Schmeckt wie Oma unter’m Arm
Hairy Pits Club
Schmeckt wie Oma unter’m Arm
Marcel Winatschek  /  Freitag, 19. August 2011

Meine erste richtige Freundin war 14, blond und hatte mehr Haare unter ihren Armen, als dein Vater zwischen den Beinen. Nina war keine dieser Klischee-Feministinnen oder wollte damit ein Zeichen gegen die Abholzung des Regenwalds setzen. Nein. Sie hätte auch genügend Geld für Rasierer plus Schaum gehabt – sie wusste es nur einfach nicht besser.

In dem knappen Jahr, in dem wir die Liebe so sehr teilten, wie man eine naive Jugendliebe eben teilen kann, tastete ich mich Woche für Woche zu ihren geheimen Zonen vor. Im Freibad, in ihrem Zimmer, auf dem Schreibtisch ihres alkoholabhängigen Vaters. “Welcome to the jungle” hätte ich meine Mission wohl genannt, wenn diese Worte kurz vor dem Millenium ein handfester Begriff gewesen wären.

Ich liebte es, in ihre in einem Trapez angelegten Haarbüschel zu beißen, benannte sie liebevoll nach den Teletubbies. Dipsy hieß der Flaum an ihrer Oberlippe, die anderen wechselte ich nach Herzenslust durch. Als wir an einem lauen Frühlingsabend Schluss machten, weil sie mit ihrem Cousin schlief, hielt gerade der Rasierwahn in die Köpfe der Stadtmädchen Einzug. Ninas Achselhaare starben noch in dieser Nacht.

Wenn ich heute mit einem Glas Spätburgunder vor YouPorn sitze und all die glatt rasierten Körper betrachte, die da vor mir mehr oder minder in Ekstase umher wippen, dann umgibt mich eine unerklärliche Melancholie, Gedanken von im Wind wehenden Zotteln durchstreifen mein inneres Auge. Wahrscheinlich wusste Nina nicht einmal, wie sehr ich ihre Pubertät verehrte. Mich einen kranken Teenager zu nennen, würde die allgemeine Bedeutung des Wortes Untertreibung geradewegs penetrieren.

Doch nicht alle weiblichen Wesen scheinen dem Beseitigungswahn ihrer natürlichen Abwehrkräfte wohlgesonnen zu sein. Im Hairy Pits Club frönen sie ihrer Lust am Wachstum. Sie messen ihre Achselhaare, frisieren sie, färben sie. Und freuen sich dann wie Wumme über würdige Jubiläen. Dass die meisten von ihnen eher sexuellen Gefallen an ihrem eigenen Geschlecht finden, sei zwar einmal dahin gestellt, aber es ist trotzdem schön zu sehen, dass der von Gillette und Wilkinson geführte Konsumkrieg gegen Gottes Schöpfungen noch nicht ganz gewonnen ist.

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Über den Autor

Marcel Winatschek lebt in Berlin und ist Chefredakteur bei AMY&PINK. Seine meist etwas abstruse Persönlichkeit setzt sich in gleichen Teilen aus Charakteren in TV-Serien, Sprüchen ehemaliger Sportlehrer und Traumfantasien mit japanischen Karate-Kämpferinnen zusammen, dessen Summe er in einer einmaligen Art und Weise als selbstständigen Menschen ausgibt. Alle Artikel von Marcel lesen oder eMail schicken.

35 Kommentare

  • Laura Kirst sagt...

    bah bah bah

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  • Dan sagt...

    Ekelhaft.

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  • Einfach nur eklig und hässlich. Igitt!

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  • heinz rüdiger sagt...

    also untenrum ein kleines bärchen, gerne.
    aber DAS HIER ist echt bäh

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  • Patrizia sagt...

    Sowas muss doch nicht sein :/

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  • Christopher Schmidt sagt...

    Echt mal.

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  • minimi sagt...

    uähhhhh!

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  • Julius Mann sagt...

    uncool

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  • jule wäscht sich nie sagt...

    Krasse wie anormal Achselhaare mittlerweile sind..und wie sich vor zehn Jahren nur Amerikaner vor ihnen ekelten..Ach Leute, es sind nur Haare. und die sind harmlos..meine Güte.

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    Ich find’s einfach eklig. So wie manche Leute Meeresfrüchte eklig finden.

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    jule wäscht sich nie sagt...

    darfst du auch:) ich zum Beispiel stehe nicht auf Meeresfrüchte. aber Körperbehaarung oder nicht finde ich völlig belanglos.

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  • ich versteh auch nicht, was genau daran eklig sein soll.

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  • Alberto Nudo sagt...

    Geht garnicht.

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  • Robert sagt...

