<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>AMY&#38;PINK &#187; Literatur</title>
	<atom:link href="http://www.amypink.com/literatur/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.amypink.com</link>
	<description>Booms From Berlin And Munich.</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 22:03:29 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Frankfurter Buchmesse - Im Reich der gedruckten Fantasien</title>
		<link>http://www.amypink.com/2011/10/frankfurter-buchmesse-im-reich-der-gedruckten-fantasien/</link>
		<comments>http://www.amypink.com/2011/10/frankfurter-buchmesse-im-reich-der-gedruckten-fantasien/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 09:33:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Meltem Toprak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.amypink.com/?p=25627</guid>
		<description><![CDATA[Letztes Jahr noch tr&#228;umte ich als Mamsell hinter dem Tresen, mit wei&#223;er Schiffchenm&#252;tze und Sch&#252;rze, davon, die Buchmesse irgendwann mit allem anderen, als der Personalkarte betreten zu k&#246;nnen. Als angehende Germanistikstudentin war ich fest davon &#252;berzeugt, ich m&#252;sse das Literatur-Territorium aus den „einzig richtigen Gr&#252;nden“ betreten und nicht als K&#252;chenpersonal. Nur ein Jahr sp&#228;ter durfte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/10/frankfurter_buchmesse_01.jpg" /><br/><br/><p>Letztes Jahr noch tr&#228;umte ich als Mamsell hinter dem Tresen, mit wei&#223;er Schiffchenm&#252;tze und Sch&#252;rze, davon, die <a href="http://www.buchmesse.de/">Buchmesse</a> irgendwann mit allem anderen, als der Personalkarte betreten zu k&#246;nnen. Als angehende Germanistikstudentin war ich fest davon &#252;berzeugt, ich m&#252;sse das Literatur-Territorium aus den „einzig richtigen Gr&#252;nden“ betreten und nicht als K&#252;chenpersonal.</p>
<p>Nur ein Jahr sp&#228;ter durfte ich gestern an meinem Geburtstag die Messe mit einer Pressekarte f&#252;r Journalisten besuchen. Ich hielt es f&#252;r das beste Geburtstagsgeschenk. Wirklich. Dabei hatte ich letztes Jahr von den Gespr&#228;chen zwischen Koch und Kollegen, Restaurantmanager und Kunden so viel mehr gelernt, bevor ich m&#252;de und ersch&#246;pft durch die G&#228;nge der Messe watschelte. So schnell kann man sich eben t&#228;uschen.</p>
<p>Ich kann also nur jedem, der sich f&#252;r diese Arbeit nicht schade genug und an der Literatur interessiert ist, empfehlen, das mal auszuprobieren. Drei Fliegen mit einer Klappe, ich sag&#8217;s euch. Dieses Mal ist Island das Gastland, und somit hoffe ich, in den n&#228;chsten Tagen ein wenig mit dieser mir sehr fremden Kultur in Ber&#252;hrung zu kommen.</p>
<p>Ich bin nun also bereits das dritte Mal auf der Buchmesse und ich kann nur sagen, dass man auch als „kleines Pressem&#228;dchen“ bei den gro&#223;en Verlagen kaum Informationen bekommt. Wie ihr seht, ob K&#252;che oder Presse, gar kein Unterschied, man wird v&#246;llig gleich behandelt. Das nenne ich Demokratie. M&#228;nner in Anz&#252;gen und literarisch kennzeichnenden Brillen der Extravaganz auf der Nase unterschreiben mit Sekt in der linken Hand schwere Vertr&#228;ge. Es geht um Rechte und verdammt viel Geld. Pr&#228;sentiert werden funkelnagelneue, fertige B&#252;cher.</p>
<p>Von den gro&#223;en Leiden der K&#252;nstler, dem unbeholfenen Individuum in der Gesellschaft, keine Spur. Ein Hauch von Kapitalismus schwebt in den riesigen Hallen. Dennoch bei weitem nicht vergleichbar mit der <a href="http://www.amypink.com/2011/09/internationale-automobil-ausstellung-die-eleganz-des-himmels-fahren/">Automesse</a>, keine Frage. B&#252;cher vermitteln sehr g&#252;nstig die gro&#223;artigsten Geschichten, Erkenntnisse und Gedanken. Der Verkauf von B&#252;chern unterscheidet sich eben nicht nur dadurch vom Verkauf der Kunst. Aber das ist eine andere Geschichte.</p>
<p>Die Ebene mit den gro&#223;en Verlagen ist also mein erster Aufenthaltsort. Die kleinen <a href="http://www.reclam.de/">Reclam</a>-Heftchen, von denen uns manch eines schon w&#228;hrend der Schulzeit qu&#228;lte, was auch ich bedauernd zugeben muss, weichen nun vom klassischen eint&#246;nigen Cover in gelb oder rot ab. Weltliteratur umh&#252;llt in bunten vertikalen Streifen.</p>
<p><img src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/10/frankfurter_buchmesse_02.jpg" alt="" /></p>
<p>Meiner Meinung nach war die Schlichtheit Reclams eine eigene Klassik, die in ihrem Wesen der klassischen Literatur gerecht wurde. Der Inhalt spricht f&#252;r sich, kann somit auf eine glorreiche Untermalung verzichten. Doch sind diese Farben sehr frisch, und gegen harmonierende Ver&#228;nderungen hat doch keiner was, oder? Ausgestellt war au&#223;erdem bei einem Verleger mit Publikationen der Automobilindustrie der patentierte Motorwagen, mit dem Karl Benz seine revolution&#228;re Idee zur Wirklichkeit machte.</p>
<p>Bei <a href="http://www.diogenes.ch/">Diogenes</a> ist mir neben all den Bestsellern wie „Elf Minuten&#8221; von <a href="http://paulocoelho.com/">Paulo Coelho</a> oder „Der Koch“ von <a href="http://www.diogenes.ch/leser/autoren/a-z/s/suter_martin/biographie">Martin Suter</a>, dem Autor von &#8220;Lila Lila&#8221; &#8211; was ich euch &#252;brigens bestens empfehle – die Publizierung „Sempé in New York“ ins Auge gesprungen. Der franz&#246;sische K&#252;nstler und Karikaturist <a href="http://www.artnet.de/K&#252;nstler/jean-jacques-sempé/">Jean-Jacque Sempé</a> zeichnete f&#252;r die Zeitschrift „The New Yorker“ humorvolle Szenerien mit kritischen Feingef&#252;hl.</p>
<p>Fast einhundert Cover sind w&#228;hrend seiner Reise in der Riesenmetropole entstanden. In einem Band werden diese mit Gespr&#228;chen &#252;ber das Gl&#252;ck in der amerikanischen Metropole und vielem mehr zusammengetragen vorgestellt. Wenn wir schon bei Diogenes sind. Einer der j&#252;ngsten deutschen Schriftsteller nennt sich <a href="http://www.zeit.de/2009/32/LB-Wells">Benedict Wells</a>. Sein neuestes Buch „Fast genial“ handelt von einem „mittellosen Jungen,der eines Tages erf&#228;hrt, dass sein ihm unbekannter Vater ein Genie ist, und sich auf die Suche nach ihm macht.“ Es wird das Abenteuer seines Lebens.</p>
<p>Seinen ersten Roman „Becks letzter Sommer“ habe ich letztes Jahr im Sommerurlaub in der T&#252;rkei sehr gern gelesen. Der 30-j&#228;hrige Musiklehrer unternimmt mit seinem talentierten Sch&#252;ler aus Litauen, und seinem einzigen Freund, dem Philosophen, T&#252;rsteher und Deutschafrikaner Charles, einen Roadtrip von M&#252;nchen nach Istanbul. &#220;berzeugt euch selbst vom Talent und Witz des jungen Schriftstellers.</p>
<p>In der Ebene der Kunstb&#252;cher k&#246;nnte ich doch gerade jedes Buch mitnehmen, wenn die nur nicht so teuer w&#228;ren. Der Verlag <a href="http://www.gestalten.com/">Gestalten</a> hat alle Werke des portugiesischen Stra&#223;enk&#252;nstlers <a href="http://musengefluester.wordpress.com/2011/03/01/scratch-the-surface/">Vhils</a>, der vor allem f&#252;r „Scratch the Surface“ bekannt ist, ver&#246;ffentlicht. Sehr empfehlenswert ist auch der weitreichende Band „German Fashiondesign (1945 bis 2012)“ &#252;ber deutsche Designer, Models, Fotografen und vielem mehr.</p>
<p><img src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/10/frankfurter_buchmesse_03.jpg" alt="" /></p>
<p>B&#252;cher &#252;ber Kinder, die zwischen zwei Kulturen aufwachsen, gibt es viele. Doch das Buch „Meine Mutter, der Indianer und ich“ der Autorin Kerstin Groeper beleuchtet eine ganz andere Welt. Ein 15-j&#228;hriger Junge, im Stich gelassen von autorit&#228;ren, rationalen Lehrern des bayerischen Schulsystems, das nichts als leistungsorientiert ist.</p>
<p>Auf die Aggressivit&#228;t, die sich aus der Verlorenheit dieses Jungen ausbreitet, reagiert der indianische Stiefvater auf eine ganz eigene, gar nicht gew&#246;hnliche deutsche Art. Mich hat die Autorin jedenfalls sehr neugierig gemacht. Denn zu der Kultur der Indianer hat man vor allem hier in Deutschland leider kaum eine Br&#252;cke aufbauen k&#246;nnen. Kerstin Groeper jedoch tr&#228;gt mit Seminaren, Referaten und Artikeln erheblich dazu bei, dass sich das &#228;ndert. Nachdem sie viele Jahre in Kanada gelebt hat, hat sie den Verlag <a href="http://www.traumfaenger-verlag.de/">Traumf&#228;nger</a> gegr&#252;ndet. In Nordamerika kam sie mit der indianischen Kultur, Geschichte und Sprache in Ber&#252;hrung. Damit die Sprache der Teton-Sioux nicht ausstirbt, ist sie aktives Mitglieder einer Vereinigung, die sich mit viel Unterst&#252;tzung f&#252;r das Fortbestehen einsetzt.</p>
<p>Nach dem sehr interessanten Gespr&#228;ch mit der M&#252;nchnerin kam ich irgendwann bei der Kinder-und Jugendb&#252;cherabteilung an, obwohl ich dort weniger verloren hatte. Bis ich Lillifee, Ersatz in meiner sp&#228;tpubert&#228;ren Zeit der 12. Klasse, und die Schl&#252;mpfe sah. Solche Bilder und Figuren der Kinderserien l&#246;sen ja aber auch immer ganz romantische Gedanken in einem aus. Geht doch jedem so, oder?</p>
<p>Den T&#252;rkeistand wollte ich nat&#252;rlich nicht verpassen. Dort malt ein K&#252;nstler aus Istanbul den Besuchern wundersch&#246;ne Blumenmotive. Das Besondere an der aus Zentralasien stammenden Ebru-Malerei ist, dass die Farben nicht direkt auf Papier aufgetragen werden. In einem Gemisch aus Wasser und Moos-&#228;hnlichem Carrageen, werden mit einem Pinsel Pigmentfarben aufgetragen.</p>
<p>Sobald die Farbe mit dem Wasser in Ber&#252;hrung kommt, f&#252;hrt es einen wundersch&#246;nen Tanz aus, der nur vom K&#252;nstler dirigiert werden kann. Den K&#252;nstler beim Schaffungsprozess zu beobachten, erzielt eine unglaublich entspannende Wirkung. Wenn das Motiv schwebend auf dem Wasser zu Ende gef&#252;hrt wurde, wird das Papier vorsichtig auf dem Wasser ausgebreitet, um es als Unikat zu verewigen.</p>
<p>Neben dieser wundersamen Handwerkskunst der urspr&#252;nglichen T&#252;rken, musste ich mir erneut die l&#228;cherliche Handhabung der T&#252;rkei mit dem Migrationsproblem ergehen lassen. Neben einer netten Ausstellung &#252;ber die Geschichte der Gastarbeiter l&#228;uft der Film „Die Geschichte der Migration“ in Dauerschleife, wor&#252;ber ich im Internet leider &#252;berhaupt nichts finden konnte.</p>
