Eine Frage der Ästhetik
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Kunst und Künstlichkeit
Eine Frage der Ästhetik
Meltem Toprak  /  Dienstag, 7. Juni 2011

Megan Fox. Ihr Name ist das Synonym für absolute Schönheit in Form eines menschlichen Körpers. Sie wird vergöttert, wie die schöne Helene vor 3400 Jahren. Es fehlt nur noch ein goldener Apfel, ein verliebter Paris und ein trojanisches Pferd, bis sich die Trilogie mit Megan als idealistische Frauenfigur in vielen Jahren als Mythologie lesen lassen wird.

33, 1 Mio Google-Einträge und über 25,1 Mio Facebook-Likes. Jede Frau will aussehen wie sie und jeder Mann möchte sie besitzen. Talentfrei, kein Schimmer von ihrer Persönlichkeit und dennoch weltberühmt. Wie geht das? Und wie ausschlaggebend kann das Aussehen eines Menschen wirklich sein? Mit der letzten Frage wäre die erste schon beantwortet.

Um in ihrem Gesicht deutliche Veränderungen, die sich im Laufe ihrer Karriere eingeschlichen haben, zu erkennen, muss man kein Ass in Bilderrätseln wie „Finde 10 Fehler“ sein. Es ist erneut ein Schönheitsideal, dem nicht nachgeeifert werden kann. Denn irgendwann kann man nicht mehr besser aussehen. Man ist mit seinen Kräften am Ende, oder sagen wir besser: die 2000-Euro-Tages-Gage Beauty-Gehilfen sind es. Sieht man sich die Bilder von ihr an, ist deutlich zu erkennen, was alles an ihr verbessert wurde. Nase, Wangen, Lippen, Stirn, Augen.

Wer Millionen mit seinem Aussehen macht, dem kann vielleicht nicht unbedingt Künstlichkeit, mangelnde Authentizität oder Prostitution vorgeworfen werden. Doch was ist mit Menschen, die nicht im Rampenlicht stehen, deren Aussehen an einem Tag einer Gala nicht weltweit im Fernsehen, in Zeitungen und Zeitschriften, auf Blogs und anderen Foren heiß diskutiert wird? Wie wichtig ist es wirklich gut auszusehen?

Im Iran, heißt es, finden die meisten Nasenoperationen statt. Doch auch das Nachbarland Türkei kommt hier nicht zu kurz. Es gibt fast keine operierte Nase im türkischen Fernsehen. Gegen kleine Näschen haben wir aber alle nichts. Um ehrlich zu sein. Und auch nichts gegen Brustoperationen. Denn eine Seele muss sich schließlich in ihrem Häuschen wohlfühlen.

Die übrigen amerikanischen Film- und Fernsehstars sind eben auch nicht ohne (OP): Jennifer Lopez, Adriana Lima, Sclarett Johansson, Blake Lively. Das Problem besteht einzig und allein darin, dass manche von diesen Stars derart eitel und selbstgefällig sind, dass sie nicht genug Mumm haben, um dazu zu stehen. Und damit keine Verantwortung übernehmen. Sie gehen nicht der Pflicht nach, Jugendliche, die zu ihren Idolen aufblicken und so sein wollen wie sie, auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen.

Wie ist es da noch möglich, nicht in den Schönheitswahn zu geraten, ein Teil der kranken oberflächlichen Welt zu werden? Die Amerikaner zählen es mittlerweile sogar zu ihren Statussymbolen dazu. Und eine amerikanische Mutter spritzt ihrer achtjährigen Tochter Botox in das kleine junge Gesicht, damit die Chancen bei einem Schönheitswettbewerb steigen. Wenn die Definition der eigenen Person aus einer einzigen Eigenschaft besteht, kann dies weder notwendige Selbstreflexion, noch gesundes Selbstbewusstsein sein.

Wer als Kind in den prägendsten Jahren eingetrichtert bekommt, dass außer dem Aussehen nichts zählt, wächst fernab der Realität groß. Mit acht Jahren spielte ich mit Barbies, diesen idealisierten Miniaturmenschen, mit blonden oder braunen langen Haaren, Körbchengröße C bis D. Ultralangen dünnen Beinen, einer Taille wie Marilyn Monroe und das alles bei einer Größe von 1,75.

So oder so ähnlich sieht noch heute mein Schönheitsideal aus, und ich frage mich, wie schädlich muss dieses Spielzeug gewesen sein? Ihre physische Konstruktion ist im Falle einer Realisierung derart utopisch, dass sie nicht einmal überlebensfähig wäre. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Puppe beim Laufen nach vorne Kippen würde, wegen der großen Oberweite und denn dünnen Beinen, geschweige denn von der Taille, in der ungenügend Platz für alle lebensnotwendigen Organe wären.

Dank Matell wachsen wir also schon mit einem Schönheitsideal auf, das nicht realisierbar ist. Aber so ist das mit Idealen und dem Kapitalismus. Wenn dieses Ideal weder das durchschnittliche Brigitte-Model noch Size 0 sein soll, kann da nicht schon gesagt werden, dass der Mensch selbst dazu neigt, Idealen nachzueifern? Wie wäre sonst ein Fortschritt möglich?

