- Gegen die Wand

Sie ist gar nicht mein Typ. So würde ich ein Buch über das Mädchen beginnen, das mir den Atem raubt, meine Fantasie aufpeppt und meine Libido an den Rand des…

Gegen die Wand

Sie ist gar nicht mein Typ. So würde ich ein Buch über das Mädchen beginnen, das mir den Atem raubt, meine Fantasie aufpeppt und meine Libido an den Rand des Wahnsinns treibt. Ich könnte einen Roman über Ana schreiben, tausende Gedichte, abermillionen Worte und alle würden so tief aus meinem Herzen kommen, wie selten etwas zuvor. Aber jeder Buchstabe wäre Verschwendung. Reiner Selbstbetrug. Denn sie liebt mich nicht. Und obwohl ich das weiß, vielleicht sogar weil ich das weiß, möchte ich jede Sekunde in ihrer Nähe sein. Ich Depp.

Bye Bye

Zwei Verbündete, geheime Fickfreunde, ein Paar – wir waren vieles. Wir beide. Ich habe mich selbst belogen, als ich dachte, ich wäre über sie hinweg. Genau eine Woche waren wir nun wieder unzertrennlich. Haben Ausflüge durch ganz Bayern gemacht, schlugen uns zusammen durch “Monkey Island 4” und lagen eng umschlungen vor dem Fernseher. Es war genau wie früher. Leider.

Ich bin dumm. Dumm, dass ich mich wieder darauf eingelassen habe. Darauf, dass ich ihr nie böse sein kann. Darauf, dass mir jede Geschichte über Typen, mit denen sie rumgemacht hat, das Herz aufreißt. Darauf, dass sie gar nicht weiß, wie sehr sie mich verletzen kann. Dass sie die Einzige ist, die das wirklich kann. Und tut. Aber eben nicht mit Absicht. Sonst wäre das alles viel einfacher.

Ich hasse mich dafür, dass ich selbst so inkonsequent bin. Dass ich in ihrer Nähe nie das Maul aufbekomme. Dass ich nicht mit ihr abschließen kann. Obwohl sie doch gar nicht mein Typ ist – rede ich mir wenigstens immer ein. Ihre blonden Härchen auf dem Nacken, ihre kleinen, roten Pickelchen auf den Wangen, ihre sagenhaften Brüste. Ich hätte alles dafür gegeben, ihr nah zu sein. Näher, immer näher. Doch umso näher ich ihr war, umso intensiver ich den süßen Geruch in der Nase hatte, umso mehr starb ich innerlich. Ich wusste das. Und machte immer weiter. Mir war alles andere egal.

Liebe kann etwas Schönes sein, das war allerdings reine Selbstzerstörung. Ich gehe nach Berlin und lasse gescheiterte und verschmähte Gefühle zurück. Eigentlich wollte ich mit allem im Reinen sein, wenn ich von hier weggehe. Tja, scheiße gelaufen. Ich werde nie ein Buch über sie schreiben. Weil ich nie wieder ein pseudopoetisches Wort über diesen Zustand verlieren möchte, gegen den ich mich nicht einmal gewehrt habe. Und mein ewiges Rumgeheule und Selbstmitleid deswegen kann ich nicht einmal mehr selbst hören. Ich würde jetzt gerne einen Tschakka-Satz schreiben. So etwas wie: “Scheiß auf die Alte, jetzt wird gevögelt bis der Arzt kommt.” Oder: “Ich bin jung, geil und am Leben, also Mütter, versteckt eure Töchter.” Oder wenigstens: “Wo ist die nächste Tanke, jetzt wird sich erst einmal gescheit mit Kumpels zugesoffen.” Aber so etwas freut nur den Arzt, die Töchter oder eben die Kumpels. Aber nicht mich. So gern ich das auch will. Ich bin eben ein alter Romantiker. Wenn ich will. Aber wen juckt das schon. Sie ist ja gar nicht mein Typ. Die Alte.

[audio:walkingafteryou.mp3]

Tally Weijl

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12 Kommentare

  • ach marcel, schnucki. es wird wirklich zeit das du nach berlin kommst und wieder mal richtig besoffen, ob nun von frauen, der stadt oder flüssigen lebensmitteln bist. man merkt wirklich das du ein romantiker bist und das du sicher nicht zu den menschen gehörst die einfach mal loslassen können. aber ich finde das es zeit wird, das es zeit wird wo du los lassen musst. du frisst dich ja gewissermaßen selber auf.
    hab ich das jetzt richtig verstanden das ihr euch eigentlich getrennt habt und dann wieder zusammen wart? sowas funktioniert zu selten und bringt dann sicher nur noch mehr schmerz.

    halt die ohren steif, keule.
    also ich freu mich drauf wenn du in berlin bist. fang mal langsam wieder an zu leben.

  • herjeh herjeh, liest sie eigentlich deinen Blog? Kennt sie ihn? Könnte mir vorstellen das das so ein kleiner Hoffnungsschimmer von dir ist, das sie das liest und ihr damit einiges klar wird.
    Ich hoffe du kommst drüber hinweg. Wird zwar ne zeit dauern, aber du schaffst das.

