Im Rahmen der Mercedes-Benz Fashion Week wurde an diesem Wochenende im 12-geschossigen BBC–Hochhaus am Alexanderplatz das digitale Interview Magazin THE AVANT/GARDE DIARIES in Form eines Festivals gelauncht. Avantgarde, das ist eine Bewegung, die im 20. Jahrhundert entstand, um sich aus bestehenden politischen und ästhetischen Strukturen zu lösen und noch heute besteht. Sie ist darum bemüht zu hinterfragen und die eigene gegensätzliche Auffassung darzustellen.
Das Online-Magazin wird Woche für Woche Gespräche mit eben solchen großartigen zeitgenössischen Künstlern dieser Strömung führen, die ihrer Zeit voraus sind, und mit ihrer futuristischen Denkweise unseren Zeitgeist prägen. Es wird das Online-Tagebuch, das Gespräche aus der Welt der Mode, Design, Musik Film und Mobilität dokumentiert und durch Mercedes Benz den Zugang zum Zeitgeschehen für jeden Interessierten möglich macht.
Das dreitätige Festival TRANSMISSION1, welches von Raf Simons, dem Creative Director von Jil Sander kuriert wurde, hat in einer permanenten öffentlichen Gruppenausstellung die Werke von Peter Saville, Germaine Kruip, Peter de Potter vorgestellt. Live darüber gebloggt haben Begüm Sekendiz Boré von DandyGum und Peter Henderson aka Hapsical von The Cool Hunter in zwei abgetrennten Schreibräumen.

Sitzgelegenheit im Gebäude, welches durch den verkörperten Bauhaus-Stil des Architekten Hermann Henselmann den Leitgedanken untermalte, wurde von den Stühlen „360°“ des Industrial Designers Grcic geboten. Des Weiteren gehörte zu den Auserwählten Simons` der schottische Tänzer und Choreograph Michael Clark, der mit seiner Tanzgruppe eines seiner bekannten Stücke zur Musik von David Bowie performte. Durch das Symposium führte Creative Director und Editor Jo-Ann Furniss unter dem Namen „Show and Tell: Pop Culture.“ Installationskunst war durch zwei Werke der holländischen Künstlerin Germaine Kruip vertreten. Beide Teile, die sich im Treppenhaus erstreckten, schafften in ihrem Ergebnis einen Kontrast aus Schwere und Leichtigkeit, Helligkeit und Dunkelheit.
Für gute Musik sorgte die Band These New Puritans und Dj Hell am Abend der großen Eröffnung, die belgische Elektro Band Goose begeisterte mit Fischerspooner am Samstag das Publikum. Nach Berlin wird das Festival zum Launch des Online-Magazins, das in New York gegründet wurde, in weiteren Weltmetropolen stattfinden.
Neben den Künstlern und Vertretern aus der Mode- und Kunstbranche waren zahlreiche Blogger aus der ganzen Welt geladen, um an der Transmission1 teilzunehmen. Mit ihnen traf ich mich im Weinmeister, einem stilsicheres Designhotel, in dem ungestylt zum Frühstück kommen aber nicht ist. Am Mittag nahm ich erst einmal mit den Jungs und Mädels von Reigen, This Is Jane Wayne, iHeartBerlin, Les Mads, Panda Fuck, Pale, I Love Ponys Mag, Überlin, Lachsbroetchen, Travelettes und Spotding und vielen anderen am Press und Blogger Summit teil.