<p><img src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/10/frankfurter_buchmesse_04.jpg" alt="" /></p>
<p>Er erz&#228;hlt von der Geschichte der Gastarbeiter, die eines Tages fester Bestandteil der deutschen Bev&#246;lkerung werden sollten. Doch kommt es zu den einhergehenden Problemen, wird ein kritischer, aber wohlwollender deutscher Wissenschaftler einfach weggeschnitten, sobald er beginnt, das Migrationsproblem zu analysieren und zu begr&#252;nden.</p>
<p>Die in Deutschland lebenden T&#252;rken seien bestens integriert, w&#252;rden sich bestens mit den Deutschen verstehen, seien gar vollkommen deutsch, h&#228;tten &#252;berhaupt keine Probleme mit der deutschen Kultur und Sprache. Sie h&#228;tten sich bestens angepasst. Die gr&#246;&#223;te L&#252;ge &#252;berhaupt. Es gibt F&#228;lle, wie der im Film beschriebenen Familie. Vor vierzig Jahren kam das Ehepaar aus der T&#252;rkei als Gastarbeiter, heute haben sie Kinder, die der deutschen Sprache m&#228;chtig sind, sich gar als „deutsch“ bezeichnen, und sogar Medizin studiert haben.</p>
<p>Eine Geschichte wie aus dem Bilderbuch. Eine Geschichte von tausend anders Endenden. Das Lied von der Einsicht als erster Schritt zur Besserung k&#246;nnen wir alle auswendig. Hinterfragen und Selbstreflexion im Kontext der Gesellschaft geh&#246;rte noch nie zu den F&#228;higkeiten der T&#252;rken. Zum Gl&#252;ck sah das die Dame hinter mir &#228;hnlich.</p>
<p>Es stellte sich schnell heraus, dass sie selbst Filmemacherin ist und sich sehr stark mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Bevor sie mir sagte, dass sie dem im Film dargestellten leider gar nicht zustimmen kann, m&#246;chte sie mir versichern, dass sie nicht ausl&#228;nderfeindlich sei. Dass diese (eigentlich v&#246;llig unn&#246;tige) Achtsamkeit immer noch so stark existiert, zeigt wohl auch, dass uns noch ein langer Weg bevor steht.</p>
<p>Vor wenigen Tagen erst sto&#223; ich auf ihre Online-Pr&#228;senz ohne zu wissen, dass ich die Produzentin des Films „Kadir“ vor mir stehen hatte. Der Film handelt vom harten Leben des Baumwollbauers Kadir aus der N&#228;he von Dalyan an der Mittelmeerk&#252;ste. Doch anders als viele Bauern aus dem Rest der Welt, verzichtet Kadir auf Giftstoffe zur Vernichtung von Unkraut.</p>
<p>Abgenommen wird die Ernte nicht von Subunternehmen der Gro&#223;konzerne wie beispielweise <a href="http://www.hm.com/">H&#038;M</a>, sondern nach Erhalt des Zertifikats „kontrollierter biologischer Anbau (kbA)“ vom deutschen &#214;ko-Versand <a href="http://de.hessnatur.com/">hessnatur</a>. Momentan ist die Filmemacherin <a href="http://www.bt-medienproduktion.de/">Barbara Trottnow</a> auf Tour mit ihrem neuen Dokumentarfilm „Deutsch aus Liebe“, f&#252;r den sie eineinhalb Jahre drei Frauen aus der T&#252;rkei begleitete, die aus Liebe einen in Deutschland lebenden t&#252;rkischen Mann heiraten. Ob sie es schaffen, sich im neuen Umfeld anzupassen, die Schwierigkeit der Fremde durchzustehen, erfahrt ihr in der 86-min&#252;tigen Dokumentation.</p>
<br/><hr />
<p><small>Schreibe einen Kommentar zu diesem Artikel: <a href="http://www.amypink.com/2011/10/frankfurter-buchmesse-im-reich-der-gedruckten-fantasien/">Im Reich der gedruckten Fantasien</a></small></p>
<hr />
<script type="text/javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=362306425&adSize=728x90"></script>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.amypink.com/2011/10/frankfurter-buchmesse-im-reich-der-gedruckten-fantasien/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Coed Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-B&#252;cher-Leserinnen</title>
		<link>http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/</link>
		<comments>http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 25 Sep 2011 16:54:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Winatschek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[New York]]></category>
		<category><![CDATA[Park]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer]]></category>
		<category><![CDATA[Titten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.amypink.com/?p=25060</guid>
		<description><![CDATA[Diese sonnigen warmen Tage sind die perfekte M&#246;glichkeit, um endlich mal wieder ein gutes Buch von vorne bis hinten durchzulesen. Einen Roman, Kurzgeschichten, das b&#252;rgerliche Gesetzbuch. Einfach in den Park rollen und los geht die Fantasiefahrt. Eine Gruppe junger M&#228;dels in New York City nennt sich total leicht merkbar "The Outdoor Co-ed Topless Pulp Fiction [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-04.jpg" /><br/><br/>Diese sonnigen warmen Tage sind die perfekte Möglichkeit, um endlich mal wieder ein gutes Buch von vorne bis hinten durchzulesen. Einen Roman, Kurzgeschichten, das bürgerliche Gesetzbuch. Einfach in den Park rollen und los geht die Fantasiefahrt. Eine Gruppe junger Mädels in New York City nennt sich total leicht merkbar "The Outdoor Co-ed Topless Pulp Fiction Appreciation Society" und ihr Motto ist ganz klar: "Making Reading Sexy". Sie schmökern nicht nur einfach in toten Bäumen auf gesellschaftlich genutzten Grünflächen, sondern machen das am liebsten oben ohne. Gemeinsam. Frauen-Power. Oder so. Wem dabei allerdings auffällt, dass die bezaubernden <a href="http://coedtoplesspulpfiction.wordpress.com/">Leseratten</a> scheinbar immer zu den gleichen Büchern greifen, der hat womöglich ein tieflegendes Problem und sollte schnellstens eine Psychologie-Lektüre käuflich erwerben.<br><br>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-01/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-01-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-02/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-02-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-03/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-03-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-04/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-04-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-05/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-05-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-06/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-06-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-07/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-07-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-08/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-08-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-09/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-09-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-10/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-10-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-11/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-11-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-12/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-12-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-13/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-13-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-14/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-14-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-15/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-15-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-16/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-16-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-17/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-17-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-18/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-18-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-19/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-19-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>
<a href='http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/topless-reading-20/' title='Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen'><img width="266" height="175" src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/09/topless-reading-20-266x175.jpg" class="attachment-medium" alt="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" title="Topless Pulp Fiction - Die Oben-Ohne-Bücher-Leserinnen" /></a>

<br/><hr />
<p><small>Schreibe einen Kommentar zu diesem Artikel: <a href="http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/">Die Oben-Ohne-B&#252;cher-Leserinnen</a></small></p>
<hr />
<script type="text/javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=362306425&adSize=728x90"></script>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.amypink.com/2011/09/coed-topless-pulp-fiction-die-oben-ohne-buecher-leserinnen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ohnmacht - In den Tiefen der Seele</title>
		<link>http://www.amypink.com/2011/06/blackout-deep-in-my-soul/</link>
		<comments>http://www.amypink.com/2011/06/blackout-deep-in-my-soul/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 13:02:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kati Ski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.amypink.com/?p=22252</guid>
		<description><![CDATA[Blut. Das ist alles, was ich sehe, als ich auf meine Hand hinabblicke. Okay. Punkt 1. Ruhig bleiben. Das Messer vorsichtig aus dem Daumen ziehen. Nur Blut. Punkt 2. Atmen nicht vergessen. Der Finger ist bestimmt noch dran. Pl&#246;tzlich dieses Knacken, als die rotgl&#228;nzende Schneide des K&#252;chenutensils schleichend zum Vorschein kommt. Es brennt wie Feuer. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/06/5569554704_eba79a6ffd_o.jpg" /><br/><br/><p>Blut. Das ist alles, was ich sehe, als ich auf meine Hand hinabblicke. Okay. Punkt 1. Ruhig bleiben. Das Messer vorsichtig aus dem Daumen ziehen. Nur Blut. Punkt 2. Atmen nicht vergessen. Der Finger ist bestimmt noch dran. Pl&#246;tzlich dieses Knacken, als die rotgl&#228;nzende Schneide des K&#252;chenutensils schleichend zum Vorschein kommt. Es brennt wie Feuer. Ich st&#246;hne lautlos auf. Die S&#228;ure einer verfluchten Limette &#228;tzt meine offene Wunde skrupellos, wie ein rohes St&#252;ck Fleisch in einer Coca-Cola-Lache weg. Was hilft jetzt?</p>