  • Scheiße … solche Gedanken kenne ich. Solche Gefühle. Kann einem echt das Herz zerreissen. Vor allem wenn man mit ihr darüber spricht, sie anscheinend genauso empfindet, aber dennoch alles beim Alten bleibt und man sich beim nächsten Treffen wieder mit Schmetterlingen im Bauch fragt, ob man sich darauf freuen oder sich Scheiße fühlen soll, wegen der Magenschmerzen die man haben wird, wenn sie von dem Typen erzählt, den sie gestern abend so toll fand – genau wissend, dass der freundschaftliche Wangenkuss nie mehr sein wird ..

  • Mar Ci

    Guten Morgen, meine Freunde.

    Marten: ach marcel, schnucki. es wird wirklich zeit das du nach berlin kommst und wieder mal richtig besoffen, ob nun von frauen, der stadt oder flüssigen lebensmitteln bist. man merkt wirklich das du ein romantiker bist und das du sicher nicht zu den menschen gehörst die einfach mal loslassen können. aber ich finde das es zeit wird, das es zeit wird wo du los lassen musst. du frisst dich ja gewissermaßen selber auf.
    hab ich das jetzt richtig verstanden das ihr euch eigentlich getrennt habt und dann wieder zusammen wart? sowas funktioniert zu selten und bringt dann sicher nur noch mehr schmerz.
    halt die ohren steif, keule.
    also ich freu mich drauf wenn du in berlin bist. fang mal langsam wieder an zu leben.

    Jep, da haste Recht. Und wehe Berlin therapiert meine ausgeprägte Liebeskummer-Ader nicht. Bei den meisten Mädels ist mir die Sache ja eigentlich immer relativ egal, aber immer wenn ich denke ich bin unbesiegbar, dann kommt halt so Eine und zack – schon liege ich wieder unter den Rädern. Nein, wir waren nicht mehr zusammen. Vielleicht hätte das die Sache aber einfacher gemacht. Oder schlimmer. Keine Ahnung. Es war jedenfalls viel komplizierter. Oder rede ich mir das auch nur ein…? Shit.

    Hoizge: herjeh herjeh, liest sie eigentlich deinen Blog? Kennt sie ihn? Könnte mir vorstellen das das so ein kleiner Hoffnungsschimmer von dir ist, das sie das liest und ihr damit einiges klar wird.

    Nene, sie kennt zwar die Seite, aber sie hat momentan keinen Zugriff auf’s Internet. Und mit solchen Hintergedanken habe ich schon lange aufgehört – das geht immer nach hinten los. Das hier ist reine Selbsttherapie. Und ihr müsst den Schund lesen, hehe. Mein Beileid. Ne, echt jetzt.

    Marijan: Scheiße … solche Gedanken kenne ich. Solche Gefühle. Kann einem echt das Herz zerreissen. Vor allem wenn man mit ihr darüber spricht, sie anscheinend genauso empfindet, aber dennoch alles beim Alten bleibt und man sich beim nächsten Treffen wieder mit Schmetterlingen im Bauch fragt, ob man sich darauf freuen oder sich Scheiße fühlen soll, wegen der Magenschmerzen die man haben wird, wenn sie von dem Typen erzählt, den sie gestern abend so toll fand – genau wissend, dass der freundschaftliche Wangenkuss nie mehr sein wird ..

    Ja, genau so ist es. Aber wenigstens merke ich bei so etwas, dass ich doch nicht so gefühlstot bin, wie ich manchmal geglaubt hatte. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Und Schmerz bedeutet Leben. Tadaa, was für eine glorreiche Erkenntnis am frühen Morgen.

  • ich find das gut das du immerhin so über deine gefühle sprechen kannst, ich weiß genau wie gut das auch tun kann wenn man seine gedanken mal mit relativ fremden menschen teilen kann. das hat mir oft mehr geholfen als die meinungen meiner freunde, weil die halt doch oft irgendwie schon ne meinung haben und so also beeinflusst sind.

    berlin wirds reißen, ganz sicher. alles voller neuer menschen und die berliner fetzten sowieso.

  • Neslihan

    Ist der letzte Satz nicht auch einer dieser Tschakka-Sätze?
    Hach ja, das Bekennen zur/m alten Romantiker/in ist öffentlich mal was Neues, kenne ich zu gut!

  • Nicki

    ich glaube das du in berlin eine neue kleine epochale schweinerei zustande bringen wirst. erst vor einer woche habe ich meine füsse im osthafen (nahe mitte und prenzlauer berg) in die spree gebaumelt, daneben baumelten noch so einige andere füsse, frauenzehen! ich komme auch bald, vielleicht, bestimmt oder auf jeden fall. dann gehen wir in den obstladen nebenan und kaufen hopfen und wein. später dann unter dem alex überrede ich dich zum kaffee auf dem turm über der stadt, dann wirst du es rausschreien und beim abtanzen einige zeit später stürzt du gnadenlos in gedanken ab die dir die püppie gegenüber suggeriert. ich pass dann nur noch auf das sie dich mit nach hause nimmt.. mehr nicht. schön die nase in den wind halten, immer sachte am ball bleiben… es wird!

