Musikalben gibt es wie Sand am Meer. Wie Ramschware liegen sie in irgendwelchen Kisten bei Karstadt auf dem Boden. Zu hunderten, tausenden. Mit roten, einbetonierten Rabattstickern vollgeklebt. Kauft sie, ganz billig. Das Zeug. Da braucht man schon mal jemanden, der einen bei der Hand nimmt und auf die wahren Schätze hindeutet. Der ganz neue Shit gleich hier, Unsterbliche Klassiker dort drüben und ab und zu einen längst vergessenen Schatz ganz überraschend auf dem Weg zur Audioerleuchtung. Wie wunderbar das alles doch sein kann.

Blood Orange – Coastal Grooves
Der 25-jährige Devonté Hynes hat viele Gesichter. Wahrscheinlich wird er den meisten unter seinen Pseudonymen Test Icicles oder Lightspeed Champion bekannt sein, mit denen er sich auf der Electro-Punk- und Indie-Pop Ebene versuchte. Als Blood Orange wagt der New Yorker mit “Coastal Grooves” nun den dritten Anlauf. Entstanden sind zehn ehrliche freizügige Songs straight from the own Schlafzimmer. Catchy New Wave im Stile der 80er mit einer Menge Romantik und Klangidylle gespickt.

Active Child – You Are All I See
Es ist wirklich kaum zu glauben, aber Active Child ist tatsächlich ein One-Man-Projekt. Das Debütalbum des Songwriters hört sich nach dem ersten Reinhören eher nach einem opulenten Harmoniegewitter an. Ein Haufen Theatralik, folkig-melancholische Ergüsse à la Fleet Foxes und hier und da ein paar Synthie-Harmonien, die ohne jeglichen Kitsch auskommen. Pat Grossi weiß eindeutig wie man Sehnsucht im musikalischen Sinne transportiert. Macht euch bereit auf ein schluchzig sphärisches Monokonzert des Chorknaben aus Los Angeles.

B. Fleischmann – Pop Loops For Breakfast
Der aus Österreich stammende Bernhardt Fleischmann hatte sich schon im Alter von 13 Jahren komplett der Musik verschrieben. Seine musikalischen Anfänge bildeten Auftritte in Bands als Schlagzeuger, bis Bernd seine Leidenschaft für elektronische Musik entdeckte. 1999 gründete er das Label Charisma und veröffentlichte sein erstes Debütalbum “Pop Loops For Breakfast”, worauf noch sechs weitere brillante Werke folgten. Jedes Album ist eine geniale Anordnung von elektronischen Kompositionen… Ein wahrhaft authentischer Impressionist. Reinziehen!

Takagi Masakatsu – Eating
Bleiben wir einfach mal bei den musikalischen Impressionisten unserer Zeit. Einen unglaublich wichtigen Teil dieser kulturellen Bewegung stellt Takagi Masakatsu aus Japan dar. Als Filmemacher wurde er sogar vom Konzernriesen Apple entdeckt und zum Aushängeschild für deren Produkte. 2001 begann er die Bilder in seinem Kopf in Frequenzen umzuwandeln. “Eating” wurde 2002 als drittes Album veröffentlicht und verschlingt einen geradezu mit seinen friedvollen Harmonien. Anspruchsvolle Musik.

Bang Bang, la mixtape de l’eté – Cover Me
Ein Mixtape voller Cover. Wenn man sich dafür entscheidet, etwas gutes Altes in etwas erfrischendes Neues zu verwandeln, muss man zu allererst wissen, wie man es macht und noch viel wichtiger: Das Resultat muss mehr als akzeptabel sein. La 3e heure! ist das mit dem Cover-Me-Mixtape für die Radiosendung Bang Bang zweifelsohne gelungen. Eine wirklich tolle Compilation aus gecoverten Rohdiamanten wie Björks “Army Of Me”, Coldplays “Every Tear Drop Is A Waterfall” oder “Shelter” von The xx.
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Woah, danke für Blood Orange und B. Fleischmann. <3
blood orange rockt!!!
b. fleischmann klingt (im warsten sinne des wortes) interessant
[...] laufen. Wer jetzt neugierig auf das Debütalbum des Songwriters und One-Man-Projekt ist, sollte hier kurz reinschauen. Aber eine Sache muss ich noch kurz loswerden. Wer den Film Dreamcatcher gesehen [...]