<p>Punkt 3. Schreiend im Kreis rennen und… Pflaster. Das Messer f&#228;llt klirrend zu Boden, w&#228;hrend ich mich schwebend in einer 180°C-Drehung mit blutverschmierten H&#228;nden dem Erste-Hilfe-Koffer im Regal zuwende und panisch mit den Armen in der Luft wirbele. Im gleichen Moment nehme ich den Umriss einer Person im Augenwinkel wahr, doch trotz angestrengt zugekniffener Lider registriere ich nicht mehr als den wei&#223;en Schleier meiner Imagination. Er breitet sich sanft und gem&#252;tlich in meinem Kopf aus und l&#228;sst mich partout zu einer leeren Blase im Universum werden. Dazu ert&#246;nen The Smiths mit „There is a light that never goes out“. Der Song, der auf meiner Beerdigung laufen sollte.</p>
<p>„Kati! Wir m&#252;ssen zum Notarzt“,  br&#252;llt mich jemand hysterisch im fahrenden Auto an. „Ich bin doch nicht taub“, sage ich, als w&#228;re nichts, und werde mir mit meinem Spiegelbild in der Windschutzscheibe sogleich dar&#252;ber im Klaren, was &#252;berhaupt gerade vorgefallen ist. Schockiert rei&#223;e ich die H&#228;nde, wie bei einer La Ola im Fu&#223;ballstadion, in die H&#246;he und fange auf dem Beifahrersitz laut an zu heulen. Gegnerisches Tor und, noch viel schlimmer, nur neun Finger.  Ich z&#228;hle entsetzt noch einmal nach. Rechnen war noch nie meine St&#228;rke. Aber weiterhin… NEUN.</p>
<p>„Keine Sorge“, murmelt mein Fahrer „wir haben alles dabei“ und grinst mich, mit einem Frischhaltebeutel vor meinem Gesicht wedelnd, d&#228;mlich von der Seite an. Das kann doch nicht wahr sein, denke ich und spucke ihm w&#252;tend ins Gesicht. „Jetzt hab dich doch nicht so! Wir fahren dich schnell r&#252;ber und dann wird das Ding wieder &#8216;rangetackert“  kommt ein g&#252;tiger Zuspruch von der R&#252;ckbank. &#220;berrascht drehe ich mich um und sehe einen Hund. Einen sprechenden Hund. Brian? Er sieht ihm zum verwechseln &#228;hnlich. „Wo kommt der Hund aus Family Guy her?“ frage ich den Fahrer, der im &#220;brigen mein Kollege von dem Ort des Verbrechens ist, an dem mich eine olle giftgr&#252;ne Limette fast mein Leben gekostet h&#228;tte. Doch eine Antwort darauf erhalte ich nicht.</p>
<p>Mit qualmenden Reifen h&#228;lt der Leichenwagen mehr oder weniger vor dem Krankenhaus und ich flitze, à la Roadrunner vom Koyote verfolgt, an die Rezeption und erblicke keuchend zwei aufgedunsene, wasserstoffblonde Damen in pinken Overalls. „Hallo“ sage ich ganz gew&#246;hnlich zur Begr&#252;&#223;ung und warte auf eine Reaktion. Nichts. Nicht einmal ein Nicken. Die Kleinere der beiden, ihres Zeichens Kompottschalen-Brillentr&#228;gerin, hebt g&#228;hnend ihren wei&#223;en, fleckigen Arm und betr&#228;ufelt lustlos die l&#228;ngst verstorbene Sonnenblume mit einer Pipette.</p>
<p>Mein Blick schweift entgeistert auf ein Pamphlet vergilbter Akten, woran sich die French-Nails der anderen Dame, begleitet von den Worten „Alles in den Wolf“, zu schaffen machen. Kurze Stille. Ich &#246;ffne hastig meinen Mund, um eine weitere Gru&#223;formel in den Raum zu werfen als das Telefon schrillend meine Stimme &#252;bert&#246;nt. Die mit Diamanten besetzten N&#228;gel wandern an den H&#246;rer, f&#252;hren ihn sacht an das faltige Ohr und die fettigen Lippen pressen spitz „Sie sprechen mit Gr&#252;tze“ hervor. Mein Mageninhalt steigt mir ruckartig zum Hals empor.</p>
<p>Mit zusammengepressten Z&#228;hnen sehe ich die Brillentr&#228;gerin im Eierlauftempo auf mich zukommen und im n&#228;chsten Moment meine Broccoli-Pasta auf den Kompottschalen vor ihren Augen haften. Wie ein K&#228;fer kippt die alte Dame auf den R&#252;cken und bleibt reglos liegen. Schach matt. Mir egal, ich bin jetzt dran, mein Finger wurde schlie&#223;lich von meinem K&#246;rper getrennt. „NEUN!“ Kaum komme ich zur Sprache, landet eine Faust in meinem Gesicht und bef&#246;rdert mich zu Boden.</p>
<p>Als ich aufwache, liege ich in einem Bett. Ich setze mich vorsichtig auf und analysiere misstrauisch meine Umgebung. Es ist dunkel und kalt. Meine Gedanken sind erloschen. Was mache ich hier? Wer bin ich und &#252;berhaupt? &#220;ber mir summt etwas, dass ich im Schwarz nicht ausmachen kann. „Die Sicherung ist durchgebrannt“, erklingt pl&#246;tzlich eine Stimme hinter mir. Erschrocken zucke ich zusammen und sp&#252;re den Atem der Person in meinem Nacken, so sehr, dass sich meine H&#228;rchen zur&#252;ck in die Poren dr&#228;ngen wollen.</p>
<p>Ich bleibe starr sitzen und sp&#252;re wie mein Herz  schmerzhaft gegen meinen Brustkorb h&#228;mmert. Laut entz&#252;ndet sich eine Flamme an meinem Geh&#246;r. Licht. Ein Gesicht. Nein, eine Maske. Die eines Hasen. Meine H&#228;nde ballen sich verst&#246;rt zu F&#228;usten. Doch ich kann meine Finger nicht bewegen. Ich kann pl&#246;tzlich nichts mehr bewegen. Mein K&#246;rper ist eingeh&#252;llt, in etwas, dass mir von allen Seiten tonnenschweres Gewicht aufdr&#252;ckt. Ich m&#246;chte schreien, aber es geht nicht. Der Hase h&#252;pft um das Bett herum und f&#228;ngt an mit Gl&#228;sern zu klirren.</p>
<p>Ich erkenne ihn nur im Halbdunkeln. Er f&#228;ngt an sie zu sortieren und zu putzen und schenkt mir nun keinen Funken Beachtung mehr. Immer wieder von Neuem greift er mit seinen schneewei&#223;en Pf&#246;tchen ein Glas, sortiert und putzt. Ich habe jegliches Zeitgef&#252;hl verloren und beobachte dieses Spektakel unendlich lang. Zu lang. Meine Lungen f&#252;llen sich langsam mit Luft, ich kann wieder atmen. Meine Sinne kehren zur&#252;ck.</p>
<p>Der Raum nimmt Gestalt an. T&#246;ne dringen in mein Ohr. Doch trotzdem wende ich den Blick von dem Hasen keine Sekunde ab und kette meine ganze Kraft an ihn. Er kommt mit einem Beh&#228;lter auf mich zu und erz&#228;hlt irgendwas von „Wasser“ als ich von einer monstr&#246;sen Welle klargesp&#252;lt werde. Ich schlie&#223;e f&#252;r einen Moment die Augen und lasse meine nassen Lider ruhen. Und pl&#246;tzlich ert&#246;nt seine Stimme wieder, diesmal ganz klar und deutlich: „Kati!“ Ist das mein Name? Blitzartig &#246;ffne ich die Augen und blinzele, als ich einen Menschen vor mir stehen sehe. Es ist mein Kollege, der mich im Leichenwagen zum Krankenhaus gefahren hat und er sagt: „Kati! Wir m&#252;ssen zum Notarzt.“</p>
<br/><hr />
<p><small>Schreibe einen Kommentar zu diesem Artikel: <a href="http://www.amypink.com/2011/06/blackout-deep-in-my-soul/">In den Tiefen der Seele</a></small></p>
<hr />
<script type="text/javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=362306425&adSize=728x90"></script>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.amypink.com/2011/06/blackout-deep-in-my-soul/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Tr&#228;ume - Der sturmfreie Blobfisch</title>
		<link>http://www.amypink.com/2011/06/dreams-storm-free-blobfish/</link>
		<comments>http://www.amypink.com/2011/06/dreams-storm-free-blobfish/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 08 Jun 2011 09:23:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirna Funk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.amypink.com/?p=21699</guid>
		<description><![CDATA[Ein Schwindel durchf&#228;hrt mich, dessen Ursprung in einer wilden Wahrheit begr&#252;ndet liegt. Diese Wahrheit ist durchdringend und unerwartet. Diese Wildheit ist wie die Savanne – staubig und karg. In ihr ist kein Platz f&#252;r Lebendiges, nur f&#252;r eine flirrende Fata Morgana, vor der ich mich niedergelassen habe. Die Sonne erhitzt meine Kopfhaut und ich starre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/06/4986220119_f718cefa8d_o.jpg" /><br/><br/><p>Ein Schwindel durchf&#228;hrt mich, dessen Ursprung in einer wilden Wahrheit begr&#252;ndet liegt. Diese Wahrheit ist durchdringend und unerwartet. Diese Wildheit ist wie die Savanne – staubig und karg. In ihr ist kein Platz f&#252;r Lebendiges, nur f&#252;r eine flirrende Fata Morgana, vor der ich mich niedergelassen habe. Die Sonne erhitzt meine Kopfhaut und ich starre bewegungslos auf die Illusion eines Wasserlochs. Nichts bewegt sich.</p>
<p>Genauso, wie letzte Woche im Weinbergspark, als die Illusion noch neben mir lag und wir gemeinsam auf diesen T&#252;mpel schauten, der von Seerosen bewachsen ist. Man k&#246;nnte annehmen, dass ein Gew&#228;sser klar und frisch sein m&#252;sste, wenn es bl&#252;hende Blumen bewohnen, dabei ist dieser Teich dickfl&#252;ssig und z&#228;h; dunkel und modrig.</p>
<p>Ich starre auf meine Erdbeer-Minz-Eiskugel, die immer mehr aus ihrer Form ger&#228;t. Statt in meinem Mund zu landen, macht sie es sich als r&#246;tliche So&#223;e auf meinen Fingern gem&#252;tlich. Richard leckt derweil an seiner vierst&#246;ckigen Eiskonstruktion herum. Neben Banane, Vanille, Nougat und Birne hatte er sich noch f&#252;r Schokoladenso&#223;e, Sahne und ein paar bunte M&#038;Ms entschieden.</p>
<p>Obwohl der Wind in einer milden Intensit&#228;t an meinen Armh&#228;rchen vorbeifegt, die Sonne kraftvoll strahlt und der Sommer l&#228;ngst in jeder Faser der Welt sp&#252;rbar wird, f&#252;hle ich mich grauenhaft. Zwei Stunden waren wir spazieren, ohne dass aus unseren beiden M&#252;ndern nur ein einziger sinnvoller Satz herausgekommen ist. Im Moment liegt eine Leere zwischen uns, die so schwer ist, wie ein Betonklotz. Diese Leere breitet sich immer weiter &#252;ber meinen ganzen K&#246;rper aus. Alle 30 Sekunden wechselt dieser riesige Stein seine Position. Vor allem meine Brust und mein Kopf sind beliebte Ausflugsziele.</p>
<p>Es war ein Irrtum zu glauben, dass an einem Gespr&#228;chs-Spaziergang etwas h&#228;tte nett werden k&#246;nnen und weil Richard meine Intention dieses gemeinsamen Schlenderns sofort durchschaute, lief er von Beginn an obsessiv zwei Meter vor mir. Ich fragte ihn ganz vorsichtig: „Rennst du vor diesem Gespr&#228;ch weg, Richard?“ &#8211; aber alles was er antworten konnte war: „Nein Juliette, ich renne nicht vor diesem Gespr&#228;ch davon“.</p>