    Nicki

  • wunderbarer kommentar nicki. du solltest das beruflich tun.

  • Andrew

    1. erinnerst du dich an einen Lagerfeuerabend vor einem Jahr bei mir? Waren n paar Leute da, unter anderem die Julia ^^ -> du weist was ich dir und ihr da gesagt hab,
    bzw dir hab ich nur was gezeigt
    2. falls du dich nich erinnern kannst, aber auch so, schau dir die south park folge: “raisins” von staffel 7 an…
    3. ich weis was du denkst -> 4.
    4. du weist was ich denke -> 5.
    5. tu was ich tuen wuerde
    6. falls du kein plan hast was ich hier schreib: tu was aber hock nicht nur rum
    klaere dein problem
    black power!
    spider pig!

  • Mar Ci

    Marten: ich find das gut das du immerhin so über deine gefühle sprechen kannst, ich weiß genau wie gut das auch tun kann wenn man seine gedanken mal mit relativ fremden menschen teilen kann.

    Manchmal habe ich das Gefühl ich schreibe in diesem Blog einen Roman, nur mit mir selbst in der Hauptrolle, anstatt sich hinter einem erfundenen Hauptcharakter zu verstecken.

    Neslihan: Ist der letzte Satz nicht auch einer dieser Tschakka-Sätze?
    Hach ja, das Bekennen zur/m alten Romantiker/in ist öffentlich mal was Neues, kenne ich zu gut!

    Naja, umso öfter ich es wiederhole, umso mehr glaube ich es vielleicht irgendwann. Mir ist in der Öffentlichkeit fast nie etwas peinlich. Außer andere sind peinlicher als ich, das ist mir dann wiederum peinlich. Ich liebe übrigens deine Seite, ein wunderschönes Layout.

    Nicki: ich glaube das du in berlin eine neue kleine epochale schweinerei zustande bringen wirst. erst vor einer woche habe ich meine füsse im osthafen (nahe mitte und prenzlauer berg) in die spree gebaumelt, daneben baumelten noch so einige andere füsse, frauenzehen! ich komme auch bald, vielleicht, bestimmt oder auf jeden fall. dann gehen wir in den obstladen nebenan und kaufen hopfen und wein. später dann unter dem alex überrede ich dich zum kaffee auf dem turm über der stadt, dann wirst du es rausschreien und beim abtanzen einige zeit später stürzt du gnadenlos in gedanken ab die dir die püppie gegenüber suggeriert. ich pass dann nur noch auf das sie dich mit nach hause nimmt.. mehr nicht. schön die nase in den wind halten, immer sachte am ball bleiben… es wird!
    Nicki

    Also Nicki, für diesen Kommentar würd ich dich echt am liebsten küssen. Ich liebe deine stärkende Melancholie, so etwas gibt es selten auf der Welt. Aber Junge, das machen wir. Genau so. Wie du es geschrieben hast. Danke, mein Freund.

    Andrew: erinnerst du dich an einen Lagerfeuerabend vor einem Jahr bei mir? Waren n paar Leute da, unter anderem die Julia ^^ -> du weist was ich dir und ihr da gesagt hab,
    bzw dir hab ich nur was gezeigt

    Ja, ich erinnere mich nur zu gut. Und ich weiß glaube ich, was du mir damit sagen willst. Aber ich bin jemand, der Dinge nicht gerne als gescheitert ansehen kann und immer wieder versucht, sie fertig zu bringen, das Game Over zu überlisten, so dass am Ende doch The End dransteht. Aber vielleicht muss ich einfach einsehen, dass das nicht immer klappt. Dass man lernen muss, loszulassen, auch von Dingen, die einem wichtig sind und besonders Dinge, die man trotz mehrfachen Versuchs nicht zum Positiven bringen konnte. Du hast Recht, André. Aber war das nicht in der “Paris Hilton”-Folge?

  • ich weiß ja was, was der marcel nicht weißt, ihn aber gaaaanz sicher freuen wird. ellabätsch. surprise surprise …

    und sowieso. wo bleibt die kolumne, ist schon kurz vor 12? ^^

  • Andrew

    Das du dir dann wie Mr. Slave Paris Hilton in den Arsch schiebst?
    Ne, keine gute Loesung fuer dein Problem schaetz ich, ich dachte eher
    an die Worte von Stan als er dann am Ende der Folge, nachdem er sich
    den Gothics/Emos angesschlossen hatte und von Butters eine bessere Idee
    geliefert bekam der doch an seinem Liebeskummer wegen der Fastfoodschlampe
    litt, zu Wendy und Token hingeht: “Wendy… Fuck you! Token… *Stinkefingerzeig*”
    so in der Richtung… und das war alles in der Folge “Raisins”
    Black Power!
    Boykottiert den Hausmeister!
    Spider Pig!

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