauf werfen. Deswegen ging es letzte Woche mit Simon ab nach München! Wir nutzten die Wohnungsbesichtigung aus und fügten noch einen ausgedehnten Shoppingtrip durch München hinzu. Mit der U3 ging es von der Haltestelle Harras sofort in Richtung Marienplatz. Ich liebe U-Bahn fahren. Nirgendwo sonst schauen so viele Menschen so ernst drein, lesen, gaffen, knutschen und fummeln. Wunderschönes Schuppladendenken kann man bei den ganz verschiedenen Typen von Menschen anwenden. Zum Beispiel gibt es beim U-Bahnleser zwei Kategorien.

Hannah

Einmal wäre da der „Buchleser“, der etwas Festes (am besten ein ganz dickes Buch) in der U-Bahn liest, damit er sich irgendwo dran festhalten kann und ja keinem anderen Menschen in die Augen schauen muss. Meistens gehen sie in gebückter Haltung, Füße nach innen gedreht, Schultern nach vorne gezogen, streng gebundener Pferdeschwanz, sind schüchtern und sind allgemein nicht grad auffallend gekleidet. Die zweite Kategorie ist der Zeitungsleser. Er zieht zum Beginn der Fahrt seine Zeitung unter dem Arm hervor und fängt an zu lesen, meist von Lippenbewegungen begleitet. Typisches Zeitungsleseroutfit ist das Hemd, kombiniert mit Stoffhose und feinen Lederschuhen. Beim anderen Geschlecht ist es das typische feine Arbeitsoufit. Doch der Schein trügt. Sagt die freundliche U-Bahndame die nächste Haltestelle an, an der er/sie aussteigen muss, knüllt er/sie die Zeitung zwischen Sitz und Fenster und das Ding ist entsorgt.

Dann gibt es noch die Obercoolen. Die Herren sind meistens in weiten Jeanshosen (auch Baggy genannt) gekleidet, blinken und funkeln vom Ohrläppchen bis zur Fußspitze und haben immer Ohrstöpsel drin, um ihrer Lieblingsmusik lauschen zu können. Das dazugehörige taktische Nicken mit dem Beat darf natürlich nicht fehlen. Außerdem ist der Blick der Personen meistens starr zum Fenster raus ausgerichtet. Die Damen der Schöpfung stehen meistens Kaugummi kauend vor dir und mustert man sie zu lange, fixieren sie dich mit ihrem Blick, kneifen die Augen leicht zusammen und fangen dich an zu batteln bis sie oder du aussteigst.

Bei der Tratschtantenfraktion muss man aufpassen, dass man nicht in ihr Gespräch verwickelt oder es zu lange geheim mithört, weil man dadurch sehr schnell seine Zielhaltestelle verpasst. Zusätzlich wird man noch durch das Hündchen in der Handtasche angestarrt und angesabbert, so dass das pünktliche Aussteigen wirklich in Gefahr kommt. Nun gut, weiter zum Shoppingtrip. Ich kann ja hier nicht alle Kategorien von U-Bahnfahrern erläutern. Es hat mich nur gewundert wie vielen U-Bahnfahren unangenehm ist, oder eben die U-Bahnfahrt als Kommunikationsmittel nutzen.

Sushi
© Sash Suicide

Auf jeden Fall sind Simon und ich dann am Marienplatz ausgestiegen und los ging die Shoppingtour. Simon war eindeutig die Nummer eins und ich hinkte mit meinem lila farbenem Schal aus dem Indika (Bong, Henna & Co. Laden), welcher noch immer nach Räucherstäbchen riecht, hinterher. Doch dann entdeckte ich im Mango eine Lederjacke. DIE Lederjacke. Meine Lederjacke. Wow, ich war hin und weg und musste sie einfach anziehen. Yeah, sie passte. Ich begutachtete mich im Spiegel und fand mich extrem ok. Sehr gut, wenn nicht sogar sexy. Das Teil musste ich unbedingt haben. Es hat mich einfach zu sehr in seinen Bann gezogen, meine weiblichen Hormone total verrückt spielen lassen und sagte mir immer wieder: Kauf mich! Kauf mich! Ich hab es getan. Ich hab die Lederjacke gekauft und fühl mich unheimlich wohl wenn ich sie anhabe. Es gibt einfach Kleidungsstücke, die man gerne trägt und sich dadurch auch selbstbewusster zeigt. Nur diese Klamotten muss man erst mal finden!

Auf jeden Fall hat mich nach dieser Lederjacke das Shoppingfieber gepackt. Es folgten ein paar neue Schuhe, eine neue Jeanshose und eine große lila farbene Lederhandtasche (zu der ich dreimal in den Laden laufen musste um mich dann endlich für sie zu entscheiden). Simon war befriedigt, ich war befriedigt und um ca.350€ leichter. Uns merkte man an, dass die Energiereserven langsam nachließen und so begaben wir uns auf die Suche nach einer geeigneten Futterstelle.