<p>Ich spazierte also in alter Geisha-Manier gepflegt hinter ihm und hatte gen&#252;gend Zeit mir sein d&#252;nnes Haar anzuschauen, das jeglicher Braunt&#246;ne entbehrte und durch den Wind erste kahle Stellen offenbarte. Mein Aggressionspotential stieg mit der Stille, die zwischen mir und meinem Vordermann wuchs. Jeder Teil seines K&#246;rpers, jede Verformung oder Ausbuchtung fiel pl&#246;tzlich meiner Begutachtung zum Opfer.</p>
<p>Der Abstand zwischen uns beiden gab mir die Freiheit &#252;ber unsere gemeinsame Zeit nachzudenken und mich zu fragen, wie aus diesen paar Wochen vier Monate werden konnten. Ich versuchte die sch&#246;nen Momente zu reminiszieren und je angestrengter ich dar&#252;ber nachdachte, umso weniger fielen mir ein. &#220;brig blieben genau drei liebevolle Augenblicke, die wenn man sie in den zeitlichen Bezug setzte, lediglich wie Sternschnuppen erschienen. Neben der pl&#246;tzlichen Best&#252;rzung &#252;berkam mich eine tiefe Ersch&#246;pfung. Diese Ersch&#246;pfung konnte den aktuellen Erkenntnissen geschuldet sein; sie konnte in Zusammenhang mit diesem Wettlauf um den zwei Meter Abstand gebracht werden – aber vielleicht war sie auch einfach Teil dieser viermonatigen Farce. Diese Ersch&#246;pfung war so gro&#223;, dass ich Richard bat eine kleine Pause einzulegen um ein gemeinsames Eis zu essen. </p>
<p>Jetzt liegen wir nebeneinander im Park und sind weiterhin konzentriert mit uns selbst besch&#228;ftigt. Um nach wie vor nicht mit mir sprechen zu m&#252;ssen, kaut Richard an seinem vereisten Fernsehturm herum. Ich glaube er w&#252;nschte, er w&#252;rde damit niemals fertig werden. Mir selbst ist die Lust auf Eis vergangen und so lasse ich die Erdbeer-Minz-So&#223;e einfach weiter &#252;ber meine Finger laufen. Sch&#246;n sieht das aus. Viel sch&#246;ner, als die Seerosen im T&#252;mpel, denke ich.</p>
<p>„Schmeckt dir Erdbeer-Minze nicht?“ fragt Richard nur und wenn der Betonklotz nicht gerade auf meiner Brust l&#228;ge, dabei meine Lunge verbarrikadiert und mir die n&#246;tige Luft f&#252;r einen echten Heulkrampf vereitelt, dann w&#252;rde es mir aus den Augen laufen genauso stark, wie es seit zehn Minuten von der Waffel herunter str&#246;mt. Durchsichtig w&#252;rden meine Tr&#228;nen aussehen – so wie Zitronen-Sorbet.</p>
<p>Ich beobachte Richard, wie er gen&#252;sslich seine M&#038;Ms zerkaut und irgendwie erinnert er mich an einen Blobfisch. Richard sieht aus wie ein Blobfisch. Diese Teilnahmslosigkeit, die sich in den herunterh&#228;ngenden Augenlidern und Mundwinkeln widerspiegelt; diese merkw&#252;rdig unpassende Nase, die wie in sein Gesicht gesetzt wurde, ohne dass sich jemand was dabei gedacht hat. Als ich vor drei Monaten mit Maria in einem dieser schwimmenden Schwan-Tretboote sa&#223; und ihr erz&#228;hlte, dass ich Richards Nase nicht mag und Bedenken h&#228;tte, was bei einer Durchmischung unserer Erbmasse herausk&#228;me, fragte Maria: „Wenn ihr Sex habt und du &#246;ffnest aus Versehen deine Augen, w&#252;nscht du dir dann er h&#228;tte eine Skimaske auf?“ Daraufhin habe ich ziemlich gewaltt&#228;tig in die Pedale getreten und der Schwan ist mehrere Runden im Kreis gefahren. Es hat einige Minuten gedauert, bis wir diesen emotionalen Ausbruch wieder in den Griff bekamen.</p>
<p>Wenn ich dar&#252;ber nachdenke, wie lange es schon so etwas wie eine Richard-Spezies geben k&#246;nnte, dann w&#252;rde ich auch auf eine so ungew&#246;hnliche Zahl wie mehrere Hundertmillionen Jahre kommen. Probleme, Hindernisse und Ereignisse, die ihm in seinem Leben widerfahren, l&#246;sen keinerlei innere St&#252;rme aus. Auch dieses in der Luft liegende Gespr&#228;ch l&#246;st keinerlei innere St&#252;rme in Richard aus. Die Ausweglosigkeit, in der wir uns schon seit Wochen befinden – keine St&#252;rme. Richard ist sturmfrei.</p>
<p>Ohne, dass ich beginne zu sprechen, sage ich ihm all die Dinge, die ich schon so lange los werden will. Zum Beispiel, dass, wenn ich mit einer Nebenh&#246;hlenentz&#252;ndung im Bett liege und er aufgrund dieser Tatsache eine Woche lang jeglichen Kontakt wegen einer m&#246;glichen Ansteckungsgefahr meidet, eine nicht unkomplizierte Entt&#228;uschung daraus entsteht. Ich sage ihm in meinen Gedanken, dass ich dieses viermonatige Kennenlernen gerne unterbinden w&#252;rde, und dass wir irgendwie nicht einmal Freunde werden k&#246;nnen, weil schon die Grundbausteine f&#252;r eine zwischenmenschliche Begegnung bei ihm fehlen w&#252;rden. Ich fl&#252;sterte, dass wir aber Sex haben k&#246;nnten, weil der doch gut war neben all den doofen Dingen, die nicht geklappt haben. Schlie&#223;lich solle man sich doch immer auf das Gute besinnen.</p>
<p>„Ich bin nicht mehr gl&#252;cklich“ sage ich pl&#246;tzlich viel zu laut. „Willst du jetzt nicht mehr mit mir abh&#228;ngen? Das kannst du nicht machen. Du stehst schon als meine Notfallperson im Pass!“ Richard w&#252;rde niemals als meine Notfallperson im Pass stehen – aber das sage ich ihm nicht sondern nehme meine rosafarbene Faust in den Mund und bei&#223;e fest zu. „Willst du jetzt doch dein Eis?“ fragt Richard.</p>
<p>Mit der Faust in meinem Mund renne ich zu dem T&#252;mpel und springe hinein. Es gibt einen lauten platschenden Sound und ganz Mitte bewegt sich nicht, weil es wie Richard sturmfreie Teilnahmslosigkeit liebt. Die Hunde der anarchistischen Fraktion im Schatten springen mit zu mir in den glibberigen Teich, weil sie denken, dass das alles ein lustiges Spiel ist – aber das ist es nicht.</p>
<p>Wer glaubt eine klassische hei&#223;e Dusche w&#252;rde nach so einer Aktion helfen, der irrt. Also habe ich mich heute Morgen daf&#252;r entschieden, den Rei&#223;verschluss in der Mitte meines K&#246;rpers zu &#246;ffnen. Ich habe meinen K&#246;rper quasi von Innen nach Au&#223;en gest&#252;lpt und ihn in der chemischen Reinigung abgegeben. Zu dem Reinigungspersonal habe ich gesagt: „Das Herz bitte extra lange bei 90°C waschen!“ Sie haben mich sofort auf einen B&#252;gel gehangen &#8211; ohne Fragen zu stellen. Diese Reaktion gab mir das Gef&#252;hl, dass ich nicht die erste Person mit solch einem Wunsch gewesen war. Jetzt h&#228;nge ich zum Trocknen an der Stange bei den Schaufenstern. Es ist l&#228;ngst dunkel und nur die Lichter der Wohnungen des gegen&#252;berliegenden H&#228;userkomplexes lassen erahnen, dass es eine Zukunft geben wird. Eine Zukunft, in der ich grundgereinigt den n&#228;chsten Zweikampf antreten kann, um dann bei einer dramatischer Wendung wieder jubelnd in einen modrigen Teich zu springen.</p>
<br/><hr />
<p><small>Schreibe einen Kommentar zu diesem Artikel: <a href="http://www.amypink.com/2011/06/dreams-storm-free-blobfish/">Der sturmfreie Blobfisch</a></small></p>
<hr />
<script type="text/javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=362306425&adSize=728x90"></script>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.amypink.com/2011/06/dreams-storm-free-blobfish/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Im Interview - Auf ein Bier mit Tino Hanekamp</title>
		<link>http://www.amypink.com/2011/05/interview-a-beer-with-tino-hanekamp/</link>
		<comments>http://www.amypink.com/2011/05/interview-a-beer-with-tino-hanekamp/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 May 2011 11:50:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Meltem Toprak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.amypink.com/?p=21367</guid>
		<description><![CDATA[Wie bereits im Artikel &#252;ber Tino Hanekamps Roman „Sowas von da“ angek&#252;ndigt, habe ich letzten Dienstag mit dem jungen Schriftsteller f&#252;r AMY&#038;PINK ein Interview vor der Lesung in Darmstadt f&#252;hren d&#252;rfen. Aber ohne Alkohol. Nat&#252;rlich. Ich verrate euch ein Geheimnis. Bevor die Lesung beginnt, gesteht er mir, wie nerv&#246;s er wirklich ist. Kennt ihr auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/05/tino1.jpg" /><br/><br/><p>Wie bereits im Artikel &#252;ber Tino Hanekamps Roman „<a href="http://www.amypink.com/2011/05/tino-hanekamp-sowas-von-da/">Sowas von da</a>“ angek&#252;ndigt, habe ich letzten Dienstag mit dem jungen Schriftsteller f&#252;r AMY&#038;PINK ein Interview vor der Lesung in Darmstadt f&#252;hren d&#252;rfen. Aber ohne Alkohol. Nat&#252;rlich.</p>
<p>Ich verrate euch ein Geheimnis. Bevor die Lesung beginnt, gesteht er mir, wie nerv&#246;s er wirklich ist. Kennt ihr auch solche Menschen? Sie verk&#246;rpern die wahre, unangefochtene Coolness in Person, die es so im Original schon lange nicht mehr gibt, (siehe Hipster, Yuppie, Beatnik) und ihr seid felsenfest davon &#252;berzeugt, dass sie nichts &#8211; rein gar nichts &#8211; verunsichern kann. Man denkt gar nicht &#252;ber die M&#246;glichkeit eines Paradoxon dieser Art nach, bis die Person es dir gesteht. </p>
<p>Ich bedauere sehr, dass daraus kein Video-Interview entstanden ist. Doch genau deshalb empfehle ich jedem die Lesung eines Buches, das besser als die ein oder andere Party ist. Denn wenn ein Schriftsteller mit Pers&#246;nlichkeit, Witz und Erfahrung in Begleitung eines DJs vortr&#228;gt, kann es nur literarisch-musische Unterhaltung vom Feinsten sein. Und um sich f&#252;r seine nicht nachvollziehbare Nervosit&#228;t, die im Verhaspeln zum &#228;u&#223;eren Vorschein kommt, zu entschuldigen, gibt es dann auch mal Wodka f&#252;rs ganze Publikum.</p>
<p>Den hanseatischen Humor in Worte fassen, f&#228;llt mir schwierig. Da d&#252;rft ihr auch keiner Beschreibung von mir zuh&#246;ren, sondern regelrecht nur ihm, wenn ihr lachen wollt: So was von da kaufen oder am besten live zuh&#246;ren. Zu viel m&#246;chte ich nat&#252;rlich nicht vorwegnehmen. Kein Wunder, dass da die meisten bei Lesungen von 50-J&#228;hrigen verzweifelt einschlafen k&#246;nnen. Das passiert euch mit Tino Hanekamp sicherlich. Nicht.</p>
<p><strong>Wie autobiographisch ist dein Buch &#8220;Sowas von da&#8221;?</strong></p>
<p>Mit einem Freund habe ich den kleinen Musikclub „Weltb&#252;hne“ gegr&#252;ndet, den wir dann aber nach zwei Jahren schlie&#223;en mussten. Davon, von dieser Zeit, ist die Geschichte im Buch sehr gepr&#228;gt. Also, ich wusste wor&#252;ber ich schreibe. Manches ist jedoch auch frei erfunden. </p>