Dort wurden in einer Präsentation Parallelen zwischen Mercedes-Benz und dem Zeitgeist jeweiliger künstlerischer Strömungen der Moderne vorgestellt. Ein Kunst- oder Designkritiker hätte sicherlich die Entschlüsse definierter erarbeitet, doch die wandelnde Bedeutung in der Gesellschaft der Marke war interessant zu verfolgen. Leider war vielen von uns nicht ganz nachvollziehbar, warum wir denn nun wirklich eingeladen worden sind. Denn tatsächlich durften wir nur die Eröffnung erleben, was einige Verwirrung bezüglich des Programms und der Ausstellung nach sich zog. Vom eigentlichen Festival haben wir also nicht viel mitbekommen.
Auffällig war ebenfalls, dass im Raum deutlich mehr weibliche Blogger vertreten waren. Da stellt sich die Frage, ob nicht mit der Rolle der Frau gespielt wird, gar instrumentalisiert wird, um für das Produkt zu werben. Außerdem kann ich der Aussage von Mercedes-Benz, ihre Produkte seien durch den hohen Preis im Gegensatz zu einem iPhone kein Statussymbol, kann ich nur widersprechen.
Aber wusstet ihr, dass Mercedes-Benz der meistbenutzte Automarkenname in Songs ist? Vom Punker wurde das Sternchen zum allegorischen Accessoire, die Rapper der 90er hingegen nutzten die Produkte als Statussymbol. Während das Auto seit dem Jahr 2000 in Computerspielen wie GTA auftaucht, hat es seit 2010 seine Rolle als verkörpernde Natur eingenommen. Wie sieht die Stellung und das Design wohl nach dem Durchlauf der Epoche des Futurismus, der Teenager und Hippie-Zeit in der Zukunft aus? Die poetische Utopie, die sich nach organischen Formen sehnt, wird prophezeit, während die Natur ausstirbt. Es hat gefehlt, dass nun auch ein Auto den Anspruch hat, Kunst zu sein.

Resümierend kann ich sagen, dass die Idee und das Format innovativ und einfallsreich sind, auf der anderen Seite jedoch zeigen, dass permanent der Versuch unternommen wird, Vergänglichkeit in der Konsumwelt zu stoppen. Dass Blogger eingeladen wurden, hat sicherlich nicht nur zu einem Austausch geführt, sondern auch zu einer Vermarktung in der Welt der jungen Menschen, die in wenigen Jahren als potentielle Kunden in Frage kämen.
Die ausgestellten Werke der Künstler trugen avantgardistische Elemente, doch dass es Kunstblogging und ein avantgardistisches Auto geben soll, grenzte beinahe an Lächerlichkeit. Das ist wohl der Preis der modernen Kunst und unserer Konsumgesellschaft. Fortschrittlich wäre viel mehr ein Auto, das umweltfreundlich in Art einer Hommage die Natur mit organischem Design ehrt. Es stellt sich die Frage, ob der Inhalt der Titulierung gerecht wird oder nur ein Placebo-Effekt ist. Die Semantik des Kunstbegriffs wird immer wieder missbraucht, und missverstanden. Doch vielleicht ist auch das nur der Spiegel des bestehenden Zeitgeistes und wir sind alle nur ein Teil davon.
Jeder und alles möchte Kunst sein. Doch dass sich Mercedes-Benz der Hingabe hierfür entschieden hat, ist dennoch ein interessanter Aspekt. Ob der Imagewechsel seitens der Kunden anerkannt und wahrgenommen wird, bleibt abzuwarten. Einem Autokonzern, der im Aspekt des Designs seit Jahren begeistert und dabei seinem Stil treu bleibt, sei es jedenfalls gegönnt.
Dies ist ein gesponserter Artikel von Mercedes-Benz.
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“Avantgarde, das ist eine Bewegung, die im 20. Jahrhundert entstand, um sich aus bestehenden politischen und ästhetischen Strukturen zu lösen und noch heute besteht. Sie ist darum bemüht zu hinterfragen und die eigene gegensätzliche Auffassung darzustellen.”
nein, jene, die sich heute als “avantgarde” verstehen, wollen gerade nicht die bestehenden politischen und ästhetischen strukturen überwinden, sondern sind gerade bemüht, diese zu reproduzieren und zu perpetuieren. an ihrer “kunst” ist nichts gefährliches, nichts subversives. gerade deswegen werden sie ja von institutionen und anderen repräsentanten der gegenwärtigen gesellschaftsformation chauffiert und hofiert.
ps: und das blogger und deutsche designer nicht avantgardistisch sind, sollte außer frage stehen. um sich der geistlosigkeit und intellektuellen ödnis zu versichern, bedarf es nur eines kurzen blickes in ein interview, das hien le oder die oben auch abgebildete lachsbrötchen gegeben haben.
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Dies ist ein gesponserter und viel zu langer Artikel von Mercedes-Benz.
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