    Ich kann mich auch noch erinnern als es keinen Rasurwahn gab. Damals dachte ich das rote Haare anders riechen als Brünette. *lach* Jedenfalls ein gelungener Artikel. Sehr schön.

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  • Chris sagt...

    Eklig find ichs nicht. Aber es mutet doch immer wieder sehr pseudoindividuell an.

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    jule wäscht sich nie sagt...

    Pseudoindividuell wirds eben nur weil es schon so anormal ist Haare irgendwo als an den gesellschaftliche akzeptierten Stellen zu haben. Wenn es uns alles ein wenig egaler wäre würde kein hahn danach krähen ob jemand am Knie oder am Arsch Haare hat.

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    Andreas sagt...

    Recht hast Jule! Weg mit dem Rasierfaschismus! :)

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    jule wäscht sich nie sagt...

    ich recke symbolisch meine Faust gen Himmel! Venceremos, Andreas!

  • fwjofirf sagt...

    Aber die Beine rasieren? Versteh’ ich nicht. Wenn schon, denn schon.

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    jule wäscht sich nie sagt...

    naja du rasierst dir vielleicht nur den Bart hast aber keinen Bock dir deshalb gleich den kompletten Arsch zu enthaaren?

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  • men**h sagt...

    @Robert: da kann ich dich beruhigen. hi hi

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  • Chris sagt...

    Das war schon bei Nena nicht cool.

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  • Achsel-Peter sagt...

    … endlich mal Natur pur! Mir: gefällt es sehr!

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  • Julia sagt...

    Die blau gefärbten find’ ich schick! :D

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  • camelopard sagt...

    Bloß weil ihr so borniert seid, daß Ihr es Euch nicht vorstellen könnt, heißt noch lange nicht, daß es keine gute Sache ist.

    Nur mal so als Hinweis!

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  • Frances sagt...

    Ich weiß nicht, ich finds irgendwie nicht schön.

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  • Paul sagt...

    Ich find gerade Achselhaare einfacht nicht schön weil drumherum einfach absolut keine Behaarung ist. Sieht als als wenn sich jemand den Kopf bis auf ein kleines Büschel komplett abrasiert.
    Mich persönlich stören sie einfach aus dem Grund das sie sich unangenehm anfühlen, meine Haut ist deutlicher empfindlicher mit, als ohne.

    Meine Vermutung ist eh das Achselbehaarung in den nächsten Jahrhunderten weiter zurückgehen wird. Die Haare aufm Kopf sind die einzigen Haare die noch ernsthaft sinn machen, evolutionär gesehen.

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  • Leo sagt...

    also ich rasiere mir meine achselhaare nicht weg weil ich sie so unästethisch finde sondern weil man mit achselhaaren einfach 100 mal schlimmer nach schweiß stinkt als ohne.die haare sind ja der ideale schwamm.und nach schweiß stinken muss nun wirklich nicht sein,schönheitswahn hin oder her.
    meine erste klassenlehrerin in der grundschule hatte achselhaar wie andere nicht mal schamhaare haben und stank wie ein iltis,ich führe darauf meine akute matheschwäche zurück (mir ist immer der atem weggeblieben wenn sie sich über mich gebeugt hat um meine aufgaben anzugucken und ohne sauerstoff funktioniert das gehirn nunmal nicht…)

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  • tim sagt...

    Guter Artikel!

    Ich freue mich über jede unrasierte Frau!

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  • daveee sagt...

    das ist nicht eklig – aber egal!

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  • Paulito sagt...

    Ich finds nicht schlimm…und wers nicht magt einfach wegschauen.
    Was mir nicht wirklich gefällt ist, dass da sind ein paar lesben die denken nur weil sie lesben sind dürfen alles…ich hab’ null gegen lesben oder schwule…es kommt mir nur ein bisschen zu aggressiv auf paar fotos

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  • KlaDiHo sagt...

    Ich fin’d Achselhaare schön, je mehr desto besser :-P

    Irgendwann heisst es dann auch :
    Schamhaare sind eklig “bah-bah-bah”,
    oder vlt sogar mal mögt ihr keine Kopfhaare mehr
    und alle laufen mit Glatze herum :-D

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  • hairytrade sagt...

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  • hallo ganz normal sagt...

    super. ich liebe es

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  • Physius sagt...

    Danke für diesen humorvollen Artikel…
    Und zu den Bildern: Go for it, Mädels. Sehr schön und nicht die Bohne Ekelhaft !!
    Wisst ihr was ekelhaft ist: Massentierhaltung, Weichmacher im Schnuller, Tütensuppen und vor allem
    Ignoranz und Dummheit. Ihr habt euch von der Werbung so derbe in den Kopp kacken lassen…es ist kaum
    zu glauben. Fahrt doch wenigstens mal am WE aufs Land und sagt Mutter Natur mal guten Tach. Wird helfen!
    :-))

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