<p><strong>Was hast du in der Zwischenzeit gemacht, bis du das Uebel &#038; Gef&#228;hrlich in Hamburg gegr&#252;ndet hast? Und wie konntest du dich dazu entschlie&#223;en, es nach dem Ende der „Weltb&#252;hne“ noch mal zu versuchen?</strong></p>
<p>Das ging sozusagen nahtlos ineinander &#252;ber. Die Weltb&#252;hne wurde abgerissen, und da war pl&#246;tzlich dieser riesengro&#223;e Raum im Hochbunker zu haben, und obwohl ich keinen Bock mehr hatte auf diesen ganzen Clubwahnsinn, war sofort klar: Shit, das ist zu gro&#223;, das neue Ding, was da alles m&#246;glich ist, das kann gar nicht klappen. Also musste man&#8217;s machen.   </p>
<p><strong>Kommen wir noch mal zur&#252;ck zum Buch. Welchen Charakter verk&#246;rperst du am ehesten?</strong></p>
<p>Na ja am ehesten wohl Oskar. Ich w&#228;re aber lieber wie Leo, der ist stark und weise und h&#228;lt meistens die Klappe. </p>
<p><strong>Es ist ja ein sehr stark durchkautes Thema, aber es wird uns noch einige Jahre besch&#228;ftigen. Was h&#228;ltst du von der Digitalisierung vieler einfacher Dinge des Lebens? Das Internet im Allgemeinen und sozialen Netzwerken wie Facebook, Youtube, Twitter?</strong></p>
<p>Das Internet ist nat&#252;rlich wahnsinnig praktisch. Wie die Leute fr&#252;her ohne E-Mails Clubs gef&#252;hrt haben, kann ich mir zum Beispiel gar nicht mehr vorstellen. Und auch sonst spart man dank des Internets enorm viel Zeit. Man darf sich jedoch nicht darin verlieren. Ich finde es schade, dass sich viele Leute heute nur noch online treffen. Und ihre Zeit mit bescheuerten Kurznachrichten verschwenden. Was f&#252;r endlose Mengen an Schrott sich die Leute &#252;ber&#8217;s Internet im Sekundentakt in die Hirne schaufeln &#8211; unfassbar. Man sieht ja schon die ersten Manschen auf ihre iPads sabbern. </p>
<p><strong>Und bist du selbst bei Facebook angemeldet?</strong></p>
<p>Nein, weder bei Facebook, noch bei Twitter oder sonst wo. Interessiert mich alles nicht, alles Zeitverschwendung. Aber ich bin ja auch schon 31. Ich wei&#223; nicht, ob man sich heute als Zw&#246;lfj&#228;hriger dem ganzen Facebook-Kram noch entziehen k&#246;nnte, ohne gleich ein von der Gesellschaft Ausgesto&#223;ener zu sein. Wahrscheinlich sind es die coolsten der Coolen, die heute NICHT bei Facebook sind. Eine neue Avantgarde.</p>
<p><strong>W&#252;rdest du die Jugend von heute als respektlos bezeichnen? Und wenn ja, was k&#246;nnte der Grund daf&#252;r sein?</strong></p>
<p>Respektlose Menschen gab es schon immer. Und w&#252;tende auch.  </p>
<p><strong>Wenn du daran denkst, wer du mit 20 warst und was f&#252;r Tr&#228;ume du hattest: Wodurch hast du deine Vorstellungen von damals entt&#228;uscht und wodurch hast du dich selbst positiv &#252;berrascht? Inwiefern &#252;bereinstimmt das Bild als 30-j&#228;hriger, mit dem, was du als 20-j&#228;hriger von dir hattest?</strong></p>
<p>Ich hatte mit 20 kein konkretes Bild von meinem Leben als 30-J&#228;hriger, aber mein 20-j&#228;hriges Ich w&#228;re sicher freudig &#252;berrascht gewesen, h&#228;tte es in die Zukunft schauen k&#246;nnen. Dass man mit dem Quatsch, den man so macht, auch noch durchkommt &#8211; ist doch toll! Das war ja auch alles nicht geplant, vieles ist einfach passiert. Aber zufrieden bin ich auch nicht, h&#228;tte zwar schlimmer kommen k&#246;nnen, aber ich will eigentlich immer nur weiter. Nur nicht stehen bleiben, bequem werden oder selbstzufrieden. Daf&#252;r gibt es noch viel zu viel zu entdecken und zu erfahren.</p>
<p><strong>„Vielleicht spielt der Ort, an dem man lebt, aber auch gar keine Rolle, denn man ist ja &#252;berall derselbe.“ Ein Zitat aus deinem Buch.  Inwiefern ver&#228;ndert die Stadt den Menschen und wie notwendig empfindest du das Verlassen der eigenen Heimat?</strong></p>
<p>Das ist bei jedem anders. Ich ziehe gerne um, um zu lernen, um mich neu zu erfinden. Es ist spannend. Da geht&#8217;s weiter. Aber die inneren Konflikte mit sich selber schleppt man immer mit sich herum, egal, wohin man geht. Die muss man selber l&#246;sen, da hilft kein neuer Ort.</p>
<p><strong>Ja, das sagte auch Seneca…</strong></p>
<p>Toll, dann soll der sofort mein Facebook-Freund werden! </p>
<p><strong>Du lebst derzeit in Hamburg. Dein n&#228;chstes Ziel?</strong></p>
<p>Den Winter will ich in Mexiko &#252;berstehen und dann vielleicht nach Leipzig oder Berlin ziehen. Aber letzteres muss ich mir noch mal &#252;berlegen. In Berlin sind irgendwie alle, da denke ich mir: Warum soll ich da jetzt auch noch rumh&#252;pfen?!</p>
<p><strong>Was denkt man sich so nach der 55. Seite des eigenen Buches?</strong></p>
<p>Ich kann nicht mehr. Teresa aus dem Buch ist eine T&#228;nzerin, die au&#223;er Spagat noch viel mehr kann. Aber sie geh&#246;rt zu denen, die nach drei oder vier gemeinsamen N&#228;chten genauso wie jede andere fragt: „Und was ist jetzt mit uns?“</p>
<p><strong>Was sagt da ein Mann und was denkt er wirklich?</strong></p>
<p>Das ist davon abh&#228;ngig, was er f&#252;r die Frau empfindet. Bei der Figur Nina ist es ja gerade andersrum. Sie m&#246;chte einfach nur v&#246;geln, nicht mehr, aber die Typen sind ihr immer gleich verfallen. Teresa hingegen will geheiratet werden, aber weil sie so wild ist, denken die Typen: Die will nur spielen f&#252;r eine Nacht. </p>
<p>Doch das wirkliche Problem der richtig tollen Frauen ist ja, dass sie immer nur von den falschen Typen angesprochen werden. Die meisten denken ja: Wow, ist die super, die hat bestimmt schon zehn Superm&#228;nner an jedem Finger, bei der brauch ich&#8217;s gar nicht erst zu versuchen. Die Kontaktaufnahme trauen sich meist immer nur die Typen, die sich so unwiderstehlich finden, dass sie vor Dummheit und Selbst&#252;bersch&#228;tzung kaum noch laufen k&#246;nnen, und so einen will die tolle Frau nat&#252;rlich nicht. Also geht sie meistens traurig allein nach Hause. </p>
<p><strong>Woher wei&#223;t du das?</strong></p>
<p>Das haben mir die tollen Frauen erz&#228;hlt. </p>
<p><strong>Ein Rat in diesem Sinne an unsere m&#228;nnlichen Leser?</strong></p>
<p>Seid offen, aufrichtig, mutig und schei&#223;t auf Euren l&#228;cherlichen Stolz. Und fragt mich blo&#223; nicht, wie das geht.</p>
<p><strong>Hast du Angst davor, immer der Gleiche zu sein? Ist es ein Anspruch, den du an dich selbst stellt, das „Neu-Erfinden und Entwickeln?</strong></p>
<p>Nicht unbedingt Angst, aber ich will nicht stehen bleiben, nicht zufrieden werden und satt. Ich glaube, dass man immer nur gut ist, wenn man das, was man macht, mit Hingabe und Leidenschaft vollbringt. Und sobald ich mich langweile, ist die Leidenschaft weg. Also gilt: Immer sch&#246;n in Bewegung bleiben. </p>
<p><strong>Was f&#252;r Musik h&#246;rst du selbst am liebsten?</strong></p>
<p>Eine Eingrenzung f&#228;llt schwer. Ich h&#246;re eigentlich aus jedem Genre was. Wei&#223; ich nicht, ob das jetzt f&#252;r jeden Geschmack ist. Aber wer emotional noch nicht ganz zu den Zombies geh&#246;rt, d&#252;rfte bei der Musik von Joao Gilberto, Pulp, Scott Walker, Chopin, Bill Callahan, DJ Koze, Tocotronic und der 5. Sinfonie von Gustav Mahler gewisse Zuckungen in der Seele versp&#252;ren. </p>
<p><strong>Und was f&#252;r Musik l&#228;uft im &#220;bel &#038; Gef&#228;hrlich?</strong></p>
<p>Von Rock und Indie, &#252;ber Techno, Russendiskokram bis Hip Hop. Au&#223;erdem gibt es auch mal Lesungen. Im Club wird versucht, die Vielf&#228;ltigkeit der Musikwelt wieder zu spiegeln. </p>
<p><strong>Beschreibe mal, wie sich die Menschen von abends zu tags&#252;ber unterscheiden?</strong></p>
<p>Im besten Fall werden abends die Masken und H&#252;llen fallen gelassen. Das macht auch eine gute Party aus. Alles gl&#252;ht und funkelt. Die Menschen gehen aus &#8211; und aus sich raus! F&#252;r einen Moment ist alles m&#246;glich. </p>
<p><strong>W&#252;rdest du das Nachtleben nicht als oberfl&#228;chlich bezeichnen?</strong></p>
<p>Das liegt ja wie alles andere auch an einem selbst. Man kann sich auch um 5 Uhr fr&#252;h &#252;ber Seneca unterhalten. Mit den richtigen Leuten auf der richtigen Party jedenfalls.</p>
<p><strong>Die Party deines Lebens? Wie sah sie aus?</strong></p>
<p>Die war so gut, dass ich sie vergessen habe.</p>
<p><strong>Das Witzigste/Seltsamste, das du je selbst auf einer Party erlebt oder gesehen hast? Ich bitte um eine unvergessliche Anekdote!</strong></p>
<p> Irgendwann waren alle nur noch ein Kn&#228;uel halbnackter, ineinander verschlungener Leiber und die Sonne ging auf.</p>
<p><strong>Dein n&#228;chstes Projekt?</strong></p>
<p>Erst mal Mexiko. Und ein zweites Buch. Und ein Drehbuch zum Film zum ersten Buch. Oder so. Mal sehen. </p>
<p><strong>Ist das n&#228;chste Buch eine Fortsetzung?</strong></p>
<p>Wei&#223; nicht. Wor&#252;ber soll ich schreiben? Sag doch mal!</p>
<p><strong>Es gibt nicht genug B&#252;cher &#252;ber eine tolle, einzigartige Frau, die sich aus einem Meer klischeehafter M&#228;nner zum Kotzen nicht befreien kann. Es fehlen jedoch die mit Happy End inklusive einer Priese Hamburger-Humor. Keine Ahnung, wie das aussehen soll, aber das w&#228;re ja dann deine Aufgabe. Vielen herzlichen Dank f&#252;r dieses unglaublich interessante Gespr&#228;ch. Ein letzter Satz f&#252;r unsere Leser ist erw&#252;nscht.</strong></p>
<p>Macht endlich den beschissenen Rechner aus, guckt euch drau&#223;en einen Vogel an oder redet mit einem echten Menschen. Bisschen Sex w&#228;re jetzt auch nicht schlecht, oder?</p>
<br/><hr />
<p><small>Schreibe einen Kommentar zu diesem Artikel: <a href="http://www.amypink.com/2011/05/interview-a-beer-with-tino-hanekamp/">Auf ein Bier mit Tino Hanekamp</a></small></p>
<hr />
<script type="text/javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=362306425&adSize=728x90"></script>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.amypink.com/2011/05/interview-a-beer-with-tino-hanekamp/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Tino Hanekamp - Sowas von da</title>
		<link>http://www.amypink.com/2011/05/tino-hanekamp-sowas-von-da/</link>