Wenn es um Schönheit geht, ist es lediglich ein Trugbild. Aber man kann sich dem schlecht nur entziehen. Wissenschaftlich ist es bewiesen: gutaussehende Menschen bekommen mehr Aufmerksamkeit. Aber Aufmerksamkeit ist bekanntlich nicht mit Anerkennung gleichzusetzen, die wohl eher tief und langanhaltend ist. Schönheit hingegen ist vergänglich. Wie wir wissen.

Sich tagtäglich damit beschäftigen, ist wie eine Sucht. Wer sich einmal unter das Messer legt, scheut sich wie beim Tättowieren nicht davor zurück, es ein zweites Mal zu tun. Es ist eine Flucht aus der Realität, noch schlimmer eine Vertiefung, eine Art, sich zu definieren. Statt den Körper zu verschönern, sollte die Konzentration auf der Seele liegen, auf Menschlichkeit und Können. Wenn man sie einmal hat, möchte man sie nie wieder verlieren. Die Aufmerksamkeit muss vermehrt werden, ein Verzicht ist nicht mehr akzeptabel.

Mit dem Sichtbaren zu beeindrucken, ist sehr viel einfacher als mit dem Unsichtbaren. Aber lasst euch gesagt sein, wer was kann oder etwas ist, der braucht nicht schön aussehen. Der trägt, das, worüber er sich definiert in sich, wie ein Geheimnis, dass jeder lüften darf, der die wertvolle Möglichkeit hat, diesen Menschen nur kennenzulernen. Denn wir sind Menschen und keine leeren Gefäße, deren einzige Funktion darin besteht, gut auszusehen. Das kann die Kleidung auf unserem Körper tun, oder irgendwelche anderen Deko-Objekte in unserer Wohnung.

Megan sieht zwar aus wie Wonder Woman, aber sie ist dadurch noch längst keine. Denn die ist schließlich bekanntlich nicht nur so „schön wie Aphrodite, sondern auch weise wie Athene, stärker als Herkules und schneller als Merkur.“

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Über die Autorin

Meltem Toprak studiert Kunstgeschichte und Germanistik an der Goethe-Universität in Frankfurt. Die in Deutschland lebende Alevitin wurde von den üblichen Psychopathen in der Schule, ihrem Sportvereinen und ihren Aushilfsjobs sozialisiert. Ihre einzige Therapie zur Heilung ist das Schreiben. Über die Kunst. Und die Mode. Und die Literatur. Alle Artikel von Meltem lesen oder eine eMail schicken.

34 Kommentare

  • Anja sagt...

    Sehr altes Thema wieder sehr interessant gemacht. Find ich gut, den Text!

  • Phil Mascho sagt...

    wie ich die nicht mehr sehen kann

  • ‘d still hit her. in the face. tze.

  • Matthias Honold sagt...

    der Arsch ist zu fett. xD

  • kiki sagt...

    Mir persönlich ist sie zu operiert, aber sie entspricht eben dem Bild mit ihrem Body, Gesicht & Co. Nur weiß man ja nicht wie viel Schönheit drinnen steckt!

  • Chris sagt...

    Dank diesem Text fühlen sich jetzt vielleicht 3 fette Emokinder kurz bessser, das war’s aber schon…
    Und Megan Fox ist geil – zumindest äußerlich

    Meltem sagt...

    Ich habe nicht gesagt, dass sie nicht gut aussieht ;)
    Dank Dir werden sich diese “3 fetten Emokinder” ihr Leben lang nicht gut fühlen…

    Chris sagt...

    Naja, nur, wenn sie ihr Leben lang 3 fette Emokinder bleiben.

  • birdy sagt...

    Ich will nicht aussehen wie die.

  • Kristina sagt...

    ersten gefällt mir persönlich dieser stil ja nich “lasst euch gesagt sein” …geht gar nicht und zweitens ist das thema doch schon so ausgelutscht. sry

  • Daniel Sc sagt...

    meiner meinung nach nur interessant weil sie keinen fick gibt, raucht und trinkt. ansonsten für mich schwer nachvollziehbar.

  • anka sagt...

    das thema ist ausgelutscht, der text irgendwie schlecht geschrieben und jetzt alibi-mäßig auf feministisch zu machen macht die ganzen frauenverachtenden kindchenschema tittenbilder auch nicht mehr besser…

  • Anne Hansen sagt...

    großartig!

  • chloe sagt...

    megan fox is hrhrhrhrhr…not matter what….

  • luckybusted sagt...

    I would do her!

  • Nora sagt...

    ich hab mal gehört, das megan fotz ein daumendouble hat, weil ihrer so kurz ist. aber vor lauter plastik am (im) Kopf, hat sie dies wohl oben vergessen, und dann noch schwarzen fokussierenden nagellack, na na na.

