- Magische Lesereise

Während Gary seiner Pflicht am Montag nicht nachgekommen und anscheinend spurlos in Rio de Janeiro verschwunden ist, begaben sich Ana und ich die letzten beiden Tage auf eine inspirierende Lesereise…

Magische Lesereise

Während Gary seiner Pflicht am Montag nicht nachgekommen und anscheinend spurlos in Rio de Janeiro verschwunden ist, begaben sich Ana und ich die letzten beiden Tage auf eine inspirierende Lesereise durch München. Okay, eigentlich sind wir die ganze Zeit nur beim Hugendubel rumgesessen. Aber das kommt auf’s Gleiche raus. Während sie sich also durch Ernährungs- und Psychologiebücher wühlte, deckte ich mich mit allem ein, was die verschiedenen Genres so herzugeben hatten.

Hugendubel

Das Erste war auch gleichzeitig das Einzige, was ich mir dann auch gekauft habe. “Es kommt nicht darauf an, wer du bist, sondern wer du sein willst.” vom ehemaligen Werbegenie Paul Arden hört sich an wie so ein typisches Besser-Leben-Buch und es war mir auch ein wenig peinlich, als ich zwischen dem Amazonas-Bildband-Käufer vor mir und dem Karl-der-Große-Fan hinter mir an der Kasse stand und ein Werk mit so einem schrecklichen Titel in der Hand hielt. Aber der Mann ist echt gut. Er erzählte mir zwar nicht besonders viele neue Dinge, aber immerhin Sätze, die man in der Kreativ-Branche niemals vergessen sollte. Dinge wie “Um originell zu sein, such deine Inspiration in ungewöhnlichen Quellen.”, “Wechsle die Arbeitsutensilien, vielleicht befreit es dein Denken.” oder mein neuer Lieblingsslogan “Wer behauptet, im Recht zu sein, hat nicht Recht, denn er steckt in der Vergangenheit fest, ist stur, langweilig und selbstgefällig. Gib dich nicht mit solchen Leuten ab.” Und weil’s grad so schön ist: “Wer nie einen Fehler macht, macht wahrscheinlich sowieso nicht viel.” Geil oder? Ich liebe diesen Mann. Gut, gekauft.

Ich wechsle die unbequeme Sitzposition und zieh das nächste Buch aus dem Stapel: “Schaut auf diese Stadt – Neue Geschichten aus dem barbarischen Berlin“. Wow, geil, das spricht mich doch direkt an. Ich blättere, ich lese, ich bin vollkommen enttäuscht. Meine erwarteten Alltagsgeschichten aus der Hauptstadt entpuppen sich als Briefe aus dem Jammertal. Der eine heult rum, weil er Angst vor Fahrradfahrern hat. Der andere vor Kindern. Und der nächste vor einem Bettler. Ich leg’s aus der Hand, bevor ich noch den Eindruck bekomme, dass alle Berliner außer Bushido Weicheier sind.

Gut, vielleicht bringen mich ja die “Berliner populäre Irrtümer” zum Schmunzeln. Aber dafür war ich wohl zu wenig in der Materie. Ich hatte keinen blassen Schimmer davon, wer denn bitte Bolle, Eckensteher Nante oder der Steglitzer Kreisel ist. Aber die Geschichte mit den Geister-U-Bahnhöfen fand ich interessant. Und die über den Kampf zwischen den Sperrstunden in Ost und West.

Zweiter Tag. Ich drehte mich zur Seite. Ana war ganz vertieft darin zu erfahren, wieso die heutige Ernährung die Menschen krank macht. Also widmete ich mich wieder meinem Stapel. Wieso bald die nächste Wirtschaftskatastrophe vor der Tür steht, warum die 68er-Alten notgeil sind was man an einer doofen Iglo-Werbung alles verbessern kann. Viele Dinge wollte ich zwar gar nicht wissen, aber wer weiß, wann ich sie mal brauchen kann. Das Buch über die Kunst der skrupellosen Manipulation lese ich dann nächstes Mal. Oder traue ich mich dann doch in die Erotikabteilung, die gleich neben dem hausinternen Café angrenzt? Will ich das überhaupt? Wer weiß. Zum Abschluss noch eine Erkenntnis von Paul Arden, die ihr euch bitte gleich auf den Popo tätowieren lassen dürft, damit ihr’s nicht vergesst, obwohl ihr’s doch auch wisst: “Wenn du ein Problem nicht lösen kannst, liegt es daran, dass du dich an die Regeln hältst.”

Tally Weijl

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