		<comments>http://www.amypink.com/2011/05/tino-hanekamp-sowas-von-da/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 May 2011 10:33:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Meltem Toprak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.amypink.com/?p=21078</guid>
		<description><![CDATA[Als ich mit meinem Kommilitonen auf dem Bockenheimer Campus in Frankfurt Plakate sah, auf denen zum Nachdenken anregende S&#228;tze wie „Warum muss denn immer alles so ausarten?“ oder „Wie halten die Leute eigentlich ihr Leben aus?“ und „Mathilda, Du hast mir die Liebe versaut“ zu lesen waren, vermuteten wir als angehende Kunsthistoriker, unser Campus wurde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/05/tino.jpg" /><br/><br/><p>Als ich mit meinem Kommilitonen auf dem Bockenheimer Campus in Frankfurt Plakate sah, auf denen zum Nachdenken anregende S&#228;tze wie „Warum muss denn immer alles so ausarten?“ oder „Wie halten die Leute eigentlich ihr Leben aus?“ und „Mathilda, Du hast mir die Liebe versaut“ zu lesen waren, vermuteten wir als angehende Kunsthistoriker, unser Campus wurde zum Ausstellungsort von Street-Art umfunktioniert.</p>
<p>Wir hatten keine Ahnung, dass es sich dabei um Gedankensplitter aus einem rauchenden Kopf des passiven und leicht pessimistischen Protagonisten Oskar Wrobel handelt. In der Geschichte des Hamburger Journalisten <a href="http://www.tinohanekamp.de/">Tino Hanekamp</a>, der das bekannte <a href="http://www.uebelundgefaehrlich.com/">Uebel &#038; Gef&#228;hrlich</a> f&#252;hrt, stolpert der junge Clubbesitzer von einem Debakel ins N&#228;chste.</p>
<p>Denn es ist Silvester und er steht vor seiner letzten gro&#223;en Party, bevor er den Club an der Reeperbahn schlie&#223;en muss. Kohle hat er sowieso keine, wie auch, wenn der chilenische Gesch&#228;ftspartner Pablo st&#228;ndig Bands bucht, die keiner sehen will und Miesen macht. Und zu allem &#220;berfluss ist auch noch ein Ex-Zuh&#228;lter hinter ihm her, der 10.000 Euro will.</p>
<p>Doch nicht nur der hetzt ihn durch die Hafenstadt, die Liebe hetzt ihn auch. Mathilda. Von Gedanke zu Gedanke h&#252;pft sie, aber ohne Liebe geht ja auch gar nichts, und das finde nicht nur ich, sondern vor allem die K&#252;nstlerin Nina, die in der Farbe Schwarz die Hingabe zum Leben sieht, und den Oskar begleitet. Zum restlichen Teil der Entourage geh&#246;rt sein Kumpane Rocky, der Rockstar und der russische T&#252;rsteher Leo, der entweder schweigt oder alles und jedes noch so belanglose Ding z&#228;hlt, sobald er mehr als eines davon zu sehen scheint.</p>
<p>In noch so hitzigen Situationen versucht sich der Protagonist aus Verzweiflung und perspektivloser Zukunft m&#252;hevoll zu Weisheiten zur&#252;ck zu besinnen, die er gern mal sitzend auf der Klobrille aus Marc Aurels „Selbstbetrachtungen“ entnimmt, gibt dazu einen Schuss Hamburger Humor und „das knallt dann gut los“, um es mal in Udo Lindenbergs Worten auszudr&#252;cken. „Der Sog wird dabei von Seite zu Seite st&#228;rker“, hei&#223;t es schon im Vorspann und solange es noch B&#252;cher aus Papier gibt, darf man das bei Tino Hanekamps Roman mit verklebten Seiten und schwarzem Buchrand auch sp&#252;ren und sehen.</p>
<p>N&#228;chste Woche werde ich bei seiner Lesung in Darmstadt dabei sein und ein Interview mit dem Autor f&#252;hren d&#252;rfen, um ihn hier auf AMY&#038;PINK euch n&#228;her vorzustellen. Wer live auf den Geschmack der Worte des jungen Autors kommen m&#246;chte, kann das in einer Stadt in eurer N&#228;he machen. Denn Tino Hanekamp ist mit seinem Roman momentan auf gro&#223;er Tournee.</p>
<br/><hr />
<p><small>Schreibe einen Kommentar zu diesem Artikel: <a href="http://www.amypink.com/2011/05/tino-hanekamp-sowas-von-da/">Sowas von da</a></small></p>
<hr />
<script type="text/javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=362306425&adSize=728x90"></script>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.amypink.com/2011/05/tino-hanekamp-sowas-von-da/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Tr&#228;ume - Strap-On Daddy</title>
		<link>http://www.amypink.com/2011/05/dreams-strap-on-daddy/</link>
		<comments>http://www.amypink.com/2011/05/dreams-strap-on-daddy/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 May 2011 09:33:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirna Funk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.amypink.com/?p=20966</guid>
		<description><![CDATA[Manchmal kommt man zwischenzeitlich von seinem Weg ab. Man muss vielleicht sogar eine Pause einlegen, weil man nicht mehr wei&#223;, wohin man eigentlich wollte. Dann l&#228;sst man sich r&#252;cklings auf eine Wiese fallen und schaut einfach in den dunklen Himmel. Es ist l&#228;ngst abends und die Grillen zirpen und das Stroh riecht golden. Wenn man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/05/both.jpg" /><br/><br/><p>Manchmal kommt man zwischenzeitlich von seinem Weg ab. Man muss vielleicht sogar eine Pause einlegen, weil man nicht mehr wei&#223;, wohin man eigentlich wollte. Dann l&#228;sst man sich r&#252;cklings auf eine Wiese fallen und schaut einfach in den dunklen Himmel. Es ist l&#228;ngst abends und die Grillen zirpen und das Stroh riecht golden. Wenn man Lust hat, dann z&#228;hlt man die Sterne oder man schreit einfach laut. Ich empfehle das Zweite.</p>
<p>Ich liege im Bett und schwitze das Laken voll. Es ist mitten in der Nacht und wenn ich mit meiner Hand den Feuchtigkeitsgrad des klebrigen Stoffes bestimmen will und dar&#252;ber fahre, treffe ich in jedem Fall auf einen Teil ihres K&#246;rpers. Dieser Teil ist warm und weich. Wenn ich diesen Teil l&#228;nger als f&#252;nf Minuten ber&#252;hre, pumpt mein K&#246;rper gro&#223;e Mengen Blut in mein Genital. Seit drei Tagen liege ich fiebernd und krank im Bett &#8211; aber wenn es um ein hartes Genital geht, dann halte ich es wie ein Soldat: Aufgegeben wird nicht!</p>
<p>Sie hat mir Suppe und Ingwer-Tee gemacht. Sie hat meinen Kopf gestreichelt und lauter verr&#252;cktes Zeug aus der Apotheke geholt. Nichts davon hat angeschlagen. Ich m&#246;chte hier nicht jammern und aus einer l&#228;cherlichen Erk&#228;ltung eine gro&#223;e Sache machen, aber ja mir geht es miserabel. Ich h&#246;re das Ticken eines Zeigers, ohne dass bei uns eine Wanduhr h&#228;ngt, die dieses Ger&#228;usch verursachen k&#246;nnte. Ihr schwarzes Haar gl&#228;nzt durch das hindurchscheinende Licht der Stra&#223;enlaternen. Ich starre auf ihre wei&#223;e Kopfhaut &#8211; dabei muss ich dringend auf die Toilette. Ich w&#252;rde gehen, wenn es au&#223;erhalb der Decke nicht so wahnsinnig kalt w&#228;re. Ich w&#252;rde aufstehen, ins Bad laufen, meinen Schwanz &#252;ber den Bund der Boxershorts legen und in Ruhe &#252;ber ihre Br&#252;ste nachdenken oder dar&#252;ber, wie lange ich diesen Zustand k&#246;rperlicher Angeschlagenheit noch ertragen muss. Vielleicht w&#252;rde ich auch aus dem Fenster schauen und die Autos dabei beobachten, wie sie durch die n&#228;chtliche Stille fahren.</p>
<p>Ihre Hand umgreift meine Hand. Ich &#246;ffne die Augen und sie schaut mich liebevoll an. „Wie geht es dir?“ Wie geht es mir? Eine eindeutige Frage, die auf echte Antworten abzielt. Mein Rachen besitzt maximal einen Durchmesser von 0,5 Zentimetern. Wenn ich schlucke, f&#252;hlt es sich so an, als m&#252;sste ich einen riesigen Felsen durch diese 0,5 Zentimeter dr&#252;cken. Mein Blut blubbert w&#228;hrend meine Stirn vom Luftzug erfriert. „Schei&#223;e geht&#8217;s mir.“ „Wollen wir ins Krankenhaus?“ „Wie sp&#228;t ist es?“ „6:00 Uhr.“ „Okay. Lass uns ins Krankenhaus fahren!“ „Es ist eine tolle Zeit f&#252;r Notaufnahmen“ sagt sie. Sie sagt solche Sachen meist in ausweglosen Situationen. In Situationen, in denen jeder andere schlechte Laune bekommen w&#252;rde, bl&#252;ht sie geradezu auf. </p>
<p>Wenn unsere Wohnung einem Hausbrand zum Opfer fiele und andere statt der Feuerwehr lieber einen psychiatrischen Notdienst anrufen w&#252;rden, dann k&#228;me aus Lanas Mund garantiert so etwas  wie: „Cool, Mann. Jetzt brauchen wir die Steuer nicht mehr machen!“ oder „Wie geil. Einmal im Leben so richtig von vorne anfangen!“ Man k&#246;nnte ihr ein optimistisches Gem&#252;t unterstellen. Es ist aber mehr als das. Sie springt auf und zieht sich an. Ich dr&#252;cke mich an der Bettlehne hoch und bleibe einfach so wie ich bin. Jede Bewegung ist vollkommen unzumutbar f&#252;r mich. In einem weinerlichen Delirium schleppe ich mich hinter ihr her. Der M&#252;ll wird gerade von den Stra&#223;en gefegt. So ein Sonntag in Berlin. 6:30 Uhr. Das muss man einfach auch mal n&#252;chtern erleben. Sie winkt ein Taxi zu uns heran. Der Fahrer wird ein betrunkenes Paar erwarten. Seine Entt&#228;uschung h&#228;lt sich in Grenzen, als wir einsteigen. Es gibt nicht viele Momente, in denen Erwartungen nicht zu Entt&#228;uschungen f&#252;hren.</p>
<p>Ich lege meinen Kopf in ihren Scho&#223;. Sie quetscht liebevoll an meinem Ohrl&#228;ppchen rum. Ich sammle meine Spucke solange in meiner Mundh&#246;hle bis es nicht mehr geht, dann presse ich die glibberige Fl&#252;ssigkeit mit einem kr&#228;ftigen Druck meine Speiser&#246;hre herunter und mache ein Gesicht, als h&#228;tte ich gerade einen Kurzen getrunken. Die Notaufnahme nimmt uns freundlich auf. Lana spricht f&#252;r mich und denkt f&#252;r mich. Wenn sie nicht spricht oder denkt dann sagt sie so Sachen wie: „Was f&#252;r ein Abenteuer, Schatz!“. Ich nicke dann und halte sie f&#252;r die tollste Frau der Welt. Die Schl&#252;mpfe mit Namensschildern an ihrer Haut bringen mich in einen Raum und bitten mich auf einer Liege Platz zu nehmen. Lana sieht verschwommen aus. Eine blonde Frau mit krausem Haar nimmt meinen Arm in ihre Hand und umschlingt fest den oberen Teil mit einem Gurt. Der Druck wird gr&#246;&#223;er. </p>
<p>Ich f&#252;hle den unebenen Stoff des Gurtes zwischen meinen eigenen Fingern. Statt im Krankenhaus zu sein, stehe ich pl&#246;tzlich in diesem fetten Loft und schaue auf die Skyline von Frankfurt. Ich sehe meine Silhouette in den bodenlangen Fensterscheiben. Mein Oberk&#246;rper kann sich sehen lassen. W&#228;re ich ein Arzt w&#252;rde ich allerdings fragen, ob ich Steroide nehme. Mir ist nicht ganz klar, warum ich eigentlich nackt bin, aber der Gurt, den ich in der Hand halte, geh&#246;rt zu einem Strap-On. Mein Schwanz ist nach hinten gedr&#252;ckt und endet irgendwo im letzten Teil meiner Po-Ritze. Wirklich!</p>
