Okay, ihr braucht euch keine Sorgen mehr zu machen. Aufatmen ist angesagt. Denn ja, ich lebe noch, bin nicht durchnässt heim gekommen und meinem Handy und dem iPod ist auch nichts passiert. Und das obwohl Sonjalein und ich heute auf’m Neuen See mit ‘ner kleinen Nussschale herum gerudert sind. Dabei haben wir Schildkröten gesucht, sind fiesen Todesenten ausgewichen (oder sind drüber gefahren, keine Ahnung) und haben uns die unlösbare Frage gestellt, wieso im Wald eigentlich so viele Bäume stehen müssen. Hat fast schon StudiVZ-Gruppen-Niveau. Fotos.
Also dieses ganze Filmdrehdingsi am Wochenende war zwar echt scheiße anstrengend (glaubt man gar nicht, wa?), aber hat trotzdem ‘ne riesen Gaudi gemacht. Und zwei Tage lang Hardcoredrehen für irgendwas um die fünf Minuten im Film lohnt sich mal richtig. Der Arbeitstitel war übrigens “Briefe an einen Engel” und soll am 9. Oktober auf Sat. 1 laufen. Wehe ihr verpasst das. Fotos.
Monas Kolumne: Ich liege in der Badewanne und sehe meine Füße mit dem roten Nagellack verschwommen auf dem Grund. Bis vor kurzem war es schwarzer. Aber eines Tages war ich gut drauf. Also habe ich sie mir rot angemalt. Langsam lehne ich mich zurück. Ich höre die Seifenblasen um meinen Kopf herum leise platzen. Aus der Stereoanlage tönen die gedämpften Klänge des neuen Coldplay-Albums. “Lovers In Japan” gefällt mir am besten. Vereinzelt stehen im Raum kleine Kerzen. Ein paar davon duften nach Vanille. Ich fühle mich wohl.
In letzter Zeit fallen fiese Gedanken über mich her, wenn ich meine Augen schließe. Von Mord und Totschlag. Von Krankheit und Verderben. Von Hass und Angst. Und von Sinnlosigkeit. Liegt das an meinem Alter? Bin ich einfach gerade in dieser scheiß Phase nach der Pubertät, in der man über das Leben und den Tod nachdenkt? Und darüber warum man auf dieser komischen Welt herumläuft? Ich halte inne und lasse sie etwas verweilen.
Als ich meine Augen wieder öffne und an die Decke starre, schweben dort kleine Dunstschwaden herum. Ich weiß nicht mehr, ob es mein Schweiß oder das heiße Badewasser ist, das meine Stirn herunter läuft. Die miesen Gedanken hängen noch etwas nach. Endlich kommt er herein. Leise schließt er die Tür von innen und steigt zu mir in die Wanne. “Marci, findest du meine Brüste zu klein?” Er lächelt, schenkt uns etwas Champagner ein und umarmt mich dann. Meine Gedanken sind wieder vertrieben. Der Kampf ist gewonnen. Er küsst mich auf den Hals. Ich fühle mich wohl.
In unserer Agentur wird gerade ein Film für den Kulturförderungssender Sat.1 gedreht, bei dem wir (man, haben wir ein Glück) als Statisten mitspielen dürfen. Dafür mussten wir uns zwar auf der Straße halbnackt ausziehen, weil auf unseren Klamotten zu viele obercoole Sprüche standen und wir deshalb von der etwa durchgeknallten aber saunetten Kostümtussi topdesignten (öhem..) Ersatz bekamen, den ganzen Tag kreuz und quer durch den 2. Stock rennen und Zeitschriften durchblättern (so, wie man es halt an jedem normalen Arbeitstag macht) und uns mit Caroline Beil (die echt voll nett ist) lustige YouTube-Videos anschauen. Und die süßeste Filmassistentin aller Zeiten saß an meinem Mac und hat sich einen bei Photo Booth abgelacht.
Der Streifen läuft irgendwann im Oktober, schaut euch den also unbedingt an. Und achtet bitte darauf, dass ich in einer der ersten Szenen ‘ne ganze Zeitung quer durch den Raum werfe. Aus Versehen natürlich. Wenigstens das Essen war gut. Heute geht’s weiter. Juhu.
Oh man, ist das nicht herzallerliebst? Das hat mich heute in der Agentur die ganze Zeit zum Grinsen gebracht, auf jeden Fall das süßeste Lip Dub aller Zeiten. Knuffig.
Marcel Winatschek lebt in Berlin und arbeitet dort als Webdesigner bei der renommierten aperto AG. Er ist süchtig nach digitalem Design, Apfelschorle und Käsekuchen. Nachts springt er entweder durch die Stadt, arbeitet als freier Schreiberling, entdeckt Monkey Business in seinem Schlafzimmer, umarmt Menschen, hasst Menschen, erschreckt Menschen, bewirft Emos mit nach Pfirsich schmeckenden Donuts in einem naheliegenden Coffee Shop oder macht andere heitere, gesunde Dinge.