- Der Untergang der tätowierten Brüste

Das Internet besteht im Grunde aus zwei großen Komponenten: Information und Porno. Ist man geil, surft man kurz auf die dunkle Seite, hat man sich bei TinyEve befriedigt, geht’s schnurstracks…

Der Untergang der tätowierten Brüste

Das Internet besteht im Grunde aus zwei großen Komponenten: Information und Porno. Ist man geil, surft man kurz auf die dunkle Seite, hat man sich bei TinyEve befriedigt, geht’s schnurstracks wieder zurück zu Yigg. Meine ungeteilte Liebe galt lange Zeit einer Webseite, die nicht nur diese unterschiedlichen Welten verband, sondern sie auch noch mit freien Gedanken, alternativer Musik und einer atemberaubenden Lebensweise garnierte: SuicideGirls. In dieser Community sind die wohl coolsten Leute der Welt unterwegs. Doch langsam scheint der Name Programm zu werden.

Suicide Girls
© SuicideGirls

Die 2001 unter anderem von Missy in den U.S.A. gegründete Community wurde ganz schnell zur Kultwebseite unter Bad Girls, Rockern und Andersdenkenden. SuicideGirls war und ist der Inbegriff für Sex, Kunst, Körperkultur und alternativem Gedankengut. Wer freien Zugriff darauf hat, findet sich schnell unter bekannten Fotografen, sexy Nacktmodels und den Coolsten der Indieszene. Leider hatte die Seite an sich ganz schnell ein folgenschweres Problem an Bord: Es wurde zu bekannt, zu mainstreamig, böse. Mit eigenen Radioprogrammen, Fernsehauftritten und Büchern. Das konnte nicht gut gehen.

Angefangen hatte die Sache wohl bei der Klage gegen den ehemaligen SG-Fotografen Philip Warner von Lithium Picnic. Er wurde zu $100.000 verdonnert, weil er Missy ein Dorn im Auge wurde, nachdem sein Bekanntheitsgrad stieg und er auch (legal) für die Konkurrenz arbeitete. Nachdem er das SG-Model Apnea für ihre eigene Seite fotografierte griff SuicideGirls ein und verklagte den Fotografen zu Unrecht. Er musste seine Seite schließen, sein Equipment verkaufen und hält sich nun durch Spenden und Aufträge von Sympathisanten über Wasser.

Lithium Picnic
© Lithium Picnic

Jetzt häufen sich die Geschichten gegen die ehemals so dreckig glitzernde Seite. Eine damalige SG-Fotografin klagt die unrechten Verträge an, die sie unterzeichnen musste, Fotos werden einfach an Hardcore-Seiten weiter verkauft und bereits 2003 klagte ein Model an, dass sie von den Machern der SuicideGirls wiederholt dazu aufgefordert wurde sich auszuziehen.

Aber Gegenbewegungen sind nicht weit entfernt, obwohl Missy alles verklagen will, was sich der Seite in den Weg stellt. Aber wenn SuicideGirls den ehemaligen Liebhabern eines gelehrt hat, dann dass man nur an sein Ziel kommt, wenn man sich nicht an Regeln hält und sich gegen die Masse stellt. Also gibt es Aufrufe zum Boykott, Aufklärung und Alternativen.

Schade, dass es so weit kommen musste. Aber in einem sind sich sowohl Goliath als auch David einig: Der Großteil der SG-Models sind wunderbare, interessante und intelligente Menschen und die Community kann ebenfalls nichts für die Macken der oberen Positionen. Leider werde ich meine ehemalige Lieblingsseite jetzt mit anderen Augen sehen und ich hoffe, dass aus der baldigen Asche ein Phönix aufsteigen wird, der noch mehr ass-kicked, als es SuicideGirls jemals tun konnte. Sozusagen das Leben nach dem Selbstmord.

Mister Spex

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2 Kommentare

  • Hallöchen und erstmal merci für den Kommentar bei mir – du hast ja auch wieder allerlei Interessantes zu berichten :) Heftig das mit den Suicide Girls, wobei ich das Konzept und die Seite sowieso gar nicht leiden kann. Jedes halbwegs individuelles Mädel, dass nach Aufmerksamkeit schreit, ist da mittlerweile vertreten und muss sich für ne unterbezahlte Gage nackig machen. Mich ham die auch schon zwei Ma gefragt, aber nä, never ever ;) Diese Rumverklag-Geschichte ist auch extremst peinlich…

    Grüüße :)

  • Mar Ci

    Echt, die haben dich zweimal gefragt ob du ein SG-Model werden willst? Hm… also ich glaub, wenn ich ein hübsches Mädel wär: Ich hätt’s glatt gemacht :D Aber des sagt sich jetzt natürlich so einfach ;)