<p>Vor mir breitet sich nicht nur ein riesiger schwarzer Gummischwanz aus, der im 90 Grad Winkel zu mir steht sondern auch ein wei&#223;er Hintern, der neben zwei Martini-Gl&#228;sern steht. In den Martini-Gl&#228;sern schwimmen gr&#252;ne Oliven und ich muss sofort an ein Goldfischglas denken. Als kleiner Junge h&#228;tte ich gerne einen Goldfisch besessen. Ich h&#228;tte ihn gef&#252;ttert und mit ihm gesprochen. Vielleicht h&#228;tte ich ihn auch zu meinem besten Freund gemacht. Um den Kopf des wei&#223;en Hinterns ist eine gepunktete Krawatte gebunden. Ich habe St&#246;psel im Ohr aus denen „Purple Rain“ von Prince erklingt. Ziemlich ungewollt, aber irgendwie ganz automatisch stecke ich das schwarze Gummist&#252;ck in die &#214;ffnung des wei&#223;en Hinterns. Ich singe den Song mit, w&#228;hrend ich meine H&#252;fte vor und zur&#252;ck bewege.</p>
<p>„I never meant to cause you any sorrow. I never meant to cause you any pain. I only wanted to one time see you laughing. I only wanted to see you laughing in the purple rain.“ Der Kopf mit der gepunkteten Krawatte jammert ein bisschen. Dann wird das Jammern zu einem tiefen St&#246;hnen. Ich konzentriere mich auf die Penetration bis sie mir keine M&#252;he mehr bereitet. Die Silhouette von Frankfurt glitzert im Mondschein. Das Apartment kommt mir bekannt vor. Ich ziehe an der Krawatte, um den Kopf ein bisschen nach hinten zu &#252;berstrecken. Dabei &#246;ffnet sich die Schleife und die Reflexion seines Gesichts schimmert mir pl&#246;tzlich vom Fenster entgegen. „Paps?“ „Pssst!“ antwortet mein Vater.</p>
<p>Meine Stirn liegt auf kaltem Steinboden. Aus meinem Mund dringt immer wieder das Wort „Paps“. Ich h&#246;re Gel&#228;chter, das unter aufgeregten Lauten versteckt ist. Meine Knie sind angewinkelt. Ich scheine mich nach Mekka ausgerichtet zu haben und bete in einer Moschee. Wo ist mein Vater pl&#246;tzlich hin? Ich versp&#252;re das Bed&#252;rfnis an einem Martini-Glas zu nippen und die darin schwimmende gr&#252;ne Olive zu essen. Dann hebe ich meinen Kopf und ein blonder Schlumpf mit grausem Haar steht vor mir.</p>
<p>„Sie k&#246;nnen wohl nicht so gut auf Spritzen?“ Lana quetscht an meinem Ohrl&#228;ppchen und sagt: „Irre. Was f&#252;r eine wilde Aktion von dir, du aufmerksamkeiterheischendes Problemkind. Umgekippt beim Zugang legen. Voll s&#252;&#223;.“ Umgekippt also. Meinen Vater penetriert. Eine Angina gehabt. Lana geliebt. Nicht gestorben. Weiter leben. Wieder tr&#228;umen. Sp&#228;ter sterben. „If you know what I&#8217;m singing about here. C&#8217;mon raise your hand. Purple rain, purple rain.“</p>
<br/><hr />
<p><small>Schreibe einen Kommentar zu diesem Artikel: <a href="http://www.amypink.com/2011/05/dreams-strap-on-daddy/">Strap-On Daddy</a></small></p>
<hr />
<script type="text/javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=362306425&adSize=728x90"></script>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.amypink.com/2011/05/dreams-strap-on-daddy/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Tr&#228;ume - Gehirn Sangria</title>
		<link>http://www.amypink.com/2011/04/dreams-brain-sangria/</link>
		<comments>http://www.amypink.com/2011/04/dreams-brain-sangria/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 28 Apr 2011 08:06:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mirna Funk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.amypink.com/?p=20707</guid>
		<description><![CDATA[Jeden Morgen entscheidet die Welt neu wie der Tag verlaufen wird. Ohne irgendeinen Einfluss darauf zu haben, erwachen wir aus dem Moment der n&#228;chtlichen Rast, der Bewusstlosigkeit und der Selbstlosigkeit – wir ergeben uns den Sekunden, Minuten und Stunden die ohne Vorwarnung nachhaltig und unwiderruflich unser Leben beeinflussen werden. Wir haben keine Ahnung, ob dieser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2011/04/sangria.jpg" /><br/><br/><p>Jeden Morgen entscheidet die Welt neu wie der Tag verlaufen wird. Ohne irgendeinen Einfluss darauf zu haben, erwachen wir aus dem Moment der n&#228;chtlichen Rast, der Bewusstlosigkeit und der Selbstlosigkeit – wir ergeben uns den Sekunden, Minuten und Stunden die ohne Vorwarnung nachhaltig und unwiderruflich unser Leben beeinflussen werden. Wir haben keine Ahnung, ob dieser Morgen der Letzte sein wird. Und doch &#246;ffnen wir optimistisch unsere Augen, drehen sie in Richtung Sonne und glauben an den Zufall der alles zum Guten wenden wird.</p>
<p>Als mein Wecker klingelte, habe ich vier Mal die Snooze-Taste bedient. Jeden Morgen bediene ich sie vier Mal und stelle mir zu diesem Zeck den Wecker extra 20 Minuten fr&#252;her. Bei jedem Weckruf ert&#246;nt „Don´t speak“ von No Doubt. Dieser Song erinnert mich an die Jahre in denen ich noch fr&#246;hlich und frei war. In denen ich glaubte das Leben w&#252;rde ohne B&#252;rde gelebt werden k&#246;nnen. &#196;lter als elf Jahre kann ich unm&#246;glich gewesen sein.</p>
<p>Ich sprang also aus meinem 140&#215;200 Meter Futon, stellte mich unter die Dusche mit Regenaufsatz und masturbierte. Ich rasierte mir meine Achseln und Beine, um dann glatt und befriedigt in meinen wei&#223;en Frotteebademantel zu schl&#252;pfen. Zum Fr&#252;hst&#252;ck gab es M&#252;sli und Espresso.</p>
<p>Das ge&#246;ffnete Fenster offenbarte so etwas wie einen leuchtend blauen Himmel. Ich nahm einen tiefen Atemzug vom herannahenden Fr&#252;hling. Keine andere Jahreszeit roch so sehr nach wilden Abenteuern und frischen Lieben. Nach Unerlebtem und bunten Hoffnungen.</p>
<p>Ich zog mir kurze kakifarbene Seidenshorts &#252;ber eine dicke schwarze Strumpfhose, band mir mein lange braunes Haar zu einem Pferdeschwanz zusammen und schloss hinter mir die T&#252;r. Im Hof schwang ich mich auf mein mattschwarzes Rennrad um in Richtung Pr&#252;fungsb&#252;ro zu gefahren.</p>
<p>Der Wind wehte durch meinen Parker hindurch und kr&#228;uselte die kleinen Affenhaare, die seit meiner Kindheit entlang meiner Schl&#228;fen wuchsen. Ich hatte dicke Kopfh&#246;rer auf und sang laut „Sabotage“ von den Beastie Boys mit. </p>
<p>Wir hatten den Song immer zusammen geh&#246;rt. Er und ich. Meistens wenn wir uns so schlimm stritten, dass einer irgendwann aufstand, zum Bett ging und darauf rum sprang wie auf einem Trampolin. Das war unser stilles Abkommen. Sobald ein Streit drohte die Grenzen des Anderen vollkommen einzurennen, war es demjenigen gestattet das Schlachtfeld vorzeitig zu verlassen, „Sabotage“ anzumachen und einfach solange auf dem Bett rumzuspringen bis der andere bereit war dazuzusto&#223;en und mitzumachen.</p>
<p>Damit begruben wir nicht die Debatte, wir vertagten sie bis zu einem Zeitpunkt an dem wir in der Lage waren, nicht wie Feinde voreinander zu stehen, sondern wie Verb&#252;ndete nebeneinander zu liegen. Schlie&#223;lich sa&#223;en wir im selben Boot, das Leben hie&#223;, und manchmal schien man diesen Umstand schlichtweg zu vergessen.</p>
<p>Auf dem Weg ins Pr&#252;fungsb&#252;ro ignorierte ich alle roten und gelben Ampeln und raste die h&#228;ssliche Wilhelmstra&#223;e entlang; vorbei an dem l&#228;cherlichen Hei&#223;luftballon der Welt, aus dem ich mich vor Jahren einmal bei einem wohligen Betriebsausflug der Agentur, f&#252;r die ich damals arbeitete, &#252;bergeben hatte.</p>
<p>Ich bog in die Leipzigerstra&#223;e ein und erschien rechtzeitig in der Friedrichstra&#223;e, um diesen d&#228;mlichen Modulbogen ausf&#252;llen zu lassen. Am n&#228;chsten Tag sollte ich zu meiner m&#252;ndlichen Abschlusspr&#252;fung erscheinen und wollte grandios mein Schlechtestes geben.</p>
<p>Ich stie&#223; die T&#252;r auf und st&#252;rmte ins Sekretariat. Zu sehr von den vier Mad Men-Staffeln beeinflusst, erwartete ich eine nette B&#252;roangestellte mittleren Alters mit einer freundlichen Hochsteckfrisur und einer Brille, die an einer Kette um den Hals hing. Meine Entt&#228;uschung war gro&#223;, als ich Zeuge davon werden musste, wie ein schwitzender fetter Mann mit seinem viel zu kleinen Stuhl zu einem gro&#223;en grauen Klumpen verschmolz. Ich schaute ihn eindringlich an, ohne meine vom Ekel besudelte Emp&#246;rung sichtbar werden zu lassen. „Modulbogen? Abstempeln? Hier?“ faselte ich – das Gewahrwerden meiner Abh&#228;ngigkeit von ihm, zauberte ganz von selbst eine m&#228;dchenhafte Aura, um meine sonst so energische Erscheinung.</p>
<p>Seine Augenbrauen bewegten sich in Richtung Stirn und seine Unterlippe prallte gegen sein Kinn. Eine Feuerk&#228;fer-R&#246;te verf&#228;rbte seinen Kopf. Ich vermutete Erregung. Er begann zu stammeln. Erst ein bisschen, dann immer mehr.</p>
<p>Ich setzte mich an den f&#252;r Studenten vorgesehenen Tisch, leider ganz in seine N&#228;he. Sein Redefluss wurde unmittelbar zu einem Monolog, der sich nach zehn Minuten schon wie ein ganzes Menschenleben anf&#252;hlte. Die Selbstsicherheit stieg von Minute zu Minute. Seine Lautst&#228;rke auch.</p>
<p>Immer wieder griff er nach meiner Hand, t&#228;tschelte sie erst und umfasste sie dann kr&#228;ftig. Er erz&#228;hlte mir von der Dummheit der Menschen, von seiner Entt&#228;uschung und seinen Erwartungen. Er sch&#252;ttete seinen gesamten Welthass &#252;ber meinem K&#246;rper aus – aber nicht um mich darunter zu begraben, sondern um einen Komplizen zu finden &#8211; denn nur zu zweit machte Menschenhass auch wirklich Spa&#223;.</p>
<p>Als &#220;bersprungreaktion starrte ich auf den Boden. Meine Pupillen begannen sich immer schneller zu bewegen. Ein klares Anzeichen der REM-Phase. Um nicht seinen Unmut zu wecken, verkleidete ich diese hilflose Bewegung in eine Nachdenkgeste, so als w&#252;rde ich gewissenhaft zuh&#246;ren und diese Haltung lediglich dazu benutzen meine Konzentration durch einen meditativ gesenkten Kopf zu vertiefen. Ich entdeckte eine Wespe auf dem Teppichbelag und f&#252;hlte mich schlagartig nicht mehr so allein. Ob sie der Winter wohl hier vergessen hatte, fragte ich mich und verlor mich in wilden Spekulationen &#252;ber ihre Beziehung zum Menschenhasser.</p>