UBahn
© Arròsalforn

Wir landeten in einem Sushirestaurant. 10,90€ zahlen und wir durften eine Stunde so viel von dem Sushilaufband essen wie wir wollten. Super! Es folgte ein Teller nach dem anderen und es begann langsam ein Tellerturm aus dem Tisch heraus zu sprießen, sodass selbst Rapunzel daran ihre Freude gehabt hätte. Das Beste an der Sushibar war, dass man von unserem Platz aus direkt raus auf die Einkaufsstraße schauen konnte. Da sah man wieder die verschiedenen U-Bahnkategorien rumlaufen. Zwischen ihnen versperrte mir manchmal das ein oder andere Sushiröllchen den Blick auf die Menschenmasse. Faszinierend: das Sushi auf dem Band und die Menschenmassen draußen auf der Straße ähnelten sich so ungemein, dass man Shakespeares Komödie „Wie es euch gefällt“ umschreiben müsste. Es dürfte nicht heißen „Die ganze Welt ist eine Bühne, und alle Frauen und Männer bloße Spieler“ sondern „ Die ganze Welt ist ein Laufband, und alle Frauen und Männer bloß Sushi“.

Simon und meine Wenigkeit waren nach der Stunde total voll gestopft mit allem möglichen Zeugs, außer die rohen Fischscheiben, welche total nach WC-Stein gerochen haben, haben wir ausgelassen. Zusammen kugelten wir zur U-Bahn, bewiesen uns als voll gestopfte U-Bahnmenschenkategorie und quälten uns danach die Schritte bis zu meiner Wohnung. Es war cool, die Füße taten uns weh und zusammen ließen wir den Tag mit einer Pizza vorm TV ausklingen. Schön war’s!

Tipp des Tages: Im Sushirestaurant hab ich herausgefunden, dass Kaviareier zerdrücken (am besten mit einem Holzstäbchen) voll Spaß macht. Für alle weiblichen Erdenbewohner nur zu empfehlen. Ihr werdet es lieben!

Etsy

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Superdry

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9 Kommentare

  • oh schön, liebe hannah das haste mal wieder fein aufgeschrieben. ich finds auch total toll u-bahn, s-bahn, straßenbahn, bus und zug zu fahren und dabei die lieben leutchen anzuschauen und einzuordnen. öffentliche verkehrsmittel sind total mein ding, ok das hängt wahrscheinlich damit zusammen das ich noch gar keinen führerschein hab und im moment auch gar net denke das ich das brauche. mit bus,bahn oder rad komm ich über all hin. so und in welche kategorie würde ich mich jetzt einordnen?
    irgendwie son mix, ich höre musik hab aber keine baggy an, lese zeitung (neon) lass die aber dann nicht liegen (weils die neon ist) und lass mich auch manchmal in irgendwelche gespräche verwickeln. dazu kommt aber das ich mir immer all die leute in der bahn genau anschaue und dann doch wieder verträumt aus dem fenster schaue. oje nun kann ich mich garnet entscheiden in welche schublade ich passe?
    bah. ich geh jetzt bahn fahren und boxershorts und kaffee kaufen. verrückt dann bin ich sogar noch der typ der in der bahn einen gewissen (kaffee) geruch hinterlässt. total verwirrt …

    schön das du langsam in münchen ankommst!

  • hannah maria

    marcel!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! erst mal danke für das tolle foto von mir (natürlich das erste bitte, ja?) aber das zweite…wie kannst du nur!!?? boar wehe es denkt jemand as is meine m*****!

  • hannah maria

    und das mit dem ersten foto war auch nur ironisch gemeint mein schatzi und ausserdem na was haste denn gegen fiti titti ? ;)

  • Mar Ci

    Lol okay, an alle Hannah-Fans da draußen: Das ist nicht das primäre Geschlechtsteil meiner Kolumnistin :D Oder doch? ;) Ne Spaß, ich habe den Eintrag gestern Abend schon fertig geschrieben mit allen Fotos und so und ich dachte mir wirklich bis heute Morgen: Soll ich dieses Foto drin lassen? Aber dann war ich zu faul, mir ein neues zu suchen und mir fiel eigentlich auch kein Grund ein, wieso nicht. Schließlich muss ich doch irgendwie einen Ruf wahren und so ‘ne Muschi beißt ja schließlich nicht. Hoffe ich… ;)

  • hannah maria

    :D ok ok ;)

  • Ich mag U-,S-Bahn fahren auch :) Wenn ich das auch nicht so oft machen kann, da es diese erst in München gibt. Ich bin der jenige der, zwar mit Stöpsel im Ohr, jedoch ohne Bling Bling auskommt und die Hose nur ein wenig Baggy trägt (wobei zu notieren ist, das ich keine Jeans trage, wie die ganzen Bling Bling typen). Ich beobachte dann auch meist die Leute, welche mich irgendwie teilweise faszinieren, wenn sie mit dem Laptop in der U-Bahn sitzen und irgendwas arbeiten. Können die sich da konzentrieren? Ist mit sicherheit eine nette Tätigkeit um die Fahrt mit der Bahn zu überbrücken. Blos arbeiten, nee.

  • hannah maria

    laptop in der ubahn? huiiii dat is ja mal was. lohnt sich doch garnicht, oder?

  • ich finde nicht das es sich lohnt. aber hab schon mehrere leute damit gesehen :D

  • hm stimmt, das lohnt meiner meinung nach auch net. wie lange fährt man denn bei euch? ist ja unglaublich. ich fahr höchstens, aber wirklich dann muss ich schon zum arsch der welt in rostock fahren, 30 minuten mit der straßenbahn.

    wir haben hier viel zu viel idioten, so das ich meinen laptop sicher net in der bahn an mach. und sowieso wie soll ich denn da was von den menschen mitbekommen.

Puma