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	<title>AMY&#38;PINK &#187; Apple</title>
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	<description>Booms From Berlin And Munich.</description>
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		<title>Gott ist tot - Steve Jobs, alter Freund</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 02:13:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Winatschek</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist schon sp&#228;t, ich liege im Bett. Die Nachbarn haben endlich aufgeh&#246;rt, lautstark und betrunken im Treppenhaus zu randalieren. Dunkelheit um mich herum, Helligkeit vor mir im Blick. Auf meinem Scho&#223; steht ein MacBook Pro, neben mir liegt ein iPhone. Im B&#252;cherregal, nicht einmal einen Meter von mir entfernt, befinden sich zahlreiche Biografien &#252;ber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/10/steve_jobs.jpg" /><br/><br/><p>Es ist schon sp&#228;t, ich liege im Bett. Die Nachbarn haben endlich aufgeh&#246;rt, lautstark und betrunken im Treppenhaus zu randalieren. Dunkelheit um mich herum, Helligkeit vor mir im Blick. Auf meinem Scho&#223; steht ein MacBook Pro, neben mir liegt ein iPhone. Im B&#252;cherregal, nicht einmal einen Meter von mir entfernt, befinden sich zahlreiche Biografien &#252;ber Apple und seinen Gr&#252;nder, in einer Schublade meines Schreibtisches ruht ein iPod nano. Er ist blau, eine veraltete Generation. Ich habe ihn seit l&#228;ngerer Zeit nicht mehr benutzt.</p>
<p>Als die ersten Tweets vom Tod des Mannes, der mich bei genauerem &#220;berlegen mehr pr&#228;gte und begleitete, als alle Religionen und Lehrer gemeinsam, in meiner Timeline auftauchten, war dieses Gef&#252;hl, das mich pl&#246;tzlich traf, nicht zu beschreiben. Es war l&#228;cherlich emotional und kalt und unglaubw&#252;rdig. Doch nicht jetzt, doch nicht er. Nicht Steve Jobs.</p>
<p>F&#252;r viele war er im Laufe der letzten Jahre zu einer Mischung aus Sektenf&#252;hrer und Witzfigur verkommen, der &#252;berteuerte Telefone an Vorzeige-Juppies verkaufte, Konkurrenten verklagte und dann ganz abgemagert und krank irgendwelchen skandalgeilen Trollen auf zwielichtigen Promiseiten zum Fra&#223; vorgeworfen wurde. W&#252;tend machte mich das. Und traurig. Weil er f&#252;r mich ein Vorbild war. Tats&#228;chlich.</p>
<p>Ich wei&#223; noch genau, wie ich meiner Mutter eine sorgsam geplante und mit Energie geladene Pr&#228;sentation am K&#252;chentisch hielt, um sie davon zu &#252;berzeugen, dass es f&#252;r uns an der Zeit war, einen Mac ins Haus zu holen. Und nicht nur f&#252;r uns, am besten auch f&#252;r die ganze Nachbarschaft, die gesamte westliche Welt. Fick dich, Bill Gates. Ich werde kein PC-Zombie mit grauem Kasten. Und ohne Seele.</p>
<p><img src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/10/steve_jobs2a.jpg" alt="Steve Jobs" /></p>
<p>N&#228;chtelang w&#252;hlte ich mich durch B&#252;cher &#252;ber Steve Jobs und seine Geschichte. Wie er es mit Tricks und Hartn&#228;ckigkeit zum Erfolg schaffte. Weil er eine Vision hatte und diese mit Nachdruck und etwas LSD so sehr verwirklichte, wie er es selbst wohl nie erwartet h&#228;tte. Schule geschmissen, kleine Nebenjobs in Fabriken, Auszeit in Indien. Steve vereinte Pioniergeist mit Kreativit&#228;t &#8211; und das zog mich unglaublich an.</p>
<p>Nat&#252;rlich hatte auch er seine Tiefpunkte. Und Schattenseiten. Und Skandale. Gnadenlos drangsalierte er seine Mitarbeiter. Leugnete seine uneheliche Tochter. Beschiss seine Gesch&#228;ftspartner. Und das m&#246;chte ich auch gar nicht guthei&#223;en oder gar verherrlichen. Aber von all seinen H&#246;hen und Tiefen kann jeder von uns lernen. Jeder, der selbst Wunschtr&#228;ume in dieser digitalen Welt hat. Und nicht nur dort.</p>
<p>Wir denken nur allzu gern an seine flammende <a href="http://www.youtube.com/watch?v=D1R-jKKp3NA">Rede</a> an der Stanford Universit&#228;t im Jahre 2005 zur&#252;ck, in der er seine Zuh&#246;rer bekr&#228;ftigte, immer weiter nach der Arbeit zu suchen, die einem Freude bereitet, Spa&#223; macht. Und wenn man diese noch nicht gefunden hat, nicht ruhen, sondern voran schreiten. Immer und immer wieder. Und er sprach auch &#252;ber den Tod. Und das beeindruckt heute noch mehr als damals.</p>
<p><img src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/10/steve_jobs3.jpg" alt="Steve Jobs" /></p>
<p>&#8220;Mir dar&#252;ber im Klaren zu sein, dass ich bald tot sein werde, war f&#252;r mich das wichtigste Werkzeug, das mir geholfen hat, all diese gro&#223;en Entscheidungen zu treffen. Weil alles wegf&#228;llt. Alle &#228;u&#223;eren Erwartungen, der ganze Stolz, die Angst vor dem Versagen und die Scham. Und es bleibt nur mehr das, was wirklich wichtig ist. Sich daran zu erinnern, dass man sterben wird, ist der beste Weg, den ich kenne, um der Falle zu entgehen und zu glauben, man h&#228;tte etwas zu verlieren. Man ist v&#246;llig nackt. Es gibt keinen Grund, um nicht seinem Herzen zu folgen.&#8221;</p>
<p>Ich werde mich an Steve als den Mann erinnern, der mich bei pers&#246;nlichen und gesch&#228;ftlichen Entschl&#252;ssen st&#228;ndig begleitete. Weil ich mich jedes Mal aufs Neue fragte, was er wohl an meiner Stelle in diesem Augenblick machen w&#252;rde, um die Situation zu seiner zu machen. Und es funktionierte. Nicht immer, aber oft genug, um es als geheime Lebensphilosophie zu verinnerlichen.</p>
<p>Der Akku meines MacBooks neigt sich langsam dem Ende zu, die Musik im Ohr wird leiser und friedlicher. Nachtschw&#228;rmer auf Twitter und Facebook &#252;berschlagen sich mit Kondolenzen, Zitaten und den immer gleichen Fotografien. Mach&#8217;s gut, alter Freund. Ein Nerd, ein Tr&#228;umer, so schnell wird die Welt deinen Namen sicherlich nicht vergessen. Steve Jobs. Gott ist tot.</p>
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