  • lala sagt...

    der Text ist zu lang, denke 90 Prozent der Leser überspringen selbigen Prozentsatz des Textes.

    Meltem sagt...

    Kein Text ist zu lang.

  • lala sagt...

    … überspringen;)

  • lala sagt...

    wenn du dir damit Gehör/Augen verschaffen möchtest, leider schon. Wenn du allerdings Texte einfach der Texte halber online stellen möchtest, und es dir egal ist, wenn sie nach den ersten Zeilen nur noch halbherzig überflogen werden, dann geb ich dir Recht: Kein Text ist zu lang.

    Meltem sagt...

    Du scheinst dich mit der Methodik der Literatur sichtlich nicht intensiv genug befasst zu haben. Es geht um die Vermittlung von Werten, an wievielen und welchen Worten man sich dabei bedienen möchte, ist jedem selbst überlassen. Entweder man stimmt zu, oder nicht. Entweder es gefällt der Schreibstil dabei, oder eben nicht. Die Zielgruppe der Leserschaft ist im Aspekte der Bewertung ein wesentlicher Faktor.
    Ich schreibe hier nicht für die Bild, für die wäre mein Artikel, da hast du Recht, wirklich zu lang. Und zum Glück gibt es ja noch Menschen, die gerne lesen, seien es auch 300 Seiten ;)

    lala sagt...

    naja deine Worte leuchten wohl ein. Vielleicht bin ich auch nur einfach etwas lesefaul. Zur Leserschaft der Bild würd ich mich trotzdem nur ungern zählen wollen;) Und wenn du eine Nachricht rüberbringen möchtest und dafür halt 100 Zeilen brauchst, dann muss das wohl so sein, weil die Nachricht ja sonst nicht vollständig und damit iwie verfälscht wär. Macht Sinn;)

    t sagt...

    “Ich schreibe hier nicht für die Bild”

    sicher?

    Isabel sagt...

    So weit würde ich mich mit der Äußerung “ich schreibe hier nicht für die Bild” auch nicht aus dem Fenster lehnen. Nur weil Amy und Pink in eine Fassade für Neo-Hipster gesteckt wurde, ist der Inhalt und vor allem die Wirkung nicht über irgendein Klatschblättchen zu stellen.
    “Kein Text ist zu lang”, wenn er fesselnd geschrieben ist und interessante Themen aufgreift. Ich fand deinen Text auch etwas schleppend zu lesen! Außerdem irgendwie auch nicht authentisch in Anbetracht der Tatsache, dass du kritisierst, wie sich alle schön “formen”, du aber selber auf jedem deiner Bilder geschminkt bist und offensichtlich auch nicht wenig Zeit mit deinem Aussehen verbringst. Aber klar, es gibt immer Menschen, die das, was alle anderen mögen, schlecht machen müssen. Bloß nicht im Schatten stehen! Wenn man lange genug sucht, findet man bei jedem Menschen etwas, was man in der Luft zerreißen kann!

  • Christian sagt...

    Sehr guter Text. Das Thema kann nicht oft genug aufgegriffen werden!

  • Arno Nada sagt...

    Hi Meltem,

    ich finde den Text super. Just let the haters hate :-) Alle sagen immer zu mir, dass ich super hübsch bin. Frauen sind neidisch. Männer wollen mir mir schlafen. Das klingt sehr plakariv und pauschal ist aber generell der Fall. Ich verstecke mich lieber hinter meiner Brille und mache die Haare zu. Meine Aussehen ist nur eine Hülle, die ich mir nicht ausgesucht habe Meine Seele wird darin nicht wiedergespiegelt. Ok das ist jetzt meckern auf hohem Niveau, aber ich wenn ich dann mal Kontaktlinsen anziehe und mich schminke, reagieren die Leute immer so extrem. Frauen, die mich nicht kennen, tuscheln dann hinter meinem Rücken und mustern mich von oben bis unten und ich ernte eifersüchtige Blicke. Die Jungs sind eigentlich ganz süß und wollen mit mir ins Gespräch kommen, aber wenn ich dann mal meine gro0e Klappe aufreiße, sind sie die meisten sofort weg!!!! Ich habe ne Meinung und die wird immer lauthals verkündet. Hehe nein ich blühe lieber weiter aussehenstechnisch im Verborgenen.

    Liebe Grüße

    Deine Sister

    Meltem sagt...

    hahaha, sehr geil, sehr wahr nämlich! Kennen wir uns?? :)

    Arno Nada sagt...

    Nee Schatz, wenn dann nur Soulsisters :)

    Meltem sagt...

    ♥ jaa! :)

  • Céline sagt...

    Super Text, Meltem, und kein Wort zu lang!

    Meltem sagt...

    danke Celine! :)

  • eva sagt...

    Wirklich nicht super. Grammatikfehler. Holprig. Grundschulformulierungen.
    “wer was kann oder etwas ist, der braucht nicht schön aussehen.”
    So kann ein Text schon zu lang sein.

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