<p>Pl&#246;tzlich klingelte das Telefon. Ich schreckte hoch und glaubte an ein Wunder. Dieser Augenblick schien so, als &#246;ffne sich f&#252;r mich ein Tor in der Zeit. Nur wenige Sekunden blieben mir um hineinzuschl&#252;pfen. Ich w&#252;rde an einen Ort gelangen, der sich weit weg vom Pr&#252;fungsb&#252;ro befinden w&#252;rde. Vielleicht Indien, vielleicht Island.</p>
<p>Der graue meckernde Klumpen nahm den H&#246;rer in die Hand und ich sprang beherzt auf. Ein bisschen ver&#228;ngstigt warmherzig winkte ich mit meiner Hand und presste ein L&#228;cheln durch meine geschlossenen Lippen. Er sprang daraufhin, sch&#252;ttelte mit einer Nein-Bewegung den Kopf und griff nach meiner Hand. Ich sp&#252;rte einen feuchten kalten Film der sich von meinen Fingern &#252;ber meinen gesamten Arm ausbreitete. Er legte den H&#246;rer auf und schob seine rechte Hand hinter seinen Stuhl.</p>
<p>Ein scharfes Messer blitzte hinter ihm hervor. Es blieb mir keine Zeit mit wilden Spekulationen das weitere Geschehen zu beurteilen, denn schon nach wenigen Sekunden begann er meine Sch&#228;deldecke mit einem langsamen und exakten Schnitt abzutrennen, um sie daraufhin auf seinen Schreibtisch zu legen.</p>
<p>Ich beobachtete ihn dabei, wie er einen Strohhalm vom rosafarbenen Papier entfernte und ihn tief in mein Gehirn steckte. Er sog ein bisschen daran und grinste dabei zufrieden vor sich hin. Die Finger seiner rech&shy;ten Hand rieben an meinem Ohrl&#228;ppchen und die seiner Linken streichelten z&#228;rtlich meinen Hand&shy;r&#252;cken.</p>
<p>Ich schloss meine Augen und sah all jene vor meinem Inneren Auge, die schon vor ihm meine Sch&#228;del&shy;decke gel&#246;st hatten, um sich meiner Gehirnmasse in einer Art Trinkgelage hinzugeben. So wie am Strand von Mallorca sa&#223;en sie auf klebrigen Plastikst&#252;hlen, meinen Kopf in ihrer Mitte, wie ein Eimer Sangria und saugten, bewaffnet mit rosafarbenen Strohhalmen, zufrieden an meinen Gedanken und Erinnerungen.</p>
<p>Ich wollte dieser beklemmenden Situation entfliehen und stellte mir vor, wie ich auf einem Rochen liegen w&#252;rde. Ich lag mit meinem R&#252;cken auf seinem R&#252;cken und er trug mich durchs Meer. Der Rochen fiepte und ich fiepte auch. Mein Fiepen mischte sich mit dem Saugger&#228;usch meiner Gehirnmasse und der Melodie von „Don´t speak“. Ich dr&#252;ckte ganz automatisch auf meinen Snooze-Button und f&#252;hlte eine Hand zwischen meinen Beinen.</p>
<br/><hr />
<p><small>Schreibe einen Kommentar zu diesem Artikel: <a href="http://www.amypink.com/2011/04/dreams-brain-sangria/">Gehirn Sangria</a></small></p>
<hr />
<script type="text/javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=362306425&adSize=728x90"></script>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.amypink.com/2011/04/dreams-brain-sangria/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>13</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Werdet Gastautor bei AMY&amp;PINK - Das ist der Hit, macht alle mit!</title>
		<link>http://www.amypink.com/2010/12/become-a-guest-author-we-want-you-to-write/</link>
		<comments>http://www.amypink.com/2010/12/become-a-guest-author-we-want-you-to-write/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Dec 2010 12:53:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Winatschek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.amypink.com/?p=17551</guid>
		<description><![CDATA[Das neue Jahr steht in den Startl&#246;chern. Zeit f&#252;r uns hier mal geh&#246;rig aufzur&#228;umen und knallharte &#196;nderungen einzuf&#252;hren. Erst einmal werden wir das gesamte Autorenteam durch dreik&#246;pfige Affen austauschen. Merkt schlie&#223;lich keine Sau. Hauptsache einer von ihnen hat gro&#223;e M&#246;pse. Des Weiteren werden wir uns ab n&#228;chster Woche vermehrt unseren Lieblingsthemen Hello Kitty, Justin Bieber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2010/12/hit.jpg" /><br/><br/><p>Das neue Jahr steht in den Startl&#246;chern. Zeit f&#252;r uns hier mal geh&#246;rig aufzur&#228;umen und knallharte &#196;nderungen einzuf&#252;hren. Erst einmal werden wir das gesamte Autorenteam durch dreik&#246;pfige Affen austauschen. Merkt schlie&#223;lich keine Sau. Hauptsache einer von ihnen hat gro&#223;e M&#246;pse. Des Weiteren werden wir uns ab n&#228;chster Woche vermehrt unseren Lieblingsthemen Hello Kitty, Justin Bieber und Jesus Christus widmen und im selben Atemzug gleich mal daf&#252;r sorgen, dass wir Ed Hardy als Hauptsponsor f&#252;r all unsere Artikel gewinnen k&#246;nnen. Qualit&#228;t bedeutet uns schlie&#223;lich alles.</p>
<p>Und mit euch haben wir auch einiges vor. Schlie&#223;lich stehen wir wie Udo auf geile, wundersch&#246;ne, toll geschriebene und mit Seele nur so eingeriebene Texte. Und da drau&#223;en schwirren bestimmt einige Leutchen herum, die in dieser Hinsicht etwas auf dem Kasten haben und nur noch auf den richtigen Kanal gewartet haben, um dieser Leidenschaft mal ordentlich zu fr&#246;nen. Und wisst ihr was? Mit AMY&#038;PINK habt ihr diesen Kanal gefunden!</p>
<p>Wenn ihr also einen mehr als genialen Artikel &#252;ber euer aufregendes Leben, das aktuelle Geschehen, Brain Fucks in lyrischer Form oder Geschlechtsverkehr mit einer Currywurst habt, dann verplempert ihn nicht auf eurem eigenen Blog, sondern schickt ihn per <a href="mailto:marcel@amypink.com">Mail</a> an uns oder klickt auf den gro&#223;artigen Mitmachen-Button, der irgendwo da oben sein und schon bald funktionieren sollte. Als Dank bekommt ihr keine Kohle, aber daf&#252;r ein riesengro&#223;es (und unglaublich kluges) Publikum, einen Backlink zu eurer Seite (wenn ihr denn so etwas &#252;berhaupt habt) und mehr Respekt als Mustafa und Ali im Ghetto-Boxen zusammen.</p>
<p>Also setzt euch noch heute an eure elektronischen Schreibmaschinen, f&#252;llt das digitale Blatt Papier mit eurer au&#223;erordentlichen Gehirngr&#252;tze und schickt uns eure <a href="mailto:marcel@amypink.com">Texte per Mail</a>. Die geilsten und besten und tollsten Schriftst&#252;cke werden exklusiv auf AMY&#038;PINK ver&#246;ffentlicht. Danach k&#246;nnt ihr euch &#252;brigens das Leben nehmen, denn viel besser kann&#8217;s gar nicht mehr werden. Wenn ihr Fragen habt, dann ab damit in die Kommentare. Ansonsten hei&#223;t es: Ran ans Schreiben!</p>
<br/><hr />
<p><small>Schreibe einen Kommentar zu diesem Artikel: <a href="http://www.amypink.com/2010/12/become-a-guest-author-we-want-you-to-write/">Das ist der Hit, macht alle mit!</a></small></p>
<hr />
<script type="text/javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=362306425&adSize=728x90"></script>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.amypink.com/2010/12/become-a-guest-author-we-want-you-to-write/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>28</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Poetry Slam W&#252;rzburg - Klosp&#252;lung f&#252;r die Welt</title>
		<link>http://www.amypink.com/2010/12/poetry-slam-wurzburg-flush-the-world/</link>
		<comments>http://www.amypink.com/2010/12/poetry-slam-wurzburg-flush-the-world/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 09 Dec 2010 09:19:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa-Sarim Vérollet</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.amypink.com/?p=17138</guid>
		<description><![CDATA[Wenn, sagen wir mal, ein Banker im Allgemeinen, und ein CEO im Besonderen das ihm anvertraute Unternehmen, die Ersparnisse seiner Kunden und das Vertrauen in das Bankenwesen in den Ruin f&#252;hrt, darf er nicht nur den in der Zeit seines destruktiven Schaffens „verdienten“ Lohn behalten, den er – das wissen viele nicht – eigentlich f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="http://www.amypink.com/wp-content/uploads/2010/12/poetry.jpg" /><br/><br/><p>Wenn, sagen wir mal, ein Banker im Allgemeinen, und ein CEO im Besonderen das ihm anvertraute Unternehmen, die Ersparnisse seiner Kunden und das Vertrauen in das Bankenwesen in den Ruin f&#252;hrt, darf er nicht nur den in der Zeit seines destruktiven Schaffens „verdienten“ Lohn behalten, den er – das wissen viele nicht – eigentlich f&#252;r das Erreichen des sich diametral zum eingetretenen Ergebnisses verhaltenden Ziels bekam, nein, er erh&#228;lt dar&#252;ber hinaus eine satte Abfindung, die ihn mit sofortiger Wirkung zum wohlbetuchten Privatier und reicher als das Bruttoinlandsprodukt vieler Drittweltstaaten macht.</p>
<p>Wenn hingegen mein guter Freund Christian eine erfolgreiche <a href="http://slamwuerzburg.wordpress.com/2010/12/08/nicht-gefordert-durch-die-stadt-wurzburg/">Veranstaltung</a> durchf&#252;hrt und s&#228;mtliche Erwartungen &#252;bertrifft, sprich: gute Arbeit geleistet hat, ist die Stadt W&#252;rzburg die erste, die auf der Matte steht und ihre F&#246;rdergelder zur&#252;ckverlangt, obwohl sie sich auf den Plakaten in alle Ewigkeiten damit br&#252;sten darf, diese Veranstaltung gef&#246;rdert zu haben.</p>
<p>Das, verehrte Damen und Herren, ist zwar in erster Linie ein Paradebeispiel f&#252;r einen hinkenden Vergleich, gleichzeitig aber in a nutshell the reason, wie der Engl&#228;nder sagt, weshalb Gott – sofern er tats&#228;chlich f&#252;r dieses Rattenexperiment Mensch verantwortlich ist – l&#228;ngst in einem anderen Sonnensystem untergetaucht ist und jeden Abend an der Theke zweitklassiger Kneipen trinkt, um zu vergessen.</p>
<br/><hr />
<p><small>Schreibe einen Kommentar zu diesem Artikel: <a href="http://www.amypink.com/2010/12/poetry-slam-wurzburg-flush-the-world/">Klosp&#252;lung f&#252;r die Welt</a></small></p>
<hr />
<script type="text/javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=362306425&adSize=728x90"></script>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.amypink.com/2010/12/poetry-slam-wurzburg-flush-the-world/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>8</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

